Playboy Classics . Fiat 500 Abarth
Übermotorisierte Rennsemmel aus Italien: Der Fiat Abarth. Früher war es eine Kultmarke. Jetzt will Fiat die Tuning-Tochter zu neuem Leben erwecken
Frage: Was macht ein überzeugter Tuner, wenn er keinen Schraubenschlüssel zur Hand hat? Er frisiert erst mal seinen Namen. So wie der junge Wiener Karl Abarth. 1938 flieht er vor den Nazis nach Italien und nennt sich fortan Carlo. „’s is eh viel fescher”, wird er sich gedacht haben.
Carlo Abarth, das hat Klang. Und passt perfekt zu dem Mann mit dem getunten Pass. Denn Carlo Abarth war ein Tüftler, ein genialer Vergaser- und Auspuffkonstrukteur, ein Rennstallbesitzer. Und quasi nebenbei der Miterfinder eines völlig neuen Industriezweigs, nämlich der technischen Optimierung von Kraftfahrzeugen aller Art, kurz: Tuning.
Abarths Spezialgebiet waren Autos von Fiat. Damit war er so erfolgreich, dass er zeitweise mehrere hundert Männer beschäftigte. Sogar ein eigenes Formel-1-Auto war in Planung. Geld genug dafür hatte er. Für jeden Rennsieg bekam er von Fiat eine Prämie. Allein dadurch – für zweite Plätze gab es nichts – wurde er ein wohlhabender Mann. Er konnte sich namhafte Designer leisten. Pininfarina, Ghia und Bertone schneiderten Karosserien für Abarth-Rennwagen.
Diesen Kult hat Fiat – wohl aus Versehen – irgendwann sterben lassen. Doch jetzt startet die Reanimation. In Zeiten, da fast jede Automarke mit heißgemachten Versionen ihrer Serienfahrzeuge gutes Geld verdient, wollen auch die Turiner ein Stück vom Auspufftopf abhaben. Und versuchen nun mit Kleinwagen, was die Großen längst vorexerzieren – beispielsweise BMW mit der M-GmbH und Mercedes mit AMG.
Der kleine Italiener
Die Chancen stehen bestens. Allein zehn Weltrekorde hat Carlo Abarth auf dem Konto. Zwischen 1957 und 1971 fuhren seine Rennsemmeln mehr als 7300 Siege ein. Das sind, rein rechnerisch, 1,3 Triumphe pro Tag. Damit war Abarth gewissermaßen der Image-Turbo für die gesamte Marke.
Das Problem: Er war es. Heute jedoch ist die Erfolgsgeschichte des Carlo Abarth so lange her, dass die von Fiat angepeilte Käuferschaft – Autofahrer unter 30 Jahren – für reflexartige Begeisterungsstürme schlicht zu jung ist.
Vergessen sind die Kleinstwagen, deren Leistung Abarth anfangs von 14 auf 26 PS fast verdoppelte. Vergessen die unglaublichen 110 PS, die er 1970 in den Fiat 600 packte. Zum blanken Entsetzen aller Porsche-Fahrer.
Vergessen sind die offenen Heckklappen, damit die Motoren nur ja genügend Luft bekamen. Andernfalls wären die „Asphaltblasen” an ihrer eigenen Leistung erstickt. Vergessen auch die Skorpione auf gelb-rotem Grund, die sich stolze Fiat-Fans auf ihre Serien-Autos klebten. Heute machen sie das höchstens noch mit dem springenden Ferrari-Pferd.
Früher konnte sich jeder ein kleines bisschen Abarth in sein Alltagsauto holen. Der Einbau einer Sportauspuffanlage gehörte in den Sechzigern fast schon zum guten Ton. Erkennungszeichen: mattschwarze Schalldämpfer, verchromte Endrohre und ein satter Sound. Keiner klang kerniger als Abarth.
Eine Viertelmillion Auspufftöpfe verkaufte Carlo Abarth allein 1962. Es war sein bestes Jahr. Irgendwann machte er alles heiß, was fuhr. Vom Vespa-Roller bis zum Ferrari. Dann, 1971, übernahm Fiat die Marke. Und ließ sein bestes Pferd jämmerlich eingehen.
Bei Spöttern stand „Fiat” früher für „Fehler in allen Teilen”. Ein Image, das sich das Qualitätsmanagement mit störanfälligen Rostbeulen gewissenhaft erarbeitet hatte. Heute läuft die Technik. Und in Turin träumen sie von neuen Übersetzungen, etwa: „Phänomenale italienische Abarth-Technik”. Na ja, noch nicht ganz so fesch ...
Der Skorpion soll wieder angreifen: Ein 155 PS starker Grande Punto Abarth steht schon bereit, in Kürze folgt der Fiat 500 Abarth mit 135 PS. Den haben die Fans heiß ersehnt. Denn dem bisherigen Top-Modell merkte man seine 100 Pferde nicht an. Mal sehen, ob Abarth seinem Ruf gerecht wird und den alten Mythos von der „glühenden Asphaltblase” mit neuem Leben füllen kann.
Die Autos werden mit allerlei Spoilern und Diffusoren aufgepeppt. Im Cockpit warten Sportsitze sowie Gimmicks wie LED-Anzeigen für den optimalen Schaltzeitpunkt oder ein markanter Knopf mit der Aufschrift „Power Boost” für ein paar Newtonmeter Extra-Leistung.
Auch in Planung: ein 500 Abarth esseesse (SS = Super Sport). Der Kleinstwagen wird satte 160 PS leisten. Wie Fiat selbst sagt: „Der Skorpion verkörpert den Stachel der Unterschätzten.”
Carlo Abarth, das hat Klang. Und passt perfekt zu dem Mann mit dem getunten Pass. Denn Carlo Abarth war ein Tüftler, ein genialer Vergaser- und Auspuffkonstrukteur, ein Rennstallbesitzer. Und quasi nebenbei der Miterfinder eines völlig neuen Industriezweigs, nämlich der technischen Optimierung von Kraftfahrzeugen aller Art, kurz: Tuning.
Abarths Spezialgebiet waren Autos von Fiat. Damit war er so erfolgreich, dass er zeitweise mehrere hundert Männer beschäftigte. Sogar ein eigenes Formel-1-Auto war in Planung. Geld genug dafür hatte er. Für jeden Rennsieg bekam er von Fiat eine Prämie. Allein dadurch – für zweite Plätze gab es nichts – wurde er ein wohlhabender Mann. Er konnte sich namhafte Designer leisten. Pininfarina, Ghia und Bertone schneiderten Karosserien für Abarth-Rennwagen.
Diesen Kult hat Fiat – wohl aus Versehen – irgendwann sterben lassen. Doch jetzt startet die Reanimation. In Zeiten, da fast jede Automarke mit heißgemachten Versionen ihrer Serienfahrzeuge gutes Geld verdient, wollen auch die Turiner ein Stück vom Auspufftopf abhaben. Und versuchen nun mit Kleinwagen, was die Großen längst vorexerzieren – beispielsweise BMW mit der M-GmbH und Mercedes mit AMG.
Der kleine Italiener
Die Chancen stehen bestens. Allein zehn Weltrekorde hat Carlo Abarth auf dem Konto. Zwischen 1957 und 1971 fuhren seine Rennsemmeln mehr als 7300 Siege ein. Das sind, rein rechnerisch, 1,3 Triumphe pro Tag. Damit war Abarth gewissermaßen der Image-Turbo für die gesamte Marke.
Das Problem: Er war es. Heute jedoch ist die Erfolgsgeschichte des Carlo Abarth so lange her, dass die von Fiat angepeilte Käuferschaft – Autofahrer unter 30 Jahren – für reflexartige Begeisterungsstürme schlicht zu jung ist.
Vergessen sind die Kleinstwagen, deren Leistung Abarth anfangs von 14 auf 26 PS fast verdoppelte. Vergessen die unglaublichen 110 PS, die er 1970 in den Fiat 600 packte. Zum blanken Entsetzen aller Porsche-Fahrer.
Vergessen sind die offenen Heckklappen, damit die Motoren nur ja genügend Luft bekamen. Andernfalls wären die „Asphaltblasen” an ihrer eigenen Leistung erstickt. Vergessen auch die Skorpione auf gelb-rotem Grund, die sich stolze Fiat-Fans auf ihre Serien-Autos klebten. Heute machen sie das höchstens noch mit dem springenden Ferrari-Pferd.
Früher konnte sich jeder ein kleines bisschen Abarth in sein Alltagsauto holen. Der Einbau einer Sportauspuffanlage gehörte in den Sechzigern fast schon zum guten Ton. Erkennungszeichen: mattschwarze Schalldämpfer, verchromte Endrohre und ein satter Sound. Keiner klang kerniger als Abarth.
Eine Viertelmillion Auspufftöpfe verkaufte Carlo Abarth allein 1962. Es war sein bestes Jahr. Irgendwann machte er alles heiß, was fuhr. Vom Vespa-Roller bis zum Ferrari. Dann, 1971, übernahm Fiat die Marke. Und ließ sein bestes Pferd jämmerlich eingehen.
Bei Spöttern stand „Fiat” früher für „Fehler in allen Teilen”. Ein Image, das sich das Qualitätsmanagement mit störanfälligen Rostbeulen gewissenhaft erarbeitet hatte. Heute läuft die Technik. Und in Turin träumen sie von neuen Übersetzungen, etwa: „Phänomenale italienische Abarth-Technik”. Na ja, noch nicht ganz so fesch ...
Redaktion: Michael Görmann ]
Länge: 3546 mm
Breite: 1627 mm
Höhe: 1488 mm
Hubraum: 1368 ccm
Leistung: 135 PS
Drehmoment: 180 Nm bei 4500/min
Zylinder: 4 (Reihe)
Preis: ca. 15.000 Euro
[ Junge Stacheltiere Breite: 1627 mm
Höhe: 1488 mm
Hubraum: 1368 ccm
Leistung: 135 PS
Drehmoment: 180 Nm bei 4500/min
Zylinder: 4 (Reihe)
Preis: ca. 15.000 Euro
Der Skorpion soll wieder angreifen: Ein 155 PS starker Grande Punto Abarth steht schon bereit, in Kürze folgt der Fiat 500 Abarth mit 135 PS. Den haben die Fans heiß ersehnt. Denn dem bisherigen Top-Modell merkte man seine 100 Pferde nicht an. Mal sehen, ob Abarth seinem Ruf gerecht wird und den alten Mythos von der „glühenden Asphaltblase” mit neuem Leben füllen kann.
Die Autos werden mit allerlei Spoilern und Diffusoren aufgepeppt. Im Cockpit warten Sportsitze sowie Gimmicks wie LED-Anzeigen für den optimalen Schaltzeitpunkt oder ein markanter Knopf mit der Aufschrift „Power Boost” für ein paar Newtonmeter Extra-Leistung.
Auch in Planung: ein 500 Abarth esseesse (SS = Super Sport). Der Kleinstwagen wird satte 160 PS leisten. Wie Fiat selbst sagt: „Der Skorpion verkörpert den Stachel der Unterschätzten.”
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Fiat 500 Abarth (1957)
Länge: 2970 mm
Breite: 1320 mm
Höhe: 1320 mm
Gewicht: 470 kg
V-Max: 107 km/h
Zylinder: 2 (Reihe)
Hubraum: 499 ccm
Leistung: 21,5 PS
Drehmoment: 28 Nm
Leistungsgewicht: 21,9 kg/PS
Dieser Prototyp wurde 1957 auf der Turiner Automesse präsentiert.
Breite: 1320 mm
Höhe: 1320 mm
Gewicht: 470 kg
V-Max: 107 km/h
Zylinder: 2 (Reihe)
Hubraum: 499 ccm
Leistung: 21,5 PS
Drehmoment: 28 Nm
Leistungsgewicht: 21,9 kg/PS
Dieser Prototyp wurde 1957 auf der Turiner Automesse präsentiert.
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Kulturpool Musik
Kulturpool Musik 12.06 »
Jeden Monat die beste Akustik: Alles über die aktuellsten CDs und DVDs im Kulturpool Musik.
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Ich warte sehnlichst auf den
Submitted by Visitor (not verified) on Sat, 07/19/2008 - 09:39.
Ich warte sehnlichst auf den Kleinen.
Hatte vor langer Zeit mal einen Abarth Scorpione.






Ich warte sehnlichst auf den