Interviews

13 Fragen an Bastian Schweinsteiger

Ein Gespräch mit Mittelfeld-Regisseur Bastian Schweinsteiger über den „besten Schweinsteiger aller Zeiten“...

 

Bushido im Playboy-Interview Der neue Schweinsteiger: passt in kein Schwarz-Weiß-Schema
Playboy: Sie sind seit 2002 Profi beim FC Bayern, aber die Zeitungen lobten Sie in dieser Saison als „besten Schweinsteiger aller Zeiten“. Prompt gewinnen die Bayern Titel nach Belieben. Wie kommt’s?
Schweinsteiger: Ich hatte davor auch ein bisschen Pech und zu oft die Latte oder den Pfosten getroffen. Sechs, sieben Tore mehr hätten mir schon gutgetan. Wichtig ist, dass ich die Position spielen kann, auf der ich am besten bin, im zentralen defensiven Mittelfeld. Das hat super geklappt, wir haben viele Spiele gewonnen. Ich bin nie weit weg vom Geschehen, kann das Spiel viel mehr beeinflussen und bin nicht so abhängig von den Mitspielern, wie wenn ich auf der Außenbahn auf den Ball warten muss. Diese Abhängigkeit habe ich nie gemocht.

Playboy: Überall liest man vom neuen Schweini. Was ist so neu an Ihnen?
Schweinsteiger: Die Medien haben das 2006 gut genutzt mit „Schweini“ und „Poldi“. Aber ich habe mich weiterentwickelt. „Schweini“ habe ich nie richtig gern gehört, der volle Name ist mir lieber. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mit 35 mit dem Kinderwagen durch München laufe, und einer ruft mir „Schweini“ hinterher. Das passt nicht mehr, da bin ich rausgewachsen. Ich habe über 70 Länderspiele und bin in der Hierarchie nach oben geklettert. Das merken auch die Mitspieler, für die bin ich schon lange nicht mehr der „Schweini“. Meine Freunde nennen mich übrigens „Basti“ oder „Holzkopf“ ...

Playboy: „Holzkopf“?
Schweinsteiger: Weil ich so ein Dickschädel bin. Als Jugendlicher wollte ich immer mit dem Kopf durch die Wand. Ich kann nur sagen: ist besser geworden.

Playboy: Wie sieht ein typischer Tag im Schweinsteiger-Leben aus?
Schweinsteiger: Meistens haben wir um 11.30 Uhr Training. Also stehe ich um 9 Uhr auf und trinke einen Kaffee. Ich frühstücke oft auf dem Bayern-Trainingsgelände: Müsli oder Rühreier, Marmeladenbrot und Obst. Ich liebe Mangos in der Früh. Dann Training. Das ist verbunden mit Aufwärmen, Stretching, Analyse – und nach dem Training gemeinsames Mittagessen mit den Kollegen. Wenn ich fertig bin, gegen 15 Uhr, fahre ich gleich nach Hause oder mit Freunden Kaffee trinken.

Playboy: Haben Sie ein Lieblingscafé?
Schweinsteiger: Aktuell gehe ich gern in die „Box“ am Gärtnerplatz, aber ich liebe auch Starbucks. Bei Starbucks trinke ich immer den „Vanilla Latte Nonfat“. Schmeckt super. Sobald ich einen Starbucks sehe, fühle ich mich gezwungen, einen zu holen.

Playboy: Und ein Ausgehtipp für abends?
Schweinsteiger: In der letzten Zeit bin ich nicht mehr zum Weggehen gekommen, weil wir so viele Spiele hatten. Ich werde langsam alt. Ich gehe sehr gern essen. In München gibt es viele gute Restaurants, das „Rubico“ etwa oder die „Seerose“. Danach noch einen Sprizz in einer Bar oder einen Rotwein auf der Terrasse zu Hause, wenn das Wetter schön ist. Rioja ist mein Lieblingswein, der gleiche, den auch der Trainer mag. Er trinkt nach jedem Spiel ein Glas. Ich halte mich da eher zurück.

Playboy: Welche Musik hören Sie, wenn Sie ausgehen?
Schweinsteiger: Lady Gaga ist gut, aber ich bin ein großer Fan von Rihanna. Ich liebe R&B. Komischerweise habe ich für alles ein Ohr. Letztens habe ich auch Kiss gehört, weil ich die bei „Wetten, dass . . ?“ gesehen habe. Meistens aber schon Rihanna. Ihr letztes Album ist super. Ich mag ihren Stil, ihre Stimme, wie sie sich kleidet.

Playboy: Hübsch ist sie auch ...
Schweinsteiger: Ja, aber auch ziemlich groß, und mit großen Frauen haben kleinere Männer ja gewöhnlich ihre Probleme. Wenn meine Freundin hohe Schuhe anhat, ist sie auch größer als ich. Manchmal muss ich da durch für zwei, drei Stunden, wenn wir ein feines Abendessen mit Bayern haben, aber das ist nicht schlimm. Vom Typ her mag ich ja große Frauen.

Playboy: Sie sind nicht nur Fußballprofi, sondern auch modischer Trendsetter. Sind Sie ein Powershopper?
Schweinsteiger: Ich interessiere mich für Mode, aber ich gehe nicht jeden Tag Klamotten einkaufen. Ich trage nur, worin ich mich wohlfühle. Es gibt kein bestimmtes Label, aber ich mag weiße Turnschuhe sehr. Ich mag eher schlichte Farben wie Schwarz oder Weiß, bunte Aufdrucke oder Glitzersachen sind nicht mein Ding. Mein Style ist einfach, leger – und bitte nicht zu steif.

Playboy: Sie haben angeblich ein Faible für große Brillen?
Schweinsteiger: Ja, das stimmt. Große dunkle Sonnenbrillen, und manchmal trage ich auch eine Hornbrille. Sie steht mir gut, und manchmal ist es einfacher, mit ihr durch die Stadt zu gehen. Man wird nicht gleich angesprochen. Die Brille ist für mich eine super Verkleidung.

Playboy: Wie lange brauchen Sie morgens im Bad?
Schweinsteiger: Zehn Minuten. Maximal. Nur für die Haare muss ich bisschen was tun. Wasser und Wachs, das war’s.

Playboy: Und Ihre Freundin Sarah?
Schweinsteiger: Die braucht noch weni- ger Zeit. Die hat das Glück, dass sie naturschön ist. Sie kann aufstehen und rausgehen – das reicht schon. Bei mir leider nicht.

Playboy: Lassen Sie uns doch eine Wette abschließen: Deutschland wird in Süd-afrika Weltmeister!
Schweinsteiger: Ich würde gern einschlagen, aber ich verspreche nicht gern etwas. Wenn man die letzten zwei Turniere anschaut – WM-Dritter 2006, EM-Zweiter 2008 –, dann müssten wir logischerweise wieder unter die besten drei kommen. Und wenn wir Erster werden, dann lade ich Sie auf eine gute Flasche Rioja ein. Die trinken wir dann gemeinsam auf meiner Terrasse und feiern den Titel.
Interview mit Bastian Schweinsteiger: Thilo Komma-Pöllath ]
Interview: Bastian Schweinsteiger ↑
 
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