Direkt zum Inhalt
Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Kid Rock

... über Hollywood-Hass und das Leben als Opa

30 Fragen an den Rock-Rüpel

Rock-Rüpel der 90er, Pamela-Anderson-Ex: Robert James Ritchie alias Kid Rock über seinen Hollywood-Hass, das Erlegen von Großkatzen, sein Leben als Opa mit 44, amerikanisches Bier und sein neues Album

Nur 40 Autominuten gen Norden, und man ahnt nichts mehr von der Nachbarschaft zur Industrieruine Detroit: Villen, viel Grün, Pools und Doppelgaragen. Zur Haustür von Kid Rock, 44, führt ein weißer Kiesweg um einen Teich mit Wasserfall, vorbei an einem Basketballfeld. Robert James Ritchie, den sie hier Bobby nennen, empfängt, um über sein neues Album „First Kiss“ (erscheint am 20.2.) zu sprechen. Er trägt T-Shirt, Jeans, Sneakers und Cowboy-Hut, reicht Kaffee, Wasser – und Bourbon. Und steckt sich erst mal eine Havanna an. 

Playboy: Mr Rock, es ist elf Uhr morgens. Zeit für die erste Zigarre? 
Rock: Es ist meine zweite. 

Playboy: Im Ernst? 
Rock: Ja. Ich rauche zu viel. Ich habe mit Zigaretten aufgehört, um mit Zigarren anzufangen, das heißt, ich inhaliere nicht. Denn eine neue Lunge ist schwer zu kriegen, aber ein Paar Lippen kann ich mir schon leisten. 

Playboy: Ihr neues Album heißt „First Kiss“. Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Kuss? 
Rock: Das war in der Grundschule und über Wochen Gesprächsthema Nummer eins: „Hat der wirklich mit so und so geknutscht? Wie ekelig!“ (lacht) 

Playboy: Was macht für Sie heute eine perfekte Frau aus, die Sie oft besingen? 
Rock: Ich habe kein festes Schema. Das Wichtigste ist: Frauen müssen dramafrei sein. Und sie sollten ein gewisses Selbstbewusstsein haben. Dann ist es mir fast egal, wie sie aussehen. Ein Paar hübsche Brüste tun natürlich nicht weh, aber sie sollte intelligent und willens sein, eine wirkliche Frau zu sein. 

Playboy: Was meinen Sie damit? 
Rock: Nun, meine Freundin und ich haben eine klare Rollenverteilung: Sie kocht, und ich bringe den Müll raus. Was hervorragend funktioniert. Denn sie mag das. Und sie macht gern sauber, während ich mich darauf konzentriere, Geld zu verdienen. Die klassische Rollenverteilung halt, und ich höre schon die Kritiker, die sagen: „Das ist doch chauvinistisch!“ Im Ernst? Warum fickt ihr euch nicht gepflegt ins Knie? Wir sind glücklich damit. 

Playboy: Würden Sie sich noch einmal mit Pamela Anderson einlassen? 
Rock: Welcher Mann träumt nicht davon? Das ist eine nette Fantasie. Nur: Manchmal sollte sie das auch bleiben. Ich würde sie definitiv nicht noch einmal zur Realität machen. 

Playboy: Stimmt es, dass Pam jeden Abend auf Partys war, während Sie die Kinder gehütet haben? 
Rock: Das ist wirklich öfter passiert, als es passieren dürfte. 

Playboy: Wie oft waren Sie mit ihr in der Playboy-Mansion? 
Rock: Nur einmal. Es war cool, sich das alles anzuschauen, aber es ist nicht der Ort, an dem ich mich wohlfühle. Ich hänge lieber mit Freunden und Familie ab. 

Playboy: Sie lehnen den Männertraum ab? 
Rock: (lacht) Sorry! Vielleicht habe ich das zu negativ formuliert, denn natürlich habe ich da eine Menge cooler Leute getroffen. Aber ich habe auch erkannt, dass das kein Leben für mich ist. 

Playboy: Weil Sie eine Aversion gegen Los Angeles haben? 
Rock: Na ja, es macht schon Spaß, da gelegentlich vorbeizuschauen, aber ich könnte nie dort leben oder Teil der Szene werden. Dafür ist mir Hollywood einfach zu schmierig. 

Playboy: Was hält Sie in Detroit, dem Armenhaus der USA? 
Rock: Die Leute. Und der Stolz, von hier zu stammen. Weshalb ich hier auch den Großteil meiner Zeit verbringe. Also mit Ausnahme des Winters, der ist mir dann doch zu kalt. 

Playboy: Werden Sie sich um das Amt des Bürgermeisters von Detroit bewerben? 
Rock: Nein! 

Playboy: Warum nicht? 
Rock: Weil ich keinen Bullshit mag. Und ich halte mich nicht für qualifiziert genug. Könnten Sie sich meine Wenigkeit in einer Debatte vorstellen, bei der jemand ein bisschen gehässig wird? Da könnte ich kaum sagen: „Are you fuckin’ kidding me?“ 

Playboy: Das wäre doch mal was. 
Rock: Es wäre definitiv die unterhaltsamste Debatte seit Langem. 

Playboy: Sie haben viel Zeit in Afghanistan und im Irak verbracht, zur moralischen Unterstützung und Unterhaltung der US-Truppen. Hatten Sie da Angst? 
Rock: Und wie! Ich musste die ganze Zeit eine kugelsichere Weste tragen und bin per Hubschrauber von einer Basis zur anderen geflogen, während um mich herum Soldaten mit Maschinengewehren und Nachtsichtgeräten saßen. Und diese Hubschrauber werden regelmäßig abgeschossen. 

Playboy: Lässt sich denn Demokratie mit Waffengewalt installieren? 
Rock: Gute Frage. Einer der höheren Offiziere meinte hinter vorgehaltener Hand: „Diese Soldaten kreieren keine Diplomatie, sie zerstören sie.“ Das ist, glaube ich, die beste Formulierung dafür. Aber ganz egal, ob das nun richtig oder falsch ist – diese Kids, die da im Einsatz sind, haben keine Wahl. Und von daher ist es wichtig, dass sie das Gefühl haben, dass wir sie unterstützen.

Playboy: Sie galten lange als überzeugter Republikaner und beschweren sich auf dem neuen Album auch, dass die Regierung Ihnen die Waffen wegnehmen will. Gleichzeitig distanzieren Sie sich mittlerweile von den Konservativen. Wieso? 
Rock: Weil die meisten von ihnen Affen in Anzügen sind. Sie zanken sich, aber kriegen nichts auf die Reihe. Und was die strengeren Waffengesetze betrifft: Es kann sein, dass Gewehre in New York City keine gute Idee sind, aber in Alabama sind sie es definitiv. Weil sie für eine Lebensart stehen. Das Problem ist nur, dass es heute zu viele verwirrte Menschen gibt. Deshalb sollte tatsächlich eine Art Kontrolle stattfinden. 

"Ich werde sowieso gehasst - von genauso vielen Leuten, wie ich Fans habe. Na und? Das ist okay"

Kid Rock

Playboy: Sie meinen einen Tauglichkeitstest? 
Rock: Die Kinder in Alabama, die ich kenne, wachsen von Anfang an mit Waffen auf und müssen insofern auch nicht getestet werden. Aber ich unterstütze eine Art von Check – sofern das Sinn macht. Denn Tatsache ist: Auch bei schärferen Gesetzen wird es immer Verrückte mit Waffen geben. Die werden sich nie vollkommen ausschalten lassen, genauso wenig wie Rassismus und all diese Dinge, mit denen man umzugehen lernen muss. 

Playboy: Und worum geht es bei dem Gesetz, das zu Ihrem Bruch mit den Republikanern führte? 
Rock: Oh, das versuchen sie gerade überall durchzuboxen. Sie argumentieren: „Sagen wir, Großvater kauft eine Eintrittskarte für seinen Sohn, und der kann an dem Tag leider nicht zu der Show, dann sollte er doch in der Lage sein, das Ticket frei zu verkaufen.“ Meine Meinung aber ist: Nein, du kannst das nicht zu einem höheren Preis weiterveräußern. Und ich brauche keine Politiker, die sich da einmischen. Gerade die Republikaner, die es sich auf die Fahne schreiben, dass es weniger Regulierungen geben soll – die sind alle verlogen und voller Scheiße. 

Playboy: Sie haben letzten Sommer den US-Konzertmarkt auf den Kopf gestellt mit Shows, die gerade mal 20 Dollar kosteten inklusive freiem Parken, freiem Kaffee und 4-Dollar-Bier. Hat das nicht für entsetzte Veranstalter gesorgt? 
Rock: Ja, meine Konzertagentur war sogar ziemlich geschockt, als ich mit der Idee ankam: Ich will kein Geld vorab, sondern nur eine Beteiligung am Gewinn. Wissen Sie, warum die alle Vorkasse haben wollen? Weil sie Manager und Agenten haben, die einfach nicht genug bekommen. 

Playboy: U2 zum Beispiel verlangen auf ihrer kommenden Tournee bis zu 200 Euro pro Ticket, und die Stones haben zu ihrem 50. fast unerschwingliche Preise aufgerufen.
Rock: Gerade bei den Stones erscheint mir das wirklich ein bisschen exzessiv. Aber so lange Leute diese überzogenen Preise bezahlen, kommen Veranstalter und Künstler damit halt durch. Klar, wer reich ist, den kratzt das nicht, der kriegt immer ein Ticket. Aber diese Leute will ich nicht auf meinen Konzerten, und auf das Geld verzichte ich dankend. 

Playboy: Sie sprechen lieber die Arbeiterklasse an – auch indem Sie betonen, Sie seien kein Champagner-Trinker und kein Coldplay-Fan … 
Rock: Richtig. 

Playboy: Verschließen Sie sich damit nicht bewusst anderen Zielgruppen? 
Rock: Ich werde sowieso gehasst – von genauso vielen Leuten, wie ich Fans habe. Na und? Das ist okay. Schließlich ist auf dieser Welt genug Raum für jeden. Und ich weiß, dass Coldplay eine Menge Anhänger hat. Nur: Ich mag sie nicht. Also singe ich darüber. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ihnen das etwas ausmacht, nach dem Motto: Oh Mist, Kid Rock mag uns nicht – was machen wir jetzt? Ich denke eher, sie sind auch keine sonderlich großen Kid-Rock-Fans. 

Playboy: Sie sind frischgebackener Großvater. Ein gutes Gefühl? 
Rock: Das mit 44 zu erreichen passt wunderbar zu meinem Redneck-Image, oder? Als es so weit war, habe ich mir eine Zigarre angesteckt und den inneren Hillbilly raushängen lassen. 

Playboy: Nebenbei golfen Sie mit Tiger Woods. Wie kamen Sie dazu? 
Rock: Ich schätze, damit habe ich vor knapp zwei Jahren angefangen. Ich meine, hätten Sie mir das vor zehn Jahren nahegelegt, dann hätte ich mein Shirt ausgezogen, meinen Hut abgesetzt und Ihnen wahrscheinlich eine gelangt. Aber, wie heißt es so schön: Man wird älter. Und ich mag Tiger. Ich finde die meisten Golfer nett. Sie stehen zum Großteil auch aufs Fischen und Jagen. 

Playboy: Wie darf man Sie sich auf der Jagd vorstellen: mit Ihrem Ziehvater Hank Williams Jr., dem Country-Musiker, beide in Camouflage und mit Ententröten? 
Rock: Wir jagen eher weiße Rehe. Es können aber auch Truthähne, Tauben und Wildschweine sein. Und im Februar gehe ich auf Puma-Jagd in Nordidaho, um mal eine große Katze zu erlegen. Hank dagegen jagt alles – und zwar überall auf der Welt. 

Playboy: Was für Sie eher in Bezug auf Autos gilt, die Sie sammeln, richtig? 
Rock: Ich liebe Autos! Und deswegen sammle ich sie: um mich daran zu erfreuen und sie natürlich auch zu fahren. Leider fahre ich sie nicht so oft, wie ich das möchte, weil ich halt auch gern trinke, mich aber nur nüchtern ans Steuer setze. 

Playboy: Apropos trinken: Werden wir in Deutschland je in den Genuss Ihrer eigenen Marke, des „Badass“-Bieres, kommen? 
Rock: Bislang ist es nur in Michigan erhältlich. Und seien wir ehrlich: Es ist ziemlich verwässerte amerikanische Bier-Pisse. 

Playboy: Ganz im Gegensatz zu dem selbst gebrannten Schnaps, den Sie dem Vernehmen nach horten? 
Rock: Den habe ich im Keller. Ein tolles Zeug. Unglaublich gut. Mein Kumpel hat neulich einen Kokosnussschnaps aus Mississippi mitgebracht, der wie Limonade schmeckt. Einfach genial! Natürlich ist einer meiner Freunde nach ein paar Gläsern die Treppe runtergefallen. Wenn das Zeug gut gemacht ist, ist es unschlagbar. Und es ist eine echte Kunst, das mit einem selbst gebauten Destillierapparat hinzukriegen. 

Playboy: Mal ehrlich: Haben Sie je darüber nachgedacht, das „Kid“ in Ihrem Namen zu ändern? Schließlich dürften Sie dem Kind-Status mit 44 schlichtweg entwachsen sein … 
Rock: Noch nicht. Ich meine, natürlich wünsche ich mir oft, ich hätte mir damals etwas Besseres einfallen lassen. Aber Kid Rock ist doch immer noch besser als The Fresh Prince of Bel-Air. (kichert)

Autor: Marcel Anders
Newsletter

Jede Woche neu:
die spannendsten Themen,
die schönsten Frauen

Jede Woche neu: die spannendsten Themen, die schönsten Frauen

The was an error. Please try again later.