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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

TV-Entertainer Joko Winterscheidt

...über Feigheit und Szenen einer Entertainer-Ehe

"Ich kann nicht ohne und nicht mit Klaas"

In "Die beste Show der Welt" (ab 30. April 2016 auf ProSieben) will der 37-jährige TV-Moderator zeigen, was er besser kann als sein Kompagnon Klaas. Ein Gespräch über Feigheit, seinen Ruf als Trendsetter und Szenen einer Entertainer-Ehe

1. Playboy: Wie reagieren die Leute, wenn Sie mal ohne Klaas unterwegs sind?
Winterscheidt: Sie sagen trotzdem: „Du bist doch Joko und Klaas.“ Viele wollen wissen, wo Klaas ist, worauf ich bis heute keine gute Antwort gefunden habe.

2. Playboy: Was fehlt Ihnen, wenn Sie lange von Klaas getrennt sind?
Winterscheidt: Er. Wir haben so Momente, in denen wir Tränen lachen können. Gestern war zum Beispiel so ein Tag, da hat Klaas gesagt: „Heute bin ich richtig dumm.“ Diese Tage liebe ich, wenn er das hat.

3. Playboy: Und was geht Ihnen an Klaas am meisten auf die Nerven?
Winterscheidt: Klaas. (denkt nach) Das ist ganz absurd, ich kann nicht ohne und nicht mit ihm. Klaas hat über mich mal gesagt, ich sei der Bruder, den er sich nie gewünscht hat, und das stimmt. Seine Familie kann man sich halt nicht wirklich aussuchen.

4. Playboy: Sie können nicht an Einzelheiten festmachen, mit was er Sie nervt?
Winterscheidt: Nein, außer dass er mit den Knochen knackt. Das macht mich wahnsinnig.

5. Playboy: Wie begrüßen Sie beide sich morgens im Büro?
Winterscheidt: Gestern hat er mir zum Beispiel ganz zärtlich von hinten über den Rücken gestreichelt und „Guten Morgen“ gesagt.

6. Playboy: Das ist ja wie in einer guten Ehe.
Winterscheidt: Ja, wir führen eine Ehe, gar keine Frage. Niemand kennt mich besser als Klaas, und ich kenne ihn genauso gut. Ich weiß gar nicht, wie das werden soll, wenn wir uns mal entscheiden sollten, getrennte Wege zu gehen.

7. Playboy: Steht das gerade zur Debatte?
Winterscheidt: Nein, null. Der Moment dafür ist komplett an uns vorbeigegangen. Der Zeitpunkt, zu dem man hätte aussteigen können, liegt weit hinter uns. Und dass wir es nicht gemacht haben, spricht für sich.

8. Playboy: Ihre neue gemeinsame Sendung heißt „Die beste Show der Welt“ - klingt ein bisschen nach Höhenflug.
Winterscheidt: Könnte man denken, aber sie heißt so, weil das das Programm ist. Klaas und ich treten gegeneinander an, jeder mit dem Wunsch, die beste Show abzuliefern. Da haben wir natürlich unterschiedliche Vorstellungen.

9. Playboy: Es geht also darum, wer von Ihnen der bessere Moderator ist?

Winterscheidt: Auf eine gewisse Art, ja. Aber man sollte das nicht zu ernst nehmen. Wobei, wenn Klaas gewinnt, wird er rausgehen, sich selbst feiern und sagen, er ist der Geilere . . .

10. Playboy: Wo liegen Ihre Stärken?

Winterscheidt: Alles, was sportlich ist, könnte mir mehr liegen. Zum Beispiel alles, was mit Fußball zu tun hat.

11. Playboy: Und nun die klassische Bewerbungsfrage: Ihre größte Schwäche?

Winterscheidt: Ich bin sehr faul.

12. Playboy: Heißt das, Sie bereiten sich auf Ihre Sendungen nicht vor?

Winterscheidt: Doch, sehr akribisch. Wenn ich eine Sache von Klaas gelernt habe, dann, dass Vorbereitung wichtig ist. Aber ich bin schneller zufrieden als andere.

13. Playboy: Womit?

Winterscheidt: Wenn die anderen sagen: „Lasst uns noch mal eine Runde drehen, das wird noch besser“, sage ich: „Leute, ganz ehrlich, wir haben’s doch jetzt. Es ist 18 Uhr, und wir wollen alle nach Hause.“

14. Playboy: Wird Ihnen das als Schlichtheit ausgelegt?

Winterscheidt: Nein, ich finde es einfach wichtig, dass man neben der Arbeit noch einen Ausgleich hat.

15. Playboy: Nach euren ganzen Battles: Kann man Mutigsein lernen?

Winterscheidt: Im Gegenteil, man wird immer feiger. Ich fürchte mich mehr. Heute würde ich nicht mehr mit einem Alligator wrestlen, weil ich Schiss hätte, dass es mich das Leben kostet.

16. Playboy: Gibt es Mutproben, die leichter sind als andere?
Winterscheidt: Am Anfang denkst du, jetzt habe ich die beschissenste Aufgabe hinter mir, das Nächste kann nicht so schlimm sein - und dann wird es noch beschissener. Das ist wie eine immer größer werdende Bugwelle, die man vor sich herschiebt: Das Dagegenanschwimmen wird immer schwieriger.

17. Playboy: Sie können also diese Art von Show nicht mehr lange machen?
Winterscheidt: Es wird auf jeden Fall immer schwieriger, Aufgaben zu finden, bei denen man nicht draufgeht.

18. Playboy: Immerhin haben Sie ein zweites Standbein als Start-up-Investor. Gefällt es Ihnen, als deutscher Ashton Kutcher bezeichnet zu werden?
Winterscheidt: Fragen Sie Tim Mälzer mal, ob er gerne der deutsche Jamie Oliver ist! Es ist nicht so, dass ich Herrn Kutcher nacheifere, ich habe einfach Lust darauf. Ich stehe auf unsere Socken von „von Jungfeld“ und habe „GoButler“ selbst extrem viel genutzt. Es gibt aber Tausende andere in Deutschland, die auch in Unternehmen investieren.

19. Playboy: Sie gelten als Trendsetter . . .
Winterscheidt: Aber Klaas schneidet beim Style-Ranking in der „Jolie“ immer besser ab! Ich bin ja total stehengeblieben. In den vergangenen fünf Jahren habe ich keinerlei geschmackliche Entwicklung gemacht, was Klamotten angeht.

20. Playboy: Sie sind also der Hipster von vor fünf Jahren?
Winterscheidt: Wenn man das so sagen möchte, ja. Ein aussortierter Typ, der den Trends von gestern hinterherhängt. Aber ich liebe das. Manche Sachen wie dieser Pulli, den ich trage, sind einfach Zuhause für mich.

Autor: Mareike Opitz
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