„Ich habe ein loses — Mundwerk“
Schauspielerin Penélope Cruz über Filmflüche, ihr Misstrauen gegenüber dem Klapperstorch – und wie sich eine Notlandung anfühlt
Playboy: Frau Cruz, für den neuen Woody-Allen-Film „Vicky Cristina Barcelona“ haben Sie eine Kuss-Szene mit Scarlett Johansson gedreht. Wie fühlte sich das an?
Cruz: Sie sollten nicht so viel im Internet lesen! Wenn Sie die Szene genau ansehen, dann merken Sie, dass sich dabei gar nicht so viel abspielt. Die wilden Details sind nur in der Fantasie der Leute entstanden. Das Lustige bei diesem Film ist ja: Die wirklich anstößigen Sachen fallen niemandem auf.
Playboy: Was ist uns entgangen?
Cruz: Meine Figur flucht ziemlich wild herum. Woody Allen ließ mir dabei völlig freie Hand, weil er kein Spanisch versteht. Und ich habe ein schrecklich loses Mundwerk. Jeden Abend nach dem Dreh machte ich mir Sorgen: „Was passiert, wenn er sich das übersetzen lässt? Dann muss er ja die Hälfte meiner Szenen herausschneiden lassen!“ Aber zum Glück ist das Meiste drin geblieben.
Playboy: Sie wirken gar nicht so frech ...
Cruz: ... weil wir hier beim Interview sind. Wenn Sie mal bei einem Abendessen mit meinen Freunden dabei wären, würden Sie eine ganz andere Penélope erleben. Da bin ich der reinste Clown.
Playboy: Gibt es auch Situationen, in denen Ihnen das Lachen vergeht?
Cruz: Es gibt diese Phasen, wo ich richtig fertig bin. Etwa nach psychisch anstrengenden Drehs. Da sage ich meinen Freunden, dass sie mich gar nicht erst anrufen sollen. Für andere Menschen bin ich dann ein Albtraum.
>> Kino-Trailer „Vicky Cristina Barcelona“
Cruz: Ja, die Abstände werden allerdings größer. Inzwischen bin ich wählerischer geworden und mache nur noch bei Filmen mit, an die ich absolut glaube.
Playboy: Woher rührt Ihr Stimmungsumschwung?
Cruz: Vor vier Jahren erlebte ich eine Notlandung mit einem Flugzeug. Die Sauerstoffmasken kamen schon heraus, und ich schloss mit meinem Leben ab. Als ich das überstanden hatte, schwor ich mir: „Du musst tapferer sein.“ Und das heißt für mich, auch nein sagen zu können. Deshalb lehne ich inzwischen bestimmte Angebote ab.
Playboy: Was geht einem in einem solchen Augenblick sonst noch durch den Kopf?
Cruz: Ich habe an all die Dinge gedacht, die ich noch fertig machen wollte. Und an meine Familie – ich hoffte, dass mein Tod nicht so schmerzvoll für sie wäre.
Playboy: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Cruz: Ich habe das Gefühl, dass sich mit dem Tod unser Leben in irgendeiner Weise fortsetzt. Fragen Sie mich nicht, wie und wohin wir da gehen – ich würde es selbst zu gern wissen. Seit meiner Kindheit stelle ich ständig nur Fragen. Meine Eltern haben sich schon über mich lustig gemacht, weil ich sie damals ständig löcherte.
Playboy: Welche Fragen haben Sie denn so gestellt?
Cruz: Zum Beispiel, wo die Babys herkommen.
Playboy: Und – haben Sie das mittlerweile herausgefunden?
Cruz: Die üblichen Erklärungen konnte ich schon als Dreijährige nicht glauben. Und als die Zeit reif war, hat meine Mutter ein Buch mit Bildern von Männern und Frauen herausgeholt und es mir erklärt. Irgendwann werde ich das mit dem Kinderkriegen selbst erledigen. Das ist viel besser, als sie vom Storch bringen zu lassen.
Cruz: Sie sollten nicht so viel im Internet lesen! Wenn Sie die Szene genau ansehen, dann merken Sie, dass sich dabei gar nicht so viel abspielt. Die wilden Details sind nur in der Fantasie der Leute entstanden. Das Lustige bei diesem Film ist ja: Die wirklich anstößigen Sachen fallen niemandem auf.
Playboy: Was ist uns entgangen?
Cruz: Meine Figur flucht ziemlich wild herum. Woody Allen ließ mir dabei völlig freie Hand, weil er kein Spanisch versteht. Und ich habe ein schrecklich loses Mundwerk. Jeden Abend nach dem Dreh machte ich mir Sorgen: „Was passiert, wenn er sich das übersetzen lässt? Dann muss er ja die Hälfte meiner Szenen herausschneiden lassen!“ Aber zum Glück ist das Meiste drin geblieben.
Playboy: Sie wirken gar nicht so frech ...
Cruz: ... weil wir hier beim Interview sind. Wenn Sie mal bei einem Abendessen mit meinen Freunden dabei wären, würden Sie eine ganz andere Penélope erleben. Da bin ich der reinste Clown.
Playboy: Gibt es auch Situationen, in denen Ihnen das Lachen vergeht?
Cruz: Es gibt diese Phasen, wo ich richtig fertig bin. Etwa nach psychisch anstrengenden Drehs. Da sage ich meinen Freunden, dass sie mich gar nicht erst anrufen sollen. Für andere Menschen bin ich dann ein Albtraum.
>> Kino-Trailer „Vicky Cristina Barcelona“
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Playboy: Aber den tun Sie sich immer häufiger an. In den vergangenen Jahren sehen wir Sie in einer aufreibenden Rolle nach der anderen.Cruz: Ja, die Abstände werden allerdings größer. Inzwischen bin ich wählerischer geworden und mache nur noch bei Filmen mit, an die ich absolut glaube.
Playboy: Woher rührt Ihr Stimmungsumschwung?
Cruz: Vor vier Jahren erlebte ich eine Notlandung mit einem Flugzeug. Die Sauerstoffmasken kamen schon heraus, und ich schloss mit meinem Leben ab. Als ich das überstanden hatte, schwor ich mir: „Du musst tapferer sein.“ Und das heißt für mich, auch nein sagen zu können. Deshalb lehne ich inzwischen bestimmte Angebote ab.
Playboy: Was geht einem in einem solchen Augenblick sonst noch durch den Kopf?
Cruz: Ich habe an all die Dinge gedacht, die ich noch fertig machen wollte. Und an meine Familie – ich hoffte, dass mein Tod nicht so schmerzvoll für sie wäre.
Playboy: Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Cruz: Ich habe das Gefühl, dass sich mit dem Tod unser Leben in irgendeiner Weise fortsetzt. Fragen Sie mich nicht, wie und wohin wir da gehen – ich würde es selbst zu gern wissen. Seit meiner Kindheit stelle ich ständig nur Fragen. Meine Eltern haben sich schon über mich lustig gemacht, weil ich sie damals ständig löcherte.
Playboy: Welche Fragen haben Sie denn so gestellt?
Cruz: Zum Beispiel, wo die Babys herkommen.
Playboy: Und – haben Sie das mittlerweile herausgefunden?
Cruz: Die üblichen Erklärungen konnte ich schon als Dreijährige nicht glauben. Und als die Zeit reif war, hat meine Mutter ein Buch mit Bildern von Männern und Frauen herausgeholt und es mir erklärt. Irgendwann werde ich das mit dem Kinderkriegen selbst erledigen. Das ist viel besser, als sie vom Storch bringen zu lassen.
Interview: Rüdiger Sturm ]
kino-tipp
Schöne Spanierin: Penélope Cruz könnte jeden, aber auch jeden Mann haben. Doch in Woody Allens neuem Film „Vicky Cristina Barcelona“ (Start: 4.12.) küsst sie erst mal eine Frau – Scarlett Johansson
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