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"Breaking Bad"-Star Bryan Cranston

... über Frauenbeine, Drogen und Sex

"Männer sind schlichte Kreaturen"

Mit „Breaking Bad“ hat er abgeschlossen. Nun erobert Bryan Cranston die Leinwand. Der Hollywood-Schauspieler über das Ende seiner Polizei-Karriere, wie ein Frauenbein ein Männerleben verändert und warum Drogen und Sex frei verkäuflich sein sollten

Mit „Breaking Bad“ hat er abgeschlossen. Nun erobert Bryan Cranston die Leinwand. Der Hollywood-Schauspieler über das Ende seiner Polizei-Karriere, wie ein Frauenbein ein Männerleben verändert und warum Drogen und Sex frei verkäuflich sein sollten Das Serienende von „Breaking Bad“ schmerzte nicht nur seine Millionen Fans weltweit - sondern auch ihn. Doch Bryan Cranston spielte einfach weiter. Im Monsterfilm-Remake „Godzilla“ (2014) und am Broadway als US-Präsident Lyndon B. Johnson. 2016 kommt der 59-Jährige nun mit einem Biopic ins Kino, für das er bereits jetzt als Oscar-Kandidat gehandelt wird: „Trumbo“ (Kinostart: 10. März) erzählt das Leben des US-Drehbuchautors Dalton Trumbo, der Mitte der 1940er-Jahre ins Visier der Kommunistenjäger gerät. Wir trafen den Schauspieler zum Interview in West-Hollywood.

Playboy: Mr Cranston, die letzte Folge von „Breaking Bad“ lief vor zwei Jahren. Ist das lang genug her, um nicht mehr ständig auf die Serie angesprochen zu werden?
Cranston: Keine Chance (lacht). Und ehrlich gesagt, bezweifle ich, dass das je passieren wird.

Playboy: Sie glauben nicht, dass etwas Besseres kommt als „Breaking Bad“?
Cranston: Vielleicht mache ich irgendwann mal etwas, auf das ich ebenso stolz bin. Aber ich gehe stark davon aus, dass „Breaking Bad“ in meinem Nachruf als Erstes genannt wird.

Playboy: Wenn man den Gerüchten glauben darf, gaben Sie am Serien-Set mitunter den Clown.
Cranston: Was hat man Ihnen denn erzählt?

Playboy: Anscheinend haben Sie Ihre Kollegen gerne mal mit einem Dildo überrascht.
Cranston: (lacht) Es geht nichts über einen Dildo, um die Stimmung aufzulockern! Das klappt eigentlich immer.

Playboy: Wie viele Dildos haben Sie im Lauf Ihrer Schauspielkarriere schon auf diese Weise eingesetzt?
Cranston: So viele, dass ich eine eigene Dildo-Fabrik habe.

Playboy: Im Ernst: Was hat es mit diesen Dildos auf sich?
Cranston: Ich finde sie einfach witzig. Und meiner Meinung nach sollte man immer darauf achten, dass die Anspannung, die Ängste oder die Erschöpfung im Team nicht zu groß werden. Manchmal ist ein befreiendes Lachen genau das, was die Leute brauchen, um durch den Tag zu kommen und ihre Arbeit erledigen zu können.

Playboy: Aaron Paul, Ihr Kollege aus „Breaking Bad“, vertraute dem Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel einmal an: „Bryan lässt keine Gelegenheit aus, mir seinen blanken Arsch zu zeigen.“
Cranston: Da mag was Wahres dran sein.

Playboy: Auch wieder, um ihn zum Lachen zu bringen?
Cranston: Yeah. Das ist wie mit den Dildos, es löst die Anspannung.

Playboy: Planen Sie das vorher, oder geschieht das spontan?
Cranston: Nein, das ist geplant. In der letzten Folge von „Breaking Bad“ - eine Rückblende auf Aaron und mich, wie wir zusammen Crystal Meth kochen - trage ich eine Schürze. In einer Szene wende ich mich von ihm ab. Zufällig hatte ich an diesem Tag eine Jogginghose an. Während die Szene eingerichtet wird, ziehe ich mir also unauffällig die Hose runter. Wegen der Schürze merkt Aaron nichts. Dann fangen wir an zu drehen, ich drehe mich um und präsentiere ihm den nackten Arsch.

Playboy: Was für ein rührender Abschied.
Cranston: Nicht wahr? Ich wollte, dass ihm dieses Bild in Erinnerung bleibt.

Playboy: Was peinliche Situationen vor der Kamera angeht, lag wahrscheinlich auch Ihre Sitcom „Malcolm mittendrin“ ziemlich weit vorn . . .
Cranston: Ja, wir hatten eine Menge Spaß. Ich sagte immer zu Linwood Boomer, dem Produzenten: „Ich mache alles mit - solange es zur Story passt.“ In einer Szene saßen 30.000 Bienen auf mir.

Playboy: Wurden Sie gestochen?
Cranston: Zweimal.

Playboy: Wo?
Cranston: In die Schulter und an den Eiern.

Playboy: Sie wurden an den Eiern gestochen? Was ist das für ein Gefühl?
Cranston: Nicht dramatisch, es war eher interessant. Wenn 30.000 Bienen auf einem herumkrabbeln und man überrascht ist, wenn man gestochen wird, ist man ein Idiot. Es war eher so: „Hmm, ich glaube, jetzt hat mich eine erwischt.“ Ganz einfach. Dann kommt der Typ mit der Kreditkarte angerannt, um den Stachel herauszukratzen.

Playboy: Die hatten dafür einen eigenen Mitarbeiter abgestellt?
Cranston: Aber sicher. Man lässt nicht 30.000 Bienen auf einen Schauspieler los, ohne vorher jemanden vom Produktionsteam zum Bienendienst zu verdonnern.

Playboy: Und es hat Sie wirklich an den Eiern erwischt?
Cranston: An den Eiern, Baby.

Playboy: Warum genau da?
Cranston: Vermutlich habe ich mich zu schnell bewegt, und eine Biene an meinem Innenschenkel dachte sich: „Mir wird’s hier zu eng.“ Ich sage also zu dem Typ mit der Kreditkarte: „Mich hat eine erwischt.“ Er rennt zu mir rüber, vollauf begeistert: „Wo, wo?“ Und ich: „An den Eiern.“ Er: „Sorry, Mann. Ich bin raus. Da kann ich nichts für dich tun.“

Playboy: Aus irgendeinem Grund kann ich Sie mir gut als Klassenclown vorstellen. Liege ich da richtig?
Cranston: Ganz und gar nicht. Auf der High School war ich eher der introvertierte Typ. Vollkommen unauffällig. Ein ganz normaler Schüler.

Playboy: Kaum zu glauben.
Cranston: Ich habe versucht, unterm Radar zu fliegen. Zu Hause lief es nicht besonders. Mein Vater verließ uns, als ich elf war, ich habe ihn erst mit 22 wiedergesehen. Meine Mutter war Alkoholikerin. Ich war komplett durch den Wind, weil ich davor eigentlich eine glückliche Kindheit hatte. Dann wurde mir der Boden unter den Füßen weggezogen: Ich habe meine Mutter an den Alkohol verloren, mein Vater hat uns verlassen, und unser Haus wurde zwangsversteigert. Ab dieser Zeit wartete ich nur noch auf den nächsten Schicksalsschlag.

Playboy: Sie dachten, wenn Sie nicht auffallen, würden die Probleme Sie nicht finden?
Cranston: Genau. Ich war zu sehr am Ende, um selbstbewusst zu sein. Es kam mir sicherer vor, mit dem Rücken zur Wand zu stehen und nur zu beobachten.

Playboy: Auf welche Weise ist Ihr Vater verschwunden? Ging er Zigaretten holen und kam nie wieder?
Cranston: Nein, so dramatisch war es nicht. Es war eher ein langsamer Entzug. Wir sahen jeden Tag ein bisschen weniger von ihm.

Playboy: Wo war er denn immer?
Cranston: Das frage ich mich bis heute. Es hatte etwas mit Alkohol und wohl auch mit Drogen zu tun. Er war tief deprimiert, weil er nie der Schauspieler geworden war, der er immer sein wollte. Dazu kamen noch die Streitigkeiten mit meiner Mutter. Er hatte mit einer Menge Probleme zu kämpfen, einer Menge Wut.

Playboy: Sie haben mit ihm Verbindung aufgenommen, als Sie Anfang 20 waren.
Cranston: Ja. Wir versuchten, mit ihm über früher zu reden, darüber, warum er uns verlassen hat, aber er ging nicht darauf ein. Er stammt aus einer Generation, die die Vergangenheit am liebsten ruhen lassen würde. „Es war eine schlimme Zeit“, sagte er immer nur. Mein Bruder und ich haben versucht nachzubohren, doch schließlich sahen wir ein, dass er nicht weitergehen wollte oder konnte. Also beließen wir es dabei.

Playboy: Haben Sie ihm vergeben?
Cranston: Bis zu einem gewissen Grad, ja. Glaube ich zumindest. Mein Vater ist letztes Jahr gestorben, im Oktober. Er war 90. Kurz vor seinem Tod kritzelte er mit zittriger Hand noch etwas auf ein Stück Papier: „Die beste Zeit meines Lebens ist die, in der meine Kinder mir für die schlimmste Zeit meines Lebens vergeben.“
 

„Mein Dad hatte Walters Statur. Er trug die Last verpasster Gelegenheiten auf seinen Schultern, weswegen sie auch so gebeugt waren“

Bryan Cranston

Playboy: Basiert nicht Ihr Walter White aus „Breaking Bad“ auf ihm?
Cranston: Was das Körperliche angeht, ja. Mein Dad hatte Walters Statur. Er trug die Last verpasster Gelegenheiten auf seinen Schultern, weswegen sie auch so gebeugt waren.

Playboy: Als junger Mann wollte Ihr Vater nicht nur einfach Schauspieler werden, sondern berühmt sein. Sie haben den Ruhm und die Bewunderung erhalten, die er immer gesucht hat - nur dass Sie diesem Ziel nicht hinterhergelaufen sind.
Cranston: So paradox es auch ist: Wenn man sich etwas zu sehr wünscht, bekommt man es nicht. Ich war nie einer von denen, die ihre Dankesrede unter der Dusche proben. Mein Vater zerbrach wohl an seinem übergroßen Wunsch nach Anerkennung.

Playboy: Ging Ihnen das nie so?
Cranston: Ich wollte ein Schauspieler sein, der von seiner Arbeit leben kann. Bis heute ist das meine größte berufliche Errungenschaft. Seit meinem 26. Lebensjahr verdiene ich mir mit der Schauspielerei meinen Lebensunterhalt. Und das bedeutet mir viel.

Playboy: Das haben Sie sich mit Anfang 20 während einer Motorradreise vorgenommen.
Cranston: Stimmt. Da hatte ich mein Erweckungserlebnis. Aber damals ging es eher ums Davonlaufen. Ich wollte nicht mehr länger für etwas kämpfen, von dem ich nicht sicher wusste, ob es überhaupt meine Berufung war.

Playboy: Sie waren auf dem besten Weg, Polizist zu werden, oder?
Cranston: Ich studierte Polizeiwissenschaft am College und stellte mich nicht schlecht an. Danach wollte ich auf die Uni und dann zum Los Angeles Police Department. Das war der Plan. Bei meinem Bruder sah es ähnlich aus. Er hatte schon alle Prüfungen abgelegt und stand knapp davor, Orange County Sheriff zu werden. Er hätte nur noch seine Polizeimarke und seine Dienstwaffe abholen müssen.

Playboy: Wieso haben Sie Ihre Meinung geändert?
Cranston: Uns kamen einfach Zweifel: Ist das wirklich interessant? Ich glaube, die meisten Menschen erlauben sich das nicht.

Playboy: Zweifel zu haben?
Cranston: Wenn die Leute sich bei irgendwas geschickt anstellen, hören sie von Freunden oder Verwandten: „Du hast Talent, du bist ein guter Dachdecker. Du könntest damit einen Haufen Geld verdienen.“ Und schon stolpern sie da rein.

Playboy: Und sind sich nicht bewusst, dass sie eine Entscheidung fürs Leben treffen.
Cranston: Ich glaube, die Leute lügen sich in die eigene Tasche. Sie sagen: „Gut, ich arbeite fünf Jahre als Dachdecker, bis ich genug Geld zur Seite gelegt habe, um nur noch Musik zu machen.“ Und 15 Jahre später?

Playboy: Sind sie immer noch Dachdecker.
Cranston: Genau, und dann sagen sie sich: „Ich hab ja noch Zeit, ich bin erst Mitte 30. Alles im grünen Bereich. Ich kann auch später noch Musiker werden.“ Aber irgendwann sind 20 Jahre vorbei, und mit 45 oder 50 merken sie: „Ich bin Dachdecker, und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern.“

Playboy: Dann sollten sich junge Leute also aufs Motorrad setzen und zwei Jahre durch die Gegend fahren, bis sie wissen, was sie mit ihrem Leben anstellen wollen?
Cranston: Keine schlechte Idee.

Playboy: In Ihren Anfangsjahren als Schauspieler haben Sie in einem Werbespot für Hämorrhoidensalbe mitgespielt. Geld dafür zu bekommen, über „entzündete Hämorrhoiden“ und „Sauerstoffwirkung“ zu sprechen, ist nicht das, was Sie machen wollten, oder?
Cranston: Es ist das, was ich machen wollte. Mein Ziel war es, von der Schauspielerei leben zu können. Das war alles. Ich wollte sagen können: „Das ist mein Beruf. Damit verdiene ich meinen Unterhalt.“ Ich bin ein pragmatischer Mensch, der sich nichts vormacht, kein Fantast. Anfang der 80er drehte ich eine Menge Werbespots, und das war okay. Sie finanzierten mir die Miete, den Schauspielunterricht, Porträtfotos. Sie bildeten die Basis für meine Krankenversicherung und Rente. Sie bedeuteten, dass ich mich nicht nach einem anderen Job umsehen musste.

„Um als Künstler erfolgreich zu sein, braucht man eine gehörige Portion Glück“

Bryan Cranston

Playboy: War es ein Glück, dass Sie erst mit Ende 40, Anfang 50 Ihren großen Durchbruch hatten?
Cranston: Das war genau richtig so. Mein Leben wäre komplett anders verlaufen, wenn ich schon mit Mitte 20 ins Rampenlicht geraten wäre. Erst durch diese lange Verzögerung hatte ich die Chance zu erkennen, welche große Rolle das Glück spielt. Und ich hatte Glück. Das sage ich auch immer meinen jungen Kollegen: Um als Künstler erfolgreich zu sein, braucht man eine gehörige Portion Glück.

Playboy: Sie sind der lebende Beweis dafür. Ihre Rolle als Buzz Aldrin in der Miniserie des Pay-TV-Senders HBO „From the Earth to the Moon“ verdanken Sie nur dem Umstand, dass der ursprünglich vorgesehene Schauspieler zu dick für den Raumanzug war.
Cranston: Stimmt. Tom Hanks, einer der Produzenten, rief mich an und fragte: „Bist du immer noch so dürr?“ Nur deshalb habe ich die Rolle bekommen.

Playboy: Man muss immer bereit sein.
Cranston: So ist es. Man kann das nicht planen, man muss die Gelegenheit einfach beim Schopf packen. Man muss gut sein, man muss beharrlich sein, und man muss Geduld haben.

Playboy: Glauben Sie an das Schicksal?
Cranston: Ja.

Playboy: Erfolg hängt also nicht nur von einem selbst ab?
Cranston: Wahrscheinlich ist es eine Kombination aus beidem: Das Schicksal besteht zur einen Hälfte aus Glück und zur anderen aus Entschlossenheit.

Playboy: Wie sieht es mit der Liebe aus? Sie sind seit 1989 mit der Schauspielerin Robin Dearden verheiratet. Funktioniert eine Ehe deshalb, weil zwei Menschen füreinander bestimmt sind oder weil sie sich den Arsch dafür aufreißen?
Cranston: Wahrscheinlich weder noch. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Liebe ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Liebe zu einem Kind ist bedingungslos. Ich werde meine Tochter immer lieben. Ihre Entscheidungen werden mir vielleicht nicht immer gefallen, aber ich werde sie immer lieben. Ich würde für meine Tochter sterben. Ich würde auch für meine Frau sterben. Aber die Liebe zu ihr ist an Bedingungen geknüpft.

Playboy: Inwiefern?
Cranston: Das gilt natürlich für beide Seiten. Angenommen, ich merke, dass sie heimlich als Prostituierte arbeitet, oder sie findet heraus, dass ich ein Auftragskiller bin - das wären wohl K.-o.-Kriterien. Aber wir reißen uns nicht den Arsch auf, um die Ehe am Laufen zu halten. Wenn man ständig nur daran arbeiten muss, läuft wohl grundsätzlich etwas falsch. Es muss auch Leichtigkeit im Spiel sein.

Playboy: Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick?
Cranston: Keine Ahnung, ob das immer so ist, aber bei Robin war ich sofort hin und weg.

Playboy: Sie haben sich beim Arbeiten kennen gelernt, oder?
Cranston: Ja. Wir drehten eine Fernsehserie namens „Airwolf“ mit Jan-Michael Vincent, Ernest Borgnine und einem Hubschrauber. Eine schreckliche Serie, aber immerhin habe ich dabei meine zukünftige Frau kennen gelernt. Das war vor 20 ..., du meine Güte, vor fast 30 Jahren.

Playboy: Sie geben normalerweise nicht viel über Ihre Beziehung zu Robin preis, aber dem Blog „Humans of New York“ haben Sie eine wirklich nette Geschichte verraten.
Cranston: O Gott, was hab ich denn erzählt?

Playboy: Wie sehr Sie an ihr mögen, dass sie beim Anblick eines Glühwürmchens immer noch komplett aus dem Häuschen gerät.
Cranston: Das stimmt. Wenn sie ein Glühwürmchen sieht, freut sie sich wie ein Kind. Es hat etwas Mystisches, Magisches für sie. Sie hat sich ihr mädchenhaftes Staunen bewahrt. Das liebe ich an ihr. Sie kann sich über die einfachsten Dinge freuen. Beim Anblick eines Sonnenuntergangs oder eines Delphins ruft sie aufgeregt: „Sieh mal, sieh mal, sieh mal!“ Das mag vielleicht ein bisschen albern klingen, aber es macht gute Laune, sein Leben mit einem solchen Menschen zu verbringen.

Playboy: War es dieses Staunen, das Ihnen am Set von „Airwolf“ als Erstes aufgefallen ist? Haben Sie sich deshalb zu ihr hingezogen gefühlt?
Cranston: Nein, ich wollte sie einfach flachlegen.

Playboy: Verstehe.
Cranston: Was ist? Ich bin nur ehrlich.Ich war ein junger Kerl, sie war scharf, und ich wollte sie ausziehen. Für das ganze andere Zeug hätten wir dann immer noch Zeit, nach dem Flachlegen.

Playboy: Typisch Mann.
Cranston: Genau. Als Erstes denkt man: „Wow, ist die scharf.“

Playboy: Beim Busen fängt es an.
Cranston: Da fängt es an, oder? Was sind wir doch einfach gestrickt! Die Frauen sind ganz klar das überlegene Geschlecht. Männer sind schlichte Kreaturen. Stellt uns Nahrung hin, wir essen sie. Zeigt uns ein DekolletØ, wir sind ganz bei der Sache. Wenn sich eine Frau am Bein kratzt und den Rock auf die richtige Art hochschiebt und man einen Blick auf ihre Wade erhascht - Herr im Himmel, dann verliert man den Verstand. Man ahnt die Glätte der Haut. Das haut mich jedes Mal um.

Playboy: Sie werden später mal ein großartiger alter Lüstling.
Cranston: Na klar. Was ich an meiner Frau liebe und schätze, ist, dass sie auf ihr Aussehen achtet. Ich finde sie sexuell immer noch unglaublich anziehend. Sie hat wunderschöne Beine, einen tollen Körper. Das weiß ich zu würdigen. Wahrscheinlich würde sie sich dasselbe auch von mir wünschen (lacht).

Playboy: Sie tun ihr diesen Gefallen nicht?
Cranston: Na ja, sehen Sie sich das an (klopft auf seinen Bauch). Für meine Rolle als Politiker Lyndon B. Johnson habe ich sieben Kilo zugenommen. Da ist nichts ausgestopft, das bin alles ich.

Playboy: Könnten Sie sich vorstellen, jemals selbst in die Politik zu gehen?
Cranston: Durchaus. Im tiefsten Grunde meines Herzens bin ich ein verkappter Politiker. Die Politik reizt mich allein aus dem altruistischen Gefühl heraus, das Leben anderer Menschen zu verbessern. Mir ist natürlich klar, dass das in der Realität nicht so leicht ist. Politik besteht zum großen Teil aus Kompromissen und Bürokratie, sie ist ein zähes, undurchsichtiges Metier. Die Zeiten sind vorbei, in denen man sagte: „Ich widme meinem Land oder meiner Gemeinde vier Jahre meines Lebens, und dann gehe ich wieder auf meine Farm zurück.“ Heute ist das ein eigener Beruf. Die Leute werden Politiker, um ihr Ego aufzupolieren, und natürlich ist ein Haufen Geld im Spiel. Die Reinheit des Konzepts wird korrumpiert.

Playboy: Warum spielen Sie dann trotzdem mit dem Gedanken?
Cranston: Er fasziniert mich einfach. Irgendwann, wenn ich die Schauspielerei an den Nagel hänge und mich in einem Kaff niederlasse, einem Ort mit 700 Einwohnern, nicht so etwas Großes wie Los Angeles, werfe ich meinen Hut in den Ring und kandidiere als Bürgermeister.

Playboy: Geben Sie uns einen kleinen Vorgeschmack auf Ihr politisches Programm.
Cranston: Erstens: Prostitution ist legal. Marihuana ist legal. Alles wird besteuert. Es müssen Rücklagen her.

Playboy: Sie würden Prostitution legalisieren?
Cranston: Jederzeit.

„Ich habe meine Jungfräulichkeit in Österreich an eine Prostituierte verloren. Ich war 16“

Bryan Cranston

Playboy: Hatten Sie je Sex mit einer Prostituierten?
Cranston: Ein einziges Mal. Ich habe meine Jungfräulichkeit in Österreich an eine Prostituierte verloren. Ich war 16.

Playboy: War das eine gute oder eine schlechte Erfahrung?
Cranston: Eine fantastische Erfahrung. Im Nachhinein betrachtet, war der Sex entsetzlich. Damals hatte ich natürlich keinen Vergleich. Ich dachte nur: „Wow! Das war unglaublich! Niemand auf der ganzen Welt hatte jemals besseren Sex.“ Aber wenn man älter und reifer wird, merkt man: „Moment mal, nein, eigentlich war der Sex fürchterlich. Jetzt verstehe ich das erst! So muss Sex ablaufen.“

Playboy: Sie würden in Ihrer Gemeinde also Bordelle eröffnen?
Cranston: Klar. Mit dem Geld würden wir uns um Obdachlose kümmern und Schulen bauen. Das Ganze müsste natürlich diskret ablaufen. Ein Puff gehört nicht neben den Frozen-Yogurt-Laden in der Shopping Mall. Man müsste bestimmte Bereiche dafür ausweisen - so etwas muss weit, weit weg von Kindern passieren.

Playboy: Wie sieht es mit Schwulenrechten aus?
Cranston: Gleiches Recht für alle, Mann. Um nichts anderes geht es. Die ganzen Leute, die sich über die Homo-Ehe aufregen - wo zum Teufel liegt da der Unterschied? Es ist schwer genug, Liebe zu finden. Du liebst einen Mann? Was geht mich das an? Wer denkt, die Homo-Ehe stelle eine Bedrohung seiner eigenen Ehe dar, hat nichts verstanden.

Playboy: Wenn Sie als Bürgermeister kandidieren, geht es also vor allem um die persönliche Freiheit.
Cranston: Ja. Ich bin wohl einfach ein unverbesserlicher Freigeist. Solange man niemandem schadet, soll jeder machen, was er will.

Playboy: Würden Sie sich als vorwiegend glücklichen Menschen beschreiben?
Cranston: Doch, ja. Warum, komme ich Ihnen unglücklich vor?

Playboy: Nein, nur manchmal ist es ja so: je brillanter der Schauspieler, desto größer die Dämonen. Philip Seymour Hoffman und Robin Williams wirkten auf den ersten Blick auch glücklich.
Cranston: Ich leide zwar nicht an Depressionen, aber manchmal frage ich mich schon, warum ich so hart arbeite. Ich habe noch nie zuvor so viel gearbeitet wie jetzt. Ich bekomme mehr Angebote denn je, ich könnte mir also die Rosinen herauspicken, aber - ich will einfach alles. Ich möchte ständig etwas Neues ausprobieren. Immerhin kann ich schon besser nein sagen als früher. Aber dann höre ich von einem Projekt und denke sofort: „Das klingt interessant. Da muss ich dabei sein.“

Playboy: Haben Sie nicht auch mal mit Scientology geliebäugelt?
Cranston: Das war damals in den 80ern. Ein Freund von mir war Scientologe. Er empfahl mir einen Kurs in einem der Scientology-Zentren in L. A., ich glaube im Valley. Ich dachte: „Na gut, dann sehe ich mir das mal an.“ Der Kurs war nicht schlecht. Soweit ich mich erinnere, ging es um Kommunikation. Also habe ich noch einen Kurs besucht, keine Ahnung mehr, zu welchem Thema. Natürlich wollten sie, dass ich weitermache, aber ich sagte: „Nein danke, das ist genug.“

Playboy: Haben Sie das grundlegende Prinzip verstanden?
Cranston: Ja, es war sogar ganz hilfreich. Aber ich sagte mir: „Gut, das hätten wir. Und was jetzt?“ Als Nächstes habe ich es mit Elektroschocktherapie versucht.

Playboy: Sie müssen der schlimmste Albtraum jedes Scientologen sein.
Cranston: Ich bin einfach kein Suchtmensch. Ich will immer wissen, was es Neues zu entdecken gibt. Was steht als Nächstes an? Transzendentale Meditation? Tantra-Yoga? Hey, das muss ich einfach ausprobieren!

Playboy: Also werden Sie nicht von Dämonen geplagt?
Cranston: Doch, sicher. Ich habe Aggressionen. Ich habe Verlustängste. Ich arbeite daran. Das Laufen hilft mir. Ich bin passionierter Jogger. Beim Laufen werde ich Anspannungen, Ängste und Gifte los, sowohl körperliche als auch emotionale.

Playboy: Verjagen Sie auf diese Weise Ihre Dämonen?
Cranston: (lacht) Nicht ich jage meine Dämonen. Sie jagen mich!

Autor: Eric Spitznagel
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