Tanja Wenzel . Überirdisch schön
Ein Millionenpublikum kennt Tanja Wenzel aktuell aus „Anna und die Liebe“. Wir zeigen die Starschauspielerin, wie sie noch keiner gesehen hat
[ Tanja Wenzel
„ Der Westen war so bunt und roch gut”
Schauspielerin Tanja Wenzel über ihre ersten Eindrücke nach dem Mauerfall, betörendes Gulasch und – klar – über Möpse
Playboy: Sie spielen gerade eine Hauptrolle in der Telenovela „Anna und die Liebe“. Da haben Sie ja mal Glück mit dem Titel. Ihre erfolgreichsten Kinofilme hießen „Vollidiot“ und „Der Wixxer“ ...
Wenzel: Stimmt. Da war es schon schwierig, wenn meine Großmutter angerufen hat. Da habe ich absichtlich so genuschelt, dass der Titel schön klingt.
Playboy: Einer der berühmtesten Sätze aus diesem Film war: „Ich wurde hier angestellt wegen der Möpse“ – Ihr Chef im Film hatte eine Hundezucht ...
Wenzel: Das war in der Tat mein Lieblingssatz, großartig. Aber ich habe mich dabei auch etwas geziert. Ich war ja erst 25.
Playboy: Sie sind auch ansonsten tierlieb. Immer noch Vegetarierin?
Wenzel: Nein, irgendwann habe ich gemerkt, dass was fehlt. Schwein oder Lamm mag ich immer noch nicht. Aber Fisch oder ein richtig schönes Rindersteak, das ist toll.
Playboy: Ein Vegetarier als Mann, geht das?
Wenzel: Nee, besser nicht. Ich hatte noch nie einen Vegetarier als Freund. Ich kann schließlich hervorragend Gulasch kochen, das wäre ja schade.
Playboy: Im „Wixxer“ war Oliver Kalkofe alias Chief Inspector Even Longer schwer verknallt in Sie. Wäre er auch im wirklichen Leben ein Mann für Sie?
Wenzel: Das Wichtige bei einem Mann ist: Humor, Witzigkeit, Charme. Insofern sind meine absoluten Traummänner Kalkofe, Christoph Maria Herbst, Michael Kessler und Bastian Pastewka ... Schönheit ist ja nicht nur was Äußerliches.
Playboy: Apropos Schönheit: Sie haben ein inniges Verhältnis zu Ihrer Mutter. Was sagt die zu den Fotos?
Wenzel: Mama ist stolz! Sie hat immer zu mir gesagt, die besten Jahre einer Frau sind die zwischen 30 und 40. Und deshalb war es genau richtig, es jetzt zu tun. Mit Anfang 20 hätte ich mich auch nicht getraut.
Playboy: Frau Wenzel, bald jährt sich der Mauerfall zum 20. Mal. Sie sind in der DDR geboren, waren damals elf Jahre alt. Spielt der andere deutsche Staat noch eine Rolle für Sie?
Wenzel: Meine Generation ist die letzte, die sich da intensiv dran erinnern kann. Es gibt einige Dinge, die dort besser organisiert waren, und bei uns gab es nicht diesen Neid, dass einer viel mehr hatte als der andere. Das erzeugt natürlich ein Gefühl von Gemeinschaft.
Playboy: Aber es war eine Diktatur ...
Wenzel: Absolut. Es war eine Diktatur, und jeder, der etwas anderes dachte und einfach nur frei sein wollte, wurde als Staatsfeind bezeichnet und überwacht. Ich bin ein großer Freund eines Sozialismus, der aus dem Humanismus heraus entsteht. Dass wir uns als Gemeinschaft empfinden und einander viel stärker unterstützen sollten.
Playboy: Wie erlebten Sie die Nacht des 9. November 1989?
Wenzel: Wir saßen die ganze Nacht vorm Fernseher, hatten auch ein bisschen Angst, es traute sich keiner nach draußen. Als am Morgen niemand in der Schule war, sind meine Eltern und ich losmarschiert, und dann war endgültig klar, dass da etwas aufgebrochen war.
Playboy: Wie waren die ersten Eindrücke?
Wenzel: Das hört sich komisch an: Der Westen war so bunt, und er roch gut. Wir kamen ja aus Berlin-Pankow, wo alles braun und dreckig war.
Interview mit Tanja Wenzel: Detlef Dreßlein ]
Infos: mehr über Tanja Wenzel bei Wikipedia ...
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