Fulda Challenge Tag 5 . Schneeschuhlaufen und Kajak-Downhill

Fulda Challenge Tag 5 . Schneeschuhlaufen und Kajak-Downhill

Nach dem kräftezehrenden Ausdauerlauf am Polarkreis verspricht der vorletzte Wettkampftag, nun endgültig meine letzten Kraftreserven zu verschlingen. Schneeschuhlaufen und Kajak-Downhill. Ich weiß nicht viel über die beiden Disziplinen, außer, dass mein Laktatspiegel danach auf ein Rekordhoch steigen wird.

I read the articles

Fulda Challenge Tag 5

Schneeschuhlaufen und Kajak-Downhill

alles anzeigen

Nach dem kräftezehrenden Ausdauerlauf am Polarkreis verspricht der vorletzte Wettkampftag, nun endgültig meine letzten Kraftreserven zu verschlingen. Schneeschuhlaufen und Kajak-Downhill. Ich weiß nicht viel über die beiden Disziplinen, außer, dass mein Laktatspiegel danach auf ein Rekordhoch steigen wird. Meine Schmerzen in Schultern und Armen von den ersten Wettkampftagen lenken leider nicht von denen in den Beinen ab. Wenigstens bin ich nicht alleine mit meinem Muskelkater. Alle sind ausgepumpt. Der eine hat mehr, der andere weniger Muskelkater. Der eine leidet weniger, der andere mehr. Oder auch viel mehr. So wie ich. Aber das vereint uns!

Also schnalle ich mir noch voller Euphorie die landestypischen Schneeschuhe unter die Füße um mit den 13 Teilnehmern schnellstmöglich durch die Tombstone Mountains laufen. 200 Höhenmeter auf vier Kilometer Streckenlänge sind selbst für die begleitende Sicherheitscrew von der Südtiroler Bergwart kein Pappenstiel. Als Schneehase sollte ich ja eigentlich ganz gut im Hoppeln sein. Denkt sich jedenfalls Felix. Schon nach den ersten Metern rast mein Puls. Ich schnappe nach Luft. Jeder einzelne Schritt im Tiefschnee kostet verdammt viel Kraft. Der Blick hoch zum Gipfel verschlägt mir die Sprache. 4000 Schritte muss ich ungefähr durchhalten. Nicht selten versinke ich fast bis zur Hüfte im Tiefschnee. Außerdem verliere ich dauernd einen Schneeschuh. Ich habe offensichtlich die Schuhe vertauscht. Unfreiwillig öffne ich jedes Mal die Schnalle für den Spanngurt an den Füßen. Was für eine Quälerei! Ich schleppe mich nur so zum Ziel. Das war eine brutale Härteprüfung. Mein Bedarf an Ausdauersport ist für die nächsten Wochen gedeckt. Felix ergeht es auch nicht besser. Er kommt gemeinsam mit Claudia Beitsch ins Ziel.

Was für ein Tag! Einheimische konnten sich nicht daran erinnern, wann das letzte Mal so viel Schnee auf dem Dempster Highway lag, der seit 1979 als nördlichste Straße Kanadas Dawson City mit dem 735 Kilometer entfernten Inuvik verbindet. Als wir auf dem Rückweg vom Polarkreis zur Goldgräberstadt sind, kann sich jeder lebhaft vorstellen, dass weite Teile der Straße einmal als Weg für Hundeschlitten benutzt worden sind. Denn das wäre auch heute auf der sehr unregelmäßig mit schneebedeckten Piste ein durchaus adäquates Gefährt gewesen.

Alle 32 Autos des Fulda-Trosses erreichen trotz der schwierigen Straßenverhältnisse Dawson City, ohne dass ein einziges Auto von der Straße abrutscht. Dafür werden wir sogar von Rennfahrer-Legende Strietzel Stuck sehr gelobt. Selbst er hat in 13 Jahren noch nie so gefährliche Straßenverhältnisse im Yukon erlebt.

Ins Rutschen kommen wir bei der abschließenden Tagesprüfung, dem Kajak-Downhill. Wir müssen nicht nur eine Ski-Abfahrtspiste mit dem Kajak in rasender Geschwindigkeit hinuntersteuern, nein, wir müssen vorher auch den Berg auf Zeit hochlaufen. Alles andere als ein Kinderspiel. Eigentlich sogar der härteste Wettbewerb auf der ganzen Challenge. Denn die Kombination aus Berglauf und Downhill gibt mir endgültig den Rest. Meine Oberschenkel brennen, es fühlt sich an ob meine Muskeln mit Tausenden von Nadeln gestochen werden. Ich bin heilfroh, dass ich den Gipfel überhaupt erreiche. Meine Abfahrt sorgt Heiterkeit bei allen Beteiligten. Statt der vorgegebenen Strecke zu folgen, macht sich mein Kajak selbstständig und schießt mit mir geradeaus auf die Zuschauer zu. Zum Glück habe ich einen Rückenprotektor an. Doch bevor ich in die Skihütte reinkrache, werde ich von zwei mutigen Crewmitgliedern gestoppt. Puh, so muss sich ein Ritt auf der Kanonenkugel anfühlen.

Nach diesen kräftezehrenden Tagesleistungen auf so unterschiedlichen Untersätzen und Pisten haben wir uns das Steak redlich verdient, dass uns die Feuerwehr aus Dawson City am Abend in der Down Town Bar grillt. Für die morgige Schlussetappe werden wir bestimmt noch einmal brauchen benötigen. Über Position möchte ich lieber nicht sprechen. Mühsam nährt sich bekanntlich das Eichhörnchen bzw. ein Playboy-Bunny.

Tag 1: im Hochseilgarten >>

Tag 2: Schlittenhunderennen >>

Tag 3: Blindfahrt und Eisbohren >>

Tag 4: Ausdauerlauf am Polarkreis >>

Tag 5: Ausdauerlauf am Polarkreis >>

Tag 6: Finale >>

Bild 1 von 7