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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Visionär Bill Gates

Wahnsinn, was er im Playboy 1994 voraussagte

Er sah den Aufstieg von Netflix und Co. – vor über 20 Jahren

Wir befinden uns im Jahr 1994. In einem Jahr, in dem das Internet und alle seine Funktionen noch ein Mysterium waren. Damals musste man den Menschen noch erklären, was das Internet überhaupt ist. Zu dieser Zeit wurde es hauptsächlich von Wissenschaftlern genutzt

1994 war auch das Jahr, in dem Bill Gates im Interview mit dem US PLAYBOY Prophezeiungen zum Internet machte, die heute beachtlich realistisch sind. In den ausgewählten Passagen erklärt Gates seine Sicht der Dinge: vom digitalen Landkarten, die deinen Standpunkt orten, Handytickets, Smartphones mit Touchscreen, Film-Streaming-Diensten, Online-Kommunikation, Online-Lexika und Mulitplayer-Games. Was heute Alltag ist, waren bei Bill Gates noch Spekulationen und Prognosen – bei denen er richtig lag.

PLAYBOY: Fangen wir ganz von vorne an... Erklären Sie uns die Zukunft!
GATES: OK. [lacht] Heutzutage benutzen wir den Computer vor allem, um verschiedene Dokumente, wie Textverarbeitung, Kalkulationstabellen und Präsentationen, zu erstellen. Wenn man aber im Großen und Ganzen Dokumente nur finden, ablegen oder übermitteln will, benutzt man eigentlich nicht wirklich die elektronische Form. Der Computer spuckt dir ein Blatt Papier aus und du verschickst es. Jetzt im angehenden Informationszeitalter wird der Zugang zu Dokumenten – oberflächlich ausgedrückt – elektronisch ablaufen, ganz einfach beim Surfen durch das Netzwerk, das viele den Informationshighway nennen.  Es wird auch "Digitale Konvergenz" genannt – Einen Ausdruck, den John Sculley einführte. Oder wie ich oft sage: "Information per Mausklick". Ich bin mir ziemlich sicher, dass das passieren wird. Bei der Schnelligkeit könnte ich mich irren. 

PLAYBOY: Es kommt also eine Generation von Stubenhockern?
GATES: Du kannst auch heute schon am Kasten hängen. Denn dieser Kasten unterstützt dich. Man spart Zeit, die man in andere Sachen investieren kann, die man gerne macht. 

PLAYBOY: Was werden wir – abgesehen vom Dokumentefinden – noch machen können?
GATES: Gehen wir einmal davon aus, dass du dir einen Film anschauen möchtest. Um dich für einen Film zu entscheiden, willst du wissen, welche Filme andere Leute gemocht haben, und ob du diesen auch mögen wirst. Du wirst in der Lage sein, solche Informationen zu bekommen. Dann wählst du einfach einen Film aus und kannst das Video direkt anschauen. Anschließend kannst du sogar selbst deine Meinung über den Film mit anderen teilen.
Ich rede jetzt nur von Filmen. Aber da hängt viel mehr dran: Wie wir in Zukunft Informationen finden und Entscheidungen treffen – Das alles wird sich ändern. Denk mal daran, wie du Menschen mit gleichen Interessen oder einen passenden Arzt findest und wie du dich entscheidest, welches Buch du lesen willst. Momentan ist es noch schwer, eine breite Menschenmasse zu erreichen. Du bist auf die Gemeinschaft in deiner Umgebung angewiesen. In Zukunft wird sich diese Gemeinschaft jedoch aufgrund der Art , wie Informationen gespeichert und abgerufen werden, ausweiten. Dieses Hilfsmittel wird uns mächtiger machen, die entsprechende Infrastruktur wird schnell eingerichtet werden und die Auswirkungen werden riesig sein.

Gestatten, Bill Gates

Bill Gates ist ein US-amerikanischere Unternehmer.  Er ist auf der Bloomberg-Liste die Nummer 1 und mit 72,7 Milliarden Dollar der reichste Mensch der Welt. 1975 gründete er das weltweit größte Software-Unternehmen Microsoft und sitzt jetzt im Vorstand. Am Konzern hält Bill Gates fünf Prozent der Anteile, den Rest seines Vermögens hat er in seine Investmentfirma Cascade Investments und in seine Stiftung gesteckt.

PLAYBOY: Wie wird sich Microsoft in diesen Informationshighway einbringen?
GATES: Die aktuelle, interaktive Benutzeroberfläche besteht nicht aus vielen Sachen. Es fehlen noch kleine Feinheiten, die die Leute dazu bringen werden, dass sie die Software unbedingt haben wollen. Microsoft gibt viel Geld dafür aus, eine Software zu bauen, die unserer Meinung nach besser ist. Sie wird in die Box in deinem Zuhause laufen, die das Gerät bedient, so wie du das willst.  Wir sind dabei eine viel größere Software zu entwickeln am anderen Ende der Glasfaserleitung, das Programm, das auf dem Computer läuft, welches die Filmdatenbank, das Adressbuch und alles andere aufbewahrt.

PLAYBOY: Der Zentralrechner also?
GATES: Der Nachfolger davon. Seine Schnelligkeit und sein Datenvolumen verlaufen jenseits von dem, was jetzt benutzt wird, um Flugzeugreservierungen oder Kreditkarten-Datenbanken auszuführen. Um einen Film zu schauen, braucht man kaum Computerleistung.  Alles was passiert, ist, dass die Information von der CD abgerufen wird, auf die Leitung gepackt und dann gesendet wird.  Wenn man aber eine 3D-Szene – eine Art virtuelle Realität – aufbauen will, sagen wir mit 20 anderen Leuten in einem Multiplayer-Spiel, dann hat man einige Berechnungen. Oder sagen wir, der Präsident hält eine Rede. Jeder Bürger im ganzen Land muss einen kleinen Knopf drücken, um seine Zustimmung beziehungsweise Ablehnung zu zeigen.  Die ganzen Informationen zu sammeln und erfassen, damit es innerhalb von ein oder zwei Sekunden direkt angezeigt werden kann, ist schwierig. Das alles ist hoch modern. Man muss kein Träumer sein, um zu kapieren, dass die Technologie sich nicht nur auf die Entwicklung des Informationshighways beschränkt. 

PLAYBOY: An was ist Microsoft sonst noch beteiligt? Wir haben von einer Software gehört, die Waschmaschinen steuern kann. 
GATES: [lacht]  Waschmaschinen? Das ist ganz schön extrem. Aber die Leute veralbern uns manchmal, weil wir die Möglichkeit sehen, unsere Software auch in anderen, weitergefassten Branchen zu verkaufen. Wir arbeiten an einer neuen Generationen von Faxgeräten, bei denen wir denken, dass sie besser und einfacher zu nutzen sind. Und eine Generation von Smartphones, bei denen die herkömmlichen, kryptischen Knöpfen von einer grafischen Oberfläche ersetzt werden. Wir arbeiten auch an einer Software, die in Druckern laufen soll. Wir haben mit Leuten aus dem Fahrzeug-Navigations-Bereich zusammengearbeitet. Und in der Wohnwelt arbeiten wir an etwas, das du in deiner Hosentasche tragen kannst. Den sogenannten Wallet-PC.

PLAYBOY: In der Hosentasche?
GATES: Es ist ein futuristisches Gerät – ganz anders als der heutige persönliche digitale Assistent (PDA). Anstelle eines Schlüssels, mit dem wir die Türe aufsperren, identifiziert der Wallet PC, dass es dir erlaubt ist, bestimmte Türen zu öffnen – das passiert alles elektronisch. Anstelle einer Theaterkarte, zeigst du deinen Wallet PC vor, der bestätigt, dass du gezahlt hast. Wenn du in den Flieger steigen willst, musst du dein Flugticket nicht mehr 29 verschiedenen Typen zeigen, dein Wallet PC regelt das. Man hat sozusagen die Bescheinigungen digital. Auch das Geld ist digital. Es hat ein weltweites Ortungsgerät, sodass du auf einer Landkarte sehen kannst, wo du dich gerade befindest und auch, wo du eventuell noch hin möchtest. Das ist unsere Vision eines kleinen, tragbaren Computers... sagen wir in fünf bis sechs Jahren. 

PLAYBOY: Benutzen Sie ein PDA?
GATES: Ich hab eine ganz standardgemäßes 486 tragbares Gerät bei mir immer, wenn ich reise, weil ich damit meine Mails abrufen kann. Ich habe für eine ganze Woche ein original Newtons benutzt. Jetzt ist es wieder zu haben, interessiert? 

PLAYBOY: Wo ist der Haken?
GATES: Es sollte die Handschrift erkennen. Aber wie das immer bei Neuheiten so ist, sind die Leute skeptisch. In diesem Fall, ob die Handschrifterkennung auch wirklich funktioniert. Die haben wirklich tolle technische Arbeit geleistet bei diesem Teil. Aber leider ist es kein nützlicher Apparat, wenn Sie mich fragen. Wahrscheinlich hat das Teil keine Chance auf dem Markt. 

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PLAYBOY: Wir haben gehört, dass Sie nie fernsehen... 
GATES: Ich schaue Fernsehen! Ich habe keinen Fernsehempfänger zuhause.  Aber wenn ich im Hotel bin oder an anderen Orten, wo ein Fernseher ist, dann schalte ich ihn gern eine und klicke mich durch die verschiedenen Kanäle – wie jeder andere auch. Ich hab letzten Sonntag Cartoons auf Nickelodeon geschaut. Einfach wunderbar.  

PLAYBOY: Was genau?
GATES: Ren & Stimpy and Rugrats. Großartig! Cartoons haben sich ganz schön verbessert – verglichen mit den Cartoons zu meiner Kindheit. Ich bin auch nicht immun gegen die Verlockung namens Fernseher. Ich probier einfach mich davon fernzuhalten, weil ich lieber lese.  

PLAYBOY: Wie sollte die Gesellschaft über die Zukunft denken?
GATES: Optimistischer! Durch Fortschritte, wie die Weiterentwicklungen in der Technologie, wird die Welt gewissermaßen bereichert. Dinge, die wir machen, die viele Ressourcen und viel Zeit brauchen, können in Zukunft effizienter gemacht werden. Die Leute fragen sich, ob es dann noch genügend Jobs gibt und ob es dann überhaupt noch Sachen gibt, die wir erledigen müssen... Aber ich sage: Bis wir jedes einzelne Kind super ausgebildet haben, oder bis jede Innenstadt sauber ist, wird es keine Einbüßungen an Arbeit geben. Und solange unsere Gesellschaft bereichert wird, können wir bestimmen, dass die Ressourcen so verteilt werden, dass die Leute raus gehen und diese noch offenen Berufe machen.  

PLAYBOY: Sagen wir's so: Sie sind 38, Milliardär und Mitbegründer von der weltweit größten Software-Firma und Revolutionär der Industrie. Was soll Ihre Zugabe sein – wenn es da überhaupt eine geben sollte? 
GATES: Zugabe setzt voraus, dass das Leben ein fortlaufender Prozess ist und dass es eine Art begrenzte Zahl an Errungenschaften gibt, die dein Leben bestimmen.  Ich habe noch viele, aufregende Dinge bei Microsoft vor mir. Dinge, bei denen wir schauen, ob wir sie mit dem Stand der Technologie verwirklichen können. Es gibt so viele tolle Menschen, mit denen es Spaß macht zu arbeiten. Und im nächsten Jahrzehnt ist die mit Abstand interessanteste Industrie, die Informationstechnologie. Wir haben die Chance, uns da ganz groß einzubringen. Es ist sehr wettbewerbsfähig. Und wir werden erst spät in diesem Zeitalter erfahren, ob wir es richtig oder falsch gemacht haben. Ich bin schon gespannt darauf. Wir sind an einer recht happigen Kurve: Wie verbessere ich das Textverarbeitungsprogramm? Wie finde ich heraus, wie ein elektronisches  Lexikon oder eine Filmdatenbank funktionieren? Wie finde ich heraus, welche technischen Voraussetzungen wir den Menschen bieten sollten? Das sind alles Themen. Und das wird mein Schwerpunkt für die absehbare Zukunft. 
 

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