Bundesliga-Saisonvorschau

Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Maestro Pep, Rivale Klopp, Helden, Schurken, Spielerfrauen: Die Bundesliga bietet zu ihrem 50. Geburtstag ein Spektakel wie noch nie. Wir bereiten Sie vor auf die Abenteuer der Saison 2013/2014

I read the articles

1 Adi Preißler: „Entscheidend is auf’m Platz“

Was in dieser Saison auf dem Rasen geschehen wird

alles anzeigen

Ein Mann muss „Cojones“ haben: Sky-Experte Wolff-Christoph Fuss wagt, die wichtigsten Fragen der Saison schon jetzt zu beantworten.
Playboy: Herr Fuss, schon mal eine größere Vorfreude auf eine neue Saison gespürt?
Fuss: Nur so viel: Es wird genial …

Playboy: Das könnte unter anderem an der Qualität liegen. Gibt es in Europa derzeit eine bessere Liga als die Bundesliga?
Fuss: Im Moment: nein. Das liegt daran, dass hierzulande besonders die kleinen Teams in der Lage sind, tollen Fußball zu zeigen, siehe Freiburg, siehe Frankfurt.

Playboy: Und an Neu-Bayer Pep, der der Liga internationalen Glanz verleiht. Ist ein Szenario vorstellbar, in dem Guardiola am Saisonende kein Bayern-Trainer mehr ist?
Fuss: Wenn im Frühjahr 2014 Gefahr besteht, dass die Champions-League-Qualifikation verpasst werden könnte. Und Jupp Heynckes dann noch immer ohne Job ist.

Playboy: Gehen wir davon aus, dass alles normal verläuft: Wird es eine Mannschaft geben, die den Bayern gefährlich wird?
Fuss: Wenn, dann der BVB. Mit Dortmund haben die Bayern zum Glück eine zähe Mannschaft, die sich an ihnen festbeißen möchte. Zurzeit aber scheint mir eine bayerische Monokultur wahrscheinlicher – was für die Spannung fatal wäre.

Playboy: In drei Adjektiven: Wie wird das erste Bundesliga-Aufeinandertreffen zwischen Bayern und Dortmund ablaufen?
Fuss: Intensiv, emotional, hochklassig. Die Spiele zwischen dem FCB und dem BVB werden es über Jahre hinweg in sich haben.

Playboy: Gibt es Titel-Geheimfavoriten?
Fuss: Nein. Teams wie Schalke und Leverkusen sind einfach zu weit weg. Aber sie könnten Geheim-Vizemeister werden.

Playboy: Wer hat das Potenzial zur Überraschungsmannschaft der Saison?
Fuss: Hoffenheim könnte für Erstaunen sorgen, genau wie Mainz, Bremen oder Braunschweig.

Playboy: Und welches Team ist Kandidat auf den Titel „Enttäuschung des Jahres“?
Fuss: Der HSV könnte erneut ein schwieriges Jahr vor der Brust haben.

Playboy: Gibt es Spieler, die es noch auf Löws WM-Zug schaffen könnten?
Fuss: Löw hat so viele Stars, dass da meiner Ansicht nach eigentlich kein Durchstarter mehr reinpasst.

Playboy: Wird der Weltmeister 2014 also Deutschland heißen?
Fuss: Ja, und da ist es egal, ob wir in Südamerika spielen oder am Nordpol, am Ende müssen die besten Fußballer das Turnier gewinnen. Und die haben wir momentan.

Playboy: Mit welchen Worten beschließt Wolff-Christoph Fuss den letzten Spieltag der Saison 2013/14?
Fuss: „Bayern verabschiedet sich als Meister und versucht nun, als erstes Team den Champions-League-Titel zu verteidigen. Die Bundesliga hat sich als beste Liga der Welt etabliert. Und so steht auch dem WM-Titel im Grunde nichts mehr im Weg … Bleiben Sie sportlich!“

2 Lukas Podolski: „Fußball ist wie Schach. Nur ohne Würfel“

Die fünf wichtigsten Strategien des Fußballs von heute – erklärt von Ex-Profi Christoph Metzelder

alles anzeigen

Pressing bezeichnet das Gewinnen von Bällen durch aggressives Attackieren des Gegners. Der ballführende Spieler wird dabei systematisch unter Druck gesetzt, gleichzeitig werden seine Anspielstationen zugestellt.

Beim Gegenpressing zieht sich das Team bei Ballverlust nicht zurück, sondern versucht unmittelbar, den Ball zurückzuerobern. Statt in die Grundformation zurückzukehren, wird sofort aggressiv nachgesetzt.

Ballorientierte Raumdeckung bedeutet, dass die Spieler die Räume um den Ball en bloc verdichten. Das Team steht nicht starr da, sondern richtet sich nach der Position des Balls aus.

Falsche Neun ist ein Stürmer, der sich ins Mittelfeld fallen lässt und dort Überzahl herstellt. Ein Dilemma für die Verteidiger: eigene Position verlassen und nachrücken oder gewähren lassen und Unterzahl im Mittelfeld riskieren? Mario Götze könnte beim FC Bayern bald als Falsche Neun spielen.

Beim Rochieren verlassen oder tauschen Offensivspieler ihre Positionen und verwirren dadurch die Abwehr.

Top 3: Lebemänner der Liga

Ausgewählt vom ehemaligen Lebemann der Liga: Ansgar Brinkmann

alles anzeigen

1. Mario Götze gibt auch privat Vollgas. In seinem Mercedes SLS mit Flügeltüren. Grundpreis: 186.000 Euro. Von null auf 100 in vier Sekunden kann man als Super-Mario bringen.

2. Marko Arnautovic wurde von Ex-Trainer Schaaf suspendiert, weil er morgens um drei mit 50 km/h zu schnell auf der Autobahn geblitzt wurde – in der Nacht vor einem Spiel.

3. Holger Badstuber: Der Bayern-Star sang völlig betrunken die Vereinshymne von Union Berlin. Zu sehen auf YouTube – ich habe Tränen gelacht. Hut ab, wie voll der war ...

3 Mehmet Scholl: „Mein Traumberuf? Spielerfrau“

Wie Sarah, Lena, Cathy & Co. funktionieren ...

alles anzeigen

27% Ersatzbank. Durch langes Sitzen im Nagelstudio, in der Botoxklinik und beim Star-Friseur verhindert die Spielerfrau, dass sie frühzeitig ausgewechselt wird.

48% Trophäe. Die Spielerfrau ist für manche Kicker wichtiger als Pokale und beeinflusst die inoffizielle Hackordnung in der Kabine.

13% Positionskampf. Der Platz im internen Ranking am Spielerfrauenstammtisch verbessert sich, je höher der Kaufpreis der neuesten Handtasche ist.

8% Manndeckung. Frauen wie Gaby Schuster waren in Vertragsverhandlungen gefürchtet. Ihr Mann Bernd erhielt dafür bei Leverkusen den Spitznamen „Pantoffelheld“.

4% Freispielen. Spielerfrauen betonen ihre Unabhängigkeit oft durch einen Zweitjob als Model, Soap-Darstellerin oder Schmuckdesignerin. 4 Christian Gentner: „Wir haben keine Auswärtsschwäche, sondern eine Ergebnisschwäche in Auswärtsspielen“

Zu welchem Auswärtsspiel Sie mal mitfahren sollten

alles anzeigen

Moderator Sebastian Hellmann, seit 14 Jahren für Sky in den Bundesliga-Stadien unterwegs, empfiehlt: Fahren Sie mal mit, wenn Ihr Team gegen Dortmund spielt. Man sitzt nah am Rasen, das Publikum ist bunt gemischt, und beim Singen stimmen alle euphorisch mit ein: vom Fünfjährigen bis zur Oma. Ein Erlebnis! Verständlich, dass der BVB die höchsten Zuschauerzahlen in ganz Europa hat: im Schnitt 80.000.

5 Dieter Nuhr: „Männer haben 100 Gramm mehr Gehirn als Frauen – da ist unter anderem die Abseitsregel drin“

Was da sonst noch drin ist: unnützes Fußballwissen

alles anzeigen

Einsame Sau
Laut einer Studie haben Torhüter im Schnitt nur 1,1 Geschwister. Abwehrspieler dagegen wachsen mit 1,8 Geschwistern auf, Stürmer mit 2,0 und Mittelfeldspieler mit 2,4.

Göttlicher Beistand
Paul Breitner ist mit Ex-Papst Benedikt verwandt. Der Bruder des Großvaters von Joseph Ratzinger war mit einer Frau verheiratet, die mit dem Opa von Breitner verwandt war.

Indirekter Elfer
Ein Strafstoßschütze darf beim Elfmeter seinem Mannschaftskameraden den Ball auflegen. Der Ball muss dabei nur Richtung Tor gespielt werden.

Kantersieg
In Madagaskar schlug der AS Adema 2002 Stade Olympique l’Emyrne mit 149 : 0. Grund: Der Trainer von Stade befahl seinen Spielern nach einer Schiri-Entscheidung, ins eigene Tor zu schießen.

6 Dante: „Lieber fünfmal 1:0 als einmal 5:0“

Was man über Mathematik am Spieltag noch wissen muss

alles anzeigen

75 Prozent aller Spiele werden gewonnen (bzw. verloren). + In 81 Prozent aller Bundesliga-Partien fallen mindestens zwei Tore. = Wer beim Tippspiel auf Unentschieden oder 1 : 0 setzt, ist selbst schuld.

7 Heribert Fassbender: „Es steht im Augenblick 0 : 0. Aber es hätte auch umgekehrt lauten können“

Wie Sie ähnliche Peinlichkeiten vermeiden: Die wichtigsten Do’s und Don’ts beim Fußballschauen im TV

alles anzeigen

Do's
Vor Anrücken der Kumpels kühles Bier und Chips vorbereiten.
Männer einladen, die mit heiserer Stimme brüllen: „Schiri, du Blinder!“
Die komplette Vor- und Nachberichterstattung laufen lassen: Interviews!
Nur dann Kumpels zu sich einladen, wenn Ihr Fernseher mindestens 42 Zoll misst.
Sich nach dem Match in den Armen liegen mit den Worten: „Das ist Fußball!“

Don’ts
Vor Anrücken der Kumpels raffinierte Canapés und Prosecco vorbereiten.
Frauen einladen, die mit heiserer.
Stimme brüllen: „Schiri, du Blinder!“
Die komplette Vor- und Nachberichterstattung auf „Mute“ stellen: sind doch eh nur Interviews!
Selbst dann Kumpels zu sich einladen, wenn Ihr Fernseher gleichzeitig Ihr Tablet-PC ist.
Sich nach dem Match beschwichtigen mit den Worten: „Das ist doch nur Fußball.“

Top 3: Treter der Liga

Ausgewählt von Ex-Bayern-Profi Hansi „Rambo“ Pflügler

alles anzeigen

1. Kyriakos Papadopoulos von Schalke 04 gehört zu den wenigen verbliebenen harten Jungs der Liga. Er hätte auch bei uns in den 80ern noch mitkicken können.

2. Sergio Pinto stemmt sich vehement gegen anrückende Angreifer – und dabei setzt er nicht nur geschickt seinen Körper ein, sondern auch sein Mundwerk.

3. Neven Subotic versucht, mit vielen Mitteln wenig zuzulassen. Damit hat er sich in der Dortmunder Innenverteidigung unentbehrlich gemacht.

8 Jupp Heynckes: „Ich übergebe die beste Mannschaft der Welt“

Was der neue Bayern-Trainer Pep Guardiola in einem Jahr daraus gemacht haben wird

alles anzeigen

  • Mut zum klaren Wort:
Privatier Heynckes

    Mut zum klaren Wort: Privatier Heynckes

Unser Autor Lucas Vogelsang hat einen Blick in die Kristallkugel geworfen und entdeckte dort: einen Tagebucheintrag von Jupp Heynckes vom 11.5.2014 – dem letzten Spieltag der kommenden Saison.

Schwalmtal, 11. Mai 2014

Liebes Tagebuch,
heute war ich noch mal beim Uli. Wie immer war die Besuchszeit zu kurz. Aber er spricht ohnehin nicht mehr viel seit dem Spiel gegen den BVB. Ich meine, ich kann ihn verstehen. Man kann ein Champions-League-Halbfinale verlieren – aber ausgerechnet gegen Dortmund? Und dann auch noch durch ein Eigentor von Götze ... Aber Uli hat auch gewusst, dass es nicht leicht werden würde, das Triple zu wiederholen. Immerhin sind die Jungs überhaupt bis ins Halbfinale gekommen. Ich hätte das nicht für möglich gehalten nach all den Nebengeräuschen im Winter.
Na gut, dass der Uli ins Gefängnis geht, zeichnete sich ja schon Ende des Jahres ab. Aber dass Kalle und der Winterkorn den Guardiola öffentlich demontieren, damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe gewusst, dass es schwer werden würde für ihn. Ein anderes Land, eine andere Sprache. Bei mir war das ja ähnlich in Madrid. Sie hätten ihm mehr Zeit geben sollen. Vor allem der Klinsmann-Vergleich nach der Demütigung in Gladbach ging zu weit. Bei der Trainersuche hat der Aufsichtsrat aber Mut bewiesen. Da war ja nicht nur ich überrascht. Doch alles in allem hat Effe das nicht schlecht gemacht. Ist ja seine erste Station als Coach. Er hat die Meisterschaft verteidigt, immerhin. Ob es auf Dauer mit ihm klappt? Wer weiß? Ich kehre jedenfalls nicht zurück, also, voraussichtlich. So, jetzt muss ich aber weg, gerade hat der Hans Meyer angerufen, ich soll ihm bei seinen Rosen helfen. Und er hasst es, wenn man ihn warten lässt – wie damals auf seinen ersten Trabi.

Die 50 schönsten Bundesliga-Tore aus 50 Jahren – in unserer Tablet-Edition unter www.playboy.de/tablet