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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Die Ehrlich Brothers

... über Copperfield, Monstertrucks und Helene Fischer

„Bevor Copperfield anrief, haben wir nur auf Weihnachtsfeiern gezaubert“

Ehrlich, wer? Keiner will sie kennen und doch verkaufen die Ehrlich Brothers mit ihrer Zaubershow in Deutschland mehr Tickets als Justin Bieber und Madonna. Zeit, dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Ein Gespräch über Magier und Klischees, Zaubern mit dem Schweißgerät und was ihre neueste Illusion mit einem Monstertruck zu tun hat.

Playboy: Zu Ihrer Jobbeschreibung gehört, dass neben Ihnen leichtbekleidete Assistentinen auf der Bühne stehen. Hat das bei Ihrer Berufswahl eine Rolle gespielt?
Andreas Ehrlich: Es ist ja schön in Klischees zu denken, aber wir haben eigentlich noch nie eine klassische Assistentin auf der Bühne stehen gehabt. Mein Bruder ist meine Assistentin. (lacht)
Chris Ehrlich: Das Thema Frauen hat zumindest mich an die Magie herangeführt. Als ich 15 Jahre alt war, war ich für einen viermonatigen Austausch in Frankreich und hatte eigentlich keinen Bock auf Zaubern, weil der große Bruder das schon gemacht hat. Aber ich hatte in Frankreich so meine eigenen Pläne und die sind aufgegangen. (grinst) Ich habe meinen Bruder gebeten, mir ein paar Zauberbücher zu schicken. Ich habe dann mit Kartentricks angefangen und das hat gut funktioniert.

Playboy: Apropo Klischees: 2013 hat der Film „Der unglaubliche Burt Wonderstone“ die Magierszene parodiert und dabei viele Klischees aufgegriffen. Wie finden Sie so etwas?
Andreas Ehrlich: Die ganze Szene erfüllt das Klischee leider zu einem großen Teil. Deshalb gehen wir einen anderen Weg. Bei uns kommen die Leute nicht in die Shows, um zu sehen, wie das Häschen aus dem Zylinder kommt oder eine Frau das X-te mal in der kleinen Kiste mit 100 Schwertern durchbohrt wird. Sie kommen, weil wir Bahnschienen verbiegen, während im Hintergrund Rammstein läuft. Wir haben uns früh die Frage gestellt, was ist das Klischee und was müssen wir tun, um uns möglichst weit davon zu entfernen.
Chris Ehrlich: In der Zauberwelt sind Klischees total verankert. Nicht nur in den Köpfen der Leute, sondern auch bei den Zauberern. Es gibt erschreckend viele Zauberer noch mit Frack und Zylinder auftreten.

Playboy: Bei Ihnen fällt dagegen eher der Haarschnitt auf. Warum haben so viele Zauberer so extrovertierte Frisuren?
Andreas Ehrlich: Wegen der Frauen. Nein, also nachdem wir mehrfach für Zwillinge gehalten wurden, haben wir beschlossen, dass wir uns deutlicher unterscheiden sollten und so kam das Thema auf.
Chris Ehrlich: Sigfried und Roy waren dabei nicht unbedingt unsere Vorbilder, sage ich jetzt mal ganz wertneutral. Das hat sich einfach über die Jahre entwickelt.

"Die Leute kommen zu unseren Shows, weil wir Bahnschienen verbiegen, während im Hintergrund Rammstein läuft"

Andreas Ehrlich

Playboy: Was ist Ihr Ansatz, wenn Sie eine neue Illusion entwickeln?
Chris Ehrlich: Wir haben zum Gegenstand eben nicht einen Zylinder, oder ein Glitzertuch, das irgendwo hervorgezaubert wird, sondern wir fahren mit der Harley aus einem überdimensionalen iPad raus. Wir leben Träume. Und in Träumen ist erst mal alles möglich, in Träumen zauberst du kein Glitzertuch aus dem Ärmel, sondern da fliegst du.
Andreas Ehrlich: Oder du guckst dir einen Playboy an, denkst, boah wat is das für ein tolles Mädel, machst „Schnips“ und dann steht sie in echt da. Und zwar mit genauso wenig an. 
Chris Ehrlich: Das mach ich nach jeder Show.
Andreas Ehrlich: Ich hab bei dir nie eine gesehen, die so gut aussieht, wie eine Playmate.
Chris Ehrlich: Wie bitte? (Gelächter)

Playboy: Warum ist in Ihrem Publikum der Frauenanteil so hoch?
Andreas Ehrlich: Nicht wegen meines Bruders. Die sind schon wegen mir da. Aber er gehört zur Familie, ich nehme ihn trotzdem mit.
Chris Ehrlich: Es ist schön, so viele Frauen im Publikum zu haben und wir werden nicht daran arbeiten, dass es anders wird.

Playboy: Sie haben Uri Geller besucht, der mit seinen Löffelbiege-Tricks berühmt wurde und vor seinen Augen scheinbar mit bloßen Händen eine Bahnschiene verbogen. Wollten Sie ihn provozieren?
Chris Ehrlich: Wir sind eigentlich keine Provokateure. Das war eher eine Herausforderung. Uri Geller hat angerufen, als er mitbekommen hat, dass da zwei Deutsche Bahnschienen verbiegen. Er hat gesagt, das ist ja schön und gut, aber ich will das mit meinen eigenen Augen sehen.
Andreas Ehrlich: Vor neun Jahren saßen wir im Auto und haben uns gefragt, warum dieser Uri Geller so bekannt ist, nur weil er einen Löffel verbiegt. Da haben wir beschlossen, etwas Stärkeres zu verbiegen. Eine Bahnschiene. Insofern war es eine große Ehre für uns, als er sieben Jahre später anrief und uns zu sich nach London einlud.
Chris Ehrlich: Uri Geller hat sie dann untersucht und durchgeflext. Das war eine echte Schiene. Die steht heute noch in seinem Garten. Er hat extra ein Fundament dafür gießen lassen.

Playboy: Vielleicht sieht er es als Motivation, selbst etwas Neues zu machen?
Andreas Ehrlich: Ja, vielleicht verbiegt er jetzt auch mal Gabeln.

Playboy: Wie viele Leute arbeiten an Ihrer Show mit?
Chris Ehrlich: Bei unserer nächsten Show werden wir mit sechs Trucks und vierzig Mann unterwegs sein. Wir haben ein Lager in Bünde, dort besteht unser Kernentwicklerteam aus ca. zehn Leuten. Wir spielen da ein bisschen Daniel Düsentrieb in cool, mit Flex, Schweißgerät und Hochpräzisionswerkzeugen.
Andreas Ehrlich: In unserer nächsten großen Illusion werden wir einen Monstertruck erscheinen lassen. Das spricht schon sehr die Männerinstinkte an. Wir haben amerikanische Pick-Ups gekauft, um sie zu demontieren und mit dem größten serienmäßigen V8-Motor zu bestücken, den es gibt. Der ursprüngliche Truck hatte nur einen Sechsliter-Maschine. Aber wenn wir einen Monstertruck bauen, muss der auch 1500 PS haben. Wir werden damit jetzt nicht über Autos fahren, aber wir fanden das als Kinder total cool. Daher kam die Idee, einen Spielzeugmonstertruck auf der Bühne in einen echten zu verwandeln. Da werden wir insgesamt ein Jahr lang dran sein, bis die Illusion steht.

"Es ist schön, so viele Frauen im Publikum zu haben und wir werden nicht daran arbeiten, dass es anders wird"

Chris Ehrlich

Playboy: Sie haben auch schon mal Florian Silbereisen in einer Show verschwinden lassen...
Andreas Ehrlich: Ja da haben wir viele Beschwerden bekommen.

Playboy: Warum das?
Andreas Ehrlich: Weil wir ihn wieder erscheinen haben lassen.

Playboy: Wurde Ihnen schon einmal Geld geboten, damit Sie jemanden für immer verschwinden lassen?
Andreas Ehrlich: Ja, Helene Fischer hat Geld geboten, aber es hat nicht gereicht. Nein, das war ein Spaß (lacht). Aber unsere Crew hat uns ernsthaft Geld geboten, dass Florian Silbereisen verschwindet. Wir haben viele Helene Fans in der Crew und wenn wir nachts durch die Republik düsen, dann gibts noch zum Leid manch eines anderen eine Stunde lang Helene Fischer.

Playboy: Ein anderer der Ihnen Geld für einen Trick geboten hat, war David Copperfield.
Andreas Ehrlich: Der wollte in der Tat zwei Zauberstücke kaufen.
Chris Ehrlich: Er rief einfach an und sagte „hi, this is David Copperfield“. Das war für uns eine tolle Ehre, dass der Star unserer Kindheit – natürlich zusammen mit Sigfried und Roy – uns anruft, um uns einen Trick abzukaufen. Wir wussten zuerst nicht so richtig, wie wir reagieren sollen. Das ist so, wie wenn Madonna bei einem Songwriter anruft.
Andreas Ehrlich: Über ein Jahr lang haben wir verhandelt. Aber am Ende wollten wir unsere Babies nicht aus der Hand geben. Das war für uns der Startschuss zu sagen, dann gehen wir damit selbst auf Tour.
Chris Ehrlich: Wir dachten uns, wenn sogar Copperfield die Sachen aufführen würde, müssen wir damit auf Tournee gehen. Bis zu dem Zeitpunkt haben nur auf Weihnachtsfeiern gezaubert.

Playboy: Haben Sie nicht erst mal gedacht, dass da ein Irrer anruft?
Andreas Ehrlich: Als Chris mir gesagt hat, David Copperfield ist am Apparat, hab ich gesagt, leg auf, das ist Oliver Pocher. Aber es war relativ schnell klar, dass er das ist. Er hat schnell gesagt, was er haben will und wir waren erst mal geneigt zu sagen, klar, kannste alles haben und zwar kostenlos. Aber es war gut, dass wir lange darüber geschlafen haben.

Playboy: Sie sind in Moskau, dem Oman, Las Vegas und auf den Bahamas aufgetreten. Wie reagieren die Leute in anderen Ländern auf Sie?
Chris Ehrlich: Im Oman haben wir es schneien lassen. Das fanden die sehr geil.
Andreas Ehrlich: Die Leute haben ganz anders reagiert. Während der Show wirkte das sehr verhalten, aber danach ist fast jeder Zuschauer gekommen und hat sich persönlich per Handschlag bedankt.
Chris Ehrlich: In vielen anderen Ländern herrscht im Vergleich zu Deutschland eine viel größere Euphorie, wenn es um Magie geht. Deutschland ist ein Land, in dem Zauberei eher uncool ist. Und wir freuen uns, dass wir da wieder einen frischen Wind reinbringen können.
Andreas Ehrlich: Ja, und das trotz ihm! (lacht)

Die Ehrlich Brothers sind auf Tour. Alle Termin finden Sie hier.

Autor: Tim Geyer, Redakteur
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