stephan Luca . Playboy Stil-Held

„Gutes Aussehen macht es nicht einfacher“

Er gibt den Macho perfekt wie Bruce Willis. Er ist etwas zu attraktiv wie George Clooney. Er hasst Liebesszenen wie Daniel Craig. Und jetzt zeigt uns Schauspieler Stephan Luca auch noch, dass er Witz hat. Nicht nur in seinem neuesten Film. Auch bei der Anprobe: ein Auftritt im Stil der 20er-Jahre, der heute wieder die Festtagsgarderobe bestimmt

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Stephan Luca

Playboy Stil-Held

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„Ich habe meinen Beruf nicht ergriffen, um mich von einer Kussszene zur nächsten zu hangeln“
Es ist fünf vor zwölf für Stephan Luca – karrieretechnisch. Gerade läuft „Kein Sex ist auch keine Lösung“ in den deutschen Lichtspielhäusern, seine erste Kinohauptrolle. Er steht kurz vor dem Zenit. Wir wollen daher wissen: Wird dieser 37-Jährige zu Recht gehypt? Kann der mehr als gut aussehen? Und laden ihn nach Berlin zum Fotoshooting ein. In einem schlichten schwarzen Anzug soll er uns mal zeigen, mit wie viel Format er so eine Festtags- und Feiergarderobe füllt. Und siehe da: Kaum trägt er sie, hält er nicht mehr still. Luca gibt den Casanova, den Boxer, den Mafioso. Ein Selbstläufer. Unser Fotograf muss nur noch draufhalten. Wir sind begeistert. Später im Interview wird aus dem ambitionierten Schauspieler Luca dann der umgängliche Stephan aus Hamburg. So mögen wir das ...

Playboy: Herr Luca, wollen wir loslegen? Dies ist Ihr erstes Interview mit dem Play...
Luca: ... Wissen Sie eigentlich, dass der Playboy mit meiner ersten großen Liebe zu tun hatte? Ich habe mit zwölf die amerikanische Dezember-Ausgabe von 1979 mit Raquel Welch in die Hände bekommen. Danach war mir nicht nur klar, dass ich auf Mädels stehe (lacht), sondern ich bedrängte meine Eltern auch, mit mir in die USA zu reisen. Ich war überzeugt davon, meine Traumfrau dort zu treffen. Also, lieber Playboy, danke dafür!

Playboy: Das hätten Sie klargestellt. Fangen wir noch mal an. Es gibt da eine Frage, die sich wirklich aufdrängt: Ist Schönsein ein Karrierehindernis?
Luca: Gutes Aussehen macht es in Deutschland nicht einfacher, weil man einem schönen Gesicht keine künstlerische Qualität zuspricht. Das habe ich bei meiner Bewerbung an der Schauspielschule schon erfahren. Da sagte die Prüferin: „Bei RTL machen sie gerade eine Daily Soap, da würden Sie gut reinpassen.“ Na danke, dachte ich mir. Ich wollte aber auf die Bühne!

Playboy: In dem Zusammenhang schon mal einen wichtigen Karriererat gekriegt?
Luca: Als ich dann auf der Schauspielschule war, sagte meine Lehrerin Monika Bleibtreu: „Ich kann dir eigentlich gar nicht sagen, wie es geht. Aber lass uns mal dran arbeiten.“

Playboy: Sie haben scheinbar ganz ordentlich dran gearbeitet – aber beim deutschen Film werden Sie dann doch immer wieder als Woma­ni-zer besetzt.
Luca: Zum Glück nicht nur. Sie sehen mich gerade mit Schnäuzer für meinen aktuellen Dreh des Doku-Dramas „Olympia München 72“. Aber Sie haben Recht, es kommt vor (lacht). Dabei habe ich meinen Beruf nicht ergriffen, um mich von einer Kussszene zur nächsten zu hangeln, die Knutscherei vor der Kamera kann ich nämlich nicht ab.

Playboy: Sind Sie da nicht ein bisschen undankbar?
Luca: Stellen Sie sich mal vor 40 Leute und sagen: „Ihr schaut jetzt alle zu, wenn wir zwei uns gleich küssen.“ Dann ruft einer: „Und bitte!“ Hinterher kommt jemand und meckert: „Nee, das sah nicht gut aus, das müssen wir noch mal machen.“

Playboy: Hört sich so an, als sei Ihnen noch keine gute Filmkuss-Partnerin untergekommen.
Luca: Doch, Annette Frier! Die ist so eine Weltklasse-Küsserin. Und da fällt es beim Küssen auch noch schwer, nicht loszulachen. Denn sie ist einfach die großartigste und witzigste Kollegin. Auf diesem Wege: Annette, ich will dich wieder küssen!

Playboy: Sie haben viele Liebhaber gespielt – was muss man einer Frau sagen, damit sie schwach wird?
Luca: Im besten Fall den Text, der im Drehbuch steht. Im wahren Leben ist es dagegen eine große Kunst, das Interesse einer Frau zu wecken. Ehrlich, das kann ein Mann mit zurechtgelegten Sätzen oder Filmsprüchen gar nicht schaffen.

Playboy: Lassen Sie’s raus!
Luca: Sie lassen nicht locker, was? Also: Zuhören! Es ist gar nicht so wichtig, was ein Mann sagt, solange einer Frau das Gefühl gegeben wird, dass er sich ehrlich und wahrhaftig für sie interessiert. Wenn es dabei gelingt, die Angebetete zum Lachen zu bringen – wunderbar. Allerdings muss man, um das zu erreichen, auch was sagen. Sie sehen: Es bleibt kompliziert.

Playboy: Was haben Sie noch über Frauen gelernt?
Luca: Frauen unter sich reden über die Geschlechtstei­le ihrer Männer, Schuhe, von denen es nie genug geben kann, und die neue Frisur. Telefonieren und schminken sich gleichzeitig, während sie Auto fahren und sagen ja, meinen aber nein. Aber: Ohne sie geht’s halt auch nicht. Da werden uns so ein paar Klischees doch nicht abschrecken.

Playboy: Ihr liebstes Männerspielzeug?
Luca: Ein Fiat Cinquecento. Als Jugendlicher war ich mal in Italien, da habe ich mich in einen verliebt. Zehn Jahre lang habe ich diesem Auto hinterhergetrauert. Dann konnte ich mir einen kaufen – mit der kleinen Murmel brause ich heute noch durch Hamburg.

Playboy: Sie haben früher als Skilehrer gearbeitet. Dann können Sie uns bestimmt erklären, was Frauen an dieser Spezies Mann so toll finden.
Luca: Glauben Sie tatsächlich, dass ich Ihnen darauf eine Antwort geben kann, nur weil ich ein paar hilflose Skianfängerinnen den Hang heruntergebracht und ihnen hinterher aus den Skistiefeln geholfen habe?

Playboy: Tennisstunden haben Sie auch schon gegeben.
Luca: Ja, in den Ferien. Viel besser, als vier Wochen beim Daimler am Fließband zu stehen, auch alles schon gemacht. Meine erste große Reise nach Griechenland mit dem Evangelischen Reisedienst habe ich von Tennisstunden bezahlt – da war ich 16. Das Flugticket habe ich heute noch. Der Saft, den ich im Flugzeug serviert bekam, das war mein Saft, den hatte ich bezahlt. Supergutes Gefühl. Tennis war eh prima: Ich konnte schlechte Schulnoten mit gewonnenen Turnieren ausgleichen.

Playboy: Ihr neuer Film heißt „Kein Sex ist auch keine Lösung“ – ein Statement, das Sie so unterschreiben würden?
Luca: Absolut. Und zwar mit einem dicken Filzstift – wir sind doch keine Kostver-ächter!

Playboy: Sie spielen einen Werber, der nach einer etwas merkwürdigen Regel lebt.
Luca: Das Motto meiner Figur Tom Moreno lautet: Nach dreimal Sex ist Schluss. Denn alles, was danach kommt, ist eine Beziehung, und das braucht ja kein Mensch. So eine arme Sau wollte ich schon immer mal spielen.

Playboy: Solche Typen finden Frauen gut?
Luca: Es mag Frauen geben, die auf Arschlöcher reinfallen, aber die meisten sind dann doch so klug und besinnen sich auf die Männer, die wirklich was draufhaben.

Playboy: Sie selbst haben Ihre Frau auf einem Straßenfest kennen gelernt.
Luca: Ja, in Hamburg. Wir haben gefeiert, gelacht, getanzt, und ich habe die erste Nacht in ihrer Badewanne verbracht. Nach zwei Wochen Funkstille habe ich mich endlich getraut, sie anzurufen, und gesagt: Falls sie in drei Jahren nichts Besseres vorhat, dann würde ich mich freuen, wenn sie zu meiner Hochzeit kommt – als Braut. Es wäre aber ratsam, wenn wir uns vorher noch ein-, zweimal zum Dinner verabreden.

Playboy: Sie gelten als Feinschmecker. Ihr absolutes Lieblingsgericht?
Luca: Das Franzbrötchen (Feingebäck aus Plunderteig, Spezialität der Hamburger Küche, Anm. d. Red.), das ist für mich der Inbegriff von Heimat. Wenn ich Hamburg für längere Zeit verlasse, vermisse ich das am meisten. Und dann die Tagliatelle al Tartufo von meinem Freund Enzo (Restaurant „Trattoria da Enzo“ in der Hamburger Neustadt, Anm. d. Red.). Der beste Italiener der Stadt: Da werden einfache Dinge großartig zubereitet.

Playboy: Was ist mit Maultaschen aus Ihrer Heimatstadt Stuttgart?
Luca: Die sind auch immer bei uns im Kühlschrank. Das konnten zwölf Jahre Hamburg nicht ändern.

Playboy: Sie haben ja noch mehr als Hamburg und Stuttgart gesehen. Reisen ist Ihnen sehr wichtig.
Luca: Genau, am liebsten in die Berge. Gern auch mal sechs Wochen am Stück mit dem Rucksack, nichts planen, Platz und Zeit zum Entdecken haben.

Playboy: Also zehn Tage mit dem Reiseführer in der Hand durch Asien?
Luca: Oder durch New York. Habe ich mit Anfang 20 gemacht, eine Woche durch New York laufen. Auch durch Straßen, von denen man mir hinterher sagte, das war jetzt nicht so clever. Meat District, mittlerweile einer der angesagtesten Flecken. Aber vor 15 Jahren: holla die Waldfee! Da haben die Taxifahrer noch die Knöpfe runtergemacht.

Playboy: Geben Sie uns Ihre beste Lebensregel mit auf den Weg?
Luca: Lieber vorbeugen als auf die Füße kotzen.

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  • Für den perfekten Auftritt als Dandy und Draufgänger geht nichts über Anzug, Hosenträger, Kippe im Mundwinkel. Anzug: Carl Groß, ca. 330 Euro. HEMD: Hugo Boss, ca. 90 Euro. HOSENTRÄGER: H&M, ca 15 Euro. FLIEGE: van Laack, ca. 50 Euro

    Für den perfekten Auftritt als Dandy und Draufgänger geht nichts über Anzug, Hosenträger, Kippe im Mundwinkel. Anzug: Carl Groß, ca. 330 Euro. HEMD: Hugo Boss, ca. 90 Euro. HOSENTRÄGER: H&M, ca 15 Euro. FLIEGE: van Laack, ca. 50 Euro

  • Sakko: John Galliano, über www.verypoolish.com, ca. 600 Euro. HEMD: Maison Martin Margiela, ca. 180 Euro. OHREN: Playboy

    Sakko: John Galliano, über www.verypoolish.com, ca. 600 Euro. HEMD: Maison Martin Margiela, ca. 180 Euro. OHREN: Playboy

  • Charmeur, Aufreißer oder Whisky-Tester: Egal, welche Rolle Sie heute Abend spielen, der schwarze Nadelstreifenanzug passt immer. Anzug: Strellson, ca. 350 Euro. HEMD: Ermenegildo Zegna, ca. 170 Euro. EINSTECKTUCH: Tommy Hilfiger, ca. 50 Euro. BRILLE: Marc Jacobs, ca. 200 Euro. UHR: Omega Seamaster, ca. 4000 Euro. HOSENTRÄGER: Zara, ca. 20 Euro. HANDSCHUHE: Roeckl, ca. 160 Euro

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Das ist Stephan Luca

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Das Leben des Stephan Luca beginnt 1974 in Stuttgart – eher unglamourös: Er geht auf die Waldorfschule. Dort wird seine Liebe fürs Schauspiel entfacht. Luca besucht ab 1997 die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Seitdem ist er ein größerer Hamburg-Fan als Helmut Schmidt. Wir sahen Luca in „Keinohr­hasen“, „Männerherzen“ und „Resturlaub“. Seit dem 1. Dezember läuft die Komödie „Kein Sex ist auch keine Lösung“ in unseren Kinos, darin spielt Luca einen erfolgreichen Werber mit Porsche und hohem Frauenverschleiß. Er lebt mit Frau und Tochter in Hamburg.

Kira Brück