Oliver Bierhoff . „Ich gebe gern die Richtung vor“
Unter Deutschlands großen Fußballern ist er der ungeliebteste. Liegt’s an ihm? Liegt’s am Rest der Welt? Ein Gespräch mit Oliver Bierhoff, dem Manager der Nationalelf
Vom Verlierer zum Chef: Unter den Größen des deutschen Fußballs hat Oliver Bierhoff die schrägste Karriere: Mit 18 Profi, dann floppen drei Anläufe bei drei verschiedenen Bundesliga-Vereinen (Bayer Uerdingen, HSV, Mönchengladbach). Er versucht sein Glück in Salzburg und dann in Italien, wird 1995 von Fans auf offener Straße verprügelt. Mit 28, da beendet mancher seine Profikarriere, das erste Länderspiel. Holt mit zwei Toren für Deutschland den EM-Titel, wird im Jahr drauf bei Udine italienischer Torschützenkönig – vor Ronaldo! Und wechselt als teuerster Transfer aller Zeiten zum AC Mailand, wird dort Meister und schießt bis zum Ende seiner Karriere in Italien 103 Tore. 2003 zieht Bierhoff die kurzen Hosen aus und den Schlips an – und wird erster Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
Bierhoff: Hin und wieder. Aber ich war nie so der Magazin-Verrückte. Ich lese viel Tageszeitung und viele Bücher
Playboy: Was denn für Bücher?
Bierhoff: Gern Thomas Mann oder auch Stefan Zweig. „Die Brüder Karamasow“ von Dostojewski oder „Der Zauberberg“ von Thomas Mann. Aber auch Finanz- und Wirtschaftslektüre. Auch wenn das manchmal etwas trocken ist, es bringt einen immer weiter.
Playboy: Wie kann man sich das vorstellen, zu Ihrer Spielerzeit: Der Zimmerkollege holt die Playstation raus, und Sie lesen Mann?
Bierhoff: Na ja, 1986, als ich anfing, gab es das weniger. Aber das hat sich geändert. Jetzt gibt es auch Nationalspieler, mit denen man Bücher austauschen kann.
Playboy: Suchen Sie sich so Ihre Bezugspersonen raus – „Über was soll ich mich mit dem unterhalten, der liest ja nix“?
Bierhoff: Nein, um Gottes willen. Ich verbringe meine Zeit gern mit Leuten, mit denen ich Spaß habe. Das muss nicht hochgestochen intellektuell sein, das kann auch blödsinnig sein.
Playboy: Wie pflegen Sie überhaupt Ihre Freundschaften?
Bierhoff: Als junger Mensch hat man noch diesen „besten Freund“, mit dem tauscht man alles aus. Ich hatte durch meine vielen Vereinswechsel immer neue Freundschaften, deshalb ist das bei mir alles räumlich ziemlich weit entfernt. Einige Freunde habe ich seit 20, 30 Jahren. Ich bin nicht der Typ, der alle paar Monate die engsten Freunde wechselt. Mit zunehmendem Alter wird eh die Familie immer wichtiger.
Playboy: Und mit den Freunden, gibt’s da das Männerwochenende einmal im Jahr oder viele E-Mails, wie läuft das?
Bierhoff: Häufig bleibt zu wenig Zeit. Und wenn man viel beschäftigt ist, dann müssen die, die einem nahestehen, am meisten zurückstecken. Aber es ist unterschiedlich, Mark Kosicke, mit dem ich meine Agentur Projekt B betreibe, treffe ich natürlich häufiger als meine Jugendfreunde in Essen. Wenn ich die dann sehe, nehme ich mir Zeit. Aber Freunde sind auch unterschiedlich, der eine möchte häufigen Kontakt, anderen genügt eine Mail alle paar Monate. Das Gleiche gilt für die Spieler: Wenn man in einer Führungsposition ist, sollte man individuell auf die Menschen eingehen und versuchen, dass man einen gemeinsamen Weg findet. Dabei kann ich einem nur einen kurzen Hinweis geben, mit anderen diskutiere ich intensiver.
Playboy: Die Rolle als Führungskraft, ist Ihnen das in die Wiege gelegt?
Bierhoff: Durch die Arbeit meines Vaters (Vorstand beim Energiekonzern RWE, d. Red.) habe ich früh einiges mitbekommen.
Playboy: Zum Beispiel?
Bierhoff: Aufgaben müssen aktiv angegangen werden, führen heißt auch Entscheidungen treffen, gestalten, eine klare Richtung festlegen – auch wenn der ein oder andere damit ein Problem hat. Man kann nicht immer den Weg des geringsten Widerstands wählen. Nicht jeder traut sich, unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Aber everybody’s darling kann und sollte man auch nicht sein.
„Ich war nie ein Naturtalent“
Oliver Bierhoff
Playboy: Sie entscheiden gern? Bierhoff: Ich gebe gern die Richtung vor, ja. Wir laufen alle Gefahr, uns ein bisschen treiben zu lassen. Ich denke aber: Entscheide selbst über dein Leben – sonst macht es ein anderer. Es gibt Menschen, die brauchen Unterstützung, Sicherheit und kippen unter Druck um. Mich aber hat Wettbewerb immer angetrieben.
Playboy: Ihr Erfolg in kurzen Hosen ließ sich leicht messen: soundso viele Tore. Woran lässt sich messen, wie erfolgreich Sie als Wettbewerbstyp in langen Hosen sind?
Bierhoff: Im Marketing kann man auch nie zahlenmäßig nachvollziehen: War das Produkt gut, oder war es der Marketing-Kommunikations-Mix, der den Erfolg brachte? In meiner Tätigkeit zählen erst mal die sportlichen Meriten, die zunächst den Trainern zugerechnet werden – das ist auch richtig. Wobei ich auch einige positive Entwicklungen für mich reklamiere. Den Erfolg bei der WM 2006 machte eine gute Atmosphäre aus. Wir konnten die Spieler versammeln, Vorträge anbieten oder andere gemeinschaftliche Aktivitäten. Das sorgte für die Stimmung, die wiederum den Erfolg auf dem Platz brachte. Wenn man dann noch ablesen kann, dass die Zahl der Sponsoren steigt, großes Interesse an der Nationalmannschaft besteht, sie Imagewerte hat wie nie zuvor und die Stadien ausverkauft sind, ist das für mich eine Bestätigung.
Playboy: Ist das alles Ihnen zu verdanken?
Bierhoff: Nicht allein, das wäre vermessen. In meinem Arbeitsgebiet lässt sich nicht durch einen Knall alles verändern, es sind viele Steinchen, die zum Berg werden.
Playboy: Oliver Bierhoff steht auf dem Platz und schießt in der 86. Minute ein 2 : 1 – ein Moment, der alles verändert. Gibt es solche Momente in Ihrem jetzigen Leben?
Bierhoff: Natürlich. Etwa „Deutschland, ein Sommermärchen“: Es war ein enormer Aufwand, Überzeugungsarbeit bei Trainern, Spielern, der Fifa, dem DFB oder den Spielermanagern zu leisten – und das Ganze hätte ja nach hinten losgehen können! Es wurde schließlich Deutschlands erfolgreichster Dokumentarfilm – da sagt man sich schon: „Strike!“ Aber für die ganz großen Entscheidungen, dass man sagen könnte: „Mit dieser Aktion hast du die Nationalmannschaft in eine andere Dimension gebracht“, vergleichbar mit dem Bau der Allianz-Arena oder dem 200-Millionen-Deal mit Audi in München – dazu fehlt mir die Befugnis. Da habe ich meine Grenzen.
Playboy: Braucht man den Manager Oliver Bierhoff noch nach der WM?
Bierhoff: Die Nationalmannschaft wird immer einen Manager brauchen. Ich denke auch: Trotz aller Widerstände im Verband, wie es sie in jedem Unternehmen gibt, ist die Überzeugung da, dass dieser Job erfolgreich ausgefüllt wird. Aber klar ist: Wenn ich nicht da bin, wird es einen anderen geben.
Playboy: Sie haben mal gesagt, Sie brauchen für den Job des Managers Rückendeckung. Spüren Sie die noch?
Bierhoff: Absolut. Aber man überlegt natürlich: Was kann ich umsetzen, was ist möglich? Als ich den Job übernehmen sollte, dachte jeder an eine reine Repräsentantenfunktion: Du kommst zu den Länderspielen, hältst deinen Kopf hin, redest ein bisschen, und das war’s ...
Playboy: Aber das war nicht Ihre Vorstellung von Ihrer Stellenbeschreibung!
Bierhoff: Nein, und auch nicht mein Interesse. Wie gesagt, ich gestalte gern, übernehme gern Verantwortung. Und die Nationalmannschaft zu betreuen, Deutschlands liebstes Kind, ist für mich eine unglaublich schöne Aufgabe: Ich komme in engen Kontakt mit Vermarktung, Medien oder Politik, gleichzeitig habe ich Finanzverantwortung – bei einem Titelgewinn ein WM-Budget von 22 Millionen Euro. Viele interessante Aspekte. Aber das mache ich nur, wenn ich gestalten kann.
Playboy: Sie haben ein abgeschlossenes BWL-Studium, sprechen vier Sprachen. Sind Sie nicht eigentlich unterfordert?
Bierhoff: Mir war immer klar, dass ich den Job nicht mein Leben lang mache. Ich wollte 2003 nach dem Ende meiner aktiven Karriere ein bisschen Erfahrung sammeln und mal reinschnuppern, ohne gleich an erster Stelle zu stehen. So wurde ich da reingeworfen. Das Trikot ausziehen und eine Krawatte anziehen – das macht einen ja noch nicht zum Manager.
Playboy: Hat Sie Jürgen Klinsmann da reingeworfen?
Bierhoff: Nein, der Erste war Karl-Heinz Rummenigge.
Playboy: ... der Sie heute als „Ich-AG vom Starnberger See“ beschimpft ...
Bierhoff: Nach Völlers Rücktritt vom Amt des Nationaltrainers suchte man jemanden, der nah am Trainer ist, Einfluss nehmen kann, und da schlug Rummenigge mich vor. Sollte man heute gar nicht denken!
Playboy: Hat Rummenigge Sie damals unterschätzt, weil man nicht dachte, dass Sie so unbequem werden könnten?
Bierhoff: Diese Frage kann nur er beantworten. Vielleicht dachten einige: „Der macht eh nur Repräsentanz.“ Man hatte mir ja als Spieler immer vorgeworfen: Der ist zu glatt, ohne Ecken und Kanten, der ist so diplomatisch. Das kann man nach den vergangenen Jahren nicht mehr sagen ...
Playboy: Behauptet auch keiner!
Bierhoff: Wobei ich mich immer nur für die Nationalmannschaft stark gemacht habe. Nehmen Sie den Adidas-Nike-Deal ...
Playboy: ... bei dem man Ihnen übelnahm, dass Ihr Ex-Werbepartner Nike dem DFB ein gigantisches Konkurrenzangebot zu Adidas machte ...
Bierhoff: Genau. Als Manager ist es meine Aufgabe, Netzwerke aufzubauen und zu nutzen! Ich werde kritisiert, weil ich dem Verband einen Deal über eine halbe Milliarde Euro bringe, das bedeutete damals eine Verdopplung unserer Einnahmen im Vergleich zu dem Angebot des Wettbewerbers. Andere werden gefeiert, wenn sie einen 200-Millionen-Deal mit Audi machen.
Playboy: Warum ist das so?
Bierhoff: Uli Hoeneß wurde 25 Jahre lang angefeindet, aber er ist einfach seinen Weg gegangen. Insofern habe ich Hoffnung.
Playboy: Gibt es nicht Jobs wie den Ihrigen, bei denen ein gewisses Krachpotenzial zum Stellenprofil gehört?
Bierhoff: Sicher. Was gab es nicht alles an Kritik an unseren Trainern aus den USA und Spezialisten wie den Sportpsychologen. Plötzlich wurde öffentlich das Für und Wider von Gummibändern debattiert. Wenn ich heute Mannschaftsfotos der Bundesliga-Vereine anschaue, haben sich still und leise genau diese Spezialisten überall dazugesellt. Wir mussten für vieles kämpfen.
Playboy: Mit „wir“ meinen Sie?
Bierhoff: ... die drei Trainer und mich. Ich bin nicht für die sportlichen Entscheidungen zuständig. Aber allein der Kontakt zu den Spielern: Zu meiner Zeit gab es vor einem Länderspiel ein Fax, dass man nominiert ist – das war’s. Heute sind wir auch außerhalb der Länderspiele für die Spieler da, mit Besuchen, Telefonaten usw.
Playboy: „Big Brother Bierhoff is watching you“ sozusagen.
Bierhoff: Den Spielern tut das schon ganz gut. Der eine braucht mehr Feedback und der andere weniger.
Playboy: Ein Michael Ballack etwa ...
Bierhoff: Michael ist so routiniert, um ihn brauche ich mich nicht so zu kümmern. Aber auch er freut sich über einen Anruf oder eine SMS nach einem guten Spiel. Es hat schon richtig gekracht zwischen uns, aber wir haben uns ausgesprochen, und danach baut sich das Vertrauen wieder auf. Ich sage nicht immer nur: „Der Empfänger macht einen Fehler“, vielleicht habe ich die Botschaft ja falsch gesendet.
Playboy: Rufen Sie mit Rufnummernanzeige an oder anonym?
Bierhoff: Mit Anzeige, bei allen Spielern – sonst kommt man nicht durch.
Playboy: Das klingt alles sehr bewusst, strategisch und rational. Ist Ihnen eigentlich wichtig, dass man Sie mag?
Bierhoff: Natürlich bin ich auch sehr emotional, ich kann nicht verhehlen, dass ich Harmonie durchaus mag. Aber ich würde dem nie alles unterordnen, nur um zu gefallen.
Playboy: Sie haben wichtige Tore geschossen, aber Sie waren nie so beliebt wie etwa ein Rudi Völler. Woran liegt das?
Bierhoff: 2008 hatte ich enorme Sympathiewerte, das hängt immer von den Ereignissen ab.
Playboy: Sie lassen Ihre Sympathiewerte messen? Für Ihre Werbekunden?
Bierhoff: Ja, das macht der DFB für Führungskräfte und Spieler. Im Schnitt hatte ich nie diese Popularität wie ein Rudi oder Uwe Seeler, ich war nie dieser Volkstyp.
Playboy: Warum?
Bierhoff: Das müssen Sie andere fragen.
Playboy: In letzter Zeit galten Sie als Raffzahn, als Abzocker. Das kann Ihnen nicht gefallen, oder?
Bierhoff: Es gefällt mir nicht. Es tut mir auch sehr leid, aber man kommt nicht dagegen an. Ich versuche, den Menschen stets mit Respekt zu begegnen. Gleiches fordere ich von meinen Gegenübern ein. Aber ein gewisses Festhalten an Vorurteilen ist nicht zu verhindern.
Playboy: Schon Ihre Spielerkarriere hatte extreme Tiefs ...
Bierhoff: Ja, es gab schwierige Momente. Das letzte Jahr in Gladbach etwa, da saß ich nur auf der Tribüne oder auf der Bank und fühlte mich überflüssig. Mein Freund spielte in der Kreisliga, und ich dachte: Der hat eigentlich mehr drauf! Ich habe nie an die Karriere geglaubt, weil ich immer dachte: Ich bin zu schwach. Ich war einfach kein Naturtalent. So war es nie wirklich mein Wunsch, Profi zu werden.
Playboy: Sondern?
Bierhoff: Wenn ich nicht Fußball gespielt hätte und damit so groß rausgekommen wäre, würde ich heute wohl für irgendein Unternehmen in irgendeinem osteuropäischen oder asiatischen Land ranklotzen, mir die Sporen verdienen und irgendwann zurückkommen. Denn der Ehrgeiz, etwas Interessantes zu machen, war immer da. Deshalb ja mein BWL-Studium.
„2008 hatte ich unglaubliche Sympathiewerte“
Oliver Bierhoff
Playboy: Haben Sie denn je Leidenschaft für den Fußball entwickelt? Bierhoff: Ohne die geht es gar nicht. Fußball ist Emotion, jetzt mit der Nationalmannschaft: Das ist einfach klasse. Klar würde ich mich schwertun, das Gleiche für Schrauben zu empfinden. Aber man kann auch das lernen, man kann in vielen Dingen eine Leidenschaft finden – ohne das werden Sie nicht erfolgreich sein.
Playboy: Apropos Erfolg: Ab wann ist die WM ein Erfolg für Deutschland?
Bierhoff: Für mich ist zunächst wichtig, wie wir auftreten. Du kannst im Achtelfinale auf die Engländer treffen und Pech haben. Das Viertelfinale ist sicher schon ein gewisser Erfolg, das ist das Minimalziel. Aber wir müssen in das Turnier gehen und das Ziel haben, den Pokal zu holen.
Playboy: Bei der WM 2006 konnten sich die Spieler und ihre Familien frei bewegen. In Südafrika wird das ja anders ...
Bierhoff: Wir werden die Spieler über die Sicherheitslage aufklären und mit den wichtigsten Informationen ausstatten. Aber wir sind in einem abgeschlossenen Camp, da braucht keiner Angst zu haben.
Playboy: Und die Fans?
Bierhoff: Auch sie erhalten Informationen. Aber wer nach Südafrika reist, weiß, dass er Eigenverantwortung übernehmen muss. Unter dem Dach des DFB gibt es ja das Fanclub-Nationalmannschaftscamp, dort werden die Anhänger betreut. Aber das bekommen wir in den Griff, schließlich reisen jährlich Tausende von Touristen nach und durch Südafrika.
Playboy: Kann es denn für die Mannschaft auch ein Zuviel an Sicherheit geben, sodass ein Lagerkoller entsteht?
Bierhoff: Ich dachte, Sie vom Playboy als Playmate-Experten lassen sich da was einfallen ...!
Playboy: Das wäre nicht schlecht, aber wer verhandelt mit den Spielerfrauen?
Bierhoff: Das wird kompliziert. Vielleicht dann nur für die Singles. Im Ernst: Wir haben ein schönes Quartier, aber abends wird es früh dunkel und bis zu drei Grad kalt. Da grillt man nicht auf der Terrasse. Deshalb gibt es sportliche Wettbewerbe, Mercedes hat eine Rennstrecke in der Nähe. Elefantenreiten wird es geben.
Playboy: Das klingt wie der Leiter eines Schullandheims, der sich das Freizeitprogramm für seine Schüler überlegen muss.
Bierhoff: Ein bisschen ist es so. Ich hatte auch vor, die Mandela-Zelle nachzubauen und ins Hotel zu stellen.
Playboy: Wie würde das aussehen?
Bierhoff: Dann könnten die Spieler, wenn sie Schwierigkeiten haben, reingehen und sich vorstellen: „Da war dieser Mann jahrelang und wurde nicht gebrochen. Er ging in die Freiheit und hat Großes bewegt.“
Playboy: Klappt das mit der Zelle?
Bierhoff: Ich konnte das finanziell nicht umsetzen. Aber es ist wichtig, dass die Jungs auch mal den Kopf freibekommen.
Playboy: Derzeit läuft ja eine große Kampagne von DFB und Mercedes-Benz unter dem Namen „Der vierte Stern für Deutschland“. Auf dem deutschen Trikot stehen drei Sterne für die drei WM-Titel: in Schwarz, Rot und Gold. Ist da überhaupt Platz für einen vierten? Und gehen Ihnen da nicht die Farben aus?
Bierhoff: Platz ist da, aber über die Farbe habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Das ist ein guter Hinweis.
Playboy: Auf wen freuen Sie sich besonders bei der WM?
Bierhoff: Ich würde mich über Nelson Mandela sehr freuen, aber man weiß nicht, ob er zur Eröffnung kommt. Sportlich würde mir eine Revanche gegen Spanien oder Italien gefallen. Italien, weil wir 2006 nicht hätten verlieren müssen, und Spanien, weil das die stärkste Mannschaft der Welt ist.
Playboy: Gibt es Spieler, auf die Sie sich besonders freuen?
Bierhoff: Es wäre zu wünschen, dass ein deutscher Spieler, ein Bastian Schweinsteiger oder ein Mesut Özil, eine Hauptrolle spielen könnte. Und klar, ich freue mich auf Messi. Zumindest ihm zuzusehen, gegen ihn spielen möchte man weniger.
Interview mit Oliver Bierhoff:
Florian Boitin und Christian Thiele ]
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