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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Danny Trejo

...über seine Knastzeit und falsche Hollywood-Gangster

"Ich genieße Schlägereien!"

Danny Trejo war Verbrecher, Häftling, Boxer. Dann ging er zum Film. Mit „Machete Kills“ kommt Hollywoods meistgebuchtes Gangster-Gesicht am 19. Dezember wieder ins Kino – in seiner Paraderolle

 

Playboy: Herr Trejo, der erste Eindruck entscheidet. Wie stellen Sie sich vor? 
Trejo: Immer mit einem freundlichen Hallo, denn ich weiß, wie ich aussehe. Die meisten Leute muss ich umgehend entwaffnen. 

Playboy: Haben Sie sich Ihr Gesicht verdient, oder wurden Sie so geboren? 
Trejo: Verdient, in zwölf Jahren Gefängnis. Meine Tochter sah neulich ein Foto von mir als 20-jährigem Häftling. Sie sagte nur: Du warst ja mal ein Hübscher! Kein Wunder, dass du im Knast anfangen musstest zu boxen. 

Playboy: Weswegen haben Sie überhaupt gesessen? 
Trejo: Ach, Raub, Drogen, Wut. Ich war ein Bad Guy. Jetzt spiele ich nur noch einen. 

Playboy: Können Sie auch was anderes? 
Trejo: Ich liebe meinen Job. Einmal spielte ich einen Good Cop, in „Sherrybaby“. Das mochte ich nicht. Ich genieße Schlägereien. 

Playboy: Wann hatten Sie Ihre letzte echte? 
Trejo: Im Gefängnis irgendwo. Ich wurde ja ein paar Mal verlegt. Deswegen wäre auch mein Tattoo beinahe nicht fertig geworden. 

Playboy: Das Sombrero-Girl auf Ihrer Brust? 
Trejo: Ja, das berühmteste Tattoo der Welt. Mein Kumpel Harry „Super Jew“ Ross stach es mir in San Quentin. Es war sein erster Versuch. Dann kam eine Revolte dazwischen. Man behauptete, ich hätte einem Officer einen Stein an den Kopf geworfen. 

Playboy: Aber? 
Trejo: In Wirklichkeit hatte ich mit dem Stein auf ein paar Knastbrüder gezielt, der Officer stand nur im Weg. Zur Strafe wurde ich nach Folsom verlegt. Mit einem halbfertigen Tattoo. Als ich abtransportiert wurde, rief Harry mir hinterher: „Ich komme nach! Lass bloß niemand anderen ran!“ 

Playboy: Gab es ein Happy End? 
Trejo: Jaha. Harry tauchte nach zweieinhalb Jahren tatsächlich in Folsom auf und vollendete sein Kunstwerk. 

"Ich bin eine Machete. Eine Waffe. Das Werkzeug des einfachen Mannes."

Danny Trejo

Playboy: Wie geht ein Gefängnis-Tattoo? 
Trejo: Meines wurde mit der E-Saite einer Gitarre gestochen. Man schneidet sie in kurze Stückchen, schmilzt sie in eine Zahnbürste und legt einen Faden drum, der mit Tinte getränkt ist. 

Playboy: Wie finden Sie Hollywood-Menschen, die sich für viel Geld Prison-Style-Tattoos stechen lassen? 
Trejo: Lustig. Ich mag Tattoos, aber sie sollten zu einem passen. 

Playboy: Wann haben Sie sich zum letzten Mal über die Hollywood-Version eines Gangsterlebens amüsiert? 
Trejo: Heute fungiere ich ja als Kriminalberater bei meinen 
Filmen, aber ich weiß noch, wie ich 1985 auf meinen ersten Set kam, ein Gefängnisfilm, und dachte: Das ist ja süß!

Playboy: Das war „Runaway Train“ mit Eric Roberts? 
Trejo: Korrekt. Ich arbeitete nach meiner Entlassung als Drogenberater und bekam einen Hilferuf von einem meiner ehemaligen Schützlinge, der bei diesem Film mitwirkte. Koks war ein Riesenproblem in Hollywood damals. 

Playboy: Und Sie kamen zum Schneeschippen? 
Trejo: Zur Schneeschmelze, ha! Und zufällig stellte sich heraus, dass einer der Drehbuchschreiber mal in San Quentin gesessen hatte, als ich dort Boxchamp war. Und sie suchten jemanden, der Julia Roberts’ Bruder Eric boxen nach Gefängnisart beibringen könnte. Eh ich mich versah, war ich Gangster beim Film. 

Playboy: Seitdem haben Sie in bald 200 Filmen den Bösewicht gespielt. Wieso arbeiten Sie immer weiter? 
Trejo: Was soll ich sonst tun? Meine Kinder brauchen mich nicht mehr, und ich spiele nicht Golf. 

Playboy: Sie spielen lieber mit Johnny Depps Freundin Amber Heard wie in „Machete Kills“? 
Trejo: (schnalzt) Ein höllisches Geschoss. Humor hat sie auch. Unsere Liebesszene hatte es in sich. Robert Rodriguez rief 
„Action!“ und dann: „Warum lachst du, Amber?“ „Weil Danny nicht aufhört zu sagen: ,Thank you Jesus, thank you Jesus!‘“ 

Playboy: Und Jessica Alba? 
Trejo: Ein Geschenk des Himmels. Nachdem Machete sie küssen durfte, wollten meine Freunde mit mir knutschen. 

Playboy: War Gaststar Lady Gaga auch so göttlich? 
Trejo: Ich mochte sie schon vorher, wir waren beide bei Mark Mahoney, dem besten Tattoo-Künstler der Welt. Er stach mir eine Strandszene mit meinen Kindern auf den Rücken und ihr einen Engel ins Genick. Am Set ließ sie sich extra Gemüse und Naturreis zubereiten, wir anderen futterten Tex Mex. Am Ende schenkte sie mir ihre Töpfe. Jetzt habe ich ein Gaga-Regal. 

Playboy: „Machete schickt keine SMS“, heißt es im ersten Machete-Film von 2010 – aber Danny Trejo hat einen Twitter Account, richtig? 
Trejo: Weil meine Fans so cool sind. Ich kann mich nicht revanchieren bei der Frau, die sich Machete auf den Fuß tätowieren ließ. Aber mit allen anderen will ich mich jeden Tag austauschen. 

Playboy: Hat man Ihnen schon mal eine Schönheitsoperation nahegelegt? 
Trejo: Ein Chirurg kniff mir mal auf einer Party in meine Tränensäcke und meinte: „Da könnte man was machen.“ Im gleichen Moment schrien meine Frau und mein Agent: „Neiiiiin!“

Autor: Brigitte Steinmetz
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