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Ralph Fiennes

... über verkniffene Bösewichte, seine Rolle als Sexsymbol und Nacktszenen

20 Fragen an... Ralph Fiennes

Von verkniffenen Bösewichten hat er genug. In seinem neuen Film „A Bigger Splash“ gibt der britische Schauspieler den extrovertierten Verführer. Seiner Kameraangst und seiner Kontrolliertheit zum Trotz

Leicht gezwungenes Lächeln, skeptischer Blick aus stechend blauen Augen, bis oben zugeknöpftes Hemd: So wie Ralph Fiennes zum Interview im Hotel „Villa Laguna“ in Venedig empfängt, kennt man ihn aus Filmen wie „Spectre“ und seinen bisweilen abgründigen Rollen wie in „Schindlers Liste“. Kaum zu glauben, aber in seinem neuen Film „A Bigger Splash“ (ab 5. Mai im Kino) gibt er plötzlich einen durchgeknallten Musikproduzenten, der Frauen halb nackt mit wilden Tanzeinlagen und starken Sprüchen ködert.

1. Playboy: Normalerweise spielen Sie ja eher coole Typen, aber in „A Bigger Splash“ lassen Sie die Sau raus. Ist das der wahre Ralph Fiennes?
Fiennes: Die Figur ähnelt mehr meinem Bruder Magnus Fiennes, der als Musikproduzent arbeitet. Er ist extrovertierter als ich und hat sehr viel Energie, die er ganz offen zeigt.

2. Playboy: Mögen Sie solche Typen?
Fiennes: Hängt von meiner Stimmung ab. Manchmal treiben sie mich auch in den Wahnsinn.

3. Playboy: Wie haben Sie es geschafft, so wilde Tanznummern hinzulegen?
Fiennes: Jeder kann sich zum Narren machen, wenn er genügend Alkohol tankt.

4. Playboy: Haben Sie getankt?
Fiennes: Nein, ich hatte zum Glück eine Choreografin, die mir beigebracht hat, locker zu bleiben. Ihr Motto war: „Du kannst keine Fehler machen. Alles, was du tust, ist gut.“

5. Playboy: Welche Musik bringt Sie am ehesten zum Tanzen?
Fiennes: Moby ist perfekt.

6. Playboy: Die Rolling Stones – die sind es im Film – nicht so?
Fiennes: Doch, mit denen bin ich groß geworden. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Für sie war diese Musik ein Werk des Teufels. Danach habe ich den Punkrock für mich entdeckt.

7. Playboy: In den meisten Rollen wirken Sie eher kontrolliert als punkrockig.
Fiennes: Das liegt häufig an der Regie. Wenn es nach mir ginge, dann würde ich viel freier agieren und komplett vergessen, dass da eine Kamera steht.

8. Playboy: Ist das in Ihrem Beruf nicht selbstverständlich?
Fiennes: Nein, als Schauspieler hast du regelrecht Angst vor der Kamera. Du siehst sie und denkst dir: Oh mein Gott, jetzt muss ich spielen. Beim Dreh zu der Le-Carré-Verfilmung „Der Ewige Gärtner“ habe ich das seinerzeit mal ablegen können. Da hatten wir Handkameras, die ständig die Position geändert haben, sodass ich sie irgendwann völlig vergessen habe.

9. Playboy: Ihre bisher schwierigste Szene?
Fiennes: In „Der Vorleser“ hatte ich einen Take, bei dem ich ein Stück Papier auf der Wand einer Gefängniszelle sehe und darauf reagieren muss. In der Probe hat das wunderbar geklappt, aber beim Dreh hat man ein Loch in die Mauer gebohrt und eine Kamera hineingestellt – direkt vor meine Augen. Da kannst du dich nicht selbst vergessen und ganz natürlich spielen.

10. Playboy: Vielleicht sollten Sie wieder als Regisseur arbeiten.
Fiennes: Davon lasse ich lieber die Finger. Das kann frustrierend sein. Ich spiele eine Szene, fühle mich gut dabei, dann sehe ich als Regisseur die Aufnahme und denke: Das ging daneben!

11. Playboy: Spielen Sie weiterhin am liebsten Bösewichte?
Fiennes: Nein, längst nicht mehr. Von solchen Projekten will ich nichts mehr wissen. Bad Guys habe ich oft genug gespielt. Selbst mit tollen Gagen lasse ich mich nicht mehr rumkriegen.

"Bad Guys habe ich oft genug gespielt. Selbst mit tollen Gagen lasse ich mich nicht mehr rumkriegen."

Ralph Fiennes

12. Playboy: In den „Harry Potter“-Filmen haben Sie’s aber noch mal getan.
Fiennes: Eigentlich wollte ich absagen. Ich hatte den ersten Teil gesehen, und diese Geschichte war nicht mein Geschmack.

13. Playboy: Wie ließen Sie sich umstimmen?
Fiennes: Meine Schwester rief mich an und meinte: „Du willst die Rolle des Voldemort ablehnen? Hast du eine Ahnung, was diese Figur vor allem Kindern bedeutet?“ Tja, und jetzt haben alle möglichen Kinder Angst vor mir.

14. Playboy: Ihnen selbst machen solche Typen keine Beklemmungen?
Fiennes: Nein, ich versuche, die Welt aus dem Blickwinkel dieser Figuren zu sehen, so pervers der auch sein mag. Aber ich bewerte sie nicht, fälle kein Urteil über sie.

15. Playboy: Und jetzt werden Sie dank „A Bigger Splash“ zum Sexsymbol!
Fiennes: Wieso glauben Sie das?

16. Playboy: Denken Sie doch mal an Ihre Nacktszenen.
Fiennes: Um die würde ich kein großes Aufheben machen. Mit Nacktheit im Film sollten wir viel lockerer umgehen.

17. Playboy: Macht es Ihnen denn Spaß, so etwas zu drehen?
Fiennes: Es ist völlig normal. Du musst natürlich dem Filmteam vertrauen können. Voyeure kann ich nicht gebrauchen.

18. Playboy: Stört es Sie, wenn die Nacktbilder irgendwann im Internet landen?
Fiennes: So wie es geschnitten ist, fühle ich mich nicht bloßgestellt. Es gab aber Schnittfassungen, die mir zu explizit waren.

19. Playboy: Hat der Film eigentlich auch etwas Positives bei Ihnen bewirkt?
Fiennes: Denke schon. Ich bin mit einem Gefühl von Freiheit und Energie nach Hause gereist. Und tanze seitdem häufiger.

20. Playboy: Könnten Sie jetzt spontan losgrooven?
Fiennes: Hängt davon ab, ob Sie mir genug Geld zahlen.

Autor: Rüdiger Sturm
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