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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Angus Young

…über seinen Hintern und Rock 'n' Roll mit 60

20 Fragen an Angus Young

Trotz des neuen Albums und einer Welttournee war das 40. Band-Jubiläum für den AC/DC-Boss kein Fest. Sein Bruder Malcolm: erkrankt. Drummer Phil Rudd: verhaftet. Was nun?

Angus Young erscheint mit Ellen, seiner ihn weit überragenden blonden Ehefrau, im „Breidenbacher Hof“ in Düsseldorf: Jeans, Schlabbershirt, ungesund-blasser Teint, er wirkt leicht derangiert. Kein Wunder. Wenige Stunden zuvor wurde Schlagzeuger Phil Rudd in Neuseeland festgenommen, weil er einen Auftragskiller angeheuert haben soll. Dass die Anklage am nächsten Tag fallen gelassen wird, ahnt niemand. Angus Young möchte trotzdem übers neue Album sprechen.

1. Playboy: Mr Young, den Album-Titel „Rock Or Bust“ kann man mit „Rocken oder Platzen“ übersetzen. Aber auch mit „rocken oder verhaftet werden“. Haben Sie schon mit Phil telefoniert?
Young: Nein, habe ich noch nicht. Also, sorry, darüber kann ich nicht reden, lass uns bitte das Thema wechseln . . .

2. Playboy: Okay, das Album ist extrem kurz, nur 35 Minuten lang, warum?
Young: Für die Spannung. Ähnlich wie bei einer AC/DC-Live-Show, wo auch - boom, boom, boom - ein Hammer nach dem anderen kommt. Außerdem: Kurze Alben zu machen ist viel leichter.

3. Playboy: Ein Tribut an Ihr Alter?
Young:  Nein, ich fühle mich kein bisschen wie 59. Ich bin immer noch ein Kind, gefangen im Körper eines reifen Mannes. Und wie der aussieht, ist egal. Richtig hübsch waren wir ja nie.

4. Playboy: Sie zeigen dem Publikum auch weiterhin Ihren nackten Hintern?
Young: Ich fürchte, aus der Nummer komme ich nicht mehr raus (lacht). Weil das ein elementarer Teil der Show ist. Die Leute wären enttäuscht, wenn ich darauf verzichten würde.

5. Playboy: Wie kamen Sie überhaupt darauf?
Young: Ich weiß nicht mehr, wann und wo, aber ich wollte ein Publikum provozieren, das etwas zu lethargisch war. Später sollen sogar Leute nur zu unseren Shows gekommen sein, um ihn zu bewundern. Ich hoffe, das waren überwiegend Frauen . . .

6. Playboy: Wer ist denn der Frauenschwarm bei AC/DC?
Young: Jesus! Ich bin definitiv der glamouröseste von den Jungs.

7. Playboy: Was lieben die Leute so an euch?
Young: Ich denke, dass wir unser Ding durchziehen und eine verlässliche Größe sind. Aber wüsstest du immer genau, warum es gut läuft, könntest du es in Flaschen abfüllen und verkaufen.

8. Playboy: Richtig, dass AC/DC eigentlich eine Blues-Band ist?
Young: Ja, wir sind große Blues-Fans - schon immer gewesen. Deswegen sind da auch so viele Elemente in unserer Musik.

9. Playboy: Dann ist „Mutter aller Heavy-Metal-Bands“ ein Missverständnis?
Young: Das könnte man so sagen. In meinen Augen sind wir eine Blues-infizierte Rockband. Kann sein, dass wir das etwas lauter und härter rüberbringen als andere, aber das ist unser Metier.

10. Playboy: Warum haben Sie sich Anfang der 70er dafür entschieden, in Schuluniform statt in einem Gorilla-Kostüm aufzutreten?
Young: Wir hatten anfangs einen Manager, der versuchte, uns irgend so ein Image aufzudrängen. Aber dann sprach Malcolm ein Machtwort und meinte, dass wir diesen Quatsch nicht brauchen und ob ich es nicht bei der Uniform belassen könne. Zum Glück! In dem Affenkostüm habe ich kaum Luft bekommen.

11. Playboy: Das neue Album wurde ohne Ihren an Demenz erkrankten Bruder Malcolm aufgenommen - erstmals in der Band-Geschichte, richtig?
Young: Natürlich, wir haben ihn sehr vermisst. Aber: Unser Neffe Stevie ist auch toll. Er hat schon früher mit uns gespielt. Und er ähnelt Malcolm sehr.

12. Playboy: Wie lautet die aktuelle Diagnose: Wird Malcolm wieder gesund?
Young: Momentan sieht es nicht so aus. Es wird eher schlimmer.

13. Playboy: Lässt Sie das die eigene Halbwertszeit hinterfragen?
Young: Malcolm ging immer sehr positiv mit der Krankheit um. Daher gilt für uns: Wir machen’s, solange wir die Energie haben.

14. Playboy: Bis zum Umfallen?
Young: Könnte passieren, weil wir nie freiwillig aufgeben.

„Ich bin immer noch ein Kind, gefangen im Körper eines reifen Mannes. Und wie der aussieht, ist egal. Richtig hübsch waren wir ja nie“

Angus Young

15. Playboy: Also geht es wieder auf Welttournee?
Young: Bestimmt.

16. Playboy: Warum haben Sie die Albumpremiere eigentlich in einer abgelegenen australischen Kleinstadt namens The Rock gefeiert?
Young: Irgendein schlauer Mensch von der Plattenfirma hatte die Idee. Aber was er damit bezweckte? Keine Ahnung! Ich weiß nur, dass sie diesen großen Felsen in der Mitte des Landes „The Rock“ nannten, als ich jung war. Mittlerweile hat er einen Namen, den ich nicht aussprechen kann, „Ooohlllooolllooo“ oder so. (Richtig: Uluru, d. Red.) Stammt aus der Sprache der Ureinwohner.

17. Playboy: Auch AC/DC wird in Australien anders ausgesprochen, stimmt’s?
Young: Ja, sie nennen uns Akkadakka. Im Ernst.

18. Playboy: Angeblich sind Sie ein talentierter Maler, stimmt das auch?
Young: Malen? Ich kann dein Haus anstreichen, wenn du willst.

19. Playboy: Ich dachte eher an Landschaftsmalerei . . .
Young: Das ist nur eine Sache, mit der ich schon zur Schulzeit angefangen habe und die ich bis heute als Hobby betreibe.

20. Playboy: Am 31. März 2015 werden Sie 60. Wie werden Sie feiern?
Young: Ich denke, dass ich auf der Bühne stehe. Wenn es ein freier Tag ist, bleibe ich im Bett und mache nichts. Allerdings werden die Jungs sich bestimmt irgendeinen Blödsinn einfallen lassen. Aber, hey, dafür ist man ja in einer Band: um das innere Kind auszuleben.

Autor: Marcel Anders
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