IDM Superbike 2012

Meisterleistung

Für das Team Van Zon - alpha Technik - BMW mit seinen beiden Superbike-Piloten Erwan Nigon (F) und Arie Vos (NL) ging die Reise am vergangenen Wochenende auf den Hockenheimring. Wo sonst die Formel-1 Piloten Sebastian Vettel und Co ihre Runden drehen, war ab Freitag die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) zu ihrem letzten von acht Rennwochenenden der Saison 2012 zu Gast

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Erwan Nigon sichert sich in der IDM SUPERBIKE den Titel

Nach einem zweiten und einem vierten Platz in den beiden Finalläufen heisst der neue Meister in der IDM SUPERBIKE 2012 Erwan Nigon

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Erwan Nigon und Arie Vos reisten direkt von ihrem BMW-Einsatz in der Langstrecken-Weltmeisterschaft im französischen Magny-Cours zu ihrem IDM-Wochenende an den Hockenheimring. „Ich fühle mich fit für die beiden Läufe“, erklärte Erwan Nigon, der in seiner Heimat für BMW den Vize-Titel in der Langstrecken-WM an Land gezogen hatte. Der Franzose gab sich an diesem besonderen IDM-Wochenende entspannt. Immerhin war der Mann vom Team Van Zon - alpha Technik - BMW mit Chancen auf den IDM SUPERBIKE-Titel angereist. „Ich war hier am 20. August bei einem Test unterwegs“, erzählte er. „Da sind wir allerdings den grossen Kurs gefahren. Beim IDM-Finale fahren wir ja die Kurzanbindung. Ich war in meiner Karriere schon öfter an einem Punkt, wo es um einen Titel ging. Ich verspüre keinen Druck.“
„Ich spüre meine Muskeln nach dem 24-Stunden-Rennen mehr als normal“, verriet Arie Vos. „Ein wenig steckt das Langstrecken-Rennen noch in mir und ich werde am IDM-Wochenende zeitig ins Bett gehen, um am letzten Rennsonntag ausgeschlafen zu sein.“ Einen separaten Test hatte der Niederländer im Vorfeld auf dem Hockenheimring nicht absolviert. „Natürlich ist ein Test vorher immer besser“, versichert der BMW-Pilot. „Aber ich kenne die Strecke und kriege das hin. Ausserdem ist vor gut zwei Wochen mein Sohn Nick auf die Welt gekommen und da war es für mich natürlich toll, mehr Zeit zu Hause zu verbringen.“
Im Training lief für den Franzosen alles nach Plan. „In den Sitzungen am Freitag und sogar im ersten Qualifying am Samstagmorgen lief es noch nicht ganz rund“, erklärte Nigon nach Startplatz 3, nur drei Zehntel Sekunden hinter seinem schärfsten Konkurrenten im Titelkampf Michi Ranseder. „Wir haben am Federbein noch Änderungen vorgenommen und auch die Übersetzung auf meinen Fahrstil angepasst. Die Strecke ist zwar kurz, aber es gibt viele verschiedene Möglichkeiten hier ums Eck zu fahren.“ Bei seinem Teamkollegen Arie Vos lief es dagegen weniger gut und der Niederländer musste mit Startplatz 16 vorlieb nehmen. „Nein, ich bin nicht zufrieden mit mir“, gab er unumwunden zu. „Ich habe das Setting des Motorrads nicht so hingekriegt, wie es hätte sein müssen. Aber auch das liegt an mir. Mir fehlt das Vertrauen zum Vorderrad. Im Warm Up probieren wir mit Sicherheit noch die eine oder andere Variante aus, damit es im Rennen besser läuft.“
Während sich in der Aufstellung zum ersten Rennen Erwan Nigon auf den Start konzentrierte musste sein Nachbar Ranseder dessen Motorrad mit einem Defekt wieder in die Boxengasse schieben. Nigon liess sich durch die Vorfälle um sich rum aber nicht aus der Ruhe bringen und zeigte eine saubere Vorstellung, die ihm am Ende den zweiten Platz einbrachte. Vor ihm landete sein Langstrecken-Teamkollege Damian Cudlin im Ziel, der als Gaststarter aber keine Meisterschaftspunkte erhielt. Somit durfte Nigon 25 Zähler auf seinem Punktekonto gutschreiben und hatte so seinen Acht-Punkte-Rückstand vor dem Rennen in einen 17-Punkte-Vorsprung verwandelt. „Es lief alles unglaublich gut“, freute sich Nigon nach der Zieldurchfahrt. „Ich hatte ab der ersten Runde meinen Kopf eingeschaltet und mir jede Aktion gut überlegt. Für meine Freund und Kollegen Damian freue ich mich einfach.“
Für Arie Vos wurde es Platz 12. „Mein Start war ganz okay“, beschreibt der Niederländer. „Leider war ich dann in einem Pulk eingeklemmt, in dem es in der Anfangsphase viele Berührungen gab. Dann ist mein Landsmann Ghisbert van Ginhoven vor mir gestürzt und ich verlor einige Plätze. Ich habe zwar selbst auch den einen oder anderen Fehler gemacht, aber mich wieder nach vorne gekämpft. Es war ein gutes Rennen.“ Am Nachmittag holte Vos Rang 11. „Ich hatte in den ersten Runden mit ein paar ganz wilden Kollegen zu kämpfen“, erzählt er. „Als ich an denen vorbei war, war der Zug nach vorne bereits abgefahren.“
Im zweiten Rennen am Sonntagnachmittag waren alle Augen den Zweikampf Nigon-Ranseder gerichtet. Während Ranseder alles auf eine Karte setzte und sich gleich nach dem Start an die Spitze setzte, konnte es Nigon etwas ruhiger angehen lassen. Bis über die Ziellinie war er aber im Kampf um einen Podestplatz dabei. In der letzten Runde drängelte sich noch Matej Smrz an Nigon vorbei auf den dritten Platz. Doch der Franzose sparte sich einen risikoreichen Konter und fuhr mit seinem vierten Platz in seinem ersten IDM-Jahr für sich, das Team Van Zon - alpha Technik - BMW und Reifenpartner Michelin den Titel im höchsten deutschen Motorradsport-Prädikat ein. Der Jubel im Ziel war entsprechend.
„Ich bin glücklich“, jubelte Nigon nach dem Titelgewinn. „Ich muss so vielen Leuten Danke sagen. Allen voran meinem Team und meinem Teamchef Werner Daemen. Er ist Anfang des Jahres ein Risiko eingegangen, als er mich in die IDM geholt hat. Aber es hat sich gelohnt. Auch bei Michelin möchte ich mich bedanken, diese Mannschaft ist für mich wie eine Familie. Mir hat es in der IDM sehr gut gefallen, obwohl ich viele Strecken ganz neu kennenlernen musste. Aber die Organisation hier ist perfekt, mein Team ist super und ich würde mich freuen, wenn ich im nächsten Jahr wieder mit dabei sein könnte.“

Punktestand nach 16 von 16 Rennen

1. 258 Punkte // Erwan Nigon (F/BMW) 2. 250 Punkte // Michael Ranseder (A/BMW) 3. 224 Punkte // Jörg Teuchert (D/BMW) 11. 78 Punkte // Arie Vos (NL/BMW)

Van Zon - alpha Technik - BMW