Sexguru . Aba Aziz Makaja
Er gilt als Europas größter Sexguru, lehrt die Theorie der heiligen Orgasmen und demonstriert, wie man mit 19 Frauen gleichzeitig Sex haben kann
Sex vor Fremden ist keine große Sache. Zumindest nicht für Pinguine. Wenn es mal drückt unterm Frack, geben sie sich auch vor Publikum unbekümmert hin. Der Rest der Kolonie watschelt dann einfach diskret zur Seite.
„Von dieser sexuellen Gelassenheit sollten sich die verklemmten Menschen ruhig mal ein Stück abschneiden”, sagt Aba Aziz Makaja, Europas größter selbst ernannter Sexguru. „Nehmt euch die Pinguine als Vorbilder”, sagt er. „Denn Natürlichkeit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erleuchtung.”
Bei den Feierlichkeiten zu seinem 50. Geburtstag wären jedoch selbst die Pinguine verlegen errötet: 19 Frauen gaben sich ihrem Meister gleichzeitig hin. „Ich beglückte sie sechseinhalb Stunden lang”, prahlt Makaja. Erst dann sei er zum göttlichen Orgasmus gekommen.
Welche Lehre der Guru im Einzelnen auch vertreten mag, das Ergebnis wirkt durchaus überzeugend. Makaja hat mit fünf Frauen gleichzeitig seinen Spaß. Er selbst hat diese Lebensform „Zajegna” getauft, weil es dafür kein Wort in unserer Sprache gab. Eine Innovation, die viele Männer überaus begrüßen würden. Denn auch Sex außerhalb der Zajegna ist ausdrücklich erlaubt.
Der göttliche Orgasmus
Für eine Glaubensgemeinschaft ist das ein revolutionäres Konzept, können doch die meisten Religionen mit fleischlichem Verlangen nicht besonders viel anfangen. Im Gegenteil: Man könnte sogar glauben, die Religion nutze das polygame Wesen der Menschen aus, um ihre Gläubigen in Probleme zu manövrieren, die sie ohne Kirche gar nicht hätten. Wenn allerdings Makaja mit seiner Lehre Recht hat, dann führt der Weg zur Erleuchtung durch jede Menge Betten. Und Gott ist womöglich gar kein Spielverderber.
Die Hoffnung auf ein derart sündenfreies Leben treibt Sinnsuchende aus allerlei Ländern in das hellblaue Haus an der Südspitze Istriens, in dem der Meister und seine Gemeinde seit neuestem logieren. „Komaja” heißt die Gemeinschaft, die Makaja vor 30 Jahren begründete. Paco, der graue Papagei, kräht heiser jenen Satz vom Balkon, den ihm die Anhänger beigebracht haben: „Komaja, das ist die Gemeinschaft zur Entwicklung der Liebe und des Bewusstseins.”
Makaja erzählt: Er wurde 1953 als Franjo Milicevic in Mostar, Bosnien, geboren. Studierte Jura und las begeistert Bücher über indische Yoga-Techniken. Vor 30 Jahren kam ihm dann der delikate Gedanke: „Sex ist der materialisierte Heilige Geist.” Schließlich brüllen selbst die größten Atheisten beim Orgasmus: „Oh Gott”. Über tantrischen Sex, glaubt Makaja, könne man seelischen Frieden erreichen. Wenn alles gut läuft, reiche es sogar zum höchsten Ziel: dem Einswerden mit Gott, dem vollkommenen Glück, der absoluten Erkenntnis.
Makaja sagt, man müsse lernen, sich zu verlieben, die Zustände der Verliebtheit zu intensivieren und zu verlängern: „Ein tantrischer Yogi kann sich in jeden Menschen verlieben”, lehrt er.
Das Verlieben lernen seine Jünger in jahrelangen Kursen. Beim Liebesspiel blicken sie sich tief in die Augen und machen immer wieder Pausen, damit die Energie aus der Leibesmitte wieder nach oben fließt. Die Männer lernen, ihre Ejakulation mindestens 60 Minuten hinauszuzögern. Das trainieren sie, indem sie beim Pinkeln den Strahl stoppen.
Das Gegenteil von Eifersucht
Die fünf Gattinnen Makajas treffen sich jede Woche einmal mit dem Kalender und diskutieren in Ruhe darüber, welche Frau an welchem Wochentag in sein Schlafzimmer kommt. Ein paar Tage freilich müssen sie dabei aussparen – für Makajas acht bis zehn andere Geliebte.
Für das Gegenteil von Eifersucht haben sie sogar ein eigenes Wort erfunden: „Liebteilen” nennen sie das. Ein Konzept, mit dem alle glücklich sind. Athena und Konstanza sind bereits seit 20 Jahren Makajas Frauen – und außerdem beste Freundinnen. Von drei Frauen hat er je ein Kind, sie wachsen gemeinsam auf.
Das wirklich Faszinierende an Komaja sind diese Frauen. Sie wirken stark und glücklich. Die eine gibt die ruhige und erfahrene Psychotherapeutin, die andere die sinnliche Kammerdienerin, die sich um Makajas körperliches Wohlbefinden kümmert. Es gibt den trotzigen Wildfang, die gute Seele und die Chefin, die alles organisiert: „Neue Frauen müssen einstimmig aufgenommen werden”, sagt sie. „Wir haben einen Vertrag.”
Die Zajegna könnte durchaus noch wachsen. Es hängt nur davon ab, wie viele Menschen man gleichzeitig lieben kann. Und doch wirkt Konstanza, eine von ihnen, etwas ernüchtert: „Sex ist für mich nicht mehr so wichtig. Wir haben alles gemacht. Alles probiert”, sagt sie. „Da geht ein bisschen der Reiz verloren.” Vielleicht liegt darin das Problem der Freiheit: Ohne Sünde wird alles langweilig.
Ein deutscher Sinnsucher lauscht aufmerksam den Worten des Gurus. Er ist gerade erst angekommen. Schon öfters meinte er, bei anderen Gurus tiefsinnige Erkenntnisse gefunden zu haben. Doch am Ende stellte sich bisher alles als Blendwerk heraus. „Bei mir ist es mit der Erleuchtung noch wie mit der Erektion”, klagt er. „Sie kommt und geht.”
„Von dieser sexuellen Gelassenheit sollten sich die verklemmten Menschen ruhig mal ein Stück abschneiden”, sagt Aba Aziz Makaja, Europas größter selbst ernannter Sexguru. „Nehmt euch die Pinguine als Vorbilder”, sagt er. „Denn Natürlichkeit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erleuchtung.”
Bei den Feierlichkeiten zu seinem 50. Geburtstag wären jedoch selbst die Pinguine verlegen errötet: 19 Frauen gaben sich ihrem Meister gleichzeitig hin. „Ich beglückte sie sechseinhalb Stunden lang”, prahlt Makaja. Erst dann sei er zum göttlichen Orgasmus gekommen.
Welche Lehre der Guru im Einzelnen auch vertreten mag, das Ergebnis wirkt durchaus überzeugend. Makaja hat mit fünf Frauen gleichzeitig seinen Spaß. Er selbst hat diese Lebensform „Zajegna” getauft, weil es dafür kein Wort in unserer Sprache gab. Eine Innovation, die viele Männer überaus begrüßen würden. Denn auch Sex außerhalb der Zajegna ist ausdrücklich erlaubt.
Der göttliche Orgasmus
Für eine Glaubensgemeinschaft ist das ein revolutionäres Konzept, können doch die meisten Religionen mit fleischlichem Verlangen nicht besonders viel anfangen. Im Gegenteil: Man könnte sogar glauben, die Religion nutze das polygame Wesen der Menschen aus, um ihre Gläubigen in Probleme zu manövrieren, die sie ohne Kirche gar nicht hätten. Wenn allerdings Makaja mit seiner Lehre Recht hat, dann führt der Weg zur Erleuchtung durch jede Menge Betten. Und Gott ist womöglich gar kein Spielverderber.
Die Hoffnung auf ein derart sündenfreies Leben treibt Sinnsuchende aus allerlei Ländern in das hellblaue Haus an der Südspitze Istriens, in dem der Meister und seine Gemeinde seit neuestem logieren. „Komaja” heißt die Gemeinschaft, die Makaja vor 30 Jahren begründete. Paco, der graue Papagei, kräht heiser jenen Satz vom Balkon, den ihm die Anhänger beigebracht haben: „Komaja, das ist die Gemeinschaft zur Entwicklung der Liebe und des Bewusstseins.”
Makaja erzählt: Er wurde 1953 als Franjo Milicevic in Mostar, Bosnien, geboren. Studierte Jura und las begeistert Bücher über indische Yoga-Techniken. Vor 30 Jahren kam ihm dann der delikate Gedanke: „Sex ist der materialisierte Heilige Geist.” Schließlich brüllen selbst die größten Atheisten beim Orgasmus: „Oh Gott”. Über tantrischen Sex, glaubt Makaja, könne man seelischen Frieden erreichen. Wenn alles gut läuft, reiche es sogar zum höchsten Ziel: dem Einswerden mit Gott, dem vollkommenen Glück, der absoluten Erkenntnis.
Makaja sagt, man müsse lernen, sich zu verlieben, die Zustände der Verliebtheit zu intensivieren und zu verlängern: „Ein tantrischer Yogi kann sich in jeden Menschen verlieben”, lehrt er.
Das Verlieben lernen seine Jünger in jahrelangen Kursen. Beim Liebesspiel blicken sie sich tief in die Augen und machen immer wieder Pausen, damit die Energie aus der Leibesmitte wieder nach oben fließt. Die Männer lernen, ihre Ejakulation mindestens 60 Minuten hinauszuzögern. Das trainieren sie, indem sie beim Pinkeln den Strahl stoppen.
Das Gegenteil von Eifersucht
Die fünf Gattinnen Makajas treffen sich jede Woche einmal mit dem Kalender und diskutieren in Ruhe darüber, welche Frau an welchem Wochentag in sein Schlafzimmer kommt. Ein paar Tage freilich müssen sie dabei aussparen – für Makajas acht bis zehn andere Geliebte.
Für das Gegenteil von Eifersucht haben sie sogar ein eigenes Wort erfunden: „Liebteilen” nennen sie das. Ein Konzept, mit dem alle glücklich sind. Athena und Konstanza sind bereits seit 20 Jahren Makajas Frauen – und außerdem beste Freundinnen. Von drei Frauen hat er je ein Kind, sie wachsen gemeinsam auf.
Das wirklich Faszinierende an Komaja sind diese Frauen. Sie wirken stark und glücklich. Die eine gibt die ruhige und erfahrene Psychotherapeutin, die andere die sinnliche Kammerdienerin, die sich um Makajas körperliches Wohlbefinden kümmert. Es gibt den trotzigen Wildfang, die gute Seele und die Chefin, die alles organisiert: „Neue Frauen müssen einstimmig aufgenommen werden”, sagt sie. „Wir haben einen Vertrag.”
Die Zajegna könnte durchaus noch wachsen. Es hängt nur davon ab, wie viele Menschen man gleichzeitig lieben kann. Und doch wirkt Konstanza, eine von ihnen, etwas ernüchtert: „Sex ist für mich nicht mehr so wichtig. Wir haben alles gemacht. Alles probiert”, sagt sie. „Da geht ein bisschen der Reiz verloren.” Vielleicht liegt darin das Problem der Freiheit: Ohne Sünde wird alles langweilig.
Ein deutscher Sinnsucher lauscht aufmerksam den Worten des Gurus. Er ist gerade erst angekommen. Schon öfters meinte er, bei anderen Gurus tiefsinnige Erkenntnisse gefunden zu haben. Doch am Ende stellte sich bisher alles als Blendwerk heraus. „Bei mir ist es mit der Erleuchtung noch wie mit der Erektion”, klagt er. „Sie kommt und geht.”
Redaktion: Oliver Kuhn ]
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