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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Nationalelf-Koch Holger Stromberg

... über Gott in Frankreich und Sattsein im Kopf

„Beim Mittagessen ist die Mannschaft oft überpünktlich - deutsche Tugenden halt“

Erlesene Kundschaft: Holger Stromberg, 44, bekocht die Nationalelf - und versorgt Playboy-Leser regelmäßig mit erstklassigen Rezepten

Playboy: Herr Stromberg, Sie sind seit 2007 Chefkoch des DFB-Teams. Stimmt es, dass Sie bei Spielen immer nur bis Minute 70 zusehen, weil Sie dann beginnen, das After-work-Büfett für die Spieler herzurichten?
Stromberg: Das ist bei normalen Länderspielen so. Im Turnier bin ich bis zum Ende da. Um den sogenannten Open-window-Effekt zu nutzen, gibt es in den ersten 30 Minuten nach dem Spiel noch mal Kohlenhydrate. Da bereite ich im Kabinengang eine Pasta zu oder einen veganen Bananen-Haferflocken-Milchshake, weil der eine oder andere in dem Moment besser trinken als essen kann.

Playboy: Wie sieht der Speiseplan nach einem Match aus?
Stromberg: Wenn die Mannschaft ins Hotel kommt, gibt es noch mal ein Büfett: Proteine und eiweißreiche Snacks für die Regeneration. Auch wenn spät essen als ungesund gilt - bei den Spielern muss noch was rein. Morgens ist bis zehn Uhr Frühstück. Müsli, Eierspeisen, alles außer Croissants und fettem Käse. Mittagessen um 13.30 Uhr: Da ist die Mannschaft oft überpünktlich - deutsche Tugenden halt (lacht). Nachmittags gibt es noch eine Kaffeetafel mit Rührteigkuchen oder Sandwiches. Abendessen: 20 Uhr.

Playboy: Das „gastronomische Mahl der Franzosen“ ist seit 2010 immaterielles Kulturerbe der Unesco. Werden die DFB-Kicker, kulinarisch gesehen, leben wie Gott in Frankreich?
Stromberg: In der Tat sind in Frankreich wirklich sehr gute Produkte und Lebensmittel vorhanden. Die Franzosen haben ein sehr hohes Verständnis von Qualität, auch aus der Tradition bedingt. Allerdings sind viele dieser Produkte sehr fettreich. Insofern wird nicht alles, was dort angeboten wird, bei uns auf dem Büfett landen.

Playboy: Es kommt aber Regionales auf den Tisch?
Stromberg: Ich versuche natürlich, Regionales einzubeziehen, habe mich schon vor Ort umgeschaut und lange mit dem Küchenchef des Hotels gesprochen. Ich werde drei, vier Tage vor der Mannschaft ankommen und erst mal eine Lokaltour machen - keine Kneipentour, sondern ich werde Bäcker und andere Produzenten besuchen, möglichst regional, bio, organic.

Playboy: Wie groß ist Ihr Team vor Ort?
Stromberg: Ich nehme nur eine Servicekraft in unser Basishotel mit. An den Spielorten stoßen noch zwei Köche dazu.

Playboy: Wann kommen Sie eigentlich selbst zum Essen?
Stromberg: Nachdem die Mannschaft gegessen hat, wenn alles geklappt hat. Wenn nicht, ist es aber auch nicht schlimm. Wenn du den ganzen Tag mit Essen zu tun hast, bist du im Kopf oft schon satt. Es sind schon lange Tage - aber wir wissen ja, wofür. Der phänomenale WM-Triumph in Brasilien war einfach die allergrößte Form der Belohnung für jahrelange, harte, gute Arbeit. Und er ist eine große Motivation für Gegenwart und Zukunft.

Autor: Thomas Becker
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