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"Gods of Egypt"-Star Gerard Butler

... übers Heldenspielen und für wen er sich eine Kugel einfangen würde

"Ich bin hart im Nehmen"

In "Gods of Egypt", der am 21. April 2016 in die deutschen Kinos kommt, spielt Gerard Butler den grausamen Gott der Dunkelheit. Im wahren Leben rettet er lieber Leben. Der Action-Star übers Heldenspielen und für wen er sich tatsächlich eine Kugel einfangen würde

Playboy: Sie würden nicht zögern, sich für jemanden eine Kugel einzufangen?
Butler: Natürlich nicht für jeden. Aber für meine Freundin würde ich sicher mein Leben riskieren. Natürlich auch für meine Mutter, meinen Bruder, meine Schwester. Oder für Freunde. So bin ich nun mal gestrickt. Wenn Sie mich jetzt aber fragen, ob ich mir vorstellen könnte, auch im wirklichen Leben ein Bodyguard zu sein, dann müsste ich passen. Davor hätte ich einfach viel zu viel Schiss. Aber es macht einen Höllenspaß, so jemanden zu spielen.

Playboy: Was macht Ihrer Meinung nach denn einen echten Helden aus?
Butler: Wenn jemand seine Ängste und Vorurteile überwindet. Wenn Menschen über sich selbst hinauswachsen, Zivilcourage zeigen und sich für ihr Land oder ihre Mitmenschen aufopferungsvoll einsetzen - das sind für mich Helden.

Playboy: Und wie viel Mut muss ein echter Mann haben?
Butler: Das kommt immer auf die Situation an. Ich habe da keinen vorgefertigten Kriterienkatalog. Auch was das Aussehen oder die Körpergröße eines Mannes betrifft. Wenn ich zum Beispiel in Los Angeles unterwegs bin, habe ich schon oft den Eindruck gehabt, dass man mich für ziemlich maskulin hält. Wenn ich in meiner Heimat Schottland irgendwo über die Straße gehe, bin ich aber eben nur einer von den mehr oder weniger muskelbepackten Kerlen. Da fällt mir ein: Wissen Sie, wann ich einmal doch all meinen Mut zusammennehmen musste?

Playboy: Nein, erzählen Sie!
Butler: Als ich damals - das war so Anfang der 90er-Jahre - meinen schottischen Kumpels am Pub-Tresen gestanden habe, dass ich Schauspieler werden will. Das hat mich richtig große Überwindung gekostet. Die Jungs dort haben zuerst gedacht, ich mache einen Witz. Denn abgesehen davon, dass sie - außer Sean Connery - keinen einzigen schottischen Schauspieler kannten, fanden sie meine Berufswahl irgendwie unmännlich.

Playboy: Als Rugby- oder Fußballspieler hätten Sie da sicher eher gepunktet.

„Ich habe meine Berufswahl bisher noch keinen Tag bereut"

Gerard Butler

Butler: Ja, aber was soll’s. Ich habe meine Berufswahl bisher noch keinen Tag bereut. Sie werden lachen, trotz der vielen Action-Rollen, die ich gespielt habe, steht für mich als Schauspieler nicht der physische Aspekt im Vordergrund. Was ich damit sagen will: Jeder kann doch mit einer Pistole bewaffnet aus einem Auto springen, einen Purzelbaum schlagen und dabei Platzpatronen abfeuern. Aber nicht jeder kann Dialoge so sagen, dass sie glaubhaft klingen und dem Zuschauer viel leicht sogar unter die Haut gehen. Ich will ja keine Klischee-Figuren abliefern, sondern echte, dreidimensionale Charaktere auf die Leinwand bringen. Figuren, die eine emotionale Tiefe haben und prallvoll mit Leben sind.

Playboy: Es fällt mir trotzdem um einiges leichter, Sie mir schwitzend in einem Fitnessstudio vorzustellen als bei einer Dichterlesung.
Butler: Oh, ich war auch schon bei Dichterlesungen, so ist das nicht. Und natürlich achte ich auch darauf, dass meine Physis immer in Top-Form ist. Aber ich schinde mich nicht wie ein Wilder, bloß um dann einen sportlichen Body zu haben. Den hatte ich nämlich auch schon vor der Schauspielerei.

Playboy: Und Sie waren stinksauer, als man munkelte, Ihre Sixpacks in der Rolle als König Leonidas in “300“ wären nur per Photoshop am Computer entstanden ...
Butler: Eine Unterstellung, die tatsächlich eine bodenlose Frechheit war. Denn bei mir war und ist alles echt. Wenn man schon einen archaischen Anführer spielt, dann sollte man bitte schön auch wie einer aussehen, oder? Aber auch bei der Promotion-Tour für “300“ war das schönste Erlebnis, dass ich dann in Neu-Delhi einen Jungen kennen lernte, der mir erzählte, dass ihn meine Darstellung von Leonidas dazu gebracht hat, im wirklichen Leben mutiger zu sein. Ich kriege heute noch feuchte Augen, wenn ich daran denke.

Playboy: Stichwort Mut. Stimmt es, dass Sie tatsächlich mal einen Jungen vor dem Ertrinken gerettet haben?
Butler: Ja. Das war während eines Urlaubs in Schottland. Da lag ich an einem wunderschönen Sonnentag am Flussufer des Tay und döste so vor mich hin. Plötzlich hörte ich Hilferufe, die vom Fluss her kamen. Und dann sah ich den Jungen, der von der starken Strömung mitgerissen wurde und immer wieder unterging. Also sprang ich, ohne lange zu überlegen, ins Wasser und konnte ihn zum Glück tatsächlich erreichen und an Land bringen. Aber das war mehr ein Reflex. Vor ein paar Jahren wäre ich sogar fast selbst ertrunken - und wurde gerettet.

Playboy: Das war ein Unfall beim Surfen, oder?
Butler: Ja, es passierte bei den Dreharbeiten zu dem Surfer-Film „Mavericks - Lebe deinen Traum“ an der Küste Nordkaliforniens. Da drehten wir bei stürmischem Wetter einige gewagte Surfer-Szenen, und eine mächtige Welle hat mich da völlig überraschend vom Brett geholt. Obendrauf kamen dann gleich noch ein paar Brecher hinterher, die mich unter die Wasseroberfläche drückten und auf ein Felsenriff knallten. Wäre da nicht dieser mutige Typ von der Wasserwacht gewesen, wäre ich wohl ersoffen.

Playboy: Wie haben Sie diese Nahtoderfahrung denn verkraftet?
Butler: Ganz gut, glaube ich. Ich bin hart im Nehmen.

Playboy: Gibt es überhaupt nichts, was Sie aus der Bahn werfen kann?
Butler: Doch, auf jeden Fall. Private Tragödien. Wenn den Menschen, die ich liebe, etwas Schlimmes zustoßen würde. Oder wenn sie sterben.

Er schaut plötzlich nachdenklich und wirkt in sich gekehrt. Vielleicht denkt er an den Tod seines Vaters. Butler war damals 20 Jahre alt. Die Tragödie beendete damals seine Herumtreiberjahre, und er nahm an der Universität in Glasgow ein Jura-Studium auf. Nebenher interessierte er sich für Schauspielerei und übernahm kleine Theaterrollen. Der Sprung ins Filmbusiness wollte ihm aber nicht glücken. Schlimmer noch: Er galt lange Zeit als nicht vermittelbar. Auch seine Karriere in einer Glasgower Anwaltskanzlei setzte er in den Sand.

Playboy: Warum haben Sie Ihren Job als Anwalt abrupt aufgegeben?
Butler: Weil mich das Studium und vor allem die Leute, diese sogenannten angehenden Juristen, total angekotzt haben. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich war ziemlich gut in dem, was so von mir verlangt wurde. Aber ich bin immer weniger mit dem superoberflächlichen Lebensstil klargekommen, der in diesen Kreisen an der Tages- und vor allem Nachtordnung war. Und anscheinend hatte ich schon damals genügend schauspielerische Fähigkeiten, um den schönen Schein zu wahren. Aber in Wirklichkeit fühlte ich mich total unglücklich. Dazu kamen dann noch jede Menge Alkohol und Drogen - wohl auch, um diese Leere in mir zu übertünchen.

„Zwei, drei Bier waren auch nie das Problem, aber ich habe dann einfach weitergetrunken"

Gerard Butler

Playboy: Sie haben mal erzählt, dass Sie nicht aufhören konnten zu trinken.
Butler: Das war ein Teufelskreis. Wissen Sie, ich bin ein sehr geselliger Mensch, der gern ausgeht und unter Leuten ist. Und natürlich geht man dann nach Feierabend auch mal einen trinken. Zwei, drei Bier waren auch nie das Problem, aber ich habe dann einfach weitergetrunken. Ich bin nicht nur einmal in einem fremden Bett aufgewacht oder blutverschmiert im Rinnstein - und hatte nicht den leisesten Schimmer, wie ich da hingekommen war. Irgendwann habe ich mich im Spiegel angeschaut und mich nicht wiedererkannt. Der, den ich da sah, wollte ich nicht mehr sein.

Playboy: Und dann?
Butler: Ich habe von einem Tag auf den anderen mit dem Trinken aufgehört. Jetzt habe ich schon seit fast 20 Jahren keinen Alkohol mehr getrunken. Und ich nehme auch keine Drogen mehr. Viele Ex-Trinker finden das Leben dann ja sterbenslangweilig. Ich nicht. Denn ich habe dieses selbstzerstörerische Dasein mit dem schönsten Beruf eingetauscht, den es gibt.

Playboy: Und es bleiben ja noch die Frauen. Sind Sie sehr beleidigt, wenn man Sie als Womanizer bezeichnet?
Butler: Überhaupt nicht. Es gibt Schlimmeres. Nur, ob man mich damit wirklich zutreffend charakterisiert, das würde ich durchaus bezweifeln.

Playboy: Anders gefragt, ist Gerard Butler ein Playboy?
Butler: Definitiv nicht. Ich bin eigentlich durch und durch ein Familienmensch. Außerdem habe ich schon lange eine feste Freundin, mit der ich sehr glücklich bin. (Anm.: Bis Anfang 2016 war er mit der amerikanischen Innenarchitektin Morgan Brown zusammen.) Allerdings hatten wir gestern einen ziemlich heftigen Streit.

Playboy: Ging es um eine andere Frau?
Butler: Viel schlimmer! Da wir durch die Dreharbeiten zurzeit voneinander getrennt sind, telefonieren wir sehr häufig miteinander. Und am liebsten skypen wir. Gestern saß ich also vor meinem PC und hatte noch mein Film-Outfit an, und da ich im Film verheiratet bin, trug ich auch einen goldenen Ehering. Als meine Freundin den Ring sah, ist sie ausgeflippt. Sie machte mir Vorwürfe: „Hast du etwa heimlich geheiratet, du Schuft?!“ Das war natürlich nur Spaß. Und ich mag es sehr, wenn wir uns gegenseitig auf den Arm nehmen.

Playboy: Könnten Sie sich vorstellen, tatsächlich mal zu heiraten?
Butler: Ich muss ehrlich sagen, ich habe mich an den Ehering überraschend schnell gewöhnt. Er fühlt sich wirklich gut an.

Butler: Sorry, der US-Präsident braucht mich jetzt für eine Lagebesprechung. Es geht um das Requiem für den britischen Premierminister. Sein Tod ist auch der Grund, warum wir uns alle in London treffen. Aber das ist erst der Anfang. Und was ich unbedingt noch loswerden will - bei aller Action und Dramatik ist in meinen Filmen der Humor ganz wichtig. Okay, vielleicht nicht gerade bei einer Totenmesse. Aber andererseits - die besten Witze, die ich je gehört habe, hat man mir auf Beerdigungen erzählt. Vielleicht ist das nur bei uns Schotten so. Wir haben ein Faible für Galgenhumor.

Playboy: Erzählen Sie uns doch zum Abschluss Ihren Lieblingswitz.
Butler: Nein, der wäre selbst für den Playboy zu deftig.

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