Direkt zum Inhalt
Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Im Bett mit Ina Müller

Ein Gespräch über Chippendales und Fesselspiele

„Ich dachte: Was macht denn dein Busen da, Ina?“

Die schönste Nacht der Woche heißt: "Inas Nacht“. Besonders Playboy-Textchef Philip Wolff fiebert den Sendungen entgegen. Denn: Ina Müller ist die Frau seiner Träume. Den persönlichen Höhepunkt seiner Ina-Verehrung gibt's allerdings nur hier: Das Playboy-Interview IM BETT MIT INA MÜLLER. Ein erotisch knisterndes Tête-à-Tête mit Kissenschlacht und blanken Kunstbrüsten...

Ein leuchtender Sommertag in Hamburg, eine angenehm gekühlte Hotelsuite auf der Reeperbahn, ein rundes Bett mit großem Sexspiegel drüber – es gibt schlechtere Orte, um eine Traumfrau zu empfangen. Kurzer Check: Steht das Pils kalt, guckt nix aus dem Bademantel raus, funktioniert das Aufnahmegerät? Ina kommt rein. „Ist das dein Dick-Tier-Gerät?“ Wir weben erste zarte Gesprächsbande zum Thema „Wie nennt man Elefantenpenisse?“. Sie wirft sich aufs Bett. Der Playboy-Verehrer drapiert sich irgendwie galant mit einer Blume neben sie.

Playboy: Ina, eine Rose für dich zum Zeichen meiner…
Ina Müller: Würdest du sie bitte quer in den Mund nehmen, und ich nehme sie dir dann ab?

Playboy: (beißt in die Rose)
Müller: Das sieht gut aus, weil deine Zahnlücke niedlich ist (nimmt die Rose, lässt sie erschrocken fallen). Oh Gott, wir haben ja einen Spiegel über unserem Bett!

Playboy: Hast du zu Hause da keinen?
Müller: Nee, das würde mich auch irritieren. Ich glaube, ich sehe angezogen besser aus als nackt. Du auch?

Playboy: Ich glaube, dass wir den Gegenbeweis jetzt nicht erbringen, ist nur in deinem Fall wirklich schade.
Müller: Aber ich hab doch extra das hier mitgebracht (zeigt auf einen Latexbusen, der auf dem Nachttisch liegt), damit die Leute nicht gleich weiterblättern. Der ist genau wie mein echter. Ich hab ihn im Laden liegen gesehen und dachte: Was macht denn dein Busen da, Ina?

Playboy: Danke auch, dass du mir einen Gummisixpack dazu gekauft hast!
Müller: Obwohl ich ja finde, dass Sixpacks bei Männern komplett überschätzt werden. Diesen Körperkult mag ich nicht. Das ist so Klischee und so doof. Ich bin eher humorgepolt. Deswegen halte ich auch die Chippendales für die größte Lüge der Welt. Ich glaube, Frauen wollen damit ihren Männern nur zeigen, hör zu, Alter, was du kannst, kann ich auch. Ich geh jetzt mit Ute und Regina zu den Chippendales, und dann jubeln wir. Aber der Mann ist, glaube ich, tatsächlich so gemacht von der Natur. Wenn der in einem Striplokal sieht, wie sich eine Frau auszieht, und er sieht Brüste, dann . . .

Playboy: . . . bestellt er sich ein Bier.
Müller: (lacht) . . . und beides erregt ihn zutiefst!

Playboy: Mich erregt eher deine Sendung, die ist für mich das Erotischste, was es im deutschen Fernsehen gibt.
Müller: Meine Krawallsendung?!

Playboy: „Inas Nacht“ lebt für mich davon, dass im größten Getöse immer diese wahnsinnig zarte Seite von dir durchscheint.
Müller: So was spürst du? Du bist aber sensibel! Ich lebe die doch eigentlich nur für mich aus. Außerdem sind das, glaube ich, bloß die Hormone. Ich habe früher nicht so schnell geweint wie heute.

Playboy: Was macht dich traurig?
Müller: Wenn ich heute einen Mann auf mich zukommen sehe, dann weiß ich schon, der wird nicht sagen: „Hey, du bist aber ein scharfes Mädchen, wollen wir nicht knickknack?“ Der wird sagen: „Hömma, wie kommt man in deine Sendung?“

Playboy: Die Männer sind heute einfach vorsichtiger als früher. Und du hast vor 20 Jahren noch in einer Apotheke gearbeitet, da haben sie sich vielleicht eher getraut.
Müller: Da bin ich aber selten angebaggert worden.

Playboy: Hat keiner mit gedämpfter Stimme nach Kondomen in Übergröße gefragt?
Müller: Nein, Apotheke ist total seriös. Nur wenn wir Mädels im Hinterzimmer unter uns waren, haben wir rumgealbert.

Playboy: Mal mit Drogen experimentiert, Aphrodisiaka gemixt?
Müller: Nein. Ich habe nur eingenommen, was wir auch verkauft haben. Alles ganz harmlos. Aspirin, solche Sachen.

Playboy: Wird man automatisch so ein braves Mädchen, wenn man wie du mit vier Schwestern auf einem Bauernhof aufgewachsen ist?
Müller: Nein, nur ein verklemmteres.

Playboy: Und „Inas Nacht“ ist deine Antischüchternheitstherapie?
Müller: Nein. Ich wollte ja nie an die Rampe. Ich wollte in der Apotheke bleiben, das stimmt wirklich. Aber ich hatte immer so tolle Menschen, die an mich geglaubt haben, selbst mein Apotheker hat gesagt: „Mach, sing, geh auf die Bühne, sei eine Rampensau!“

Playboy: Du hast 1994 eine Gesangskarriere gestartet. Verliebt habe ich mich aber erst sehr viel später in dich, während einer „Inas Nacht“-Sendung.
Müller: Du bist verliebt?

Playboy: Seit du dir in der Sendung mit Gunter Gabriel und Florian David Fitz eine Pepperoni in den Slip geschoben und den Fitz vor die Wahl gestellt hast: Entweder lässt er sich von dir eine Spritze in den Arm jagen, oder er bläst einem Pferd einen.
Müller: Und ich wusste, das mit dem Spritzen wird er nicht zulassen! Ich wusste, dass er sagt: „Na, dann hol mal ein Pferd her!“

Playboy: Und du, triumphal . . .
Müller: Komm rein, Pferd! Ich wusste aber, das darf nicht zum Maßstab werden. Also, wenn selbst Gunter Gabriel eine Situation grenzwertig findet, dann ist die eins drüber, glaub ich. Ich will ja eine Sendung, in der alles passieren kann, in der ich auch einfach mal mit Hellmuth Karasek über ein Buch rede. Solche erfolgreichen Leute müssen ja zu mir kommen wollen. Und warum sollten sie sich freiwillig solchen Dingen aussetzen?

Playboy: Menschen, die wahnsinnig viel reden, sind ja eigentlich nervig. Aber bei dir klingt alles wie Musik.
Müller: . . . nervige Musik!

Playboy: Deine Stimme ist so rau und melodisch gleichzeitig, selbst wenn man sich die Augen zuhält vorm Fernseher, um nicht zu verrückt nach dir zu werden: hilft nix.
Müller: Du spinnst doch. Obwohl, eigentlich ist das ganz schön, so ein Interview mit einem, der so was sagt. Da stört mich nicht mal dein Fuß, der da hinten aus der Bettdecke ragt. Sonst finde ich Männerfüße ja meistens schlimm.

Playboy: Was stört dich noch bei Männern?
Müller: Dieser Trend zur Trecking-Sandale ohne Socken. Dann denke ich immer: Jungs, wenn ich es sehen kann, könnt ihr es doch auch. Achtest du bei einer Frau auf die Füße?

Playboy: Nicht so generell wie viele andere Männer. Achtest du bei Männern auf die Hände?
Müller: Ja, ich achte auf Hände. An den Fingern des Mannes sieht man, wie sein Gemächt gestaltet ist. Nicht, dass mir das wichtig wäre, aber wenn man Langeweile hat, dann kann man ja mal gucken . . .

Playboy: (zeigt seine Hände) Und?
Müller: Och . . . Wie alt bist du?

Playboy: 43, zehn Jahre älter als dein Freund. Könntest du mit so ’nem Papa-Typen wie mir überhaupt was anfangen?
Müller: Ganz ehrlich: Wenn man alle Männer, mit denen ich zusammen war, nebeneinander stellen würde, du würdest kein Beuteschema erkennen, auch nicht altersmäßig.

Playboy: Sind junge Männer braver als alte? Machen den Haushalt und Yoga, ernähren sich vegetarisch, sind bei der Geburt ihrer Kinder dabei, finden Sexismus schlimm . . .
Müller: Warst du bei der Geburt deiner Kinder dabei?

Playboy: Nein, aber in der Nähe – also so, dass ich nichts sehen musste.
Müller: Also, ich glaube, dass die Natur das auch nicht vorgesehen hat. Ich glaube, als die Frau in der Höhle das Baby bekam, ist der Mann draußen geblieben. Meine Mutter hat immer gesagt, Ina, wenn du ein Kind kriegst, geh ich mit in den Kreißsaal.

Playboy: Du selbst hast bei den Kühen auf dem Bauernhof mit angepackt, richtig?
Müller: Ich habe mehr Kälbchen auf die Welt gebracht, als du Rosen verschenkt hast.

"Ich brauche kein wortkarges Raubein, das nach Bier und Autoöl stinkt und mir, nachdem ich geputzt habe, den Fernseher an die Wand montiert."

Ina Müller

Playboy: Also passt doch die Generation Yoga nicht so richtig zu dir.
Müller: Ich mag das ganz gerne, wenn Männer ein bisschen weich sind. Also, wenn der Mann auch ein bisschen eine Freundin ist. Ich brauche kein wortkarges Raubein, das nach Bier und Autoöl stinkt und mir, nachdem ich geputzt habe, den Fernseher an die Wand montiert. Ich wohne ja auch schon seit vielen Jahren allein und kann alles selber.

Playboy: Was hatten deine Beziehungen gemeinsam?
Müller: Sie dauerten alle länger, so vier bis acht Jahre.

Playboy: Der Vierjahresrhythmus steckt in allen Menschen, aber nur ganz wenige leben ihn aus – ein paar Naturvölker zum Beispiel. Oder Lothar Matthäus.
Müller: Und ich sag dir, warum. Wenn nach vier Jahren kein Nachwuchs da ist, sagt uns die Evolution, kann man die Beziehung aufgeben, weil, dann passiert auch nichts mehr.

Playboy: Und wenn Nachwuchs da ist, kann der mit vier Jahren selbstständig hinter der Mama herlaufen und Früchte sammeln, und der Papa kann wieder auf die Jagd nach der nächsten Frau gehen.
Müller: (lacht) Ist das herrlich! Und sie kann sich auch wieder woanders umgucken. Bist du verheiratet? Hast du mehrere Kinder?

Playboy: Ja, mein Sohn ist acht, meine Tochter drei.
Müller: Lass uns noch fünf Jahre warten. Die bleiben dann bei der Mutter, oder?

Playboy: Man wird schon ein bisschen schrullig, wenn man lange alleine wohnt – so auf charmante Art eigentümlich, oder?
Müller: Eher auf charmante Art schrullig. Ich hab es zum Beispiel gern leise. Was ist das eigentlich für ein Geräusch hier die ganze Zeit? Ich könnte mich gar nicht mehr umstellen. Kinder in meiner Wohnung – unvorstellbar!

Playboy: Zumal du dort den ganzen Tag nackt rumläufst, das hast du jedenfalls mal mit Nora Tschirner in deiner Sendung besprochen, die das auch gern macht . . .
Müller: Daraufhin haben wir aber auch beide gesagt: „Das war’s jetzt wahrscheinlich, das können wir nicht mehr machen.“ Aber ich gucke immer, dass kein Licht brennt, und die Fenster sind verspiegelt von außen.

"Ich möchte nicht festgeschnallt werden am Bett beim Sex"

Ina Müller

Playboy: Hast du gar keine exhibitionistische Ader?
Müller: Überhaupt nicht! Man wird ja ständig nach seinem Fetisch gefragt, aber ich habe wirklich keinen. Ich möchte nicht festgeschnallt werden am Bett beim Sex, und der Gedanke an Fußfetisch erzeugt bei mir sogar Übelkeit. Ich weiß nicht, was gibt’s sonst so?

Playboy: Geschlagen werden?
Müller: (lacht hell auf) Also, ist das noch Fetisch? Gewalt ist mir vollkommen fremd.

Playboy: Hast du noch nie einem eine reingehauen?
Müller: Noch nie! So aggressiv könnte ich gar nicht werden. Und die Männer, mit denen ich zusammen war, wenn die eines nicht waren, dann aggressiv. Schrecklich, so ein Typ, bei dem du immer Angst haben musst, wenn du mit ihm ausgehst. Es gibt ja Leute, wenn die was trinken, dann machen die so eine Wesensveränderung durch . . .

Playboy: Kennst du das eigentlich, dass man jemanden so zauberhaft findet, dass man gar nicht richtig zuhören kann?
Müller: Ja, neulich war Joachim Meyerhoff in meiner Sendung. Schauspieler an der Burg in Wien, schreibt Bücher, sehr groß, kennst du den?

Playboy: Wenn er in unseren Fünfjahresplan grätscht, muss ich ihn leider erschießen.
Müller: (lacht) Oder Adam Cohen hatten wir da, den Sohn von Leonard Cohen.

Playboy: Der Alte ist ja schon cool, oder? Eine Legende!
Müller: Ja, aber der wäre mir jetzt doch einen Tag zu alt. Ich glaube übrigens auch nicht, dass dieser Vierjahresrhythmus endlos so weitergeht und dass ich eines Tages sage: „Mensch, Heinz-Rudolf, dass ich dich noch treff mit 76!“

Playboy: Du könntest dir einen Jüngeren nehmen wie in deinem Lied: „Mit Mitte 20 sind die Jungs noch süß, sind nicht so ranzig, nicht so feist und fies.“ Woran liegt es, dass das bei dir alle toll finden, es aber einen Aufschrei gäbe, wenn ich so über Mädels singen würde?
Müller: Das Lied ist meine kleine Provokation an die Männerwelt, in der sich ständig alte Säcke sehr junge Frauen nehmen. Ich habe einfach mal den Spieß umgedreht und fiese Dinge über den alten Sack behauptet. Damit er mal spürt, wie sich das anfühlt! Und Männer werden seltener diskriminiert als Frauen. Die Gleichberechtigung ist noch nicht so weit, bei dir wäre es deshalb nicht lustig, sondern chauvinistisch.

Playboy: (hebt ein Kissen hoch) Und wenn wir schauen, wer von uns – völlig gleichberechtigt – 
eine Kissenschlacht gewinnt?
Müller: (nimmt wortlos ein Kissen und schlägt zu.)

Die Begnadete

Ina Müller hat eine makellos seidige Haut, seit sie im Sommer 1965 bei Cuxhaven zur Welt kam und mit vier Schwestern auf dem elterlichen Bauernhof aufwuchs. Sie arbeitete lange Zeit in Apotheken, dann brach sich ihr Talent Bahn: Kabarett, Gesang, Bücher, CDs, TV-Auftritte, Film („Schöne Frau­­­en“, 2003) ... Preise pflastern ihren Weg, darunter elf Goldene Schallplatten, Echos sowie der Grimme- und der Deutsche Comedy-Preis für die Sendung „Inas Nacht“, die sie seit 2007 moderiert. Ina Müller ist mit dem Sänger Johannes Oerding, 33, liiert. Sie leben in getrennten Wohnungen.

Autor: Philip Wolff
November-Playmate Monica Sims
Newsletter

Jede Woche neu:
die spannendsten Themen,
die schönsten Frauen

Jede Woche neu: die spannendsten Themen, die schönsten Frauen

The was an error. Please try again later.