Der Possen-Prinz
Auf der Fahrt vom Fotostudio ins Kölner „Savoy Hotel“ überlässt Oliver Pocher seinem Manager das Steuer. Besser so. Pocher rast gern, das geht hier nicht. Ist ja nicht die A 3. Da hätte er sich nicht nach hinten gesetzt. Im Kofferraum klappert Leergut. Das kann der Manager wegbringen, dann kriegt er’s vom Gehalt abgezogen. Kleiner Scherz. Dann ist Johannes B. Kerner am Telefon. Großes Gekichere. Gibt es eigentlich auch einen Pocher, der mal umschaltet? Der mal nicht spitze gelaunt und leicht anmaßend drauf ist? Dickes Plus für ihn: Er muss sich offenbar nie verstellen. Im Hotel angekommen, ordert er Fruchtsaft. Passt zu seinen kindlichweichen Gesichtszügen, die sein breitbeiniges Auftreten immer etwas unglaubwürdig machen. Sein Minuspunkt: Er kann sich eigentlich gar nicht richtig verstellen. Gute Idee also, die nächste Bühnenshow „Nichts als die Wahrheit“ (Tourstart: 28. September) zu nennen. Oder auch: das Gespräch mit einigen Verhör-Fragen zu beginnen. Er wird - er muss ja - die Wahrheit sagen.
Interview
„Es war nie mein Ziel, bei allen beliebt zu sein“
Playboy: Wer ist die größte Autorität für Sie?
Pocher: Wenn man verheiratet ist, sollte man jetzt Frau sagen.
Playboy: Aber sie hört gerade nicht zu.
Pocher: Aber sie liest das. Größte Autorität hat halt immer einer in der Familie. Oder beruflich - da gibt es auch so was. Also wenn Günther Jauch einem was erzählt, weiß man, das hat Hand und Fuß.
Playboy: Wie eng sind Sie mit Jauch?
Pocher: Wir telefonieren nicht jede Woche. Aber er ist einer von denen, die ich miteinbeziehe, wenn es in irgendeiner Weise beruflich was zu entscheiden gibt. Genug Appelle an die verletzliche Seele, genug von Familie und Vaterfiguren. Sprechen wir den Mann Pocher an: Hat der eine klare Meinung über sich und die Welt?
Playboy: Fünf Kilo mehr auf der Hüfte sind bei Männern ...?
Pocher: In Ordnung.
Playboy: Und bei Frauen?
Pocher: Wenn sie vorher 40 gewogen haben, mehr als zwingend notwendig. Wenn sie schon 100 wiegen, scheißegal.
Playboy: Ihre Lieblingsdroge?
Pocher: Erfolg. Erfolg macht mich irgendwie ... (kichert). Ansonsten habe ich keine Drogenerfahrung. Für mich ist Rausch noch nie eine Versuchung gewesen.
Playboy: Weil Sie von Natur aus enthemmter sind als andere?
Pocher: Ja, bei mir ist es umgekehrt: Ich werde zum Beispiel mit Alkohol stinklangweilig und müde, das ist auch für die Gruppe nicht so lustig.
Playboy: Also zum Thema Erfolg: Sie sind momentan nicht auf dem Zenit Ihrer Beliebtheit, oder täuscht das?
Pocher: Es war nie mein Ziel, bei allen beliebt zu sein. Der Erfolg wird im Fernsehen nun mal an Quoten gemessen, und die waren bei SAT.1 nicht so, wie man sich das vorgestellt hatte. Mit meiner neuen Sendung bei RTL und meinem Engagement bei Sky würde ich mich aktuell allerdings nicht als unerfolgreich bezeichnen. Auf der Straße oder bei Facebook bekomme ich sehr viel positives Feedback auf das, was ich mache. Positives Feedback? Man erinnere sich: an Oliver Pocher - den Pocher, diesen oberfrechen, schlagfertigen, kurzen blonden Kerl, der nicht Freund und nicht Feind kennt, nur die Pointe, wenn die Kamera läuft. Wo ist der gerade?
Playboy: Sie moderieren jetzt samstags die Live-Sportshow auf Sky. Werden Sie brav?
Pocher: Was heißt brav. Ich zeige den Leuten einfach, was ich noch so kann, zum Beispiel mich ernsthaft mit dem Thema Fußball auseinandersetzen. Ich hätte das auch schon gerne vor zwei Jahren bei SAT.1 gezeigt, wenn man mich gelassen hätte. Es hat sich nur keiner getraut, das zu machen. Und „Samstag Live“ ist das perfekte Format, weil es neben dem Sport trotzdem auch eine Unterhaltungssendung ist mit Studio-Aktionen und Gästen.
Playboy: Warum haben andere Sender sich nicht getraut? Aus Angst, dass Sie die Studiogäste beleidigen?
Pocher: Vielleicht, das sind eben gewisse Klischees, die die Leute im Kopf haben. Im Sport werde ich mich nicht an den Spielfeldrand stellen und Leute beleidigen oder irgendwelche Gags und Sprüche machen und mit Perücke rumlaufen. Genauso wenig werde ich stocksteif Fakten oder Statistiken runterbeten.
Playboy: Wollen Sie insgesamt auf die ernsthaftere Unterhaltungsschiene?
Pocher: Auch. Ich kann mich ja trotzdem ausleben - in meinem Soloprogramm auf der Bühne. Aber auch da wird es inhaltlich noch mal anders werden. Man wird einfach älter, es gibt Lebensumstände, die einen verändern. Dazu gehören sicherlich Kinder und Ehe und Familie. Und da steht sie plötzlich vor uns, die Familie. Oder zumindest drei Fünftel davon. Alessandra Pocher - früher Sandy genannt und mit Boris Becker verlobt - kommt an den Tisch. Grüßt sehr charmant und zieht sich in einen Nebenraum zurück. Ihr Sommerkleid spannt sich über den Babybauch. Zwillinge. Eine einjährige Tochter haben sie bereits. Dem Bäuchlein nach zu urteilen, dürften die Pochers in wenigen Wochen zu fünft sein.
Playboy: Vatersein und professionelle Frechheit: Verträgt sich das nicht so gut?
Pocher: Doch, aber man überlegt sich dann auch: Worauf sollen deine Kinder angesprochen werden im Kindergarten? Da hinterfragt man alles ein bisschen anders. Ich sage mal, diese Jugendphase, die ist jetzt einfach abgeschlossen. Ich meine, ich bin ja noch kein alter Sack mit 33. Aber die Viva-Phase ist jetzt zu Ende.
Playboy: Apropos Reaktionen im Kindergarten: Kassieren Sie in der Öffentlichkeit öfter mal einen dummen Spruch?
Pocher: Nein, gar nicht. Wenn ich angesprochen werde, dann immer nur positiv. Also positiv bis „Ey, Pocher!“, halt so das Übliche, quer weg durch alle Gesellschaftsschichten. Wenn mich Leute erkennen, die mich nicht mögen, ich glaube, dann halten sie einfach den Mund.
Playboy: Hat Kritik Sie schon mal baff gemacht?
Pocher: Nein. Es gibt nichts, was ich noch nicht gelesen hätte. Das ist Teil des Geschäfts.
Playboy: Wie war das in den Momenten an der Seite von Harald Schmidt, wenn er Sie respektlos anging?
Pocher: Auf Grund seines Alters und seiner Erfahrung sieht er sich sicherlich in einer deutlich anderen Position, und das ist ja auch okay. Und hin und wieder haut er dann einen Spruch raus. Damit weiß man umzugehen.
Playboy: Sie hatten nie das Bedürfnis, ihm an die Gurgel zu springen?
Pocher: Nein, warum auch?
Playboy: Es gab zum Beispiel diese Episode, in der er Sie „eine kleine fiese Type“ nannte, „die, wenn sie Fotzensekret überreicht kriegt, erst mal so klein ist mit Hut“. Das war ...
Pocher: ... ja, das war so ein Aussetzer von ihm. In dem Moment wusste man nicht, meint er das ernst, oder war das ein Gag? Das ist nicht unbedingt charmant, aber so ist das halt mit Harald.
Playboy: Schmidt war aber in gewisser Weise auch ein Vorbild für Sie, richtig?
Pocher: Ich habe von Harald eine Menge lernen können. In der Art seines Monologs zum Beispiel ist er einfach sehr gut. Aber die Frage ist, ob reiner Zynismus dich wirklich weiterbringt.
Playboy: War es schlimm, wenn dieses Vorbild Ihnen die Anerkennung verweigerte?
Pocher: Hat er ja nicht. Ich habe von Harald sehr große Anerkennung bekommen, als er mich zum gleichwertigen Partner bei „Schmidt & Pocher“ machte. Mehr Anerkennung ist wohl kaum möglich.
Playboy: Was ist guter Humor?
Pocher: Wenn die Leute lachen. Ob das der persönlichen Humorfarbe entspricht, ist dann noch mal was anderes. Ich kann nur sagen, dass die Leute von meinem ersten Schuljahr an über mich gelacht haben. Nie alle, aber der überwiegende Teil. Etwa 60 bis 70 Prozent fanden meine Späße gut. Und der Rest fand es total bescheuert. Das ist bis heute so geblieben.
Playboy: Wie wurden Sie zum Klassenclown?
Pocher: Ich bin ja praktisch noch mit Otto Waalkes aufgewachsen und habe das teilweise auch rezitiert und nachgemacht, schon bevor ich in die Schule gegangen bin, bei Familienfeiern. Meine Mutter hat mich unterm Tisch getreten: Hör auf! Und meine Oma hat gesagt, lass ihn doch, der Junge ist doch lustig. So ging das weiter. In der Schule war ein Lacher besser als eine gute Note.
Playboy: Wird man auch schlagfertig, weil man im Kindergarten auf die Mütze bekommt?
Pocher: Ich bin nie das dicke, fette, hässliche Kind gewesen, das dann gesagt hat: So, jetzt zeige ich es euch allen mal. Ich stand nie als Außenseiter da. Meine Klassenkameraden haben sich immer sehr amüsiert, weil ich immer noch einen Spruch rausgehauen habe, egal wie ernst es war.
Playboy: Gab’s auch mal einen auf die Nuss?
Pocher: Ich bin, glaube ich, einer der wenigen Berufsschüler, die aus dem Unterricht geflogen sind - als Versicherungskaufmann.
Playboy: Wir sagten: auf die Nuss!
Pocher: Nein. Im Endeffekt wusste ich, wie man sich rausredet, wenn es wirklich Ernst wurde.
Playboy: Können Sie auch anders als verbal?
Pocher: Ist bisher nie notwendig gewesen. Auf rein sportlicher Ebene würde ich mich aber gern mal im Kampfsport versuchen, vor allem im Boxen.
Playboy: Gibt es etwas, das Sie für einen Lacher niemals tun würden?
Pocher: Sicherlich. Ich glaube, meine Hemmschwelle ist da zuletzt ein bisschen gestiegen. Gerade wenn von Autoren ein sehr offensichtlicher Gag kommt und es in irgendeiner Weise mit Dildo-Gummipuppen oder so etwas zu tun hat, dann überlegt man es sich besser noch mal.
Playboy: Gibt es einen Clip, von dem Sie sich wünschen, dass ihn Ihre Kinder in zehn Jahren nicht auf YouTube ansehen können?
Pocher: Ich bin gespannt auf die Fragen, wenn Sie mich als Britney Spears sehen, aber es gibt keinen Clip, für den ich mich grundlegend schäme.
Playboy: Gibt es Momente, in denen Sie an sich selbst zweifeln?
Pocher: Nein. Also, es gibt mal Momente, wo man nicht zufrieden ist. Aber im Fernsehen treten so viele Pfeifen auf - ich weiß, dass ich definitiv mehr kann als die. Und dass ich immer mein Auskommen haben werde mit dem, was ich mache.
Playboy: Zählen Sie mal ein paar Pfeifen auf?
Pocher: Die kennen Sie doch selbst. Wenn gar nichts mehr geht, dann gehen die auf die Alm oder in den Dschungel. Ich mache es ja keinem zum Vorwurf. Wenn man nichts hat und nur rumsitzt und einer sagt: Du kannst drei Wochen mit Spengemann auf die Alm gehen, dann kannst du mal wieder ein paar Autogrammstunden geben und wirst wieder auf Partys eingeladen, dann ist das legitim, dass die Leute das machen.
Playboy: Gibt es eigentlich jemanden, der bis jetzt zu wenig abgekriegt hat von Ihnen?
Pocher: Nein. Wenn irgendeiner mir blöd kommt, kriegt er das auch direkt zu hören. Egal, um wen es sich handelt. Und umgekehrt, wenn jemand ein Problem mit mir hat, ist er herzlich eingeladen, direkt zu sagen, was ihm nicht passt. Mag sein, dass ich dann auch sage: Stimmt, im Nachhinein betrachtet war das vielleicht doof von mir. Aber lustig war es trotzdem. Oder man heiratet und kriegt Kinder.
Playboy: Wo Sie gerade Ihre Frau Alessandra ansprechen: Die hat von Ihnen ja auch einiges abbekommen. Kriegen Sie es manchmal zurück, auf die subtile Art?
Pocher: Nein, da ist Sie ganz souverän. Als wir zusammengekommen sind, haben die Leute ihre Sprüche abgefeuert. Aber irgendwann hört das auch auf. Und dann haben wir beschlossen, weder Hochzeit noch Kinder zu vermarkten. Wir sind glücklicher so und müssen keine Angst haben, dass unsere Kinder später nicht mehr klarkommen, weil sie schon mit fünf vor der Kamera standen.
Playboy: Hätten Sie mit 30 Jahren gedacht, dass Sie mit 33 drei Kinder haben?
Pocher: Ich wollte immer früh Vater werden. Wer ein selbstgefälliger Vollidiot ist, sollte mal Kinder bekommen. Da wird man geerdet.
Playboy: Sie sprechen von sich selbst?
Pocher: Nicht ganz. So extrem ist es nicht. Aber es verschieben sich ein bisschen die Prioritäten, und das ist mal nicht schlecht.
Playboy: Was macht einen guten Vater aus?
Pocher: Erst einmal eine Grundbereitschaft, für die Kinder zu sorgen, da zu sein. Ihnen auch gewisse Werte zu vermitteln. Damit sie keine von den Idioten werden, die denken, nur weil ihre Eltern ein bisschen bekannter sind und es ihnen finanziell nicht schlechtgeht, können Sie sich alles erlauben.
Playboy: Was ist, wenn Ihre Tochter sich mit 20 für den Playboy ausziehen will?
Pocher: Optisch würde das bestimmt absolut passen. Im Prinzip muss sie das selbst entscheiden. Aber ich würde ihr abraten.
Playboy: Wie bitte?!
Pocher: Ja, tut mir leid. Da können wir uns noch mal in 20 Jahren unterhalten. Wenn ich bis dahin keine Sendung mehr haben sollte, ist es vielleicht eine gute Chance, mal ins Gespräch zu kommen.
Playboy: Sie sind dann 52. Wo sehen Sie sich in dem Alter?
Pocher: Ich hoffe, dass ich dann immer noch mit meinen Kindern Spaß habe und auch mal mit ihnen feiern gehen kann. Ich glaube auch, dass ich da noch vor der Kamera stehe oder auf der Bühne. Zwei Leben hatte er bereits. Er war der Oliver, der als Jugendlicher mit seinen Eltern für die Zeugen Jehovas missionieren ging und später brav eine Lehre zum Versicherungskaufmann abschloss. Dann war er: der Pocher. Der freche TV-Lümmel. Und jetzt? Will er erwachsen werden. Ist er mit seiner Vorvergangenheit im Reinen? Bohren wir mal nach ...
Playboy: Was machen Sie, wenn um 9 Uhr morgens die Zeugen Jehovas klingeln?
Pocher: Dann gibt es eine Ansage. Ich weiß ja, was sie sagen werden. Teilweise kann ich denen das jetzt noch auswendig aufsagen.
Playboy: Und was, wenn der Versicherungsvertreter kommt?
Pocher: Ist noch nie passiert. Wenn heute wirklich noch einer vor der Tür steht und Ihnen eine Versicherung verkaufen will, dann ist das schwerst unseriös.
Playboy: Mussten Sie das während Ihrer Ausbildung noch machen?
Pocher: Nein. Ich war im Innendienst. Und bei der Signal Iduna musste man schon damals auch im Außendienst nicht bei Leuten klingeln und ihnen auf den Sack gehen.
Playboy: Wie war die Ausbildungszeit?
Pocher: Sehr interessant. Es hilft mir heute noch, mal gesehen zu haben, was es heißt, von 9 bis 17 Uhr im Büro zu sitzen und einen Job zu machen, auf den man eigentlich keinen Bock hat. Ich habe meine Ausbildung ordentlich zu Ende gebracht und nebenbei die Sachen getan, die mir Spaß gemacht haben, beim Radio oder als DJ.
Playboy: So unglamourös ist das Thema Versicherungen seit dem Hamburg-Mannheimer-Skandal doch gar nicht mehr.
Pocher: Ja, wenn ich das gewusst hätte ... Aber dann hätte ich bitte auch eine gewollt, die nicht schon fünf Stempel hat und nur vom Vorstand genagelt werden darf.
Playboy: Schon mal im Puff gewesen?
Pocher: Beruflich schon mehrfach.
Playboy: Beruflich heißt: Sie mussten Kollegen einladen?
Pocher: Nein, ich musste den Waldi rausholen. (lacht) Nein, im Ernst, ich habe schon oft in Bordellen gedreht. Das hat mir gereicht. Und den Rest habe ich bei RTL2 gesehen.
Playboy: Mit welcher Eigenschaft punkten Sie bei Frauen am meisten?
Pocher: 96 Prozent der Frauen sagen in Umfragen ja: Humor muss er haben. Und das hilft absolut. Wenn man eine Frau zum Lachen bringt - und zwar nicht weil man einen Popel in der Nase hat oder so -, dann ist das sehr hilfreich.
Playboy: Hat das als 14-Jähriger auch schon geholfen, das mit dem Humor?
Pocher: Ja, aber Sex hatten dann trotzdem immer die anderen. Ich war meistens der gute, lustige Freund.
Playboy: Hatten Sie mehr männliche oder weibliche Freunde als Teenager?
Pocher: Eher Jungs. Dass Männer und Frauen gute Freunde sein können, glaube ich nicht. Irgendwann will immer einer von beiden mehr.
Playboy: Was machen Ihre drei besten Freunde beruflich?
Pocher: Der eine macht mein Management, und die anderen arbeiten auch in den Medien. Ich habe auch noch Freunde aus meiner Jugendzeit, aber mein aktueller Freundeskreis hat sich entwickelt, seit ich beim Fernsehen arbeite.
Playboy: Johannes B. Kerner ...
Pocher: Ja, genau, Johannes B. Kerner, Mario Barth und so weiter. Nee, nee, meine Freunde sind nicht vor der Kamera.
Playboy: Finden Sie Mario Barth witzig?
Pocher: Bedingt. Es gibt Nummern, über die kann ich lachen. Das Schöne ist: Er hat mich in den Medien jetzt gerade abgelöst als Loser der Nation im Fernsehbereich. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Playboy: Noch mal zurück zu den Frauen. Warum heiraten?
Pocher: Das größere Commitment ist ja eigentlich, gemeinsame Kinder zu haben. Da weiß man: Das ist erst mal mindestens ein 18- bis 20-Jahre-Deal. Und mit dem Kind sowieso ein Leben lang. Bei uns war es einfach so, dass wir nach der Geburt unserer Tochter gesagt haben: Komm, jetzt heiraten wir auch.
Playboy: Wo ging der Junggesellenabschied hin?
Pocher: Hannover. Eines der Highlights war, dass wir mit meinen Freunden im Mannschaftsbus von Hannover 96 eine Tour auf meinen Spuren gemacht haben. Mein Vater hat das Ganze moderiert. Wir haben uns weggeschmissen vor Lachen. Wir sind dann mit dem Bus in unser altes Wohnviertel. 40 Mann stiegen aus, machten Fotos, kommentierten, und dann haben wir bei der alten Wohnung geklingelt, in der wir gewohnt haben ...
Playboy: Wer lebt da jetzt?
Pocher: Kannte ich nicht. Aber die haben aufgemacht mit dem Satz: Herr Pocher, Sie wohnen hier nicht mehr! Und wir meinten: Wir wollen nur kurz auf Toilette. Fanden wir lustiger als die. Wir haben dann auch noch ein Fußballspiel gemacht im Stadion von Hannover 96, mit dem Highlight, dass Robert Hoyzer (ehemaliger DFB-Schiedsrichter, der wegen seiner Verwicklung in den Fußball-Wettskandal 2005 eine Gefängnisstrafe abgesessen hat; Anm. d. Red.) das Spiel gepfiffen hat. Ein sensationelles Wochenende. Das hatte alles sehr viel Stil und Klasse. Nichts mit Mallorca, Vollgas, Stripperin.
Playboy: Ist Ihnen Treue in der Ehe wichtig?
Pocher: Die sollte ein Grundbestandteil sein, sonst kann man auch weiter rumknattern und braucht nicht zu heiraten.
Playboy: Wann haben Sie am meisten rumgeknattert?
Pocher: Sagen wir so: Es gibt nichts, bei dem ich mir denke, das hätte ich noch machen sollen. Ich habe meinen Spaß gehabt. Aber das ist schon einige Zeit her und hat sich erledigt.
Playboy: Sind Sie ein moralischer Mensch?
Pocher: Immer so, wie es für mich passt (lacht). Ich renne nicht mit erhobenem Zeigefinger rum. Aber zwei, drei grundsätzliche Standards sollte man schon einhalten.
Playboy: Sind Sie ein guter Mensch?
Pocher: Das müssen andere beurteilen. Ich glaube, ich habe den Leuten tendenziell mehr Freude als Leid zugefügt. Also: guter Typ. Ich würde mich, wenn es Himmel und Hölle gibt, oben reinlassen. Allein wegen der Stimmung. Ich habe aber auch kein Problem damit, unten zu sein, da ist wahrscheinlich die bessere Party.
Der Spaßmacher
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DNA-Test: Ist er Täter oder ein Guter? „Guter Typ“ lautet Pochers Selbsturteil
Vom Olli zum Pocher Oliver Pocher, 1978 in Hannover als Sohn einer Versicherungskauffrau und eines Finanzbuchhalters geboren, absolvierte nach der mittleren Reife eine Lehre zum Versicherungskaufmann. Den Sprung ins Fernsehen schaffte er 1999 bei Viva. Es folgten Stationen bei ProSieben („Rent a Pocher“, 2003-2006), ARD („Schmidt & Pocher“, 2007-2009) und SAT.1 („Oliver Pocher Show“, 2009-2011). Seit August moderiert er auf Sky die Fußball-Sendung „Samstag Live“. Ende des Jahres startet seine neue RTL-Show „Alle auf den Kleinen“.





