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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Bülent Ceylan

... über Kurzhaarschnitte, Headbangen und Kuschelrock

20 Fragen an Bülent Ceylan

Er ist der einer schwerstbeschäftigten deutschen Comedians. Jetzt wird Bülent Ceylan 40. Ein Gespräch über praktische Kurzhaarfrisuren, seine Leidenschaft für schöne Füße – und wann er das erste Mal gemerkt hat, dass er Türke ist

1. Playboy: Herr Ceylan, wir sind ein Männermagazin, es interessiert uns nicht die Bohne, mit welchem Shampoo Sie sich die Harre waschen. Gut?
Ceylan: Sehr gut, denn das werde ich wirklich oft gefragt. Und dann sind die Leute sauer, wenn ich sage: Kernseife.

2. Playboy: Stimmt es, dass Ihr türkischer Vater Sie zu seinem Frisurenvorbild erklärt hat?
Ceylan: Ja, als er Rentner wurde, hat er sich die Haare wachsen lassen. Meine Mutter dachte, er ist verrückt geworden, aber er sagte: „Wieso, das kommt gut an - guck doch unseren Sohn an!“ Inzwischen sind die Haare aber wieder ab.

3. Playboy: Und Sie - denken Sie auch ab und an über einen praktischen Kurzhaarschnitt nach?
Ceylan: Nee! Seit ich 16 bin, habe ich meine Haare wachsen lassen. Das bin einfach ich. Ich bin Metaller, und Headbangen kann man eben am besten mit langen Haaren.

4. Playboy: Bekommen Sie vom vielen Headbangen keine Kopfschmerzen?
Ceylan: Ja, da muss ich aufpassen und mich vorher dehnen und ein paar Rückenübungen machen, bevor ich auf die Bühne gehe.

5. Playboy: Und die Oberarme werden auch noch rasch aufgepumpt?
Ceylan: Ja, ja, natürlich, wird alles frisch aufgepumpt. Mit Liegestützen und dem Deuserband. Nach zwei Stunden klappt das alles zusammen, aber für die Show reicht’s gerade so! (lacht)

6. Playboy: Wie viel Heavy Metal steckt in Ihnen und wie viel Kuschelrock?
Ceylan: Was die Bühne und die Musik betrifft, auf jeden Fall sehr viel Heavy Metal. Aber was Alkohol und andere Sachen angeht, bin ich total Kuschelrock. Nach zwei Bier bin ich platt.

7. Playboy: Aber Sie werden doch irgendwelche Laster haben?
Ceylan: Ja, ich esse gern Nutella und bin Facebook-süchtig.

8. Playboy: Was muss eine Frau haben, die Ihnen gefällt? Auch lange Haare?
Ceylan: Schöne, gepflegte Füße. Ich bin Fußfetischist. Deshalb freue ich mich auf den Sommer - das ist meine Zeit!

9. Playboy: Sie treten zum Teil vor über 40.000 Zuschauern auf.
Ceylan: Ja, krass. 40.000 Leute, die freiwillig zum Türken gehen, das ist der Hammer.

10. Playboy: Woher kommt der Trend, dass Comedians Stadien füllen möchten?
Ceylan: Mario Barth hat damit angefangen und sich als Erster getraut, in eine Arena zu gehen. Auf einmal hat man gemerkt: Oh, das funktioniert, die Leute lieben das.

11. Playboy: Verstehen die Sie eigentlich alle?
Ceylan: Neulich hab ich in Hannover gespielt, also in Oxford-Deutschland. Da waren 10.000 Leute - die kommen doch nicht, um nix zu verstehen! Das hat gerockt wie Sau.

12. Playboy: Ihr Lieblingswort auf Mannheimerisch?
Ceylan: Bummbewassazong. Also, Wasserpumpenzange.

13. Playboy: Und Ihr Lieblingswort auf Türkisch?
Ceylan: Mashallah. Das ist eigentlich ein arabisches Wort, aber wir Türken benutzen das auch. Es bedeutet „wunderschön“. Wenn du zum Beispiel ein hübsches Mädchen siehst, sagst du: Mashallah!

"Ich gucke in den Spiegel, und was sehe ich da? Ich sehe einfach türkisch aus, das ist so"

Bülent Ceylan

14. Playboy:  Wann war Ihnen das erste Mal bewusst, dass Sie Türke sind?
Ceylan: Na ja, ich gucke in den Spiegel, und was sehe ich da? Ich sehe einfach türkisch aus, das ist so. Aber eigentlich sage ich lieber, ich bin Monnemer. Also Mannheimer.

15. Playboy: Warum?
Ceylan: Weil ich in beiden Kulturen aufgewachsen bin. Wenn ich sage, ich bin nur Türke, beleidige ich meine deutsche Mama. Wenn ich sage, ich bin Deutscher, fragt mein Vater: Was ist mit mir? Ich spiele gern mit beiden Seiten, beide haben Witzqualität.

16. Playboy: Was ist so lustig an den Deutschen?
Ceylan: Der Deutsche will immer ein möglichst großes Schnitzel haben. Es soll über den Tellerrand raushängen, muss aber billig sein. Auch wenn es scheiße schmeckt - für den Preis ist es dann okay. Und wenn es Stress gibt, will er sofort die Polizei holen.

17. Playboy: Was ist typisch türkisch?
Ceylan: Dass sie immer zu spät kommen.

18. Playboy: Wie hätten Sie eigentlich geheißen, wenn sich bei der Namenswahl Ihre deutsche Mutter durchgesetzt hätte?
Ceylan: Oh, das weiß ich gar nicht. Mein Vater wollte mich eigentlich Turhil nennen - eine Mischung aus Turan und Hilde, den Namen meiner Eltern. Ganz schlimm.

19. Playboy: Und dann?
Ceylan: Hat sich mein Onkel durchgesetzt und gesagt: „Den nennen wir Bülent.“ Nach dem damaligen türkischen Ministerpräsidenten Bülent Ecevit.

20. Playboy: Was bedeutet Bülent?
Ceylan: Edel, erhaben. Und Ceylan heißt so viel wie „junges Reh, Gazelle“. Ich bin also das Bambi unter den Komikern.

Autor: Mareike Opitz
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