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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Bundespräsident? Udo steht bereit!

Ein Männergespräch über Romantik und Zukunftspläne

„Bundespräsident? Wenn ich 70 bin, stehe ich bereit“

Er ist lebende Legende, ein musikalisches Original: Am 17. Mai 2017 wird Udo Lindenberg 71. Playboy traf den Panikrocker 2013 zum Interview. Und sprach mit ihm über Romantik, seine WG mit Otto Waalkes und seine Pläne. Denen zufolge müsste er bereits seit einem Jahr Bundespräsident sein

1. Playboy: Als Rockstar ist man ja auch Vorbild. Wie ist der Mann heute im Vergleich zu damals? 
Lindenberg: Ganz, ganz damals war er immer nur hart. Dann kam Marlon Brando, von dem sie alle gelernt haben. Und James Dean, der geweint hat auf der Leinwand. Männer zeigen heute mehr ihre Feelings. 

2. Playboy: Mit dem Zeigen von Gefühlen und Schwächen haben Sie ja kein Problem, oder? 
Lindenberg: Manchmal hänge ich auch richtig durch, klar. Aber da hast du Freundinnen und Freunde, die bauen dich wieder auf. Ich habe schon eine ganze Reihe guter Freunde, nicht nur zwei oder drei. Freundschaft ist für mich ein hohes, ein heiliges Gut. So eine Art Ersatzfamilie. 

3. Playboy: Sind Sie Romantiker? 
Lindenberg: Manchmal. Hält sich in Grenzen. 

4. Playboy: Sind Sie manchmal einsam?
Lindenberg: Nie. Alleine ja, und zwar auch gerne ab und zu. Das ist wichtig, dieses Sichselber-Begegnen. Aber nicht nur um zu relaxen, sondern auch um Sachen auf den Grund zu gehen. Let’s go indisch - auch auf die Gefahr, dass du niemandem begegnest. Das gibt’s ja in manchen Fällen. Aber ich begegne mir ganz gut. 

5. Playboy: Früher haben Sie in einer WG mit Otto Waalkes und Marius Müller-Westernhagen gewohnt. Sind das auch noch Freunde von Ihnen? 
Lindenberg: Einige ja. Es waren ja mehrere WGs. Meine allererste war mit den City Preachers und Inga Rumpf, eine begnadete Sängerin, ’ne Seemannstochter. Ich war für die Küchenarbeit nicht geeignet, also war ich der Shit-Einholer. Ich kannte mich da ein bisschen mit aus und habe ordentlich Shit eingekauft für die WG. Und dann später mit Otto Waalkes, da waren wir lauter Jungs, die alle Stars werden wollten, auch Marius. 

6. Playboy: Wie geht das, nicht zur Karikatur zu werden, wenn man Ikonenstatus hat? 
Lindenberg: Durch Beibehaltung deines Stils. Und indem du dich trotzdem immer wieder erneuerst. Abenteurer bleibst und man dir das auch anmerkt, dass du aufm Sprung bist ins Niemandsland, wo noch keiner war im künstlerischen Leben. Aber das ist auch ein bisschen riskant. Mein Leben ist gut für Überraschungen, sagen wir mal so. Ich gehe die Straße lang, und 200 Meter vor mir sind Leute. Ich rede ein bisschen mit meiner Freundin, und die drehen sich um und erkennen mich über Hunderte von Metern an der Stimme. 

7. Playboy: Haben Sie Prinzipien, Lebensregeln? 
Lindenberg: Ich folge meinen eigenen Gesetzen. Wobei, ich habe eigentlich nur Hermann Hesse ein bisschen übersetzt in meine Sprache, der die heilige Individualität - highlige geschrieben, die highlige Individualität - feiert und dazu ermuntert, keinen Lehrern zu folgen, sondern: „Folge den Gesetzen, die dein Blut dir rauscht.“ Das lebe ich radikal, aber ohne anderen wehzutun. 

8. Playboy: Viele Leute, die mit 20 Hermann Hesse gelesen haben, machen irgendwann Karriere, Reihenhaus, Familie, Kohle ranschaffen. Ist das ein Fehler? 
Lindenberg: Das ist auch okay. Das muss jeder mit sich selber abmachen. Mich hat das nie gereizt. Wenn, dann ganz, ganz kurz, früher mal für einen Moment. Habe es aber sofort wieder verworfen. Ich wollte eigentlich immer Abenteurer sein, viel unterwegs. Deswegen wohne ich ja auch im Hotel. Ich will nur einen Koffer haben, ein bisschen Reizwäsche und die grünen Socken. 

9. Playboy: Macho waren Sie nie, oder? 
Lindenberg: Nee, ich galt eigentlich eher als Feminist. Zum Beispiel bei der großen Jubiläumsparty, zehn Jahre „Emma“: Wer wurde eingeladen als einziger Typ? Ich. 

10. Playboy: Gibt es irgendwas, das Sie nie getan haben, aber noch erreichen möchten? 
Lindenberg: Uno-Botschafter sein. Dass es wirklich eine Weltgemeinschaft ist, dafür möchte ich mich noch stärker einsetzen. Manche sagen ja, Udo sollte mal Bundespräsident werden. Da muss ich noch ein bisschen reifen. Wenn ich 70 bin, stehe ich bereit. Aber dann müssen die vieles ändern am Protokoll. Dann kommen die Staatsbesuche immer erst mittags, ohne militärische Ehren, direkt ans Bettchen, trinken schön Eierlikör und feiern Freundschaft und Frieden.

Autor: Klaus Mergel
Autor: Philip Wolff
Video: Titelstar Nina Bott
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