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"Wir wussten, mit wem wir es zu tun hatten"

Es ist der 18. Oktober 1977. Seit fünf Tagen befindet sich die Lufthansa-Maschine "Landshut" in der Gewalt von palästinensischen Geiselnehmern. Kurz nach Mitternacht ist es soweit: Die Spezialeinheit GSG-9 stürmt das Flugzeug. Es wird der berühmteste Polizeieinsatz Deutschlands.

Ulrich K. Wegener war Gründer und Kommandeur der GSG-9. Zum 40. Jahrestag der Befreiung der "Landshut" zeigen wir ein Interview, das wir vor fünf Jahren mit ihm geführt haben.

PLAYBOY: Als Sie 1977, beim berühmtesten GSG-9-Einsatz, die "Landshut" stürmten, hätten Sie gedacht, dass die Geschichte so gut ausgeht? 

Wegener: Ich war überzeugt davon. Wir hatten das mehrfach geübt, verschiedene Flugzeuge gestürmt. Wir wussten, mit wem wir es zu tun hatten. Aber das konnte die Öffentlichkeit natürlich nicht wissen. 

PLAYBOY: Hatten Sie Angst? 

Wegener: Angst ist übertrieben. Bedenken. Als ich in die Maschine kam und mir ein Terrorist gegenüber stand, eine Handgranate in der Hand: Klar dachte ich, dass die hochgehen kann. Gott sei Dank konnten wir den sofort unschädlich machen. 

Bei dem Einsatz in Somalia werden drei der vier Geiselnehmer getötet. Eine Stewardess und ein GSG-9-Mann werden verletzt. Die vorher unbekannte GSG-9 wird durch die Rettungsaktion weltweit berühmt. In Deutschland hat der Einsatz unmittelbare Folgen: Nachdem sie von der Geiselbefreiung erfahren, begehen die RAF-Terroristen Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe und Andreas Baader in ihrer Zelle Selbstmord. Am Tag darauf gibt die RAF die Ermordung Hans Martin Schleyers bekannt. 

"Die RAF hatte dank uns mehr Respekt vor dem Staat" 

Ulrich K. Wegener

PLAYBOY: Wie wären die Jahre mit der RAF gelaufen, wenn es die GSG-9 nicht gegeben hätte?

Wegener: Da wäre zweifellos einiges anders gelaufen. Die RAF hatte dank uns mehr Respekt vor dem Staat: Es gab seit der "Landshut" keine Flugzeugentführungen mehr. Mit einer Ausnahme: Ein geistig Verwirrter wollte eine Maschine von Köln-Bonn entführen. Wir holten den dem Flieger - das war aber eigentlich kein richtiger Einsatz. 

PLAYBOY: Wie war die Vorarbeit für die GSG-9? 

Wegener: Wir versuchten, Erfahrungen in der Terrorismusbekämpfung zu übernehmen, etwa von den Israelis und den Briten. Und wir beschäftigten uns mit dem Gegner. Das "Handbuch des Stadtguerillo" von Carlos Marighella war nicht nur Pflichtlektüre bei den Terroristen, sondern auch bei uns. 

Nicht nur fit, sondern auch intelligent 

PLAYBOY: Wie muss ein Mann sein, damit er für die Truppe geeignet ist?

Wegener: Wir wollten nicht nur den körperlich fitten Mann, sondern einen geistig wendigen Typen, der auch intellektuell begabt ist. Einen, der sich in jeder Situation zurechtfindet und – ganz wichtig! – teamfähig ist. 

PLAYBOY: Terroristen sind heute eher Einzelkämpfer. Hat da die GSG-9 noch Sinn?

Wegener: Mehr denn je. Denn auch die Truppe hat sich weiterentwickelt. Wir haben heute Spezialisten aus allen Bereichen. Die Geheimdienste sind uns gegenüber offener. Eine Spezialeinheit kann nichts erreichen ohne die richtigen Informationen. 

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