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Henning Baum

...übers Rauchen, Heuchelei und sein Bärenfell

20 Fragen an Henning Baum

Der deutsche Schauspieler Henning Baum macht nicht nur in seinen Rollen einen auf ganzer Kerl. Der ist echt so. Ein Gespräch über Heuchelei, Schlappschwänze und warum er am liebsten auf einem Bärenfell schläft

 

Playboy: Herr Baum, Sie übernehmen gern die Rolle des harten Typen. Zuerst in der SAT.1-Serie „Der letzte Bulle“, jetzt sprechen Sie in Disneys Animationsfilm „Planes 2 – Immer im Einsatz“ einen Hubschrauber mit schwieriger Vergangenheit. Sind Sie Deutschlands Vorzeigekerl? 
Baum: Es erweckt manchmal den Eindruck. 

Playboy: Befinden sich Männer in der Krise? 
Baum: In unserer westlichen Welt befinden Männer sich im Zustand der Verunsicherung. Arme Männer, kann ich da nur sagen. 

Playboy: Sie spüren diese Verunsicherung nicht? 
Baum: Überhaupt nicht. Ich habe mein Tagewerk zu vollbringen und muss Haus und Hof in Ordnung halten. Ich überlege nicht: Wie muss ich mich als Mann benehmen, was ziehe ich an, was sage ich, damit ich Eindruck mache? Alles Kinkerlitzchen. 

Playboy: Was raten Sie Männern? 
Baum: Nutzt euren Verstand. Hört auf euer Herz. Haltet euch fern vom Zeitgeist! Lest kein Ratgeberbuch, kein einziges! Und lasst euch nicht von irgendwelchen Schlappschwänzen erzählen, wie ihr zu leben habt! 

Playboy: Sie wurden mal dafür kritisiert, dass Ihre Figur in „Der letzte Bulle“ raucht. Ist das die Bevormundung, die Sie meinen? 
Baum: Das ist so ein Trend in Deutschland, die Leute einzuteilen in die, die vernünftig und gesund leben, und die, die machen, was sie wollen. Die fahren vielleicht auch ohne Helm Fahrrad – oh Gott, oh Gott – und rauchen auch noch dabei. Ey fuck, die genießen vielleicht das Leben! Mischt euch nicht ein, ihr Arschlöcher, das ist Teil unserer westlichen Gesellschaft, dass wir machen können, was wir wollen, wenn’s sonst niemandem schadet. Kommt bloß nicht ins Ruhrgebiet, ihr kriegt ’n Arsch voll! 

Playboy: Darf ich schreiben, dass Sie in mein Diktiergerät geschrien haben? 
Baum: Das war doch noch nicht schreien. Aber diese Heuchelei macht mich wütend. Dabei rauche ich selbst gar nicht. Aber bei mir zu Hause darf jeder rauchen. Ich kann ja lüften. 

Playboy: Schon mal Stress mit Frauenrechtlerinnen gehabt, weil Sie Frauen öffentlich „Hasen“ genannt haben? 
Baum: Nein. Aber ich nenne ja auch nicht alle Frauen „Hasen“. Das müssen schon ganz besondere Frauen sein. 

Playboy: Wie fühlt man sich, wenn man von Journalistinnen als „leckeres Sahnestückchen von einem Mannsbild“ bezeichnet wird? 
Baum: Das habe ich gar nicht gelesen. Aber es klingt charmant. So was fällt natürlich in den Bereich der künstlerischen Übertreibung. Vor Ihnen sitzt ein mehr oder weniger normaler Mensch. Ich führe schon lange eine glückliche Ehe. 

"Männer! Nutzt Euren Verstand. Hört auf Euer Herz. Und lasst Euch nicht erzählen, wie ihr zu leben habt!"

Henning Baum

Playboy: Wie gehen Sie mit Versuchungen um? 
Baum: Denen gebe ich nach, wenn ich Bock habe. Aber Sie spielen jetzt natürlich wieder auf etwas an...

Playboy: Überrascht Sie das? 
Baum: Sagen wir so, im Christentum wird Versuchung gleichgesetzt mit einem Fehltritt. In der griechischen Mythologie hingegen nimmt Odysseus’ Zeit bei Kirke eine zentrale Stellung ein, ohne dass er Penelope vergisst . . . 

Playboy: Heißt: Der Versuchung nachzugeben ist kein Fehltritt? 
Baum: Das kann man so platt nicht sagen. Damit würde ich der Schwierigkeit des Lebens nicht gerecht werden. 

Playboy: Stimmt es eigentlich, dass Sie auf einem Fell schlafen, immer ein Messer dabeihaben, Motorrad fahren, boxen und mal drei Jahre lang kein warmes Wasser benutzt haben? 
Baum: Stimmt alles. 

Playboy: Haben Sie das aus dem „Handbuch für harte Hunde“? 
Baum: So zusammengetragen hört sich das wirklich an, als würde hier der Mann aus den Bergen sitzen. 

Playboy: Sind Sie das nicht? 
Baum: Nein, ich bin ein zivilisierter, anständiger Mensch. Ich kann das alles erklären. Wenn man ein Messer dabeihat, kann man sich immer ein Äpfelchen aufschneiden. Und auf einem Fell schläft es sich viel gemütlicher als auf irgendwas anderem. 

Playboy: Wo liegt denn das Fell? 
Baum: Auf einer ganz billigen Matratze, die ich nie weggeschmissen habe. Und ich habe festgestellt: Oh, wenn man ein Fell drauflegt, dann ist es perfekt. So ’n ganz großes Fell hab ich da draufgelegt. 

Playboy: Was für ein Fell ist das denn? 
Baum: Ein Bärenfell. 

Playboy: Man sagt, ein Mann muss ein Haus bauen, einen Sohn zeugen und einen Baum pflanzen. Haben Sie das alles schon gemacht? 
Baum: Ich sag nur so viel: Ich habe alle drei Sachen mehrfach erfüllt. Ich habe der Welt meinen Stempel aufgedrückt. 

Playboy: Was muss ein Mann Ihrer Meinung nach können? 
Baum: Er sollte einen Reifen wechseln können, er sollte über ein gerüttelt Maß an Bildung verfügen, und er sollte kochen können. Wenigstens grillen. Aber nicht so mit in Whiskey getränkten Holzschnipseln, nein, einfach grillen. Kohle drauf, Fleisch drauf. 

Playboy: Waren Sie eigentlich schon immer so? 
Baum: Nee, ich hab mich auch erst so entwickelt. Ich musste als Jugendlicher und junger Erwachsener auch erst mal herausfinden, aus welchem Holz ich geschnitzt bin, was mir wichtig ist. 

Playboy: Und was ist es, das Sie glücklich macht? 
Baum: Essen, schlafen, boxen.

Autor: Birgit Querengäßer
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