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"Man hielt Terminator für einen B-Movie"

Arnold Schwarzenegger über Erfolg und Politik

"I'll be back!"

Terminator, Gouvaneur, Kultfigur: Arnold Schwarzenegger ist Österreichs erfolgreichster Exportschlager. Wir trafen "Arni" und sprachen mit ihm über Erfolg, private Probleme und Politik

Ganz der Alte, in der typischen Arnie-Manier, wendet sich Arnold Schwarzenegger von der Terrassenbrüstung seiner Suite im „The London“-Hotel in West-Hollywood dem Gast zu: äußerst gemessenes Tempo der Bewegung, der Blick extrem fest und offen, der Händedruck extrem fest und schraubstockartig schließend - soweit zu beobachten, fiel der mittlerweile 67-Jährige auch in seinen Jahren als Gouverneur von Kalifornien nie aus dieser Paraderolle, die er auf der Leinwand nun in „Terminator 5 - Genisys“ (Kinostart: 9. Juli) wieder spielt. Den Versuch, den Governator, hallo Österreich, auf Deutsch zu begrüßen, kontert er auf Englisch aus. Deutsch spricht er nur noch im Privatleben. Und das hier ist doch ein Interview. Also, korrekt bleiben, please!

Terminator: Genisys

Die Handlung spielt zunächst im Jahr 2029, in dem sich die Rebellen unaufhörlich gegen das Maschinenimperium von Skynet behaupten müssen. Um die Menschheit zu retten, wird Kyle Reese von seinem Anführer John Connor zurück ins Jahr 1983 geschickt. Seine Mission: Connors Mutter Sarah vor einer tödlichen Killer-Maschine beschützen. Doch schon direkt nach seiner Ankunft muss der Rebell feststellen, dass die Vergangenheit keineswegs seinen Vorstellungen entspricht. Sarahs Eltern sind tot und die Killer-Maschine, die Kyle eigentlich vernichten hätte sollen, beschützt und erzieht Sarah. Kyle und Sarah schließen sich zusammen und nehmen gemeinsam den Kampf gegen die Killer-Maschinen und ihr Schicksal auf. 

Playboy: Wie redet man Sie korrekt an, Mr Governor oder Mr Schwarzenegger?
Schwarzenegger: Arnold ist okay.

Playboy: Sie haben die Formalitäten Ihres einstigen politischen Amtes abgelegt?
Schwarzenegger: Formal müsste ich für den Rest meines Lebens als Mr Governor angesprochen werden. Dieses Privileg haben auch die amerikanischen Präsidenten, wenn sie aus dem Amt scheiden. Aber ich bin ja zurück in Hollywood. Es wäre albern, wenn ich mich von den Kollegen am Filmset so förmlich anreden lassen würde.

Playboy: Reagieren Kollegen dennoch manchmal verstört darauf, wenn sie mit dem ehemaligen Gouverneur von Kalifornien vor der Kamera stehen?
Schwarzenegger: Ach, eigentlich nicht. Ich glaube, die meisten nehmen mich gar nicht mehr als Politiker wahr. Und das ist auch gut so.

Playboy: Warum sind Sie nach dem Ende Ihrer politischen Karriere nach Hollywood zurückgekehrt?
Schwarzenegger: Es ist nicht der Ruhm, der mich zurückgetrieben hat. Es ist die Leidenschaft. Ich liebe es, Filme zu drehen. Ich bin heute allerdings sehr viel entspannter als früher und spüre keinerlei Druck. Ich muss nichts mehr beweisen. Ich kann einfach nur noch machen, was ich will.

Es wird alles sehr aufgebauscht in der Politik, das weiß ich aus eigener Erfahrung

Arnold Schwarzenegger

Playboy: Verschwindet mit dem Druck nicht auch der Ehrgeiz?
Schwarzenegger: Nein, ich muss jetzt nur die richtigen Entscheidungen treffen, dann kann ich wieder nach ganz oben kommen. Genau wie ein Athlet, der zehn Jahre nicht aktiv war, muss ich meinen Weg langsam wieder finden. Man muss Geduld haben. Und währenddessen genieße ich jeden Moment.

Playboy: In „Terminator: Genisys“ kehren Sie in Ihre Rolle als Cyborg zurück. Nachdem Ihre letzten Filmprojekte eher mäßig erfolgreich waren, vertrauen Sie nun lieber wieder auf Altbewährtes?
Schwarzenegger: Als ich Gouverneur war, wurde „Terminator 4“ gedreht, und ich konnte nicht dabei sein. Jetzt bot sich wieder die Chance, da habe ich nicht lange gezögert. Ich habe es ja schließlich lange genug versprochen: „I’ll be back.“

Playboy: In „Terminator: Genisys“ ist die Welt zu Grunde gerichtet. Ihre Einschätzung als Politiker: Glauben Sie, es könnte noch mal einen Weltkrieg geben, mit dem sich die Menschheit an den Rand der eigenen Existenz bringt?
Schwarzenegger: Nein, nicht wirklich. Nukleare Sprengsätze sind eine Gefahr, aber ich denke, dass die Menschen am Ende immer wieder zu Verstand kommen, bevor sie diese Waffen einsetzen. Es wird alles sehr aufgebauscht in der Politik, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Man rasselt mit den Säbeln wie derzeit die Russen, bis sich letztlich doch wieder alle beruhigen. Ich bin von Haus aus immer Optimist gewesen.

Playboy: Ist das ein Resümee Ihrer Jahre als Landeschef von Kalifornien?
Schwarzenegger: Ja, auch wenn ich längst nicht alles erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Sagen wir so: Es war eine sehr lehrreiche Zeit.

Playboy: Was haben Sie gelernt?
Schwarzenegger: Als ich mein Amt antrat, hatte ich vor, als eine Art politischer Freigeist die alten Strukturen zu knacken. Leider musste ich erfahren, wie viele sogenannte Volksvertreter in erster Linie nur ihre eigenen Interessen verfolgen.

Playboy: Das war eine neue Erkenntnis für Sie? Im Ernst?
Schwarzenegger: Ja. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich bis heute nicht gern als Politiker bezeichne, ich möchte mich klar abgrenzen von diesen Leuten.

Ich habe Kalifornien zum Vorreiter in Sachen Umweltschutz gemacht.

Arnold Schwarzenegger

Playboy: Als was verstehen Sie sich dann?
Schwarzenegger: Ich bin ein Public Servant, ein Diener der Gesellschaft. Und als dieser bin ich auch heute noch aktiv. Ich habe an der Universität von Kalifornien das politikwissenschaftliche „Arnold Schwarzenegger Institut“ gegründet mit dem Ziel, dass dort nicht nur über Probleme gesprochen wird, sondern auch Lösungen erarbeitet werden. Ich halte den Politikern damit in gewisser Weise den Spiegel vor.

Playboy: Haben Sie das Gefühl, dass Sie auf privatem Weg heute mehr erreichen können als als Staatsmann?
Schwarzenegger: Die Macht, die man als Gouverneur eines Staates hat, ist natürlich schon reizvoll. Aber ich bin heute freier in meinen Handlungen. Vor Kurzem bin ich nach München gereist und habe bei der Sicherheitskonferenz eine Rede gehalten, danach traf ich den französischen Präsidenten in Paris. Und zwar ohne dass zu Hause ein politischer Gegner die Tage gezählt hätte, die ich als Gouverneur nicht im eigenen Staat verbracht habe. Dieses Theater vermisse ich jedenfalls nicht. Aber ich muss zugeben: Das Amt an sich fehlt mir schon gelegentlich.

Playboy: Was haben Sie damals erreicht, worauf Sie besonders stolz sind?
Schwarzenegger: Ich habe Kalifornien zum Vorreiter in Sachen Umweltschutz gemacht. Das ist ein Thema, das immer noch unterschätzt wird. Jedes Jahr sterben weltweit sieben Millionen Menschen an den Folgen der Umweltverschmutzung - ein Vielfaches der Todesopfer aller gegenwärtigen Kriege zusammen. Ich möchte dazu beitragen, dass wir endlich lernen umzudenken.

Playboy: Hoffen Sie noch immer darauf, dass die amerikanische Verfassung eines Tages geändert wird und Sie auch als gebürtiger Österreicher Präsident der USA werden können?
Schwarzenegger: Irgendwann wird es dazu kommen. Weil die Leute erkennen werden, dass dieses Gesetz aus dem 18. Jahrhundert veraltet ist. Damals wollten sie nicht, dass irgendwelche Briten rüberkommen und Präsident werden können. Das ist doch nicht mehr zeitgemäß.

Schwarzenegger nimmt einen Schluck Tee aus einem Pappbecher, dann spielt er wieder an einem der zwei übergroßen Ringe an seinen Fingern. Es ist keine Nervosität, eher ein Zeichen von Zerstreuung während einer Tätigkeit, bei der er mittlerweile große Routine hat: Interviews als Schauspieler, Interviews als Politiker, Interviews als Arnold Schwarzenegger.

Playboy: Macht sich der Österreicher Arnold noch manchmal bemerkbar im Amerikaner Arnie?
Schwarzenegger: Ich wurde in Österreich geboren, aber Amerika hat mich geprägt. Es gibt den Österreicher noch in mir. Aber eben auch den Amerikaner - und die beiden sind sich nicht immer einig...

Playboy: In welchen Situationen macht sich dieser innere Konflikt bemerkbar?
Schwarzenegger: Ich war zum Beispiel ein republikanischer Gouverneur, aber ich habe mich für eine Reform des Gesundheitssystems eingesetzt, damit jeder in Kalifornien krankenversichert ist. Das ist eigentlich eine demokratische Sichtweise. Aber in dem Fall hat sich der Österreicher in mir durchgesetzt. Bei uns in der Steiermark war jeder versichert.

Der erste Terminator-Teil wurde eigentlich eher als B-Movie beworben. Man hielt ihn für einen gewöhnlichen Actionfilm.

Arnold Schwarzenegger

Playboy: Den Weg von der Steiermark in die große weite Welt ebnete Ihnen das Bodybuilding. Vor genau 50 Jahren erhielten Sie den Titel des „Junior Mr. Europe“. Hat diese Zeit auch Ihre späteren Karrieren als Schauspieler und Politiker geprägt?
Schwarzenegger: Nicht nur das, es war die Voraussetzung für alles, was danach kam. Die Bodybuilder-Karriere hat mich nach Amerika gebracht und damit mein Leben sehr beeinflusst. Und ich lernte die wichtigsten Lebenslektionen: wie man hart am eigenen Schweinehund und an der eigenen Disziplin arbeitet. Wie man Ziele visualisiert, die man verfolgen will. Dass man nicht auf die Pessimisten im eigenen Umfeld hören darf. Und dass man ein Nein als Antwort nicht akzeptieren muss. Du lernst, dass du immer wieder aufstehen musst, nachdem du gefallen bist. Diese wichtigen Lektionen konnte ich in meiner Schauspielkarriere ebenso anwenden wie in den Jahren als Gouverneur. Das sind Dinge, die man in keiner Schule lernen kann. So was muss man in der Praxis selbst erfahren.

Playboy: Waren Sie trotzdem manchmal überrascht über Ihren eigenen Erfolg? Immerhin wurden Sie in den Achtzigern zum bestverdienenden und erfolgreichsten Schauspieler der Welt.
Schwarzenegger: Ein gutes Beispiel für einen Erfolg, der wirklich unerwartet kam, ist „Terminator“. Der erste Teil wurde eigentlich eher als B-Movie beworben. Man hielt ihn für einen gewöhnlichen Actionfilm. Aber als dann die Kritiken veröffentlicht wurden, merkten wir plötzlich: Hier passiert mehr, als wir dachten. Letztendlich hat das „Time Magazine“ ihn zu einem der besten zehn Filme des Jahres gewählt. Ein anderes Beispiel ist „Twins“. . .

Playboy: . . . eine Zwillingskomödie mit Danny de Vito aus dem Jahr 1988.
Schwarzenegger: Wir haben alle keine Gage genommen, damit wir das Budget von 16,5 Millionen Dollar nicht überschreiten. Als der Film Mitte Dezember in die Kinos kam, ging er völlig unerwartet durch die Decke und spielte 125 Millionen Dollar allein in den USA ein.

Playboy: Gab es denn auch überraschende Misserfolge?
Schwarzenegger: „Last Action Hero“ hat den Erwartungen überhaupt nicht entsprochen. Alle Beteiligten dachten, das würde ein Knaller werden. Aber als er beim Start nur 17 Millionen Dollar einspielte, waren wir alle enttäuscht. Er verschränkt die Hände ineinander und lächelt. Kein gutes Zeichen: Seinen Charme setzt Schwarzenegger vor allem dann ein, wenn er ein Thema nicht vertiefen möchte. Über Misserfolge spricht er nicht gern - er, der ultimative Siegertyp. Doch eine Niederlage ließ sich nicht so einfach weglächeln: das Ende seiner Ehe. Fast 25 Jahre war er mit Kennedy-Nichte Maria Shriver verheiratet, vier Kinder zog das Ehepaar gemeinsam groß. Er war als Womanizer bekannt, doch dass er 1997 sowohl seine Frau als auch seine Haushälterin schwängerte, war zu viel für seine Gattin. 2011 trennten sich Shriver und Schwarzenegger offiziell.

Playboy: In den letzten Jahren hatten Sie einige private Probleme. Gibt es Dinge, die Sie bereuen?
Schwarzenegger: Ich bereue vieles. In erster Linie tut es mir sehr leid, dass ich meine Familie in eine unangenehme Situation gebracht habe. Das haben sie nicht verdient. Aber man muss irgendwann nach vorn blicken - und das tun wir nun.

Playboy: Ihre vier ehelichen Kinder sind mittlerweile alle erwachsen. Ihr Sohn Patrick scheint ein echter Frauenheld zu werden - zu seinen Eroberungen zählt Popstar Miley Cyrus. Kommt er nach dem Papa? Schwarzenegger:Alle unsere Kinder kommen hauptsächlich nach der Mama, und das ist auch gut so (lacht). Patrick ist noch jung, er soll seinen Spaß haben. Er studiert und arbeitet als Model. Vielleicht landet er tatsächlich auch im Showgeschäft, aber das soll er selbst entscheiden. Unsere älteste Tochter Katherine will lieber der Mama nacheifern und Journalistin werden. Wir sind sehr stolz auf alle unsere Kinder.

Playboy: Wie sehr waren Sie an der Erziehung beteiligt?
Schwarzenegger: Da hat Maria wirklich den Löwenanteil geleistet. Sie war uneingeschränkt eine fantastische Mutter. Und ich war, unter den beruflichen Umständen, der beste Vater, der ich eben sein konnte.

Autor: Markus Joachim
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