Gabo: Vor ihrer Linse wurde jede erotisch

Best of Gabo: Vor ihrer Linse wurde jede erotisch

Sie ist die Frau, die den Playboy-Look der 2000er-Jahre ganz besonders prägte: die deutsche Starfotografin Gabo. Für uns lässt sie ihre größten Shootings Revue passieren und erklärt, warum vor ihrer Kamera jeder irgendwann erotisch wird

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Interview

„Bei mir ziehen sich alle von selbst die Klamotten vom Körper“

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  • Seitenwechsel: In den 80er-Jahren arbeitete Gabo selbst als Fotomodell, wie hier bei einer Bademoden-Produktion für Triumph. Heute steht die 50-Jährige vor allem hinter der Kamera

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  • Exklusiver Club: In den 2000er-Jahren fotografierte Gabo unter anderem Playboy-Titel mit Regina Halmich, Dagmar Siegel, Susan Stahnke, Christina Plate, Sina Schielke und Tanja Szewczenko

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  • Große Sache: Der Bildband „Big Shots“ mit Gabos Porträt-Aufnahmen Prominenter ist bei teNeues erschienen

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Playboy: Gabo, was ist anders, wenn Frauen Frauen fotografieren?
Gabo: Das Vertrauen ist anders. Die Frau vor der Kamera ist viel entspannter, es wird viel mehr geräkelt! Wir hatten bei meinen Playboy-Shootings ja wirklich richtige Mädchen-Teams . . .

Playboy: Sie meinen, weil auch unsere Fotoredaktion weiblich besetzt ist?
Gabo: Ja, wir haben immer so viel gelacht - und spätestens am zweiten Tag nur noch über Sex geredet. Das sieht man auf den Fotos auch, dass die Frauen total locker und einfach sie selbst sind. Nichts ist erotischer.

Playboy: Und falls Lachen alleine als Warm-up nicht reicht?
Gabo: Ich sage nur: Champagner. Funktioniert immer. Das ist das Geheimnis.

Playboy: Wer ist vor der Kamera leichter zu handhaben - nackte Frauen oder Männer?
Gabo: Also, entspannter sind auf jeden Fall die Frauen. Männer haben immer Angst, als Lustobjekt zu fungieren, und können es überhaupt nicht ab, als „süß“ bezeichnet zu werden. Aber wenn man ihnen dann sagt: „Oh, das sieht echt kernig aus“, sind sie wieder ganz entspannt.

Playboy: Sie waren in den 80ern selbst Fotomodell - haben Sie da auch für erotische Shootings vor der Kamera gestanden?
Gabo: Nein, aber ich habe sehr viel Bademoden gemacht, weil ich für ein Model einen extrem großen Busen hatte. Die mussten mich immer eher stoppen, damit ich nicht zu sexy pose.

Playboy: Wenn Sie sich für den Playboy hätten fotografieren lassen - dann auch von einer Frau?
Gabo: Ja. Bei einem Mann als Fotografen ist es doch so: Entweder er steht auf dich, dann ist die Sache einfach, aber wiederum auch ein bisschen komisch. Oder er findet dich nicht gut - dann ist es ja noch viel schlimmer.

Playboy: Und ein schwuler Mann?
Gabo: Nee! Das schon gar nicht. Der steht ja selbst dann nicht mal auf dich, wenn er dich gut findet. Außerdem meiden schwule Männer eher wahre weibliche Erotik und Rundungen, weil sie auf knabenhaftere Figuren stehen, wie man auf den Laufstegen der Welt sieht. Ich dagegen stehe auf lustvolle, runde Weiber. Ich finde, dass Frauen gackernd und schwungvoll durchs Leben peitschen sollen und nicht magersüchtig in der Ecke sitzen.

Playboy: Welche Fotografin würden Sie für Ihr eigenes Playboy-Shooting wählen?
Gabo: Mich! (lacht) Ich würde definitiv mich buchen. Weil ich glaube, dass ich bei den Frauen immer das Beste sehe. Ich habe einen Sensor für Schokoladenseiten. Nicht, dass das jetzt falsch rüberkommt, ich stehe auf Männer! Aber man kann doch auch keine Äpfel-und- Birnen-Stillleben fotografieren, wenn man das nicht essen mag. Und so ist es eigentlich auch, wenn man Frauen fotografiert: Da muss man schon Spaß dran haben und sie mögen.

Playboy: Gibt es die perfekte Location für ein erotisches Foto-Shooting?
Gabo: Ein Strand ist schon mal die halbe Miete. I am a beach girl! Da spürt man die Natur so nah, der Körper fühlt sich gut an, die Nägel wachsen zusehends, die Haare haben einen guten Look . . . Strand ist auf jeden Fall erotisch und sinnlich.

Playboy: Sieht man ja auch öfter mal im Playboy.
Gabo: (lacht) Ja, da sind schon mehrere draufgekommen.

Playboy: Wie haben Sie eigentlich als Fotografin zur Erotik gefunden?
Gabo: Bereits mein allererster Job, ein Mode-Shooting für den „Stern“, war erotisch. Da habe ich eine Frau im Zug fotografiert, die nur Wäsche trägt und darüber einen Mantel. Sie schläft ein, der Mantel geht auf, sie liegt wie hingegossen da - und die Männer, die an ihr vorbeigehen, schauen in ihr Abteil hinein. Es hat mich von Anfang an gekickt, Erotik fotografisch umzusetzen.

Playboy: Das hört sich ja fast nach einem Lebensthema an . . .
Gabo: Auf jeden Fall, das scheint bei mir überall durch, es kommt immer Erotik rüber - auch wenn ich das gar nicht plane. Aber die Leute werden bei mir einfach erotisch. Die ziehen sich alle von selbst die Klamotten vom Körper!

Playboy: Sie haben offenbar einen sehr erotisierenden Einfluss.
Gabo: Ja, irgendwas ist. Hier etwa (holt einen Bildband und blättert darin) . . . diese Bilder waren definitiv nicht erotisch geplant, es ging eigentlich um Haare. Und dann haben sich irgendwann alle ausgezogen: zum Beispiel Veronica Ferres.

Playboy: Allzu viel kann man da aber nicht erkennen.
Gabo: Natürlich nicht, das wäre ja auch langweilig! Es ist doch viel spannender, wenn das Reizvolle im Verborgenen bleibt - früher sind die Männer ja schon ausgeflippt, wenn sie ein nacktes Knie gesehen haben! Auch mit Licht und Schatten lassen sich bestimmte Dinge hervorheben und andere verschweigen: wie hier bei Natalia Avelon, komplett nackt, aber von einem Halbschatten bedeckt (blättert weiter). Oder hier: Natalia Wörner im durchsichtigen Kleid unter der Dusche.

Playboy: Wer ist für Sie die schönste Frau der Welt? Wen würden Sie sich nackt vor die Kamera wünschen?
Gabo: Mmh, das ist spannend, darüber nachzudenken. Aber es gibt so viele, die ich toll finde.

Playboy: Dann vielleicht das schönste Dreigestirn der Welt?
Gabo: Angelina Jolie gehört definitiv dazu - die habe ich sogar schon fotografiert, aber leider nicht nackt. Wobei, die ist fast zu schön, da ist alles so übertrieben gut. Cate Blanchett finde ich ganz toll und Kate Winslet. Und gibt es nicht noch eine Kate?

Playboy: Kate Beckinsale? Kate Moss?
Gabo: Also, all die Kates eben!

Playboy: Die nackten Kates, zusammen in einem Bett - das wäre Ihr Traum?
Gabo: Nee, die nackten Kates am Strand!

Playboy: Gut, ich werde dem Chef Bescheid sagen, dass er ein bisschen was zurücklegen soll.
Gabo: Und bitte noch schwarze und weiße Pferde dazu, das könnt ihr schon mal klarmachen!
 

Mareike Ludwig