Technik, die begeistert(e)

Technik, die begeistert(e)

Schon als man Gadgets noch Apparate nannte, navigierte der Playboy den Mann zielsicher durch die Welt der aktuellen Technik-Trends – und stellte Neuheiten vor, die uns zum Teil heute noch recht frisch erscheinen

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Die Land-Yacht

1975

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Dieses „Wunderhaus auf Rädern“ entwickelte der US-Star-Designer Syd Mead 1975 für den Playboy – leider nur auf dem Papier. Die „Super-Traummaschine“ nahm vieles vorweg, was heute Standard ist: zum Beispiel das Navi („Sie besitzt Speicherbänder, die Kreuzungen und Ähnliches im Voraus melden“) oder die elektronische Einparkhilfe (dank „Zoom-TV-Kameras vorn und hinten“). Und fahren konnte das Ding sowieso von selbst – da müssen wir noch nachlegen.

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  • „Wunderhaus auf Rädern“

    „Wunderhaus auf Rädern“

  • Lenkung per Joystick: Die Technik im Cockpit entsprach „dem Stand unserer fortgeschrittenen Raumfahrtzeit“

    Lenkung per Joystick: Die Technik im Cockpit entsprach „dem Stand unserer fortgeschrittenen Raumfahrtzeit“

 

Die TV-Kugel

1972

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Zukunftsdesign aus einer Zeit, in der technische Geräte ihr kabelsalatiges Inneres noch stolz herzeigen durften – und Designer sich offenbar von „Raum­patrouille Orion“ inspirieren ließen. Das von Oliver Carby designte und vom Playboy 1972 als „transparente Fernsehkugel“ angepriesene Schwarz-Weiß-Gerät mussten Kaufwillige aber aus London importieren. Für 195 Pfund. Das entsprach – von diesem Umrechnungskurs träumen die Briten heute noch – rund 1500 Mark.
  • „Transparente Fernsehkugel“

    „Transparente Fernsehkugel“

 

Das Video-Telefon

1978

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Skypen konnte man auch schon 1978. Und man brauchte noch nicht einmal einen Computer dafür – aber 15.000 Mark. Für die paar Steine bekam man ein Bildtelefon von Siemens. Dann konnte man mit den anderen zwei Erdbewohnern telefonieren, die auch so ein Gerät hatten – oder natürlich mit der Sekretärin flirten.
  • Das Video-Telefon

    Das Video-Telefon

 

Das Ortungsgerät

1978

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Keine Sorge, die blonde Schöne stutzt sich mit dem klobigen Ding nicht den Damenbart (einen solchen Anblick müssen Sie im Playboy nicht fürchten!). Vielmehr flüstert sie vermutlich gerade ein laszives „Klar mein Lieber, ich bin ganz in deiner Nähe“ in das Gerät. Denn es handelt sich dabei um: ein Funkgerät, das zu einer „Personensuchanlage“ gehört. Reichweite: sieben Kilometer. Der Chef in den 70ern investierte eben gern 5000 Mark, um stets zu wissen, wo sich seine Untergebenen rumtreiben. Vor allem die weiblichen.
  • „Personensuchanlage“

    „Personensuchanlage“

 

Der Flügel-Flitzer

1978

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Von null auf 100 in 4,8 Sekunden, 375 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von 375 km/h. Nicht schlecht, was „das teuerste Sportcoupé der Welt“, so der Playboy 1978, alles draufhatte. Entwickelt hatte die Supersportwagenstudie CW 311 der Karosseriebauer Rainer Buchmann auf Basis von Mercedes- und Porsche-Teilen (den Mercedes-Stern setzte er übrigens einfach auf das Auto – ohne in Stuttgart nachzufragen). Sein Plan: Das Flügeltür­geschoss für rund 280.000 Mark pro Stück an den Mann zu bringen. „Keine Frage, dass für den CW 311 schon Bestellungen vorliegen“, schrieb der Playboy. Die mussten aber offenbar alle storniert werden: Der CW 311 wurde zwar gebaut – blieb jedoch ein Einzelstück.

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  • „Das teuerste Sportcoupé der Welt“

    „Das teuerste Sportcoupé der Welt“

  • Der Flügel-Flitzer

    Der Flügel-Flitzer

 

Die Rechenmaschine

1972

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Elsi Mini hieß 1972 „die kleinste elekt­ronische Rechenmaschine der Welt“. Für den Playboy ein „ideales Westentaschen-Spielzeug“ – schließlich misst ihre längste Kante nur zehn Zentimeter! Kostenpunkt: 495 Mark.
  • „Ideales Westentaschen-Spielzeug“

    „Ideales Westentaschen-Spielzeug“

 

Alexander Neumann