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„Fikkefuchs“ - ein Film, ein Plakat und die Sexismus-Debatte

Darf Satire wirklich alles? Darüber hat man schon oft diskutiert. Nun wurde die Debatte wieder von neuem entfacht. Nicht etwa aufgrund von ideologisch diffamierender Karikaturen oder eines Schmähgedichts auf einen Präsidenten - nein, diesmal ist der Kern der Empörung ein deutscher Kinofilm: "Fikkefuchs" sorgte schon eine Woche vor Kinostart deutschlandweit für Schlagzeilen.

Die Handlung von Fikkefuchs ist schnell erzählt: Rocky (Jan Henrik Stahlberg) und Thorben (Franz Rogowski) wollen vor allem eines: Sex mit jungen, schönen Frauen. Das Problem ist allerdings, dass dieses Wollen recht einseitig ist. Echte Womanizer sind sie beide nicht.

Rocky glaubt aber immerhin einer zu sein, weshalb er es sich zur Aufgabe macht, seinen Sohn in die Kunst der Liebe einzuweisen. Das in „Fikkefuchs“ mit anzusehen, ist manchmal brüllend komisch, oft aber aber auch unfassbar traurig und noch viel häufiger beinahe unerträglich peinlich.

Das Wort „Fremdschämen“ bekommt mit dieser Satire eine neue Dimension. Vielleicht auch deshalb, weil sich der Film „mit grimmigem Humor mit den gescheiterten Potenzfantasien von Männern auseinandersetzt“, wie es die Frankfurter Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) formuliert.

Öl ins Feuer der Sexismus-Debatte?

Mal brüllend komisch, mal irgendwie traurig: Der Film zeigt typisch deutscher Situationskomik, kann aber auch als - zeitlich perfekt passender - Beitrag zur derzeit lodernden Sexismus-Debatte gelesen werden - stets mit einem Augenzwinkern, versteht sich.

Der Fuchs des Anstoßes...

Weil das Filmplakat als zu anzüglich empfunden wird, durfte es zunächst in Frankfurt und München nicht mehr an Bus- und Bahnhaltestellen hängen. Diesen Schritt begründete ein Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gegenüber der "Bild"-Zeitung: "In der U-Bahn kommt die Werbung einem viel näher, man kann ihr schlechter ausweichen - gerade auch mit Kindern."

Ein Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) sagte der Frankfurter Rundschau: "Wir halten diese Werbung für sexistisch."

Keine Beschwerden beim Presserat

Beim Deutschen Werberat in Berlin sind allerdings noch keine Sexismus-Beschwerden wegen des Filmplakats eingegangen. Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hieß es, man erwarte keine größere Aufregung. Die Bürger würden in der Regel ganz gut verstehen, wenn es sich, wie in diesem Fall, um einen satirischen Film und dessen Ankündigung handele.

In Frankfurt lenkte die VGF schließlich ein. "Wir haben diese Entscheidung nochmals in einem größeren Kreis diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dieses Plakat doch freizugeben", sagte ein Sprecher.

"Es gibt keine schlecht Publicity"

Heute startet "Fikkefuchs" in den deutschen Kinos. Ob der Film die Meinungen der Zuschauer spalten und der Deutsche Werberat doch noch zahlreiche Beschwerden erhalten wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Fest steht: Den Machern der Komödie hätte nichts besseres widerfahren können. Denn wie sagte der irische Schriftsteller Brendan Behan schon so schön: "Es gibt keine schlechte Publicity, außer deinem eigenen Nachruf"

Autor: Max Marquardt, Playboy
Autor: Mareike Opitz
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