Die Anmache

Verhaltensregeln für Geschlechtsreife

Um mit einer Frau intim zu werden, muss man erst mal eine kennen lernen! Unsere Kolumnistin bewertet die gängigsten Techniken der Kontaktaufnahme - und präsentiert ein Verfahren, das alle anderen in den Schatten stellt

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Lektion 2: die Anmache

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  • Mehr Beischlafregeln hat Birgit Querengäßer in ihrem Buch „Die feine Art des Vögelns“ zusammengetragen (erscheint am 24. Oktober im Tropen Verlag, 14,95 Euro)

    Mehr Beischlafregeln hat Birgit Querengäßer in ihrem Buch „Die feine Art des Vögelns“ zusammengetragen (erscheint am 24. Oktober im Tropen Verlag, 14,95 Euro)

Früher war alles einfacher. Man ging in den Wald, tötete ein Reh und aß es auf. Roh, scheiß drauf. Man quatschte nicht groß rum, Grunzen genügte. Und wenn einem Mann der Sinn nach Paarung stand, dann dockte er an einer der Frauen an, die damals nackt und reif auf den saftigen Hügeln des Landes bereit standen, und er dachte bei sich: „Hoffentlich ändert sich nie was auf Erden. Hoffentlich.“
Seitdem hat sich alles verändert. Kein Mensch geht mehr in den Wald. Und um irgendwann eventuell mal in die Hose von jemandem fassen zu dürfen, muss man sich chic anziehen, Hairstyling-Produkte verwenden, flirten, ein Gespräch initiieren, Tänze aufführen und unter keinen Umständen popeln. Es ist sehr anstrengend. Aber so ist es nun mal. Wer heutzutage nicht unangenehm auffallen will, muss einen gesellschaftlich akzeptierten Weg wählen, Kontakt zu einer Dame herzustellen. Die schlechte Nachricht: Kommentarloses Andocken stellt keine Option mehr dar. Die gute Nachricht: In der Diskothek von hinten rantanzen und ein bisschen reiben geht in Ordnung! Eine Taktik, die sich durchaus lohnt, sofern Ihr bestes Argument ein Genital mit den Ausmaßen eines Alphorns ist. Ansonsten weckt dieses Vorgehen bei Frauen nämlich kaum Interesse. Tristesse, wenn überhaupt.
Männern, die über ihr Gemächt hinaus auch mit Erfolg und unermesslichem Reichtum punkten können, rate ich daher zu einer anderen Methode: Drinks ausgeben. Gerade Damen, deren berufliche Perspektive eher mau aussieht, freuen sich über jeden gesparten Cent in der Geldbörse - und sehnen sich nach einem vermögenden Lebenspartner, der erst Getränke, später Missoni-Handtaschen für sie erwirbt. Ich selbst trinke allerdings nie Ausgegebenes, da ich das darin enthaltene Rohypnol nicht vertrage.
Sollten Sie es vorziehen, mit Frauen (ins Gespräch) zu kommen, deren Vagina nicht käuflich ist, sind Sie besser beraten, wenn Sie beim Erstkontakt nicht sofort mit Ihrer Kreditkarte wedeln. Solche Oberflächlichkeiten bedeuten uns nämlich nichts. Was wirklich zählt: geiles Aussehen, cooler Charakter! Ersteres vorausgesetzt, gilt es also nur noch zu beweisen, dass Sie kein Hirni sind. Zum Beispiel mit witzigen Anmachsprüchen. Die meisten davon sind hinlänglich bekannt und daher zur Verwendung ungeeignet. Doch besteht natürlich die Möglichkeit, abgedroschene Sprüche zu individualisieren. Beispiel: Aus „Wenn du eine Träne wärst, würde ich nie wieder weinen, aus Angst, dich zu verlieren“ könnte durch eine simple Modifikation ein ganz persönlicher Satz werden wie „Wenn du mein Samen wärst, würde ich nie wieder ... Stopp!“.
Genug des albernen Rumgesülzes! Jetzt kommen wir mal zum Punkt, und zwar zur effektivsten Anmachstrategie der Welt. Die da wäre: um Hilfe bitten. Klingt nicht wie eine Anmachstrategie? Hört, hört. Genau das ist ihr Erfolgsgeheimnis. Eine Auswahl der Vorteile: 1. Das Gespräch beginnt auf der denkbar harmlosesten Ebene - die Wahrscheinlichkeit, sofort abgewiesen zu werden, ist gering. 2. Klingt absurd, stimmt aber: Ein Mann, der Schwäche zeigt, wirkt stark. 3. Die Gesprächspartnerin fühlt sich befriedigt, wenn sie helfen kann - und bringt Ihr Gesicht fortan mit Befriedigung in Verbindung. Kein schlechter Ausgangspunkt! 4. Hohe Trefferquote. Bedenken Sie: Der Prozentsatz der Frauen, die ein ausgeprägtes Helfersyndrom haben, ist nicht zu unterschätzen. Nutzen Sie diesen verbreiteten Fetisch aus! Fragen Sie nach einem Restaurant-Tipp, bitten Sie sie um eine Wegbeschreibung oder um die Vertreibung Ihrer Ehepartnerin. Und bieten Sie dann an, sich mit einem Kaffee bei ihr zu revanchieren. Dann ist Ihre Hand zwar noch lange nicht in ihrem Höschen. Aber immerhin schon mal einen Schritt weiter.
Mehr über die folgenden Schritte erfahren Sie im nächsten Playboy.
 

Birgit Querengäßer