titel 11/2010

Anneke Dürkopp

Sternenklare Pracht

Egal wie die Wolken hängen: Wenn Wetterfee Anneke Dürkopp bei N24 vor die Kamera tritt, geht die Sonne auf. Im tristen Herbst ist sie ein Geschenk des Himmels. Wir durften es auspacken

Zitate
  • „Ein Mann muss Dinge in die Hand nehmen“
  • „Egal, in welche Situation man mich bringt, ich komme zurecht“

Biographie

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Anneke Dürkopp wurde 1979 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Musical-Ausbildung und arbeitete als Moderatorin unter anderem für VIVA Plus und ProSieben. Seit 2007 sagt sie bei N24 das Wetter an. Sie liebt Spieleabende, Pils aus Flaschen und Kochrezepte von Jamie Oliver. Dürkopp lebt in München.

Interview

„Ein Mann muss Dinge in die Hand nehmen“

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Egal, in welche Situation man mich bringt, ich komme zurecht
Wettermoderatorin Anneke Dürkopp über ihre freche Klappe und einen Orgasmus auf dem Alexanderplatz

Playboy: Frau Dürkopp, sind Sie schon mal mit einem Milchshake beworfen worden?
Dürkopp: Zum Glück nicht! Aber ich weiß, worauf Sie anspielen: den Film „The Weatherman“ mit Nicolas Cage.

Playboy: Genau. Darin spielt er einen Wetteransager, den die Leute auf der Straße ständig mit Fast Food bewerfen ...
Dürkopp: Die Leute nehmen es einem eben manchmal übel, wenn man schlechtes Wetter ankündigt. Man wird persönlich dafür haftbar gemacht. Meistens geschieht das aber mit einem Augenzwinkern. Ich kann damit gut umgehen.

Playboy: Als Wetterfee in Deutschland müssen Sie es eigentlich wissen: Wie überbringt man am besten schlechte Nachrichten?
Dürkopp: Wenn es ums Wetter geht, helfen gute Laune, ein bisschen Humor – und das richtige Outfit. Neulich war zum Beispiel an einem Montag mieses Wetter. Die Leute sind zu Wochenbeginn ohnehin schlecht gelaunt, dazu der Regen und: Ich trug ein schwarzes Kleid. Das kam nicht gut an. Danach habe ich mir gesagt: „An Montagen mit schlechtem Wetter trage ich nur noch fröhliche Farben.“

Playboy: Bevor Sie Moderatorin wurden, haben Sie eine Musical-Ausbildung absolviert ...
Dürkopp: Ja, Musik und Tanz sind meine Leidenschaften. Aber die Ausbildung hat unschön geendet, deshalb wollte ich damit erst mal nichts mehr zu tun haben.

Playboy: Was ist denn passiert?
Dürkopp: Die Lehrer sind nicht damit klargekommen, dass ich ein bisschen burschikos sein kann. Ich bin mit Jungs aufgewachsen und habe manchmal eine freche Klappe. Ich bin nicht so ein „Mädchen“.

Playboy: Waren Sie schon immer so?
Dürkopp: Überhaupt nicht. Ich war total schüchtern. Das hat sich erst mit zwölf Jahren geändert. Eine etwas ältere Freundin warf mich damals in ihren Freundeskreis hinein. Sie sagte einfach: „Ich fahr mal zur Tankstelle, du bleibst hier.“ Da hatte ich dann keine Chance, ich musste reden.

Playboy: Eine rigorose Freundin ...
Dürkopp: Ja, aber seitdem weiß ich: Egal, in welche Situation man mich bringt, ich komme zurecht. Bei einem Casting sollte ich mal lautstark einen Orgasmus vorspielen, mitten auf dem Alexanderplatz. Hab ich gemacht, war mir egal. Ich finde es auch wahnsinnig wichtig, dass man über sich selbst lachen kann.

Playboy: Muss das ein Mann auch können – das mit dem Lachen –, um für Sie in Frage zu kommen?
Dürkopp: Gemeinsamer Humor ist die Basis für eine Beziehung. Am Anfang findet man einander ja unglaublich interessant und erzählt sich ständig Geschichten. Aber die sind irgendwann alle durch. Und dann geht es um Situationskomik. Wenn man den gleichen Humor teilt, kann man über alles Mögliche gemeinsam lachen. Und das gehört zum Schönsten, was es gibt.

Playboy: Auf was legen Sie bei Männern noch wert?
Dürkopp: Ein Mann muss Ehrgeiz haben, einen eigenen Willen, und er muss Dinge selbst in die Hand nehmen. Zum Beispiel auch mal sagen: „Für heute habe ich einen Tisch im Restaurant reserviert. Punkt.“

Playboy: Und das Äußere?
Dürkopp: Gut definierte Muskeln und – ganz wichtig – blaue Augen.

Playboy: Von welchem Mann würden Sie sich gern das Wetter ansagen lassen?
Dürkopp: Christian Bale. Den fand ich in „American Psycho“ und „Batman“ toll. Dabei hat der gar keine blauen Augen. Ist vielleicht doch nicht so wichtig.

Interview mit Anneke Dürkopp: Alexander Neumann ]