Lindsay, neu geboren
Von Aufstieg, Fall und Rückkehr der faszinierendsten Prominenten Amerikas
SEX IST ETWAS VÖLLIG NATÜRLICHES. DA STIMME ICH MARILYN MONROE ZU
Das Klackern ihrer Stilettos. Sonst nichts. Totenstill ist es im Studio. Dann ist er da, der große Moment. Lindsay Lohan kommt, tritt vor die Kamera, starrt direkt in die Linse. Oder vielmehr durch sie hindurch. Sie spreizt ein wenig die Beine, hebt das Kinn, lässt die Arme hängen . . . Aufreizend langsam fällt das goldene Kleid von ihren Schultern. Endlich. Abgesehen von ihren teuren Schuhen, steht Lindsay nackt vor uns. Monate harter Verhandlungen und frommen Betens gingen ins Land, hier und jetzt gibt die Klatschspalten-Queen ihr ultimatives Geheimnis preis. Lindsay ist aufgenommen in den erlauchten Kreis gefallener Engel, der Norma Jeans und all der anderen. Kein Wunder, dass es so verdammt still ist.
Ein Fotoshooting von der Dimension eines popkulturellen Mega-Events – allen, die das hier miterleben dürfen, muss das Ganze wirklich wie ein Wunder vorkommen. Egal wie, wir haben es geschafft, Gerichtsdramen und ständige Anhörungen hin oder her. Draußen vor dem Studio wird es hektisch, denn mit einem war zu rechnen trotz aller gegenseitiger Geheimnisvereinbarungen und Blutschwüre: Alle Welt wusste Bescheid. Alle wussten, was Lindsay vorhatte und wie viel wir ihr zahlen würden. Und alle debattierten mit: War das nun das Klügste, was ein berühmter Star – lebendig oder inzwischen schon tot – anstellen konnte? Bereits am selben Abend war Google mit den Suchbegriffen „Lindsay Lohan“ und „Playboy“ gepflastert. Am nächsten Morgen gaben Millionen von Leuten Sperrfeuer: Wie konnte sie nur? Wer glaubt sie, wer sie ist? Selbst die Weicheier von der „New York Times“ hatten vor, dem Thema eine ganze Seite zu widmen.
Aus unserer Sicht ist das Ding sonnenklar: Sie kann machen, was sie will. Wir haben mit sehr viel Geld nach ihr geworfen, und mindestens die Hälfte aller Typen auf diesem Planeten wollten sie ohnehin einmal nackt sehen. Zum Thema „Wer glaubt sie, wer sie ist?“: Sie steht am Anfang ihrer Karriere, nicht am Ende. Wie seinerzeit Drew Barrymore, wir erinnern uns: als Teenager schon in der Entzugsklinik, alles schön ausgewalzt von der Presse. Mit 19 hatten wir Drew dann im Heft, Januar 1995. Und keine drei Jahre später stand sie wieder ganz oben.
Nicht vergessen sollten wir, wie Lindsay dahin kam, wo sie heute ist. Als erlesenes Früchtchen in Disneys Kästner-Adaption „Ein Zwilling kommt selten allein“ zog sie bereits die Aufmerksamkeit Hollywoods auf sich – da war sie gerade elf Jahre alt. Es folgten Hauptrollen in „Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag“, „Girls Club – Vorsicht bissig!“ und „Herbie: Fully Loaded – Ein toller Käfer startet durch“. Die Kritiker waren begeistert. Musikalisch lief es ebenfalls, Lindsay veröffentlichte ein paar Alben, die sich prima verkauften. Ein Ausflug in die Fashion-Szene? Ebenfalls erfolgreich. Danach wandte sie sich ernsteren Rollen zu. Und dann ... gut, sagen wir vereinfachend, dass eine Verhaftung wegen Trunkenheit am Steuer 2007 und eine Vorliebe für Eskapaden im Nachtleben aus Lindsay eine Klatschspalten-Figur machten. Es war ein holperiger Weg. Aber es blieb: ihr Talent. Lindsay ist sich ihrer Rolle im sich unaufhörlich drehenden Promi-Karussell durchaus bewusst. „Ich weiß zwar nicht, warum sich die Leute so dafür begeistern können, was ich gerade tue“, sagt sie, „ich kann es mir nur so erklären, dass es einfach faszinierend sein muss, bis ins letzte Detail über das Leben der Stars Bescheid zu wissen. Gibt es nichts Wichtigeres? Wenn Magazine nur darüber berichten, was ich anziehe, wenn ich vor Gericht stehe, dann hört es doch echt auf.“
Für alle, die immer noch nach Erklärungen suchen: Mal abgesehen von der Kohle, warum hat sie sich für den Playboy ausgezogen? „Sex und Sexualität sind doch etwas völlig Natürliches“, meint Lindsay. „Marilyn Monroe hat das einmal gesagt, und ich stimme ihr da zu. Seinen Körper zu kennen und zu lieben ist total wichtig, es verschafft ein extremes Selbstbewusstsein, und davon können wir Frauen gar nicht genug haben, besonders nicht in dieser von Männern dominierten Welt. Mich in meinem Körper wohlzufühlen ist mir sehr wichtig. Sollen andere da anderer Meinung sein, mir ist das egal.“
Hat sie Lehren gezogen aus ihren jugendlichen Entgleisungen? Gibt es da etwas, das ihr damals geholfen hätte? „Am Ende des Tages sind wir verantwortlich für das, was wir anstellen“, erzählt Lindsay. „Wenn ich so zurückschaue, dann wäre ich besser beraten gewesen, einiges an Ratschlägen aus meinem Umfeld anzunehmen von Leuten, die ich sehr schätze. Aber mit 18 oder 19 war ich einfach extrem stur, da war kein Durchkommen. Und die Zeit rast einfach an einem vorbei. Leben tun wir alle nur einmal, besser also, dass man irgendwann aus seinen Fehlern lernt.“
Eine Frau mit so viel Persönlichkeit braucht einen entsprechenden Auftritt. Nichts lag deshalb näher, als Lindsay so in Szene zu setzen wie damals Marilyn Monroe. Der Klassiker aus dem Jahre 1949. Das erste Centerfold überhaupt, fotografiert von Tom Kelley. Eine Frage hatten wir noch, bevor sich das Shooting dem Ende zuneigte. Lindsay hatte einen Knastaufenthalt hinter sich, arbeitete zur Strafe im Leichenschauhaus – gibt es überhaupt noch irgendetwas, das ihr Furcht einflößt?
„Hmm, nicht wirklich“, entgegnete sie, „euch ist schon klar, dass ich mich hier gerade nackt für den Playboy ausgezogen habe?“
Wie unschwer zu sehen, ist uns das verdammt klar.
Ein Fotoshooting von der Dimension eines popkulturellen Mega-Events – allen, die das hier miterleben dürfen, muss das Ganze wirklich wie ein Wunder vorkommen. Egal wie, wir haben es geschafft, Gerichtsdramen und ständige Anhörungen hin oder her. Draußen vor dem Studio wird es hektisch, denn mit einem war zu rechnen trotz aller gegenseitiger Geheimnisvereinbarungen und Blutschwüre: Alle Welt wusste Bescheid. Alle wussten, was Lindsay vorhatte und wie viel wir ihr zahlen würden. Und alle debattierten mit: War das nun das Klügste, was ein berühmter Star – lebendig oder inzwischen schon tot – anstellen konnte? Bereits am selben Abend war Google mit den Suchbegriffen „Lindsay Lohan“ und „Playboy“ gepflastert. Am nächsten Morgen gaben Millionen von Leuten Sperrfeuer: Wie konnte sie nur? Wer glaubt sie, wer sie ist? Selbst die Weicheier von der „New York Times“ hatten vor, dem Thema eine ganze Seite zu widmen.
Aus unserer Sicht ist das Ding sonnenklar: Sie kann machen, was sie will. Wir haben mit sehr viel Geld nach ihr geworfen, und mindestens die Hälfte aller Typen auf diesem Planeten wollten sie ohnehin einmal nackt sehen. Zum Thema „Wer glaubt sie, wer sie ist?“: Sie steht am Anfang ihrer Karriere, nicht am Ende. Wie seinerzeit Drew Barrymore, wir erinnern uns: als Teenager schon in der Entzugsklinik, alles schön ausgewalzt von der Presse. Mit 19 hatten wir Drew dann im Heft, Januar 1995. Und keine drei Jahre später stand sie wieder ganz oben.
Nicht vergessen sollten wir, wie Lindsay dahin kam, wo sie heute ist. Als erlesenes Früchtchen in Disneys Kästner-Adaption „Ein Zwilling kommt selten allein“ zog sie bereits die Aufmerksamkeit Hollywoods auf sich – da war sie gerade elf Jahre alt. Es folgten Hauptrollen in „Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag“, „Girls Club – Vorsicht bissig!“ und „Herbie: Fully Loaded – Ein toller Käfer startet durch“. Die Kritiker waren begeistert. Musikalisch lief es ebenfalls, Lindsay veröffentlichte ein paar Alben, die sich prima verkauften. Ein Ausflug in die Fashion-Szene? Ebenfalls erfolgreich. Danach wandte sie sich ernsteren Rollen zu. Und dann ... gut, sagen wir vereinfachend, dass eine Verhaftung wegen Trunkenheit am Steuer 2007 und eine Vorliebe für Eskapaden im Nachtleben aus Lindsay eine Klatschspalten-Figur machten. Es war ein holperiger Weg. Aber es blieb: ihr Talent. Lindsay ist sich ihrer Rolle im sich unaufhörlich drehenden Promi-Karussell durchaus bewusst. „Ich weiß zwar nicht, warum sich die Leute so dafür begeistern können, was ich gerade tue“, sagt sie, „ich kann es mir nur so erklären, dass es einfach faszinierend sein muss, bis ins letzte Detail über das Leben der Stars Bescheid zu wissen. Gibt es nichts Wichtigeres? Wenn Magazine nur darüber berichten, was ich anziehe, wenn ich vor Gericht stehe, dann hört es doch echt auf.“
Für alle, die immer noch nach Erklärungen suchen: Mal abgesehen von der Kohle, warum hat sie sich für den Playboy ausgezogen? „Sex und Sexualität sind doch etwas völlig Natürliches“, meint Lindsay. „Marilyn Monroe hat das einmal gesagt, und ich stimme ihr da zu. Seinen Körper zu kennen und zu lieben ist total wichtig, es verschafft ein extremes Selbstbewusstsein, und davon können wir Frauen gar nicht genug haben, besonders nicht in dieser von Männern dominierten Welt. Mich in meinem Körper wohlzufühlen ist mir sehr wichtig. Sollen andere da anderer Meinung sein, mir ist das egal.“
Hat sie Lehren gezogen aus ihren jugendlichen Entgleisungen? Gibt es da etwas, das ihr damals geholfen hätte? „Am Ende des Tages sind wir verantwortlich für das, was wir anstellen“, erzählt Lindsay. „Wenn ich so zurückschaue, dann wäre ich besser beraten gewesen, einiges an Ratschlägen aus meinem Umfeld anzunehmen von Leuten, die ich sehr schätze. Aber mit 18 oder 19 war ich einfach extrem stur, da war kein Durchkommen. Und die Zeit rast einfach an einem vorbei. Leben tun wir alle nur einmal, besser also, dass man irgendwann aus seinen Fehlern lernt.“
Eine Frau mit so viel Persönlichkeit braucht einen entsprechenden Auftritt. Nichts lag deshalb näher, als Lindsay so in Szene zu setzen wie damals Marilyn Monroe. Der Klassiker aus dem Jahre 1949. Das erste Centerfold überhaupt, fotografiert von Tom Kelley. Eine Frage hatten wir noch, bevor sich das Shooting dem Ende zuneigte. Lindsay hatte einen Knastaufenthalt hinter sich, arbeitete zur Strafe im Leichenschauhaus – gibt es überhaupt noch irgendetwas, das ihr Furcht einflößt?
„Hmm, nicht wirklich“, entgegnete sie, „euch ist schon klar, dass ich mich hier gerade nackt für den Playboy ausgezogen habe?“
Wie unschwer zu sehen, ist uns das verdammt klar.
Biographie
Lindsays Lotterleben
SEINEN KÖRPER ZU KENNEN VERSCHAFFT EXTREMES SELBSTBEWUSSTSEIN
Lindsay Lohan, 1986 in New York geboren, startete ihre Modelkarriere in einem Alter, in dem andere in den Kindergarten kommen. Mit elf Jahren feierte sie ihren ersten Disney-Erfolg. Seitdem versuchte sie sich als Sängerin (zwei Alben) und Charakterdarstellerin („Goldene Himbeere“ für den Strip-Mystery-Thriller „I Know Who Killed Me“). Obwohl George Clooney sie für „übernatürlich talentiert“ hält, machte die Schauspielerin in letzter Zeit vor allem mit Knast- und Reha-Aufenthalten von sich reden.





