„Frauen waren das Vermögen“
Schauspielerin Jessica Schwarz über ihre Rolle im Kinofilm „Buddenbrooks“, köstliche Kuchen und warum bei Reifröcken die Fantasie mit ihr durchgeht
Playboy: Frau Schwarz, in Ihrer Rolle als Tony in den „Buddenbrooks“ tragen Sie dauernd Korsetts, Reifröcke und andere aufwendige Kostüme. Wie gefiel Ihnen das?
Schwarz: Die Kostüme sagen viel aus. Erst kleine Reifröcke, dann große Reifröcke die bedeuten, wie nahe man einem Menschen überhaupt kommen kann. So wie die Bräuche damals: Man tanzte den Wiener Walzer deshalb andersherum, damit das Bein des Mannes nicht zwischen die Beine der Frau kam. Deswegen linksherum, nicht rechtsherum.
Playboy: Wie verhält man sich, wenn man plötzlich so überdimensional bekleidet ist?
Schwarz: Ich war froh, dass die Studios so groß waren, so ausladend waren die Röcke. Man hätte wirklich einen Menschen darunter verstecken können! Es war eine unglaubliche Mode, da gehen die Fantasien mit einem durch. In jeglicher Form.
Playboy: Jetzt, wo Sie es sagen ...
Schwarz: Natürlich kommt da der Gedanke: „Wie ist es, einen Mann darunter zu verstecken? Wie ist es aber auch, sich selbst darin zu verstecken und niemandem nahe zu sein?“ Das fand ich sehr toll.
>> Kino-Trailer „Buddenbrooks“
Schwarz: Ja, viele haben sich morgens richtig darauf gefreut: „Wie sehen sie wohl heute wieder aus, unsere Damen?“ Bei den Kleidern schlugen nicht nur die Frauenherzen höher.
Playboy: Kamen Sie sich danach nicht fast nackt vor, wenn Sie aus den Stoffmassen wieder auf profanes Denim umgestiegen sind?
Schwarz: Auf jeden Fall. Ein Kostüm gehört zu einem wie eine zweite Haut. Da ist es schwierig, abends in die eigenen Sachen zu schlüpfen. Aber irgendwann ist es wieder ganz schön ...
Playboy: Wenn sie dann noch passen.
Schwarz: Ich habe am Set tatsächlich unglaublich zugenommen. Ich weiß auch nicht, wie ich das während des Drehs geschafft habe. Das Catering war einfach zu gut, die Kuchen waren köstlich, und ich hatte zu wenig Bewegung. Zum Schluss, vor allem wenn ich ins Korsett musste und zugeschnürt wurde, war es in den Kostümen gar nicht mehr schön!
Playboy: Die Tony ist eine sehr wichtige Figur, sie ist die heimliche Heldin des Romans. Wie empfanden Sie diese Rolle?
Schwarz: Tony ist eine Frau, von der ich das Gefühl habe, sie hätte eine viel größere Freiheit und Entfaltung ihrer Persönlichkeit erlebt, wenn sie einen Mann geheiratet hätte, den sie liebt. Sie wuchs behütet auf, aber als kleines Kind war sie sehr vorlaut. Die Strenge der Zeit mag sie in ihrer Stärke und Intuition gebrochen haben, dadurch hat sie einen völlig anderen Weg eingeschlagen.
Playboy: War eine Frau damals ein Statussymbol?
Schwarz: Nicht durch ihre Schönheit, die war damals weniger wichtig. Aber Frauen haben oft das Geld mit in die Ehe gebracht. Sie waren also das Vermögen, die Bereicherung im wahrsten Sinn des Wortes.
Playboy: Ohne Mitspracherecht.
Schwarz: Das war in der patriarchalischen Gesellschaft nicht vorgesehen. Deswegen liebe ich auch einen Film wie „Gefährliche Liebschaften“: Der zeigt mal eine Frau, die sich einfach hemmungslos alles nimmt. Solche Tabubrecherinnen gab es zur Zeit der Buddenbrooks sicher auch, die sagten: „Ich habe das Geld, ich habe die Kraft, ich habe die Macht darum nehme ich mir, was ich will!“
Schwarz: Die Kostüme sagen viel aus. Erst kleine Reifröcke, dann große Reifröcke die bedeuten, wie nahe man einem Menschen überhaupt kommen kann. So wie die Bräuche damals: Man tanzte den Wiener Walzer deshalb andersherum, damit das Bein des Mannes nicht zwischen die Beine der Frau kam. Deswegen linksherum, nicht rechtsherum.
Playboy: Wie verhält man sich, wenn man plötzlich so überdimensional bekleidet ist?
Schwarz: Ich war froh, dass die Studios so groß waren, so ausladend waren die Röcke. Man hätte wirklich einen Menschen darunter verstecken können! Es war eine unglaubliche Mode, da gehen die Fantasien mit einem durch. In jeglicher Form.
Playboy: Jetzt, wo Sie es sagen ...
Schwarz: Natürlich kommt da der Gedanke: „Wie ist es, einen Mann darunter zu verstecken? Wie ist es aber auch, sich selbst darin zu verstecken und niemandem nahe zu sein?“ Das fand ich sehr toll.
>> Kino-Trailer „Buddenbrooks“
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Playboy: Die Männer am Set sicher auch.Schwarz: Ja, viele haben sich morgens richtig darauf gefreut: „Wie sehen sie wohl heute wieder aus, unsere Damen?“ Bei den Kleidern schlugen nicht nur die Frauenherzen höher.
Playboy: Kamen Sie sich danach nicht fast nackt vor, wenn Sie aus den Stoffmassen wieder auf profanes Denim umgestiegen sind?
Schwarz: Auf jeden Fall. Ein Kostüm gehört zu einem wie eine zweite Haut. Da ist es schwierig, abends in die eigenen Sachen zu schlüpfen. Aber irgendwann ist es wieder ganz schön ...
Playboy: Wenn sie dann noch passen.
Schwarz: Ich habe am Set tatsächlich unglaublich zugenommen. Ich weiß auch nicht, wie ich das während des Drehs geschafft habe. Das Catering war einfach zu gut, die Kuchen waren köstlich, und ich hatte zu wenig Bewegung. Zum Schluss, vor allem wenn ich ins Korsett musste und zugeschnürt wurde, war es in den Kostümen gar nicht mehr schön!
Playboy: Die Tony ist eine sehr wichtige Figur, sie ist die heimliche Heldin des Romans. Wie empfanden Sie diese Rolle?
Schwarz: Tony ist eine Frau, von der ich das Gefühl habe, sie hätte eine viel größere Freiheit und Entfaltung ihrer Persönlichkeit erlebt, wenn sie einen Mann geheiratet hätte, den sie liebt. Sie wuchs behütet auf, aber als kleines Kind war sie sehr vorlaut. Die Strenge der Zeit mag sie in ihrer Stärke und Intuition gebrochen haben, dadurch hat sie einen völlig anderen Weg eingeschlagen.
Playboy: War eine Frau damals ein Statussymbol?
Schwarz: Nicht durch ihre Schönheit, die war damals weniger wichtig. Aber Frauen haben oft das Geld mit in die Ehe gebracht. Sie waren also das Vermögen, die Bereicherung im wahrsten Sinn des Wortes.
Playboy: Ohne Mitspracherecht.
Schwarz: Das war in der patriarchalischen Gesellschaft nicht vorgesehen. Deswegen liebe ich auch einen Film wie „Gefährliche Liebschaften“: Der zeigt mal eine Frau, die sich einfach hemmungslos alles nimmt. Solche Tabubrecherinnen gab es zur Zeit der Buddenbrooks sicher auch, die sagten: „Ich habe das Geld, ich habe die Kraft, ich habe die Macht darum nehme ich mir, was ich will!“
Interview: Mariam Schaghaghi ]
kino-tipp
Rock-Star: Jessica Schwarz spielt in der Verfilmung von Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“ die Tony
• „Buddenbrooks“
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