Fulda Challenge . Tag 6 . Finale

Fulda Challenge . Tag 6 . Finale

Der letzte Tag. Ist die Woche dann etwa schon vorbei?! Was ich am wenigsten gebrauchen kann: eine neue Baustelle. An meinem Körper. Ein weiterer Muskelkater. Diesmal trifft es mein Hinterteil, kombiniert mit der Rückseite des Beins. Das nur wegen dieser Bergläufe. Aber der Gedanke, dass es bald vorbei ist, dass die Schmerzen danach wieder nachlassen, sorgt für Freude beim letzten Event unseres arktischen Zehnkampfes.

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Fulda Challenge . Tag 6

Finale

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Der letzte Tag. Ist die Woche dann etwa schon vorbei?! Was ich am wenigsten gebrauchen kann: eine neue Baustelle. An meinem Körper. Ein weiterer Muskelkater. Diesmal trifft es mein Hinterteil, kombiniert mit der Rückseite des Beins. Das nur wegen dieser Bergläufe. Aber der Gedanke, dass es bald vorbei ist, dass die Schmerzen danach wieder nachlassen, sorgt für Freude beim letzten Event unseres arktischen Zehnkampfes. Außerdem stehen mit Renate Leitgruber und Andreas Leiter, die Sieger in der Einzel- und Teamwertung schon definitiv fest. Sie werden jeder 1500 kanadische Dollar und die beiden Gold-Nuggets nach Österreich entführen.

Meine Arme hängen schlaff auf Kniehöhe und meine Beinmuskeln reichen maximal noch für den Gang in die Dusche, aber sicherlich nicht mehr um einen großen Autoreifen am Bungeeseil auf Distanz zu ziehen. Schwarz, breit, stark lautet der Slogan vom Veranstalter Fulda. Ich fühle mich eher blass, dünn, schlapp. Ihr wisst ja, was hier los ist. Einige Jungs und Mädels bewegen sich wie ein Wackel-Dackel durch die Landschaft. Das Challenge-Martyrium zeigt bei allen Wirkung. Aber wenn ich die letzte Disziplin auch noch durchhalte, springe ich bestimmt wie ein junges Reh in Frankfurt aus dem Flieger. Denn so ein sportliches Programm wie in den letzten Tagen animiert jeden Muskel zum Wachsen. Und wer glaubt, dass mein Ruder-Weltmeister mit seinem Sixpack und austrainierten Muskeln von all diesen Nebenwirkungen der Fulda Challenge verschont bleibt, der irrt gewaltig. Felix ist genauso platt wie ich.

Ich laufe mit dem Reifen zielstrebig los. Leider nur ein paar Schritte. Das Gummiseil bremst mich schnell auf Standgeschwindigkeit runter. Der Kampf gegen den Widerstand ist hoffnungslos. Ich schaffe noch einen Extrameter. Regungslos falle ich in den Schnee. Genug ist genug. Dreimal Reifen ziehen reicht. Der Bauch pikt, die Schenkel spannen und die Arme brennen. Ein klarer Fall von Erschöpfung. Trotzdem schweben wir abends nach der Siegerehrung über die Tanzfläche. Schnell kommen wir wieder ins Schwitzen. Alle Schmerzen sind wie verflogen. Jetzt lassen wir es erst recht krachen. Die Stimmung kocht, von warmer Kleidung sind wir Lichtjahre entfernt. Adrian, der Schweizer Teilnehmer, tanzt sogar mit freiem Oberkörper. Es muss wohl so gegen 3 Uhr morgens gewesen sein, als der DJ die Musik abschalten musste. Im vollen Partyfieber verbringen wir die letzten zwei Stunden bis zum Flughafentransfer auch noch alle gemeinsam im Hotel. Ob wir im Flieger die Rechnung für die feucht-fröhliche Party bekommen. Keine Ahnung. Wir haben einfach nur jede Minute dieser Fulda Challenge genossen. Fulda und der Yukon, das passt! Larger than life!

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