Claudia Hoffmann . Schön – schnell
Schneller läuft in Deutschland keine die Stadionrunde. Und wie Sie sehen, ist die 400-Meter-Sprinterin Claudia Hoffmann auch die schönste unter den Siegerinnen
[ Claudia Hoffmann
>> Nicht mit Ponyreiten, sondern mit Feldhockey begann Claudia Hoffmann ihre Sportlerkarriere. Mit 13 Jahren sattelte die 1982 in Nauen geborene Athletin um auf Leichtathletik. Hoffmann, deren Spezialstrecke immer die 400-Meter-Distanz war (viermal Deutsche Meisterin), läuft seit Kurzem auch die 800 Meter. Nach Starts bei den Olympischen Spielen 2004 und 2008 spurtete sie Mitte August bei der WM in Berlin. Mit der 4x400-Meter Frauen-Staffel belegte sie den tollen fünften Platz. Herzlichen Glückwunsch!
„ Unsere Athletinnen sind hübscher”
Die 4 x 400-Meter-Läuferin Claudia Hoffmann über Schönheitsdoping, Marathon im Taxi und ihre WM-Chancen
Playboy: Frau Hoffmann, Sie sind schnell und schön – was ist Ihr Schönheitsdoping?
Hoffmann: Ich setze auf Naturschönheit. Und auf eine ganz normale Gesichtscreme. Also auch in der Beziehung bin ich sauber.
Playboy: Schauen Sie sich vor einem Lauf auch mal Ihre Gegnerinnen an?
Hoffmann: Ja klar. Einfach, um zu schauen, wie die bestimmte Sachen machen, wie sie wirken – und wie sie aussehen.
Playboy: Und was sehen Sie da?
Hoffmann: Dass die Deutschen meistens zierlicher und hübscher als die anderen sind.
Playboy: Muss man für den ganz großen Erfolg eher hässlich sein?
Hoffmann: Nein. Ich habe in diesem Jahr von 400 auf 800 Meter umgeschwenkt, um auf dieser Strecke vielleicht bei einer EM oben auf dem Podest zu stehen. Das wäre doch kein so schlechter Anblick, oder?
Playboy: Hat man als saubere Sportlerin eine Chance, ganz vorn mitzulaufen?
Hoffmann: Das will ich hoffen. Sonst würde ich nicht mehr jeden Tag trainieren gehen. Und es ist ja nicht so, dass alle Medaillengewinner gedopt sind. Die 800-Meter-Distanz ist sauber möglich.
Playboy: Wie sehen Sie Ihre WM-Chancen?
Hoffmann: Ich bin für die 4 x 400-Meter-Staffel nominiert, und da sehe ich gute Chancen, dass wir den Endlauf erreichen. Für die 800-Meter-Strecke stehen die Nominierungen des DLV noch aus (bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt).
Playboy: Was geht Ihnen während eines Rennens durch den Kopf?
Hoffmann: Gar nichts. Völlige Leere. Manchmal hat man einen richtigen Filmriss und weiß gar nichts mehr. Das sind die besten Rennen. Obwohl man zum Teil nicht mehr weiß, ob man überhaupt gelaufen ist. Wer überlegt, verliert.
Playboy: Wie viel laufen Sie im Jahr?
Hoffmann: Etwa 100 Kilometer und zwar pro Woche.
Playboy: Welche Distanz würden Sie nie laufen wollen?
Hoffmann: Marathon. Da würde ich auch sofort disqualifiziert werden, weil ich zwischendurch Bus, Bahn und Taxi gefahren wäre. Ein Albtraum!
Playboy: Viele Frauen behaupten, ein Foto-Shooting sei anstrengend. Da können Sie als Spitzensportlerin doch nur lächeln, oder?
Hoffmann: Oh nein! Diese Posen zu halten war sehr anstrengend. Meine Hochachtung vor Models ist enorm gestiegen.
Playboy: Was werden Sie nach der WM machen? Trainieren?
Hoffmann: Bestimmt nicht. Vier Wochen Urlaub, ganz ohne Laufschuhe! Da kommen mir nur hohe Absätze in die Reisetasche.
Interview: Michael Gösele ]
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