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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Bud Spencer ist tot

Er erzählte uns sein bewegtes Leben

„Ich habe ein Motto: Lass mich vorbei, ich lebe gerade mein Leben!“

Wir nannten ihn Plattfuß, Mücke, Buddy: Carlo Pedersoli alias Bud Spencer, der legendär brummige Leinwand-Klopper unserer Jugend, ist am 27. Juni 2016 im Alter von 86 Jahren gestorben. Uns erzählte er im Interview 2011 die Geschichte seines Lebens ...

Carlo Pedersoli geht - ach was: rast am Stock durch Berlin. Seine Autobiografie „Bud Spencer: Mein Leben, meine Filme“ (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 19,95 Euro) verkauft sich wie geschnitten Brot. Die Fans erwarten seinen Auftritt im KaDeWe. Zuvor soll er noch eine Lederausgabe signieren, die zu Gunsten von Ärzte ohne Grenzen versteigert wird. Man gönnt dem 81-Jährigen keine Pause - außer, klar: fürs Playboy-Gespräch. Wir treffen ihn im Hotel „Regent“, eine Dame steht neben ihm - mit der Uhr in der Hand. Die Zeit drängt.

1. Herr Pedersoli, mögen Sie Bud Spencer?
Pedersoli: Nein, ich mag den nicht. Aber ich respektiere ihn wegen des Geldes. Er hat viel mehr erreicht als Carlo Pedersoli.

2. Nach 118 Filmen: Wie viel Bud Spencer steckt in Ihnen?
Pedersoli: Nichts von ihm. Bud Spencer würde jedem, der ihn stört, eine verpassen. Ich dagegen lehne Gewalt ab.

3. Sie werden im Oktober 82 Jahre alt. Wie geht es Ihnen heute nach Jahrzehnten als Prügelknabe und Lebemann?
Pedersoli: Ich fühle mich im Kopf wie ein 28-Jähriger.

4. Gibt es einen Traum, den Sie sich noch erfüllen möchten?
Pedersoli: Ich habe alles gemacht, Berge bestiegen, in Amazonien mit den Indios gelebt. Nur Operntänzer war ich nie.

5. Dafür waren Sie Olympia-Schwimmer, Pilot, Schauspieler, in aller Welt unterwegs - wie schwer fällt es Ihnen, älter zu werden?
Pedersoli: Schon seit unserem ersten Schrei als Säugling sind wir auf dem Weg zum Tod. Ich habe deshalb ein Motto: Lass mich vorbei, ich lebe gerade mein Leben!

6. Was haben Sie gelernt vom Leben?
Pedersoli: Es ist falsch, nach dem Glück zu suchen, denn es versteckt sich in den Wünschen. Wenn du es erlangst, ist es schon wieder woanders. Das gilt für die Liebe genauso wie für Geld.

7. Wann sind Sie das letzte Mal im Meer geschwommen?
Pedersoli: Vorgestern.

8. Wenn ich Sie jetzt zu einem Kampf herausfordern würde, was hätte ich zu erwarten: Doppelohrschelle oder einstweilige Verfügung?
Pedersoli: Nichts dergleichen. Ich suche immer den Dialog. Nur wenn der andere nicht kultiviert ist und keine andere Ausdrucksweise als die tierische kennt, muss ich auch ein Tier sein.

9. Sie sind seit 51 Jahren verheiratet. Was ist das Geheimnis einer guten Ehe?
Pedersoli: Das sollten Sie meine Frau fragen.

10. Es heißt, Essen sei der Sex des Alters.
Pedersoli: Essen hat mit Sexualität nichts zu tun. Der große Unterschied zwischen beidem ist, dass man sehr wohl ohne Sex leben kann, ohne Essen jedoch nicht.

11. Sie sind ein sehr gläubiger Mensch. Was fragen Sie den Papst?
Pedersoli: Das hängt vom jeweiligen Papst ab. Für mich ist der derzeitige Papst sehr wichtig, ich habe viel Respekt vor ihm, wüsste aber gerade nicht, was ich ihn fragen sollte.

12. Sie könnten mit Benedikt XVI. in dessen Muttersprache reden.
Pedersoli: Ich hatte als Kind ein deutsches Kindermädchen. (Er wechselt ins Deutsche:) Ich habe Deutsches studiert eine Jahr, aber ich habe allen vergessen!

13. Englisch können Sie dagegen so gut wie gar nicht. Wie konnten Sie 66 englischsprachige Filme drehen?
Pedersoli: Jetzt stelle ich Ihnen mal eine Frage: Wie viele Vokabeln braucht ein Cowboy zum Überleben?

14. Sagen Sie es!
Pedersoli: Fünfundzwanzig. Die Frau ist schön, das Geld, Pferd, Sattel, die Füße und die Pistole natürlich. Diese Vokabeln reichen.

15. Es heißt, Sie seien promovierter Jurist - oder ist das nur eine der vielen Legenden, die über Sie erzählt werden?
Pedersoli: Ich habe nie eine Magisterarbeit geschrieben. Ich war aber an der Universität in Rom eingeschrieben - mit 17! Ich bin bis heute der jüngste Student aller Zeiten in Italien.

16. Warum haben Sie Ihr Studium nie beendet?
Pedersoli: Weil 1952 und 1956 die Olympischen Spiele dazwischenkamen.

17. Was würden Sie tun, wenn Sie die Wahl hätten: bei Olympia antreten oder weiter Jura studieren? Warum ranken sich um Bud Spencer so viele Mythen?
Pedersoli: Was meinen Sie? Ich habe zwar keinen Uni-Titel und keine olympische Medaille, aber sonst stimmt alles, was man sich so erzählt.

18. Wann haben Sie zuletzt Spaghetti für Mario Girotti (Terence Hill) gekocht?
Pedersoli: Das ist ein paar Wochen her. Er kommt immer zu uns zum Essen, weil seine Frau will, dass er abnimmt.

19. Werden Sie noch einmal mit ihm vor der Kamera stehen?
Pedersoli: Ich würde gern. Aber ich bin 82, er ist 72. Was wir früher gemacht haben, können wir unmöglich wiederholen.

20. Ihre Anhänger in aller Welt würden sich freuen, wenn noch einmal ein Stuhl auf Bud Spencers Rücken zersplittert.
Pedersoli: Sie glauben doch nicht, dass sich ein alter Mann noch so bewegen kann. Diese Zeit ist vorbei.

Autor: Lucas Vogelsang
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