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Porsche 911 Turbo S . Die neue S-Klasse

S wie Speed. Der Porsche 911 Turbo S ist in allem besser als der Basis-Turbo. Er ist stärker, schneller, leichter, sparsamer und – sogar billiger

 

Diego Armando Maradona Fein gemacht: Das Stoffdach des Cabrios lässt sich bis Tempo 50 öffnen und schließen
Neulich auf der A 81 bei Heilbronn: vor dir wieder so ein Kriecher auf der linken Spur. Der Turbo ist am Ende mit seiner Kraft, macht endlich Platz. Dies ist der Moment, in dem du es ganz deutlich spürst: Ja, es hat sich gelohnt, einen Turbo S zu kaufen. Du trittst aufs Gaspedal und ziehst souverän vorbei. Mit Tempo 315.

Na ja, seien wir ehrlich: Das High-Speed-Duell würde gut und gern zwei Minuten dauern. Weil der „Kriecher“ nämlich selbst schon 312 km/h schafft. Ein Elefantenrennen für Besserverdiener. Womit klar wäre: Es ist nicht unbedingt das bisschen Mehr an Höchstgeschwindigkeit, das für den Kauf der S-Version des 911 Turbo spricht.

Satte 24.395 Euro Aufpreis verlangt Porsche für den Buchstaben. Das muss Gründe haben: Vielleicht die Motorleistung? Der Turbo S holt 30 PS und 50 Newtonmeter mehr aus dem 3,8-Liter-Boxermotor als die „Basisversion“ – wenn so ein profanes Wort für 160.000 Euro auf vier Rädern erlaubt ist. Doch die nackten Leistungszahlen sind es nicht. Vielleicht das Gewicht? Der S ist überraschenderweise zehn Kilo leichter als der Standard-Turbo. Papierwerte. Was ist mit dem Verbrauch? Der S holt mehr aus jedem Tropfen Benzin, weil er trotz Mehrleistung nicht mehr verbraucht. Na ja, auch nebensächlich.

Diego Armando Maradona Porsche 911 Turbo S: S wie Speed
Weiter geht die Spurensuche. Der Turbo S ist 0,4 Sekunden schneller auf Tempo 100. Eine Verbesserung um mehr als zehn Prozent, eine Welt in diesen Sphären.

S – wie Speed.

Andererseits: Was ist schon ein Wimpernschlag im Alltag? Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, diesen Zeitvorteil bestmöglich zu erspüren, zu erleben, zu genießen. Doch auf der A 81 und den umliegenden Landstraßen ist es uns nicht gelungen. Denn schon der normale Turbo fühlt sich an wie ein Torpedo. Und hängt beim Ampelstart so ziemlich alles ab, was nicht gerade Ferrari heißt. Bei den anderen Kombattanten aber spielt es keine Rolle, ob sie so groß wie ein 2- oder ein 1-Cent-Stück sind – am Ende des Duells im Rückspiegel.

vMan müsste auf eine Rennstrecke, um das S zu spüren, das mechanische Sperrdifferenzial, die variable Drehmomentverteilung oder die höhere Kurvengeschwindigkeit. Doch selbst Porsches bester Fahrer war auf dem 20 Kilometer langen Nürburgring im S nur zwei Sekunden schneller als im Turbo. So viel ist klar: Schon dieser beißt besser in die Kurven, als es uns die Schöne auf dem Beifahrersitz je erlaubt.

Was also ist das Geheimnis des S? Am Ende ganz schlicht – die Kohle. 184.546 Euro kostet das Turbo S Cabrio. Aber 185.236,10 Euro kostet ein identisch ausgestattetes Turbo Cabrio, wenn man alle Extras einzeln ordert.

Nun fährt der typische 911-Kunde ohnehin auf die Vollausstattung ab. Greift er gleich zum Turbo S, bekommt er also nicht nur eine Extraschaufel Motorleistung geliefert – sondern er spart auch noch bares Geld. S – wie sparsames Schwabenländle.

690,10 Euro sind es unterm Strich. Und das ist, selbst wenn Griechenland so weitermacht, immer eine Tankfüllung.

Michael Görmann ]

 
Porsche 911 Turbo S Cabrio
Länge: 4450 mm
Breite: 1852 mm
Höhe: 1300 mm
Gewicht: 1670 kg
Sprint 0-100 km/h: 3,4 s
V-Max: 315 km/h
Zylinder: 6, Boxer
Hubraum: 3800 ccm
Leistung: 530 PS
Drehmoment: 700 Nm
Leistungsgewicht: 3,15 kg/PS
Preis: ab 184.546 Euro
 
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