Interview-Klassiker: Charles Bukowski

Sein Leben war sein Kapital. Denn Kultautor Charles Bukowski schrieb über nichts anderes als Saufen, Wetten und Sex. Er wurde als Hurensohn, Trunkenbold und Taugenichts beschimpft. Und als genialer Poet verehrt. Am 16. August wäre der Ex-Postbeamte 90 Jahre alt geworden.

September 1977 in Los Angeles. Auf der Pferderennbahn laufen die Wetten für das letzte Rennen. Charles Bukowski, 57, Schriftsteller, und Playboy-Autor Jörg Fauser, 33, stehen in den Miesen – und an der Bar. Mit Wodka und Seven-Up prosten sie sich zu. Denn es ist vollbracht: das große Playboy-Interview! Fast 20 Stunden haben die beiden in Bukowskis Wohnung philosophiert und getrunken. Unterbrechen durfte das Männergespräch nur Linda Lee, Bukowskis Freundin und spätere Ehefrau. Postum zu Bukowskis 90. Geburtstag ein Best-of der legendären „Trink- und Talkshow“.
Autor Jörg Fauser (1944–1987) war Kriegsdienstverweigerer, Marlon-Brando-Biograf und Schriftsteller. Er schrieb über seine Drogenerfahrungen und Krimis. Unvollendet blieb sein Roman „Die Tournee“ (2007). 1987 starb er unter mysteriösen Umständen auf der A94 bei München.

Der Spätzünder: Charles Bukowski wurde 1920 in Andernach bei Koblenz geboren. Aber eine rheinische Frohnatur wurde nie aus ihm. Kurz nach seiner Geburt zog seine Familie nach Los Angeles. Dort verbrachte er sein Leben – vor allem in den Armenvierteln Ost-Hollywoods. Vom Vater verprügelt, wegen seiner Akne gehänselt, schrieb Bukowski nach der Schule Gedichte und Kurzgeschichten – zunächst nebenbei, dann als Vollzeitschriftsteller. Seine Helden: Alkoholiker, Prostituierte, Obdachlose – und er selbst. Sein Alter Ego Henry „Hank“ Chinaski säuft, hurt und wettet, was das Zeug hält. 1994 starb Bukowski an Blutkrebs. Interview-Klassiker: Charles Bukowski
 

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