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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

"Tausende russische Agenten sind eingewandert"

Russlands Agenten sind unter uns, wir merken es nur nicht. Dieses Gefühl beschleicht einen zumindest, wenn man "Luna" gesehen hat. Seit gestern läuft der Thriller im Kino und greift einen echten Fall auf: In Marburg wurde 2013 ein russisches Agentenpaar enttarnt – die Tochter wusste nichts von dem Doppelleben ihrer Eltern. Der afghanisch-stämmige Khaled Kaissar greift das Thema auf und feiert mit einen packenden Agentenfilm Regiedebüt. Mit Mord, Verfolgungsjagden und einem 17-jährigen Mädchen, das seine Familie rächen will.

Herr Kaissar, in Ihrem neuen Film „Luna findet ein 17-jähriges Mädchen heraus, dass ihr Vater jahrelang unbemerkt für den russischen Geheimdienst gearbeitet hat. Ist das realistisch?

„Luna basiert auf der wahren Begebenheit einer Familie aus Marburg. Die Bundesregierung enttarnt mehrmals im Jahr russische Agenten. Im Normalfall heißt es dann: „Okay, dein Visum ist abgelaufen, morgen bitte ausreisen.

Im Film ist das nicht der Fall.

Nein. Lunas Eltern werden von russischen Agenten ermordet, weil ihr Vater auch mit dem BND zusammenarbeitete. Luna entkommt verletzt, die Mörder lassen allerdings nicht locker. Mit Hamid, einem Freund ihres Vaters, dreht sie den Spieß aber um und stellt sich den Geheimdiensten und ihren Verfolgern.

"Luna" ist Khaled Kaissars erster Film als Regisseur.

Haben Sie während Ihrer Recherche auch mit Lunas Realvorlage gesprochen?

Leider nicht. Die echte Luna lebt heute ein normales Leben unter falschem Namen und das soll wohl auch so bleiben. Der Anwalt der Familie, der übrigens seit 30 Jahren Russen und insbesondere russische Agenten in Deutschland vertritt, hat uns ebenfalls abgewiesen.

Wie viele russische Agenten leben denn schätzungsweise in Deutschland?

Nach der Wende sind tausende getarnt als Spätaussiedler in die BRD eingewandert. Das war für Russland damals wirklich einfach, das fällt ja nicht auf. Es sind normale Leute mit normalen Jobs, die unauffällig unter uns leben.

Haben Sie Angst, sich mit diesem Film Feinde zu machen?

Das haben wir uns natürlich schon überlegt. Aber eigentlich habe ich keine Angst. Der Film ist ja sehr vage. Wir stellen zwar knallharte Behauptungen auf, aber im Grunde ist das eine erfundene Geschichte, die von einer wahren inspiriert wurde.

Das war ihr erster Kinofilm als Regisseur und dann gleich ein Thriller. Was hat sie dazu bewegt?

Ich glaube das Genre hat sich aus dem Thema ergeben, das einfach spannend ist. Ich bin in Afghanistan geboren und während der russischen Besatzung konnten die Menschen entweder über die kommunistische Partei oder die Geheimdienste Karriere machen – ganz ähnlich wie in der DDR. Diese Menschen hatten nach dem Fall der Sowjetunion keinen Lebensinhalt mehr. Sie dachten, sie kämpfen für eine gute Sache. Daran sind die dann entweder zerbrochen oder konnten als Auslandsagenten weitermachen.

Autor: Mareike Opitz
Autor: Maximilian Krones
Video – Der "Shape of Water"-Trailer
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