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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Aston Martin vs. Jaguar

James Bond im DB10 gegen Mr. Hinx im C-X75

Die Bond-Autos aus "Spectre"

Im neuen 007-Film „Spectre“ kämpft James Bond im Aston Martin gegen Mr Hinx im Jaguar. Wir lassen die beiden Mega-Sportwagen zum Duell antreten – Steuer frei!

Rom um Mitternacht. Im Tiber spiegeln sich Dutzende Straßenlaternen und das weiße Flackern von Autoscheinwerfern. Ein silberfarbener Aston Martin DB10 rast am Ufer entlang. Ein besonderes Auto für einen ganz besonderen Mann. Am Steuer: James Bond. Der DB10 schießt über den feuchten Asphalt, driftet über Kopfsteinpflaster, immer dicht gefolgt von einem weiteren Wagen: einem orangeroten Jaguar C-X75. Nicht minder aggressiv, nicht minder schnell. Am Steuer hier: Mr Hinx, Bonds Gegenspieler, die rechte Hand seines Erzfeinds Oberhauser. Mr Hinx ist das, was Oddjob für Goldfinger war: der Mann fürs Grobe, der Vollstrecker.

Wie Raubtiere jagen die beiden Autos durch Rom, am Fluss entlang, eine schräge Kaimauer empor, die Via della Concilia-zione hinauf zum Vatikan. Sie driften über Zebrastreifen und rote Ampeln hinweg, scheren sich nicht um Einbahnstraßen oder enge Schluchten aus parkenden Autos.
Es ist kein gewöhnliches Rennen, es ist ein Kampf der Giganten. Und einer der Action-Höhepunkte im neuen Bond-Film „Spectre“.

Zwei der aufregendsten, schnellsten, exklusivsten Sportwagen der Welt treten zum Showdown an. Um genau zu sein, sind es sogar 17. Denn sowohl Aston Martin als auch Jaguar haben gleich eine ganze Flotte Autos eigens für diesen Film angefertigt. Bei Jaguar waren es sieben Fahrzeuge, bei Aston Martin sogar zehn. Der Verschleiß ist enorm, einige Autos überstehen die Dreharbeiten mehr oder weniger nur als Wrack, einige werden von einem auf dem Dach montierten Sitz aus gesteuert, um realistische Cockpit-Aufnahmen während der Fahrt zu ermöglichen. Und zwei DB10 in perfektem Zustand werden derzeit für die Promotion des Films rund um die Welt geflogen.

Der Aston Martin ist reine Handarbeit, gefertigt aus Kohlefaser und basierend auf einem verlängerten V8-Vantage-Chassis. Nur fünf Monate dauerte es von der ersten Skizze bis zum fertigen Auto in seidenmattem Liquid-Metal-Grau – rekordverdächtig schnell, noch dazu für einen kleinen Hersteller wie Aston Martin. Chef-Designer Marek Reichman ist stolz auf sein Team.

Metamorphose: Der Hybrid-Sportler wurde zum Bond-Renner mit V8-Motor

Der Jaguar ist dagegen eine Art „Gebrauchtwagen“. Aber ein ganz besonderer. 2010 stand er als champagnerfarbenes Concept-Car auf dem Pariser Autosalon; mit ihm feierte die Marke ihren 75. Geburtstag. Die Studie, die nie in Serie ging, wurde von einer Benzinturbine und einem Elektromotor angetrieben, die zusammen 790 PS leisten. Im Film kommt allerdings eine orange lackierte Version des C-X75 mit dem V8-Motor aus dem Vantage zum Einsatz.

Der DB10 führt die bisherige Aston- Martin-Design-Sprache fort und setzt doch viele neue Akzente. Das hat einen guten Grund: Er soll Appetit machen auf den neuen Look der Marke und gibt einen Ausblick auf den kommenden DB11. Reichman will sich auf diese Weise auch von seinem Vorgänger Henrik Fisker emanzipieren, dessen Kreationen DB9 und V8 Vantage bis dato das Gesicht der Marke prägen. Der gerade vorgestellte DB9 GT nimmt bereits Anleihen am DB10. Er wird als Bond-Sonderedition 150 Mal in jener Spezialfarbe aufgelegt, die aussieht wie flüssiges Metall und dabei doch seidig schimmert.

Bond und Aston Martin gehören zusammen, und das seit 51 Jahren. Die Autos sind zeitlos elegant, wirken potent, aber nicht protzig. Understatement auf vier Rädern. In zwölf der 24 Filme fuhr der berühmteste Agent der Welt einen Wagen aus dem britischen Gaydon. Einige Bentleys, BMWs und Fords waren zwischenzeitlich seine Dienstfahrzeuge, außerdem ein Range Rover, eine Ente und jener legendäre Lotus Esprit, mit dem Roger Moore als James Bond „In tödlicher Misson“ buchstäblich abtauchte. Die Verwandlung zum weißen Lotus-U-Boot ist nach dem Schleudersitz sicher der bekannteste Bond-Trick, um den jeder Mann 007 beneidet.

Zum ersten Mal wurde ein Auto nur für den Film gefertigt

Die Spezialanfertigung des DB10 für „Spectre“ nimmt in dieser Ahnenreihe eine Sonderstellung ein. Zum ersten Mal wurde ein Auto nur für den Film gefertigt, das es als Serienversion niemals zu kaufen geben wird. Realitätsferne Super-Features und technische Spielereien sollte der DB10 zunächst nicht bekommen. Weder eingebaute Reifenschlitzer, wie der DB5 in „Goldfinger“, noch einen Unsichtbarkeitsmodus wie der V12 Vanquish in „Stirb an einem anderen Tag“. Er wirft keine Nägel und spritzt kein Öl, und er lässt sich nicht fernsteuern wie der 7er-BMW in „Der Morgen stirbt nie“, der vom Dach eines Parkhauses in eine Autovermietung flog.

„Spectre“-Regisseur Sam Mendes lässt die Autos auf der Straße. „Er ist dafür bekannt, dass er realistische Verfolgungsjagden bevorzugt“, sagt Bond-Experte Philipp Schulze aus der „Cinema“-Redaktion. Doch dann tauchte kurz vor der Premiere ein Trailer auf, in dem Bond seinen Verfolger Mr Hinx samt Jaguar in einem Feuerball verschwinden lässt. Hat Bonds Auto also vielleicht einen Flammenwerfer?

Die Verfolgungsjagden wurden aufwendig choreografiert. Allein 17 Tage nahmen die Dreharbeiten in Rom in Anspruch: 15 Locations, vier Kilometer Flusslinie und fünf Brücken wurden gesperrt. 250 Helfer passten auf, dass niemand den beiden Super-Cars vor die Räder laufen konnte. Gefilmt wurde aus schnellen Mercedes M-Klassen mit Kranaufbau und Audi RS4-Limousinen. Mit ihrer komplett mattschwarzen Tarnfolierung (inklusive Scheiben und Scheinwerfern) sehen die Arbeitsfahrzeuge der Kameraleute schon fast so spektakulär aus wie die Sportwagen der beiden Hauptdarsteller.

Wer selbst einen DB10 haben möchte, sollte eher jetzt schon mit dem Sparen anfangen: Aston Martin wird eines der Filmautos nächstes Jahr für einen guten Zweck versteigern. Der Preis dürfte deutlich über einer Million Euro liegen.

Autor: Michael Görmann
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