Filmmusik und Dialogausschnitt
 
Über die Produktion
„Wenn man in der Rolle des James Bond keine Kratzer abbekommt, spielt man die Rolle nicht richtig.“ – Daniel Craig
 
Mit seiner Hauptrolle in CASINO ROYALE gehört Daniel Craig nun auch zu der Elite von Schauspielern, die den perfekten, maßgeschneiderten Smoking des Superspions James Bond tragen dürfen. Von den beiden langjährigen Bond-Franchise-Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli wird Craig als einer der „maßgeblichen britischen Schauspieler seiner Generation“ beschrieben. Craig fühlt sich geehrt, die legendäre Rolle des MI6-Agenten zu spielen, aber er war auch speziell vom Drehbuch zu CASINO ROYALE angetan, da es aus einer besonderen emotionalen Bandbreite besteht und sich der Charakter des James Bond im Verlauf des Films erst entwickelt.



„In diesem Film ist James Bonds Charakter tiefgründiger – so wie Ian Fleming ihn ursprünglich beschrieben hat“, so der Schauspieler. „Wir beginnen ganz am Anfang von Bonds Karriere, als er noch seine Ecken und Kanten hat. Er ist Einzelgänger, der sich ungern mit anderen Menschen einlässt. Im Verlauf des Films wird er jedoch zugänglicher.“

Während ihrer umfangreichen Suche nach dem neuen Hauptdarsteller des 21. Bond-Films dieser erfolgreichen Franchise-Serie griffen Broccoli und Wilson auf eine bewährte Herangehensweise zurück. „Als wir für die Rolle des Bond vorsprechen ließen, baten wir die Schauspieler, eine Szene aus dem Film From Russia With Love (James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau, 1964) zu spielen, in der Bond das erste Mal auf Tatiana Romanova trifft“, sagt Wilson. „Diese Szene hat alles, was man über einen potenziellen Bond wissen muss: Dramatik, Romantik und Action.“

Nach Broccolis Aussage bestand Craig den Test mit Bravour: „Nachdem wir ihn gesehen hatten, war Daniel die erste Wahl für James Bond. Er ist charismatisch, vielseitig und sexy. Die Rolle birgt eine große Herausforderung, aber er hat uns bewiesen, dass er ein unglaublicher Bond ist.“

Zu Craigs früheren Arbeiten zählen Munich, (München, 2005), Road To Perdition (Road to Perdition, 2002) und Lara Croft: Tomb Raider (Lara Croft: Tomb Raider, 2001). Er drehte gerade in Baltimore, als er die Nachricht erhielt, dass er die begehrte Rolle erhalten hat. „Ich war gerade alleine, also ging ich auch alleine aus, um etwas zu trinken und zu feiern. Ich konnte natürlich nicht in eine Bar gehen und den Gästen sagen: ,Ich bin James Bond!‘ Sie hätten mich möglicherweise rausgeschmissen oder hätten ein Krankenhaus angerufen, um mich abholen zu lassen.“

Als ihm bewusst wurde, was auf ihn zukommt, war er bestrebt, sich auf die Rolle vorzubereiten. Im Wissen um die physischen Herausforderungen, die ihn erwarten würden, begann der Schauspieler mit einem strengen Fitnessprogramm. Das Ergebnis zahlte sich aus, als die Produktion in den Modrany Studios außerhalb von Prag begann. Die erste Szene, die er drehte, war eine rasante Verfolgungsszene, in der Bond den vermeintlichen Bombenattentäter Mollaka bis in die Botschaft von Nambutu jagt.

„Ich wollte so viel wie möglich von den Actionszenen selbst machen, so dass das Publikum sieht, dass ich das bin und das Ganze real ist“, sagt Craig. „Ich hatte das Gefühl, dass ich zu einem Sportler werden muss und dazu gehörte auch, sich Verletzungen einzufangen und dennoch weiterzumachen, auch wenn es schmerzhaft sein würde. Gary Powell und sein Stuntteam haben einen fantastischen Job gemacht, um zu garantieren, dass alles so sicher wie möglich war, aber dennoch: Wenn man Bond spielt und keinerlei Blessuren abbekommt, dann hat man irgend etwas nicht richtig gemacht.“

„Daniel wird für das Publikum eine Entdeckung sein“, sagt Regisseur Martin Campbell voraus, der auch schon Pierce Brosnan in dessen Debüt GoldenEye (James Bond 007: GoldenEye, 1995) inszenierte. „Er verbindet Härte mit Charme und Sinn für Humor. Und da diese Geschichte sich viel mehr mit dem Charakter von Bond beschäftigt, sind seine Tiefe und seine Bodenständigkeit perfekte Bestandteile für diese Rolle. Außerdem ist er in großartiger Form und konnte dies in den Actionszenen exzellent beweisen.“

Craig gibt dieses Kompliment zurück und lobt Campbell dafür, dass er es geschafft habe, Cast und Crew zu motivieren und viel wichtiger, die positive Anspannung am Set auf die Leinwand zu übertragen. „Martin feuert jeden an. Offensichtlich braucht man aber auch diese Form von Energie sowohl für die Actionsequenzen als auch für die stilleren, aber dennoch genauso dramatischen Szenen wie das Pokerturnier.“

„Vesper ist keines der klassischen Bond-Girls, das nur Bikinis trägt und mit Waffen umzugehen weiss.“ – Eva Green

Nach einer ausführlichen Suche wurde der französischen Schauspielerin Eva Green die Rolle der Vesper Lynd angeboten, die es als verlockende und rätselhafte Schönheit schafft, das Herz des scheinbar unnahbaren James Bond zu erobern.

„Die Beziehung zwischen Vesper und Bond ist das Rückgrat der Geschichte und wir benötigten dazu eine Schauspielerin, die es mit James Bond aufnehmen konnte“, sagt Campbell. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass dies die beste weibliche Rolle in allen Fleming-Büchern ist. Daher haben wir ausführliche Probeaufnahmen gemacht, um sicherzustellen, dass wir die beste Schauspielerin dafür finden. Eva hat all die Qualitäten, nach denen wir gesucht hatten: Sie ist eine fantastische Darstellerin, sie ist wunderschön und sie umgibt eine rätselhafte Aura, die für den Part der Vesper unerlässlich ist. Eva hat sehr hart daran gearbeitet, um diese Rolle zu gestalten und etwas aus ihr rauszuholen, das man dem Drehbuch so nicht entnehmen konnte. Es war eine Freude, zu sehen, wie sie an der Figur Vesper Lynd arbeitete.“

Die in Paris geborene Green gab in Bernardo Bertoluccis Drama The Dreamers (Die Träumer, 2004) aus dem Jahr 2003 ihr Filmdebüt. Sie erklärt, was sie an der Rolle der Vesper, der ersten Frau, in die sich Bond verliebt und von der er sich schließlich betrogen fühlt, anzog. „Es ist eines der besten Drehbücher, das ich seit langer Zeit gelesen habe. Es hat Tiefe, viele Wendungen und die Liebesgeschichte hat mich bewegt. Vesper ist ein komplexer Charakter. Sie ist voller Geheimnisse und das ist vermutlich der Grund, warum sich James Bond zu ihr hingezogen fühlt – weil er sie nicht wirklich durchschauen kann. Sie ist wie eine Sphinx. Sie hat viele Gesichter – sie ist gerissen, frech, schlagfertig, aber auch verletzlich. Zwischen Bond und ihr knistert es im wahrsten Sinne des Wortes und sie verstehen sich, ohne große Worte zu verlieren.“

„Vesper ist nicht das klassische Bond-Girl, das einen Bikini trägt, sexy ist und mit Schusswaffen umzugehen weiß“, fährt Green fort. „Bei ihr steckt sehr viel mehr dahinter. Sie ist die erste Frau über die Ian Fleming geschrieben hat und sie hat einen großen Einfluss auf Bonds Leben. Sie ist der Ursprung aller Bond-Girls, und die Erklärung für Bonds Verhalten gegenüber Frauen.“

„Hypnotisch und anziehend“ sind die Worte, mit denen Green ihren Film-Partner Craig beschreibt. Er ist ein Gentleman und er ist stark. Seine Rauheit wirkt anziehend und ist dadurch wahrscheinlich ziemlich gefährlich. Er ist sexy und nicht auf sich selbst fixiert, was für einen Mann sehr wichtig ist, und er hat Sinn für Humor. Zwischen uns ist definitiv ein Knistern zu spüren.“

Green agiert außerdem neben dem berühmten italienischen Schauspieler Giancarlo Giannini, der den in Montenegro stationierten MI6-Mitarbeiter Mathis spielt. „Giancarlo ist auf eine nette Art ganz schön verrückt, dabei aber gleichzeitig sehr charismatisch“, stellt sie fest. „Was seine Arbeit angeht, ist er entspannt und hat sehr oft ein verschmitztes Blitzen in seinen Augen, so dass es mir schwer fiel, während unserer Szenen ein ernstes Gesicht zu machen.“

Obwohl sie nicht in viele der aufwändigen Actionszenen des Films involviert war, lernte Green für ihre letzte Filmszene tauchen. Sie ist dabei unter Wasser in einem abstürzenden Fahrstuhl eines italienischen Palastes gefangen. „Ich musste lernen, wie ich unter Wasser meine Atmung kontrolliere“, sagt Green. „Zu Anfang hat mir das Angst gemacht, auch wenn gar nichts passieren konnte, weil es um einen herum so viele Leute gibt, die auf einen aufpassen. Zudem bin ich kurzsichtig, also konnte ich nicht wirklich sehen, was um mich herum passiert. Ich habe zunächst in klarem Wasser geübt, aber während der Aufnahmen musste das Wasser so dreckig sein wie der Canal Grande in Venedig. Ich glaube, die haben Brokkoli benutzt, um dem Wasser die richtige Farbe zu geben!“

Green ist voll des Lobes für die Herangehensweise der Produzenten Broccoli und Wilson: „Sie sind leidenschaftliche Filmemacher und tun alles dafür, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Ich hatte es noch nie zuvor erlebt, dass sich Filmproduzenten so engagieren. Zu Anfang unterstützten sie mich sehr in Bezug auf meinen Charakter und gaben mir das Gefühl, ein Teil dieser großen Familie zu sein. Wenn man mit solch entspannten Menschen am Set ist, wird der Druck reduziert und man kann sich total auf seine Arbeit konzentrieren.“

Green ist sich sicher, dass die mitreißende und gleichzeitig romantische Geschichte von CASINO ROYALE dafür sorgen wird, nicht nur eingefleischte 007-Fans ins Kino zu locken. „Natürlich ist es ein Actionfilm und ein Thriller, aber es ist auch eine Liebesgeschichte, und ich denke, dass sich Frauen mit Vesper identifizieren können und Verständnis für ihre missliche Lage aufbringen werden. Im Vergleich zu anderen Bond-Filmen ist dieser härter, realistischer und basiert mehr auf den Charakteren als auf der Action. Dies ist ein anderer James Bond, rau und sensibel zugleich, man wird ihn in einem anderen Licht sehen. Man sieht seine Schwächen und schaut Bond zu, wie er zu dem wird, den man zu kennen glaubt.“

„Er ist eiskalt.“ – Mads Mikkelsen

Der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen war überwältigt, eine der am interessantesten (und begehrtesten) Rollen der Kinogeschichte spielen zu dürfen – die des Bond-Bösewichts. „Mich interessieren Drehbücher, in denen die Rolle, die ich spiele, von Geheimnissen umgeben ist. Als mir dann die Rolle eines Mannes, der nicht einmal einen richtigen Namen hat, nämlich von Le Chiffre (die Ziffer, der Code), angeboten wurde, war das perfekt. Viele Schauspieler sagen, dass es viel interessanter sei, den Bösewicht als den Guten zu spielen, weil der Charakter voller Überraschungen steckt. Aber ich denke, wenn man einen Bösewicht spielt, versucht man auch immer mal wieder eine gute Seite an ihm zu zeigen und beim Guten wiederum auch dessen Schwächen, so dass es für das Publikum nicht eindimensional wird. Mein Lieblings-Bond-Bösewicht war Christopher Walken in A View To A Kill (James Bond 007: Im Angesicht des Todes, 1985). Er hatte das, was einen guten Bösewicht ausmacht: Es steckte gleichzeitig etwas Gutes und etwas Böses in ihm.“

Mikkelsen beschloss ganz bewusst, Ian Flemings Roman nicht vor Drehbeginn von CASINO ROYALE zu lesen und zog es vor, seinen Charakter ausschließlich aus dem Drehbuch und nach Diskussionen mit Regisseur Martin Campbell zu entwickeln. Er ergänzt, dass Le Chiffre für ihn nicht der typische Bond-Bösewicht ist. Anstatt eines größenwahnsinnigen Verrückten, der versucht, die Welt zu übernehmen, ist Le Chiffre ein amoralisches kriminelles Genie mit einem unstillbaren Hunger nach harter Währung.

„Er lebt in unserer Zeit und versucht, wie jeder andere auch, so viel Geld wie möglich zu machen“, sagt Mikkelsen. „Er ist clever und gewitzt und prahlt nicht mit seinen Erfolgen. Er macht sich nur selten die Hände schmutzig; aber er würde, wenn es nötig wäre. Er ist reich und erfolgreich, als wir ihn kennen lernen, aber Bond ist ihm auf den Fersen. Und wenn es hart auf hart kommt, zeigt er keinerlei Gefühle mehr – und wird eiskalt.“

Um dafür zu sorgen, seine massiven Verluste an den Börsen auszugleichen, organisiert Le Chiffre ein Pokerspiel in Montenegro, in das man sich mit einem Einsatz von zehn Millionen Dollar einkaufen kann. Die Schauspieler bekamen Pokerunterricht und probten das Spiel, bevor die Dreharbeiten begannen, damit ihre Spieltechnik während der mehrtägigen Aufnahmen gekonnt wirkte. Produzent Michael G. Wilson, der sich selbst als „fanatischen“ Pokerspieler beschreibt, überwachte persönlich das Training. „Die meisten von uns konnten schon zuvor Poker spielen und zusätzlich zu den Vorbereitungen für das Pokerturnier spielten wir auch einfach nur so zum Spaß“, so Mikkelsen. „Meist haben wir tatsächlich zwischen den Aufnahmen auf den Fluren der Prager Studios in Barrandov gespielt.“

Drei Wochen lang Karten vor der Kamera zu spielen, machte den Schauspielern so richtig Appetit auf Poker. Eines Abends gingen Mikkelsen und einige seiner Kollegen in das Casino von Prag – und trafen dort auf Wilson.

Wie die meisten Spieler hat Le Chiffre eine Art unwillkürlichen Tick, der sich zeigt, wenn er über sein Pokerblatt nachdenkt“, erklärt Mikkelsen. „Er hat eine Narbe an seinem Auge, und die Vene fängt an zu pochen, sobald sich sein Herzschlag erhöht. Also drückt er gelegentlich mit seinem Finger gegen die Narbe, um das Pulsieren zu unterdrücken – doch Bond bemerkt es. Es muss so dezent wie möglich ablaufen, sonst würde er nicht so viele Pokerspiele gewinnen. Aber Le Chiffre schafft es dennoch, seine Schwäche zu seinem Vorteil zu nutzen.“

„Ich bin von der Macht berauscht.“ – Judi Dench

Oscar®-Gewinnerin Dame Judi Dench kehrt zum fünften Mal als M zurück und agiert weiterhin als James Bonds eiserne Chefin des MI6, dem Britischen Geheimdienst. „Judi ist inzwischen ein so wichtiger Bestandteil der Bond-Filme, dass man sie bereits zum nationalen Kulturgut zählen kann“, so Martin Campbell.

Im Gegensatz zu ihren früheren Rollen in GoldenEye (James Bond 007: Goldeneye, 1995), Tomorrow Never Dies (Der Morgen stirbt nie, 1997), The World Is Not Enough (Die Welt ist nicht genug, 1999) und Die Another Day (Stirb an einem anderen Tag, 2002), bekommen wir in CASINO ROYALE einen flüchtigen Eindruck von ihrem privaten Zuhause, als Bond dreisterweise in ihr Haus einbricht. Er benötigt Zugang zu geheimen Daten und benutzt dafür Ms Computer. „Es ist eine fesselnde Frage, sich vorzustellen was für ein Haus M wohl bewohnt“, so Martin Campbell. Ein altes georgianisches Haus aus dem 18. Jahrhundert in einer eleganten Londoner Gegend? Nein, denn diese Frau ist voller Überraschungen, also haben wir uns für ein modernes Penthouse direkt am Fluss in dem Londoner Bezirk Canary Wharf entschieden – und es passt zu ihr!“ Dench stimmt dem zu: „Ich liebe dieses Penthouse, das Peter Lamont für M entworfen hat. Es wird vermutlich die Leute überraschen, die wohl eher erwartet haben, dass sie ein kleines Haus in Kensington oder ein kleines Quartier in Covent Garden hat. Es ist sehr minimalistisch und sehr geschmackvoll. Und natürlich ist die genaue Adresse streng geheim – außer für mich und nun auch James Bond!“

Dench, die bislang fünf Mal für einen Oscar® nominiert war und einen Academy Award® als beste Nebendarstellerin für ihr Portrait von Königin Elizabeth in dem Film Shakespeare In Love (Shakespeare in Love, 1999) erhalten hat, genoss es zudem, dass sie endlich einmal die Chance hatte, außerhalb des Londoner Hauptquartiers von MI6 arbeiten zu können und für Aufnahmen in die Barrandov Studios nach Prag sowie auf die Bahamas reisen konnte. Außerdem war sie froh darüber, dass der Film auf High-Tech-Spielzeuge verzichtete: „In diesem Film muss ich mich nicht mit irgendwelchen Gadgets auseinandersetzen, was mir sehr recht ist, denn ich kann noch nicht mal mit einem Bügelbrett umgehen!“

In CASINO ROYALE hat M gerade erst Bond den Doppelnull-Status zuerkannt und die Beziehung zu ihm entwickelt sich noch. Nachdem ihr nach einer blutigen Schießerei in einer ausländischen Botschaft vom britischen Parlament die Hölle heiß gemacht wurde, macht sie gegenüber Bond sehr deutlich, dass der sich in Zukunft bei weiteren Ermittlungen streng an das Protokoll zu halten habe. Stattdessen ignoriert er seine Vorgesetzte und reist ohne Auftrag auf die Bahamas, um die Hintergründe eines Bombenattentats zu untersuchen – was dazu führt, dass M noch ungehaltener ihm gegenüber wird. „Nach diesem Vorfall ist sie unsicher, ob sie Bond mit der Verantwortung betrauen kann, am Pokerturnier teilzunehmen, aber sie scheint keine Alternative zu haben“, sagt Dench. „Am Ende des Films versteht man, dass Bond gereift ist und M weiß, dass sie einen guten Mann in ihren Reihen hat.“

Dench ist voller Lob, wenn sie über Daniel Craig spricht, der die Rolle ihres eigenbrötlerischen Untergebenen übernommen hat. „Daniel hat eine wundervolle Präsenz. Er ist sehr gut aussehend und stark, aber es ist auch klar, dass man ihn nicht zum Feind haben möchte. Das sind perfekte Charakterzüge für einen Schauspieler. Er scheint sich entspannt in die Rolle eingefunden zu haben. Ich bin mir sicher, dass ihm die Rolle einiges Kopfzerbrechen bereitet hat, wie es jedem anderen Schauspieler auch ergangen wäre, aber er hat es bei den Dreharbeiten niemals gezeigt. Er hat einen tollen Sinn für Humor und das war für mich schon immer der erste Beweis, dass ich mit einem Schauspieler gut zusammenarbeiten kann. Zudem hat er diese selbstironische Art und das ist sehr anziehend.“

Die von vielen verehrte Theater- und Bühnenschauspielerin beschreibt Martin Campbell, mit dem sie zum ersten Mal bei dem Film GoldenEye (James Bond 007: GoldenEye, 1995) zusammengearbeitet hat, als „jemanden, auf den man sich bedingungslos verlassen kann“. „Ich drehte meinen ersten Bond-Film mit Martin und es war gut, diese Zusammenarbeit jetzt fortzusetzen. Er ist voller Enthusiasmus und kennt die Bedingungen, unter denen Schauspieler gerne arbeiten. Er weiß, dass man eine gute Atmosphäre und entspannte Ruhe schaffen muss, wenn man Szenen wiederholt, so dass man dann die nächste Aufnahme direkt im Anschluss drehen kann, solange du innerlich noch darauf eingestellt bist. Nichts ist schlimmer als eine lange Pause zwischen den einzelnen Aufnahmen, in denen die Leute sich ausruhen und hin und her wandern. Martin spornt einen an, ist behutsam, und er kennt die Bond-Szene sehr genau.“

„Sie haben grossartigen Sex und dann ist er auch schon wieder weg!“ – Caterina Murino

Die italienische Schauspielerin Caterina Murino hätte die Chance beinahe verpasst, die Rolle der Solange, der schönen, aber unglückliche Ehefrau von Le Chiffres rücksichtslosem Kollegen Alex Dimitrios, zu spielen. Sie drehte gerade in Argentinien, als in Paris das erste Casting stattfand. Aber sie bekam eine zweite Chance, als sie in Rom drehte, wo ein weiteres Vorsprechen organisiert wurde. „Am Tag vor dem Casting fiel ich bei den Proben für eine Szene vom Pferd und musste wegen einer Rückenverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. Also ging ich, vollgestopft mit Schmerztabletten, zum Casting und konnte kaum laufen! Als sie mich dann fragten, ob ich reiten kann, konnte ich nur ehrlich antworten, dass ich gerade vom Pferd gefallen war!“

Trotz ihres holprigen Starts erhielt sie kurz danach die Zusage der Produktion, sie war gerade zu Hause in Sardinien. „Ich drehte an diesem Tag, war als ein männlicher Soldat verkleidet, trug einen falschen Bart und hatte ein Baby im Arm – also das genaue Gegenteil eines Bond-Girls. Jeder fragte mich: „Bist du sicher, dass der Anruf für dich war?“ Obwohl CASINO ROYALE Murinos erste englischsprachige Rolle ist, hat die 29-Jährige mit Sprachen kein Problem: „Um in einem französischen Film Jean Renos Schwester zu spielen, habe ich in vier Monaten Französisch gelernt. Außerdem habe ich in Argentinien auf Spanisch gedreht. Während ich für ein Fernsehdrama in englischer Sprache arbeitete, konnte ich ein paar Monate lang meine Sprach-kenntnisse verbessern – und auch meine Reitkenntnisse.

Murino beschreibt Solange als eine sehr moderne Frau, die einen schlechten Geschmack in Bezug auf Männer hat. „Mein Ehemann ist Dimitrios, Le Chiffres rechte Hand. Er ist stark, reich und böse – eine kraftvolle Kombination, die Frauen anzieht. Kurz bevor sie auf Bond trifft, hat ihr Mann sie mitten im Casino bloßgestellt. Also entscheidet sie sich dafür, etwas Spaß zu haben und es ihm heimzuzahlen. Sie folgt Bond, ohne zu wissen, wer er ist. Für sie ist er nur ein sexy Typ, der sie zu einem Drink einlädt. Sie haben großartigen Sex und dann ist er auch schon wieder weg. Doch für ihren Spaß muss sie einen hohen Preis bezahlen.“

Murino beschreibt Bonds nahezu einmalige Anziehungskraft folgendermaßen: „Wir verlieben uns immer in den Mann, den man nicht haben kann. Den Mann, den man für eine Nacht hat und der nie zurückkommt. James ist hart, gefährlich und clever. Er reist um die ganze Welt, verschenkt aber nie sein Herz, sondern immer nur seinen Körper. Man sollte sich nicht in ihn verlieben. Zwischen Bond und Solange herrscht pure sexuelle Energie – und eine gute Chemie.“

„Normalerweise finde ich Sexszenen nicht sehr angenehm“, fügt die Schauspielerin hinzu. „Aber Daniel und Martin Campbell machten es mir sehr leicht und ich fühlte mich gut aufgehoben. Martin hat viel Energie und besitzt eine große Autorität. Man merkt, dass er gerne Actionfilme dreht, aber auch, dass er Liebesszenen gut inszenieren kann.“

Murino sagt, dass sie außerdem aufgeregt war mit Judi Dench zu spielen, auch wenn dies unter ungewöhnlichen Umständen geschah. „Ich hatte nur eine Szene mit Judi und da war ich bereits tot. Kann ich trotzdem sagen, dass ich mit Judi Dench gearbeitet habe, auch wenn ich in dem Moment eine Tote zu spielen hatte?“

„Es ist eine tolle Geschichte und ein grossartiger Thriller.“ – Ivana Milicevic

Die in Bosnien geborene Amerikanerin Ivana Milicevic spielt Le Chiffres gefährliche Handlangerin Valenka. Zu ihren vielen Film- und Fernseharbeiten zählen HBO’s „Mind of the Married Man“, Just Like Heaven (Solange du da bist, 2005) und Love Actually (Tatsächlich Liebe, 2003).

„Ich habe 007 schon gesehen, als ich noch ein Kind war und weiß noch genau, dass ich vor dem Beißer in The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte, 1977) große Angst hatte. „Und jetzt als Erwachsene den Bösewicht in einem Bond-Film zu spielen, ist fantastisch.“

Milicevic sammelte die meisten ihrer Erfahrungen als Schauspielerin in Dramen und Komödien, dennoch fühlte sie sich am Drehort von CASINO ROYALE gleich wie zu Hause. „Es war ähnlich wie bei den Independent-Filmen, die ich normalerweise drehe. Wir sprachen über jede Szene, probten, unterhielten uns über die Details und alle brachten ihre Ideen ein. Ich war beeindruckt, dass Martin Campbell auf diese Weise an einen so aufwändigen Film herangeht. Ein Bond-Film wirkt für mich wie eine große Familie, in der jeder weiß, wie man das Beste aus jedem Einzelnen herausholen kann. Man fühlt sich wohl und spürt, dass sich alle darauf konzentrieren, was sie eigentlich wollen, und das ist toll.“

„Ich hoffe, dass alle Bond-Fans CASINO ROYALE lieben werden“, sagt Milicevic und ich hoffe außerdem, dass die Menschen, die noch nie einen Bond-Film gesehen haben, die tolle Geschichte wahrnehmen und ihn als einen großartigen Thriller begreifen werden.“

„Das Leben besteht aus Hürden und Herausforderungen.“ – Sébastien Foucan

Der erstaunliche leichtfüßige and flinke Bombenbauer Mollaka, den Bond bis in die Botschaft von Nambutu verfolgt, wird von Sébastien Foucan gespielt. Er ist einer der Erfinder der Kunst des Parkours und ein erfahrener Fachmann auf diesem Gebiet. Ebenso bekannt als „free running“, wurde Parkour im Jahr 2003 erstmals der britischen Öffentlichkeit bekannt, als die BBC einen Werbespot zeigte, in dem ein Mann rannte und über Hindernisse sprang, um so schnell wie möglich zum Fernsehen nach Hause zu kommen. Später wurde diese Sportart in dem futuristischen französischen Polizei-Action-Thriller „District 13“ mit David Belle gezeigt. Er ist seit seiner Kindheit Foucans Freund und Miterfinder von Parkour.

Der Begriff Parkour basiert auf dem französischen Wort parcours (Hindernis) und beinhaltet nachdrücklich den Gebrauch von Hindernissen in der natürlichen Umgebung, damit der Läufer so schnell wie möglich durch das Terrain kommt. „Es geht nicht allein um das Rennen und Springen“, sagt Foucan. „Es geht darum, sich selbst an die Umgebung anzupassen und so physikalische Grenzen zu überwinden. Es handelt sich um eine freie, fließende Bewegung. Mein Filmcharakter Mollaka sollte sich so schnell bewegen können, dass er auch vor Bond fliehen kann. Also versuchten wir einen Weg zu finden, um schnell und effizient vorwärtszukommen und dabei keine Stunt-Tricks zu verwenden.“

Foucan, der in seiner französischen Heimatstadt häufig sechs oder sieben Stunden täglich damit verbringt, Parkour auf einem speziellen Areal zu trainieren, stellte sich schnell auf die harten Drehbedingungen von CASINO ROYALE ein. Dennoch nahm er einige Tipps von Daniel Craig sehr gerne an. „Daniel war sehr hilfreich, indem er mir Hinweise gab, wie ich mich vor der Kamera bewegen sollte. Auch wenn er kein Parkour praktiziert, ist er sehr stark und es fällt ihm leicht, zu rennen und jemanden zu jagen. Wir haben drei Monate lang an dieser Sequenz gearbeitet, die auf der Leinwand dann nur etwa fünf Minuten dauert, aber ich hoffe, dass es fünf sehr intensive Minuten sind, die dem Publikum auch gefallen werden.“

Parkour geht auf Akrobatik, Tanz, Kampfkunst aber auch auf populäre Kunstformen wie das Kino und Comicbücher zurück. Zusätzlich wird es aber auch von alten asiatischen Philosophien beeinflusst, denn, so Foucan: „Ohne die Philosophie hat Bewegung keine Bedeutung. Das Leben besteht aus Hürden und Herausforderungen. Sie zu bewältigen heißt sich weiterzuentwickeln.“

„Ein anderer Bond in jeder Hinsicht.“ – Martin Campbell

Zu Martin Campbells Kinoerfolgen zählen Actionfilme wie The Mask Of Zorro (Die Maske des Zorro, 1998), The Legend Of Zorro (Die Legende des Zorro, 2005) und GoldenEye (James Bond 007: GoldenEye, 1995). Er hat sich sehr darüber gefreut, in CASINO ROYALE erneut die Verantwortung zu übernehmen, da der Geheimagent in dieser Folge eine Entwicklung seines Charakters erlebt. „Dies ist Bonds erste 00-Mission und er muss noch viel lernen. Zu Anfang macht er Fehler und wird von M gemaßregelt. Er trifft seine Entscheidungen mehr aus dem Bauch heraus und nicht mit dem Kopf und dadurch geht einiges schief. Erst zum Ende des Films wird er zu dem Mann, den wir kennen. Wir sehen, wie Bond sich in Vesper verliebt, aber er muss sich gleichzeitig mit brutaler Gewalt auseinandersetzen. Dies ist realistischer und emotional berührender als bei früheren Filmen.“

Auch wenn der Film auf Ian Flemings Roman aus dem Jahr 1953 basiert, spielt der Film jedoch unzweifelhaft in der Gegenwart. Die Geschichte rankt sich zunächst um den Bösewicht Le Chiffre, der fremdes Geld verliert und deshalb ein Casino-Turnier arrangiert, um seine Verluste zurückzugewinnen. Dennoch bezieht sich der Film indirekt auf die Ära des Kalten Kriegs, wie bei Bonds Nemesis SMERSH, auch wenn es sich hier mehr um eine modernere Version von international operierenden Terrorgruppen dreht.

Eine weitere Neuerung gegenüber Flemings Roman betrifft das Spiel, das Bond und Le Chiffre im Casino Royale austragen. Im Buch ist es Chemin de Fer, eine Variante von Bakkarat. Für den Film wurde es zu Texas Hold’em-Poker geändert, teilweise aufgrund des weltweit auftretenden Interesses an Poker, sagt Wilson, aber auch, weil Poker ein Spiel ist, bei dem geblufft wird und man Strategien entwickeln muss. Dies ermöglicht viel mehr dramatische Facetten auf der Leinwand. Das Marathon-Pokerturnier des Films filmisch umzusetzen, stellte sich sogar als komplizierter heraus, als einige der spektakulären Actionsequenzen in CASINO ROYALE zu drehen, sagt Campbell: „Das war das Schwierigste, was ich jemals zu drehen hatte: zehn Spieler rund um einen Tisch, die Texas Hold’em spielen und alle auf ihre Karten und auf ihre Gegener schauen. Die Spannung und den kontinuierlichen Ablauf zu gewährleisten war ein Albtraum. Ich denke, dass dies eine perfekte Übung für Filmstudenten wäre, das einmal zu versuchen. Zum Glück ist Produzent Michael G. Wilson ein Pokergenie und kann sehr gut mit Zahlen umgehen. Ohne ihn hätte ich das Ganze nicht umsetzen können.“

Wilson beschreibt CASINO ROYALE als den Film, den die Originalproduzenten Albert R. „Cubby“ Broccoli und Harry Saltzman schon immer realisieren wollten, es aber nicht konnten, weil die Rechte nicht frei waren. „2000 konnten wir endlich die Rechte erwerben und begannen gleich mit dem Drehbuch“, sagt der Produzent. „Es ist Ian Flemings erster Roman, sozusagen ein klassischer Bond.“

Wilson ist Broccolis Stiefsohn und hat elf Bond-Filme produziert oder mitverfasst und konnte die Entwicklung der 007-Filme über die letzten vier Jahrzehnte mitverfolgen. „In den 70er Jahren wurden die Filme immer aufwändiger, bis wir 1979 Moonraker (Moonraker – Streng Geheim, 1979) machten, der sogar im Weltraum spielte. Mit For Your Eyes Only (In tödlicher Mission, 1981) kamen wir wieder auf die Erde zurück. Bei Die Another Day (Stirb an einem anderen Tag, 2002) hat die Technologie die Story überschattet, also sind wir wieder zur Basis zurückgekehrt und haben dafür einen neuen, raueren Bond geschaffen, dem wir dabei zusehen, wie er sich seinen 00-Status erst verdient und seinen ersten Auftrag für MI6 übernimmt.“

Mit CASINO ROYALE, sagt Wilson, wollten die Filmemacher mit Bond „zur Basis zurück“. „Wir mussten nach Stirb an einem anderen Tag neue Energien tanken und auch wenn wir wussten, dass wir einen garantierten Erfolg landen könnten, wenn wir weiterhin denselben Weg einschlagen würden, hätten wir dabei das verloren, was für die Bond-Filme wirklich wichtig ist.“

Der Produzent lobt Regisseur Campbell, mit dem er bereits 1995 bei dem Erfolg GoldenEye zusammengearbeitet hat, für sein Talent Geschichten zu erzählen und seinen unerbittlichen Einsatz für ein exzellentes Ergebnis. „Martin hat grenzenlose Energie und er zieht jeden anderen mit. Er erwartet 100 Prozent Hingabe von der Besetzung und dem Drehteam und liefert selbst mehr als 100 Prozent Leistung ab. Er beginnt zwei Stunden früher als alle anderen zu arbeiten, beschäftigt sich mit dem Drehort und bereitet die Szenen des Tages vor. Die Tatsache, dass er bereits einen Bond-Film gedreht hat, führt dazu, dass alle schneller zusammenarbeiten konnten.“

Zusätzlich zu Wilsons Verantwortung, der bei CASINO ROYALE als Produzent und Pokerberater im Einsatz war, spielte er außerdem noch den korrupten Polizeichef von Montenegro, dessen Dienstzeit abrupt vorbei ist. „Ich bin in jedem Film seit Der Spion, der mich liebte in der ein oder anderen Rolle aufgetreten. Es ist zu einer Tradition geworden – manchmal ist auch nur meine Hand zu sehen oder meine Stimme zu hören gewesen. Ich war schon ein Priester und einmal ein Wissenschaftler, aber nun bin ich zum ersten Mal ein Polizist.“

Auch wenn Bond, mit Ausnahme eines lebensrettenden, von einem Radio gesteuerten medizinischen Überlebenspakets, eigentlich ohne technische Hilfsmittel auskommen muss, hat er in CASINO ROYALE die Gelegenheit, zwei Aston Martin „auf Herz und Nieren“ zu prüfen. „Wir zeigen, wie er zu seinem DB5 kommt: Er gewinnt ihn in einem Pokerspiel von Dimitrios. Aston Martin baute für uns einen neuen Wagen mit der Bezeichnung DBS, den sie in der neuen Farbe ,Casino Ice‘ ausliefern werden. Es ist eine wirkliche Rennmaschine, die Bond vom MI6 für seine Autofahrt in Montenegro übergeben wird.“

„CASINO ROYALE wird ein klassischer Bond sein.“ – Michael G. Wilson

„CASINO ROYALE war Flemings erster 007-Roman, der James Bond als einen harten, aber auch verletzlichen Helden einführt und den Film als klassischen Bond kategorisiert. Es war der Film, den Cubby Broccoli und Harry Saltzman immer machen wollten, aber die Rechte dafür nicht bekamen. Im Jahr 2000 konnten wir endlich die Rechte erwerben, um den Film zu produzieren und begannen mit dem Drehbuch.“

Martin Campbell, der 1995 bereits GoldenEye (James Bond 007: GoldenEye, 1995) inszeniert hat, kehrt mit CASINO ROYALE zum Bond-Team zurück. „Martin ist ein Regisseur, der weiß, wie man eine Geschichte erzählt. Wir haben bei GoldenEye sehr gut zusammengearbeitet, also kennt er Bond und unser Produktionsteam. Er war eine fantastische Gelegenheit, ihn zurückzugewinnen und mit ihm an dem neuen Bond zu arbeiten.

Der nächste Schritt für die Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli war es, den Schauspieler zu finden, der James Bond in dem 21. Leinwandabenteuer von 007 spielen sollte. Michael G. Wilson erklärt den Besetzungsprozess. „Nach-dem wir Daniel Craig getroffen hatten“, war er die offensichtliche Wahl für die Rolle“, so Barbara Broccoli. „Er ist ein Schauspieler, der eine ganze Generation von britischen Akteuren definiert. Er ist charismatisch, vielseitig und sexy. Die Rolle ist eine große Herausforderung, aber er hat uns bewiesen, dass er ein unglaublicher Bond ist. Und Michael G. Wilson fügt hinzu: „Mit Daniel haben wir einen modernen Bond, der die Authentizität besitzt, die wir benötigten, um diesen sehr komplexen Charakter neu zu definieren. Bond ist ein ehemaliger Marine-Kommandeur und hat gerade den extrem seltenen 00-Status erhalten – die Lizenz zum Töten. Daniel ist in der Lage, diese konfliktreichen Gefühle, die Bond erlebt, auszudrücken. Er ist ein großartiger Schauspieler, der sich für die Rolle unglaublich engagiert.“

Die Produzenten besetzten die französische Schauspielerin Eva Green als Vesper Lynd. Sie ist die erste Frau, in die sich Bond wirklich verliebt. „Eva Green ist fantastisch“, sagt Produzent Michael G. Wilson. Sie ist dafür prädestiniert, eine von Frankreichs besten international arbeitenden Schauspielerinnen zu werden. Vesper ist die wichtigste Frau in Bonds Leben und wir brauchten jemanden, die all die Qualitäten von Vesper in sich vereinigte: Schönheit, Stärke, Rätselhaftigkeit und etwas Melancholie. Sie ist Bond ebenbürtig. Sie ist ein guter Mensch, der sich plötzlich in einer unhaltbaren Situation wiederfindet.“

Judi Dench kehrt als M zurück. „Sie hat diese Rolle so sehr zu der ihren gemacht, dass wir uns niemanden anderen als M vorstellen konnten“, sagt Michael G. Wilson.

Die Produktion begann in den Prager Modrany und den Barrandov Studios in Tschechien, bevor das Team auf die Bahamas reiste. „Es ist wichtig, dass ein Bond-Film exotische und glamouröse Drehorte bietet“, so Wilson. „Wir haben eine Location rund um den One & Only Club auf Paradise Island gefunden, wo Bond die Spur von Dimitrios verfolgt. Unsere Ausstatter haben auf den Bahamas auch Locations auf der Insel Madagaskar nachgestaltet: dafür wurde ein nicht mehr genutztes Gelände eines Motels zu Elendsvierteln umfunktioniert und ein verlassenes Hotel in Coral Harbor als Baustelle umgestaltet. Dort verfolgt Bond Mollaka, gespielt von dem Free-Runner Sébastien Foucan. In dem ungenutzten Motel haben wir einst die Hotelzimmer-Szenen für Thunderball (Feuerball, 1965) gedreht, aber inzwischen gehört das Areal zu einer Militärbasis. Für den Film The Spy Who Loved Me (Der Spion, der mich liebte, 1977) verwendeten wir diesen Drehort als Kameraplattform, bauten Modelle und hatten dort unsere Werkstatt.“

In Flemings Roman wird im Casino Royale Chemin de Fer gespielt. Für den Film änderten die Produzenten das in Texas Hold’em Poker, wie Michael G. Wilson erklärt: „Obwohl Bond traditionell Chemin de Fer gespielt hat, ist das Spiel schon seit einiger Zeit nicht mehr sehr populär und es gibt nur wenige Menschen, die einen Zugang dazu haben. Poker ist dagegen durch Turniere in der ganzen Welt bekannt, wird im Fernsehen übertragen und auch online gespielt. Beim Pokern muss man bluffen und strategisch denken, auf der Leinwand bietet das Spiel einfach mehr Umsetzmöglichkeiten als Chemin de Fer.“

Wilson spielt selbst gerne Poker und beschreibt sich als einen „Poker-Süchtigen auf Entzug“. In Zusammenarbeit mit den Drehbuchautoren und Martin Campbell entwickelte und überwachte er das Casino-Royale-Pokerturnier.

Im Roman ist das Casino Royale im französischen Royale Les Eaux angesiedelt, aber wir zogen in eine nicht weiter genannte Stadt nach Montenegro um. Wir brauchten einen Ort, der außerhalb des Zugriffs der internationalen Bankenverbände lag, damit Le Chiffre sich sicher genug fühlt, um aus seinem Versteck herauszukommen. Alle diese Szenen haben wir in Karlsbad gedreht. Der Kurort in Tschechien erfüllte all unsere Ansprüche.“

„Daniels eher muskulöse Figur machte es notwendig, dass der Smoking einen neuen Schnitt erhalten musste.“ – Lindy Hemming

Kostümdesignerin Lindy Hemming, die bereits an den fünf vorhergehenden Bond-Filmen gearbeitet hat, kooperierte eng mit Regisseur Campbell und Craig, um den richtigen Look für den neuen 007 zu finden.

Der Regisseur und der Star waren sich einig darüber, dass die Kleidung den realistischeren und weniger stilisierten Ansatz der Figur James Bond repräsentieren sollte. Die Kleidung, die Craig während des Films trägt, reflektiert laut Lindy Hemming seinen Charakter. „In dem Drehbuch muss Bond eine Vielzahl an skrupellosen Undercover-Operationen überstehen. Gleich zu Anfang des Films ist er undercover unterwegs, also muss sich seine Kleidung der Umgebung und dem Umfeld anpassen. Das Ergebnis davon war, dass er überhaupt nicht wie der traditionelle Bond aussieht. Aber sobald er auf den Bahamas ankommt, kleidet er sich besser. Er wird eleganter. Als er schließlich im Casino auftaucht, trägt er seinen klassischen Smoking, den etablierten Bond-Look. Nach und nach fühlt er sich in seine Rolle als 007 ein und kleidet sich dann auch entsprechend.“ Hemming kümmerte sich auch um Craigs Styling außerhalb der Dreharbeiten: „Daniel interessiert sich für Mode und er zieht sich sehr gut an. Er wollte einen klassischen Look, aber gerne eher normal als kostümiert aussehen. Für seinen Abendanzug sah er beispielsweise Brioni als gute Wahl an, also den italienischen Modedesigner, den wir seit den letzten vier Filmen heranziehen, da er Brionis Mode und Stil mag. Aufgrund Daniels muskulöser Statur bekam der Smoking einen neuen Schnitt, damit er darin auch modern aussieht. Es ist zurzeit sehr modisch, Anzüge zu tragen, also sieht das nicht unzeitgemäß oder gar anachronistisch aus und Daniel gefällt dieser maßgeschneiderte Stil.“

Das Outfit, das sicherlich Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, ist eine kurze, figurbetonte Badehose, die Bond trägt, als er aus den Meer vor dem Haus von Solange und Dimitrios auf den Bahamas auftaucht. Die Szene ist eine kleine Hommage an die unvergesslichen Momente von zwei früheren Bond-Filmen, erklärt Hemming: „Wir haben diese Szene ganz sicher mit einem Augen zwinkern kreiert und dabei an die Bikini-Szenen von Ursula Andress in Dr. No (James Bond – 007 jagt Dr. No, 1963) und Halle Berry in Die Another Day (Stirb an einem anderen Tag, 2002) gedacht. Daniel trägt eine dieser kurzen Badehosen, die momentan sehr angesagt sind und eher einen europäischen Look haben, als die sackartigen Dinger, die man schon seit Jahren trägt. Sie würden nicht jedem Mann gut stehen, aber Daniel sieht darin fantastisch aus und ich denke, dass das Publikum es lieben wird.“

Natürlich achtet das Publikum genauso darauf, wie die weiblichen Figuren des Films gekleidet sind, und Lindy Hemming kümmerte sich sehr intensiv darum, dass die Schauspielerinnen entsprechend glamourös auftreten. „Im Idealfall entwerfe ich alle Kleider und lasse sie anfertigen, aber in der Realität ist das unmöglich. Also habe ich mir gedacht, dass wir weltbekannte Modedesigner benötigen, um auch die Mode entsprechend anziehend wirken zu lassen.“

In Bezug auf Vesper, der Mitarbeiterin des Schatzamtes, die zur ersten Liebe in Bonds Leben wird, sagt Hemming: „Eva anzuziehen ist ein Geschenk. Sie hat eine fantastische Figur und sie liebt Mode. Wir entschieden uns dafür, sie ein bisschen im Retro-Look anzuziehen und orientierten uns an alten Filmen. Speziell bei ihren ersten beiden Outfits erinnert sie an Katherine Hepburn. Ein Kleid ist von Armani und das andere habe ich entworfen. Der italienische Designer Roberto Cavalli war außerdem eine große Hilfe. Wir schauten uns seine Kollektion an, von der er uns eine Reihe von Abendkleidern zeigte und wir sprachen darüber, welches ihr erstes Kleid im Casino sein sollte. Roberto schuf in kurzer Zeit das purpurfarbene Kleid für uns und ich musste ihm einen Assistenten schicken, um sicherzustellen, dass es rechtzeitig fertig wurde.“

„Natürlich benötigten wir fünf Exemplare davon“, fährt sie fort, „denn Vesper muss in dem Kleid eine Menge körperlicher Anstrengungen überstehen. Im Drehbuch kauft ihr Bond dieses Kleid, als sie ihm einen Smoking schenkt, also mussten die Ausstatter eine Cavalli-Boutique am Drehort erschaffen, damit alles zusammenpasst. Ihr zweites schwarzes Abendkleid, das sie im Casino trägt, wurde von Versace kreiert. Ich entwarf die Kleidungsstücke, die sie in Italien im Sanatorium am Comer See trägt und das rote Kleid, das sie in Venedig anhat, wenn sie von Bond durch die Stadt verfolgt wird. Wir stellten sicher, dass keiner der Statisten rot trägt, damit man sie auch wahrnimmt, wenn Bond zwischen den Massen in Venedig nur einen Blick von ihr erhascht. Es ist eine kleine Hommage an den Film Don’t Look Now (Wenn die Gondeln Trauer, 1974) tragen. Bonds weitere Eroberung in dem Film ist Solange, die von der italienischen Schauspielerin Caterina Murino dargestellt wird. „Zunächst sehen wir sie in einem grünen Bikini von La Perla“, so Lindy Hemming, „der die Farbe des Meers in den Bahamas reflektiert, wo sie am Strand entlangreitet. Caterina ist dunkelhaarig und temperamentvoll und im Kontrast zu Vesper ist ihr Look tough und sexy. Ihr Abendkleid stammt aus der Kollektion der englischen Modeschöpferin Jenny Packham, die das Kleid in einem Pfirsich- und Orangefarbton entwarf. Es hat ein verschnürtes Rückenteil, was perfekt auf ihrer Haut zur Geltung kommt während sie und Bond miteinander schlafen, da sie das Kleid dabei immer noch trägt.“

Ivana Milicevic, die Le Chiffres Freundin Valenka spielt, wurde laut Hemming fast ausschließlich von Roberto Cavalli eingekleidet. „Im Gegensatz zu den beiden anderen Frauen ist sie blond und ihr Charakter ist eher nervös. Sie ist die Freundin eines Gangsters, möglicherweise eine Auftragskillerin, mit Modelmaßen und viel Selbstbewusstsein. Ihre Kleidungsstücke könnte man fast als nicht existent bezeichnen. Ihre erste Szene ist unter Wasser in einem blauen Badeanzug von Versace, der perfekt mit den Korallen und den Fischen harmoniert. Sie trägt fast immer Kleidung, die scheinbar fast von ihr abfällt. Es sind immer sehr lebendige Farben, die ihr sicheres Auftreten noch unterstreichen.“ Im Unterschied zu den auffälligen Bond-Bösewichtern wie Dr. No und Blofeld entschied sich Martin Campbell dafür, dass die Widersacher in CASINO ROYALE nicht wie offensichtliche Gangster aussehen sollten. „Keine Männer, die Katzen umhertragen oder Reithosen anhaben“, sagt Hemming. „Le Chiffre ist ein bedrohlicher Mann, der in einer zwielichtigen Welt lebt. Er ist nicht auffällig, sondern verschwiegen. Er ist ein Mann, der sich nicht so sehr für Kleidung interessiert, aber was er trägt, ist teuer und luxuriös. Sein Brioni-Anzug ist aus Samt, um seinen Reichtum hervorzuheben.“

Die weiteren Pokerspieler wurden so eingekleidet, dass sofort klar wird, dass das Casino Royale ein Spielpalast ist, der für „neues Geld“ steht, erklärt Hemming. Brioni bot uns an, die Kleidung für die Personen rund um den Spieltisch zu erschaffen. Der afrikanische Diktator Infante trägt die afrikanische Version eines Abendanzugs, der Russe hat einen Nerzkragen und der Argentinier trägt einen Anzug, der von echten Goldfäden durchzogen ist. Sogar Veruschka, die eine deutsche Erbin spielt, wurde von Brioni eingekleidet, da die Firma in diesem Jahr eine neue Frauenkollektion entworfen hat.“ Für Hemming und die Kostümabteilung war es eine der größten Herausforderungen, Hunderte von Statisten so auszustatten, dass sie zu einer Location passten, auch wenn die Location eigentlich weit entfernt vom Ort der Dreharbeiten war. Gunther von Hagens Körperwelten-Ausstellung im Miami Science Center wurde z.B. im Februar in einem Prager Mausoleum, gedreht. „Die Statisten kamen mit Pelzstiefeln und dicken Parkas zum Set, so dass wir sie bis auf die Unterhose ausziehen mussten, ihnen kurze Hosen, Sandalen und T-Shirts gaben, damit sie aussahen wie Touristen in Miami. Sie hatten das Gefühl gefoltert zu werden. Dann drehten wir diese Hüttensiedlung von Madagaskar auf den Bahamas. Obwohl wir sämtliche Kleidungsstücke und Schuhe neu kauften, mussten sie gebraucht, von der Sonne ausgeblichen, staubig und dreckig aussehen und die Statisten mussten wie die Einwohner einer afrikanischen Insel wirken und nicht wie Einwohner der Bahamas. Das ist die Magie der Bond-Filme – einen Ort in einen völlig anderen zu verwandeln. Ganz so, als ob wird das tagtäglich machen würden.“

„Bond literally brings the house down ,round about him‘.“ – Peter Lamont

Produktionsdesigner Peter Lamont ist kein Neuling in Bezug auf die 007-Franchise-Serie, denn er hat bereits an 18 Bond-Filmen gearbeitet. Für CASINO ROYALE kümmerte er sich um die Ausstattung in vier Ländern: Großbritannien, Tschechien, Italien und den Bahamas und er war zuständig für über 40 Sets. Kein Wunder, dass Lamont die verschiedenen Drehorte als seine größte logistische Herausforderung sah. „Die Barrandov-Studios in Prag waren eine gute Basis für unsere Arbeit, mit hervorragenden Mitarbeitern und exzellenten Studiohallen, aber zur gleichen Zeit mussten wir Martin Campbell über alle anderen Sets rund um die Welt auf dem Laufenden halten.“

Der Drehort, der am schwierigsten zu erschaffen war, war das Innere eines Hauses in Venedig, wohin Bond Vesper und Gettler folgt und „im wahrsten Sinne des Wortes dafür sorgt, dass es um ihn herum einstürzt“, so dass er Vesper retten kann. Während das Innere des Hauses und der Platz davor in der 007-Halle in den Pinewood Studios entstanden, wurden die Außenaufnahmen in Venedig am Canal Grande, gegenüber dem Markt an der Rialto-Brücke inszeniert. Die Stadtväter konnten davon überzeugt werden, der Filmproduktion zu erlauben, Kompressionspumpen in den Kanal zu montieren, um so die Verdrängung des Wassers zu simulieren, die auftritt, wenn das Haus sinkt, und den normalen Verkehr auf dem Wasser für eine kurze Zeit zu unterbrechen. Ihr Entgegenkommen ging jedoch nicht so weit, dass einer ihrer großen Paläste zerstört werden durfte, der dann im Kanal versinkt. Stattdessen wurde ein Modell des sinkenden Hauses im Paddock-Tank in den Pinewood Studios konstruiert.

„Während der Konstruktionsarbeit in Pinewood wurde das Ganze dann jedoch sehr kompliziert, als entschieden wurde, dass das Haus nicht einfach nur vertikal sinkt, sondern eine weitere Achse gebraucht wurde, die dafür sorgen sollte, dass das Gebäude sich auch nach jeder Seite hin neigte, während es sank. Chris Corbould und sein Spezial-Effekte-Team bauten eine fantastische Vorrichtung für diesen Zweck.“

Auch andere Sets waren Kombinationen aus Innenausstattungen, die an einem Ort gebaut wurden, und die dazu gehörigen Außenaufnahmen fanden in einem ganz anderen Land statt. Die erste Szene, die wir drehten – die Verfolgungsjagd in der Botschaft von Nambutu – entstand in den Studios in Modrany außerhalb von Prag. „Es war kompliziert, denn Bond rennt in dieser Szene durch die Botschaft, um Mollaka zu verfolgen und festzunehmen, läuft Flure entlang, in Büros hinein und springt aus einem Fenster in den Innenhof, wo er eine riesige Explosion auslöst. Der Anfang dieser Szene, in der Bond Mollaka von einer Baustelle aus in die Botschaft folgt, wurde später auf den Bahamas gefilmt.¬¬“

Ein weiteres facettenreiches Set war das des Casino Royale selbst. Im Drehbuch steht das Gebäude in Montenegro, also schaute sich das Produktionsteam in Triest und entlang der Küste von Kroatien um. „Wir haben dort zwar die breiten, von Bäumen gesäumten Boulevards gefunden, aber es existieren keine Grandhotels in dieser Gegend und wir benötigten imposante Gebäude für Außenaufnahmen des Hotels Splendide und des Casinos“, sagt Lamont. „Karlsbad war die erste Stadt, die wir uns in Tschechien ansahen. Dort drehten wir dann die Außenaufnahmen des Hotels Splendide sowie die Lobby. Die Außenansicht des Casino Royale, den Spielsalon, den Salon Privé und die Hotelzimmer bauten wir in den Barrandov Studios nach.“

Die Produktion verwandelte ein leer stehendes Heilbad aus der Jahrhundertwende in das Casino Royale. „Lazne wurde schon zuvor von Filmproduktionen genutzt, war aber in einem schlechten Zustand und alle Inneneinrichtungen des Heilbads waren längst herausgerissen worden. Wir arbeiteten mit den örtlichen Denkmal-schutzbehörden zusammen, um die Treppenaufgänge und die Statuen im Gebäude zu restaurieren. Wir sagten ihnen, was wir brauchten, bezahlten für die auszuführenden Arbeiten und schlussendlich hinterließen wir das Gebäude in einem wesentlich besseren Zustand als es seit Jahren gewesen war.“ Das Grandhotel Pupp, eine örtliche Sehenswürdigkeit, wurde zum Hotel Splendide, auch wenn Schilder geändert sowie ein Baldachin und üppige Pflanzen hinzugefügt wurden.

In Venedig zu drehen führt nochmals zu ganz anderen Problemen, nicht zuletzt deshalb, weil die berühmten Kanäle einen zwingen, alles per Boot oder zu Fuß zu erledigen. Glücklicherweise musste nur ein Drehort in der alten italienischen Stadt erbaut werden. „Am Markusplatz (Piazza San Marco) konnten wir ein leeres Gebäude als Bank nutzen, in der Bond nach Vesper sucht. Dieser Platz ist natürlich eines der am meisten besuchten Touristenziele der Welt und nachdem wir unsere Arbeit abgeschlossen hatten und die Türen öffneten, wurden wir von Besuchern überrannt, die ihr Geld dort wechseln wollten. Dies widerfuhr uns auch am Prager Flughafen, wo wir die Innenaufnahmen des Flughafens Miami drehten. Wir stellten eine Kabine für Wechselgeld auf und hatten eine Menge potenzieller Kunden, von denen so mancher nicht verstehen konnte, warum wir ihnen kein Geld wechseln konnten.“

Eine ganz andere Herausforderung war das Design des Prototypen eines neuen Jets, den Le Chiffre in die Luft sprengen lassen will, damit er an der Börse ein Vermögen machen kann. Lamont und sein Team besuchten verschiedene Luftfahrtunternehmen, aber die Produktion stellte fest, dass sie keines der aktuellen Flugzeuge verwenden konnte. „Ihre neuen Modelle halten sie geheim, und möglicherweise wollten sie nichts mit einer Geschichte wie dieser zu tun haben“, sagt er. „Also mussten wir uns ein eigenes Design einfallen lassen.“

Eine alte 747 stand auf dem Dunsfold Flughafen in der britischen Grafschaft Surrey, wo die Produktion die Szenen der halsbrecherischen Verfolgungsjagd zwischen Bond und Carlos auf dem Rollfeld des Flughafens von Miami drehte. „Das Flugzeug hatte keinen Motor, war aber in einem guten Zustand und wir konnten den Rumpf der Maschine nutzen; dies sparte uns die erheblichen Kosten, etwas Vergleichbares in der Größe zu bauen. Ich sah mir viele Konstruktionspläne an und entschied mich dafür, dass unser Flugzeug wie eine B52 aussehen sollte, also mit zwei Motoren und einem veränderten Cockpitprofil. Ich weiß nicht, ob meine Konstruktion fliegen würde, aber die B52 haben es getan!“

Wenn Peter Lamont einen Lieblingsdrehort von allen seinen Sets und Bauten auszuwählen hätte, dann würde er sich für Bonds und Vespers Doppelsuite im Hotel Splendide entscheiden, die in den Studios in Barrandov entstanden ist. „Die Herausforderung war in diesem Fall, dass die Zimmer mit dem Grandhotel Pupp in Karlsbad übereinstimmen mussten. Es ist ein sehr klassisches Hotel mit einem ganz eigenen Stil. Unsere Suiten mussten zwei Bäder enthalten, denn dort spielen Szenen, in denen Bond sich nach einem Kampf wieder auf Vordermann bringt und Vesper unter der Dusche tröstet.“

„Ich verbrachte acht Stunden pro Tag in einem Tauchanzug und zwei Stunden unter Wasser.“ – Chris Corbould

Der Verantwortliche für die Spezialeffekte und Miniatureffekte, Chris Corbould, der mit CASINO ROYALE seinen elften Bond-Film drehte, begrüßte die Nachricht, dass die Produzenten diesmal beabsichtigten, einen eher realistischen Stil einzuschlagen und die digitalen Effekte einzuschränken.

„Ich bin ein leidenschaftlicher Fan von Spezialeffekten und würde alles dafür geben, um etwas so real wie möglich zu gestalten“, sagt er. „Wenn es natürlich Sicherheitsrisiken und Budgetgrenzen gibt, dann kann ich mich allerdings einschränken und ziehe mich zurück. CGI-Effekte sind ein tolles Werkzeug und sie können sehr hilfreich sein, speziell dann, wenn sie sich perfekt in die Realität einfügen lassen und so eine gute schauspielerische Leistung zu ermöglichen. Aber wenn man einen Effekt in der Realität erzielen kann, dann ist das immer noch die beste Möglichkeit.“

Die drei größten Herausforderungen für Chris Corbould bei dem Film fanden an vollkommen unterschiedlichen Locations statt: das sinkende venezianische Haus mit Szenen am Canal Grande in Venedig, im Paddock-Tank und in der 007-Halle in den Pinewood Studios, die Verfolgungsjagd auf dem Flughafen von Miami, in der Bond verhindern muss, dass Terroristen einen neuen Flugzeugprototyp in die Luft sprengen und Bonds Verfolgung von Mollaka auf einem Baustellengelände in Madagaskar.

Als Erstes waren die Szenen auf dem Baustellen-Areal in Madagaskar an der Reihe, die auf dem Gelände eines verfallenen Hotels gedreht wurden. In der Szene springt Bond in einen 18-Tonnen-schweren Bagger und fährt mit rund 60 km/h auf das Gebäude zu. Er rammt einen Laster, zerstört eine Hütte und knallt dann in einen Betonsockel, auf dem Mollaka gerade entlang läuft als sich die Schaufel des Baggers in den Beton bohrt.

„Wir bauten ein Modell und trugen zwei oder drei Lagen ab, so dass der Bagger auch ganz bestimmt den Beton und auch den Pfeiler darunter aushebeln konnte. Martin Campbell bevorzugte den direkten Weg, bei dem sich die Schaufel direkt in den Beton bohrt. Wir machten eine Reihe von Tests und während der Aufnahmen lief es sogar besser als erwartet. Der Beton zerbarst rund um die Baggerschaufel.“

Auf dem Flughafen Dunsfold in Surrey verbrachten das erste und zweite Aufnahmeteam insgesamt zehn Wochen damit, die Sequenz zu filmen, in der Bond einen zweiten Terroristen durch das Gebäude des Flughafens von Miami bis hin zum Rollfeld verfolgt. „Bond verfolgt Carlos, der während der Hauptverkehrszeit am Boden einen Benzintanklaster über das Flughafengelände von Miami steuert“, erklärt Corbould. Bond springt auf den Tanker und Carlos versucht über waghalsige Manöver Bond abzuschütteln. Er rammt Busse, Polizeifahrzeuge und Gepäckwagen. Es ist ein Gemetzel! Ich habe in dem Film Licence To Kill (Lizenz zum Töten, 1989) schon Erfahrungen mit Tanklastern gemacht. Es sind wahre Biester, wenn sich die tonnenschweren Gefährte erstmal in Bewegung gesetzt haben. Und natürlich wollten wir etwas noch Spektakuläreres als beim letzten Mal inszenieren, also frisierten wir die Tanklastwagen, so dass wir Kollisionen mit höchster Geschwindigkeit erzeugen konnten.“ Corbould beschreibt das riesige Set des sinkenden Hauses, das den Actionhöhepunkt von CASINO ROYALE bildet, als die größte Konstruktion, die er jemals für einen Bond-Film oder irgendeinen anderen Film gebaut hat. In der Szene folgt Bond Vesper und Gettler in ein venezianisches Haus, das gerade renoviert wird und dessen Restaurierung durch aufblasbare Ballons unterstützt wird. Während er ihnen folgt, werden die Ballons durch Schüsse zerstört, was dazu führt, dass die damit gehaltenen Wände einstürzen. Am Schluss versinkt das ganze Gebäude im Canal Grande.

Man arbeitete in einem Tank in der 007-Halle in Pinewood und dazu baute die Produktion eine venezianische Piazza und das Innere eines dreistöckigen, baufälligen Hauses. „Die Vorrichtung war massiv: 90 Tonnen Elektronik und Hydraulik. Ich machte mir Sorgen, ob damit überhaupt eine schnelle Bewegung erzeugt werden kann, so dass es auch so aussieht, als ob das ganze Haus sinken würde. Die hydraulischen Ventile wurden von Computern gesteuert, da das System sich in sich zu viel bewegte – es bewegt sich nach oben und nach unten und wurde über zwei Achsen geschwenkt. Es hätte leicht passieren können, dass wir den Boden des Tanks oder das Dach beschädigen und daher benötigten wir eine Reihe von Sicherheitsvorkehrungen.“

Gleichzeitig konnte man die komplette Vorrichtung knapp sechs Meter tief in das Wasser versenken und während man das tat, wurden natürlich große Wassermengen nach oben gedrückt, so dass Corbould die meiste Zeit in einem Tauchanzug verbrachte. „Ich schätze, dass ich etwa acht Stunden pro Tag im Wasser dieses Sets verbracht habe, von denen ich rund zwei Stunden unter Wasser war, um dort Probleme zu beheben. Wir hatten eine Unmenge an Kompressoren außerhalb der Tanks angebracht, die das Wasser nach oben drückten während das Haus in sich zusammenfiel, also musste alles immer funktionsbereit sein. Als die Dreharbeiten vorangingen und das Haus sank, fiel immer mehr Schutt, Trümmer und Dreck in das Wasser, so dass man mit der Zeit nichts mehr sehen konnte, was dazu führte, dass wir am Ende dazu übergingen, uns durch Tasten fortzubewegen.“

Das Spezial-Effekte-Team erschuf zudem ein Außenmodell im Maßstab eins zu drei, um zu filmen, wie das Gebäude im venezianischen Kanal versinkt. Da dasselbe Computersystem die Hydraulik des Modells steuerte, konnten Corbould und seine Mitarbeiter die Bewegung im Inneren des Gebäudes exakt angleichen.

„Wir haben ganz sicher etwas dazugelernt“, erinnert sich Corbould. „Es war die größte Vorrichtung dieser Art, die die Crew jemals zusammengebaut hat, und ein kompliziertes System war es auch. Ich erinnere mich noch an den Beginn der Arbeit als man uns sagte: „Es wird keine Tricks oder Effekte geben und dann präsentierten sie uns diese Idee. Aber letztendlich wird es das Publikum schätzen, wenn es sieht, wie jemand ein Risiko eingeht. Besser so, als dass es denkt, es sei sowieso nur ein visueller Effekt und deswegen bin ich mir sicher, dass sie den Mut und das Engagement zu schätzen wissen, dass durch einen realen Effekt eingebracht wird. Ich denke, dass Spezialeffekte mehr und mehr zurückkehren werden und die visuellen Effekte wieder verdrängt werden.“

DREHORTE

DIE BAHAMAS Bond kommt mit einem Wasserflugzeug auf den Bahamas an und fährt später entlang der Küstenstraße zum tatsächlich existierenden One & Only Club Resort, wo er auf Dimitrios und seine schöne Frau Solange trifft. Das Albany-Anwesen an der Westküste von New Providence Island dient Dimitrios als Strandhaus, an dem Bond aus dem Wasser auftaucht und Solange dabei beobachtet, wie sie ihr Pferd am Strand spazieren führt.

Das Anwesen um ein verlassenes Motel in Coral Harbor auf New Providence Island diente als Elendsviertel auf der afrikanischen Insel Madagaskar. Dort beobachtet Bond Mollaka während eines Kampfes zwischen einer Schlange und einem Mungo. Ein verlassenes Hotel, das in derselben Gegend liegt, wurde zum Baustellengelände umfunktioniert, über das Bond Mollaka verfolgt.

PRAG, TSCHECHIEN Viele Innenaufnahmen, zu denen auch der Salon Privé des Casino Royale, das Gelände der Botschaft von Nambutu, die Inneneinrichtung von Le Chiffres Jacht und das Innere eines Sanatoriums, in dem sich Bond erholt, gehören, wurden in den Prager Studios in Barrandov und Modrany gedreht.

Die Stadt selbst ist in der Film-Sequenz vor dem Titel zu sehen, wenn Dryden vor seiner Auseinandersetzung mit Bond im Donau-Gebäude ankommt, einem neuen Bürokomplex am Ufer des Vltava. Zu weiteren Drehorten in Prag zählen das Vitkov-Monument und ein Marmor-Mausoleum, das als Innenlocation für die Körperwelten-Ausstellung in Miami fungiert. Der Prager Flughafen wurde zum Miami International Airport – in den Szenen, in denen Bond Carlos durch den Terminal bis auf das Rollfeld folgt.

Die 800 Jahre alte Bibliothek im Kloster Strahov wurde als Britisches Unterhaus umfunktioniert und das im Neorenaissance-Stil gebaute Nationalmuseum am Wenzels-Platz wurde in die Rezeption und einen Treppenaufgang eines venezianischen Grandhotels verwandelt, in dem Bond und Vesper eine romantische Auszeit nach ihren Anstrengungen genießen.

KARLSBAD, TSCHECHIEN Der Kurort Karlsbad, den Besucher seit dem 14. Jahrhundert wegen seines Heilwassers aufsuchen, wurde als eine Stadt in Montenegro verwendet, in der auch das Casino Royale liegt. Aus dem weltbekannten Hotel Pupp wurde das Hotel Splendide, wo Bond und Vesper sich während des Pokerturniers aufhalten. Das „Lazne“, ein beeindruckendes wenn auch ungenutztes Heilbad, das zur Jahrhundertwende entstand, gab dem Casino Royale seinen Eingang und den öffentlichen Bereich. In derselben Umgebung Tschechiens drehte das Team Szenen mit Bond und Vesper, die im Aston Martin DBS ankommen und sich auf dem Marktplatz der malerischen Stadt Loket mit Mathis treffen. Die Inneneinrichtung eines Krankenhauses in dem Ort Plana wurde genutzt, um Szenen zu drehen, in denen Bond wieder gesund gepflegt wird, nachdem er von Le Chiffre gefoltert wurde.

COMER SEE, ITALIEN Die wunderschöne, in Privatbesitz befindliche Villa Gaeta am Ufer des Comer Sees, wurde für eine Szene genutzt, in der Bond Mr. White in seinem Zuhause gegenübertritt. Die Anlagen der spektakulären Villa Balbianello an der Westküste des Comer Sees wurden zum Sanatorium, in dem Bond sich von den Qualen erholt, die Le Chiffre ihm zugefügt hat.

VENEDIG, ITALIEN Die Filmproduktion konnte in Venedig auf vielen Straßen und Gassen drehen. Dazu zählte auch der weltberühmte Markusplatz. Dank einer speziellen Genehmigung durften Bond und Vesper auf der Jacht Spirit 54 auf dem Canal Grande zwischen der Accademia und der Rialto-Brücke fahren. Es war die erste Jacht seit vielen Jahren, die erstmals wieder auf dem Canal Grande fahren durfte. Das einstürzende Haus, in das Bond Vesper und ihren Entführer verfolgt, lag gegenüber dem Gemüsemarkt an der Rialto-Brücke und Bond geht mit der Jacht außerhalb des luxuriösen Cipriani Hotels auf der Insel Giudecca vor Anker.

DREHORTE IN GROSSBRITANNIEN Der Dunsfold Flughafen nahe Guildford in Surrey war das Areal, auf dem die meisten der Außenaufnahmen des Miami International Airports entstanden. Dort filmten Alexander Witt und die 2nd Unit viele spektakuläre Actionszenen, in denen Bond den Versuch der Terroristen unterbindet, den Prototypen eines Passagierjets in die Luft zu sprengen. Black Park wurde genutzt, um Szenen in dem Rebellencamp von Uganda zu drehen, wo Mr. White Le Chiffre Steven Obanno vorstellt (was sehr zur Erheiterung vieler Spaziergänger beitrug, die im National Park nahe der Pinewood Studios ihre Vierbeiner ausführen). Ein Spielfeld in Eton wurde zu einem Kricketfeld umfunktioniert, das in der Film-Sequenz, die vor dem Titel gezeigt wird, auftaucht. Pinewoods 007-Halle beherbergte spektakuläre Kulissen, denn dort entstand das Innere des sinkenden Hauses in Venedig, in dem das Actionhighlight am Ende des Films spielt, zu denen auch der blutige Kampf zwischen Bond und Gettler bzw. seinen Killern gehört. Zusätzlich wurde eine vollständige venezianische Piazza für den Abschluss dieser Szene gebaut, als Bond versucht, Vesper zu retten. Weitere Hallen in Pinewood wurden für Modellaufnahmen und Aufnahmen vor einer „green screen“ benutzt.
DIE BESETZUNG
ROLLE // DARSTELLER // SYNCHRONSPRECHER/IN
JAMES BOND // Daniel Craig // Dietmar Wunder
VESPER LYND // Eva Green // Alexandra Wilcke
LE CHIFFRE // Mads Mikkelsen // Axel Malzacher
M // Judi Dench // Gisela Fritsch
SOLANGE // Caterina Murino // Adreina de Martin
MATHIS // Giancarlo Giannini // Bernd Rumpf
DEALER // Daniel Andreas // // Daniel Andreas
MENDEL // Ludger Pistor // Ludger Pistor
GETTLER // Richard Sammel // Richard Sammel
SCHULTZ // Jürgen Tarrach // Jürgen Tarrach
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DER STAB
Regie // Martin Campbell
Drehbuch // Neal Purvis & // Robert Wade und Paul Haggis
Produzenten // Michael G. Wilson und Barbara Broccoli
Ausführende Produzenten // Anthony Waye und Callum McDougall
Associate Produzent // Andrew Noakes
Kamera // Phil Méheux
Ausstattung // Peter Lamont
Schnitt // Stuart Baird
Kostüme // Lindy Hemming
Musik // David Arnold
Special Effects und Miniature Effects Supervisor // Chris Corbould
Stunt-Koordinator // Gary Powell
2nd Unit-Regisseur // Alexander Witt
Casting Direktorin // Debbie McWilliams
Deutsche Bearbeitung // Interopa Film GmbH
Deutsches Dialogbuch/Dialogregie // Frank Schaff
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