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Tag des Meeres

Apnoe Taucher am Abgrund

Der tiefste Mann der Welt

Wie weit hinab kann ein Mensch mit einem einzigen Atemzug tauchen? Bei der gefährlichen Suche nach der Antwort geht Rekordhalter William Trubridge an die Grenzen des Möglichen. Und darüber hinaus. Unser Autor Adam Skolnick folgte ihm

Am 2. Dezember 2014 treibt William Trubridge, 34, im Wasser über Dean’s Blue Hole, einer bläulich schimmernden Höhle vor der Küste der Bahamas-Insel Long Island, und bereitet sich darauf vor, 102 Meter tief zu tauchen. Mit einem einzigen Atemzug. Ohne Flossen. Auf der Jagd nach einem neuen Weltrekord. Von seiner Frau Brittany lässt er sich, eine Schaumstoffrolle unter dem Nacken, eine weitere unter den Knien, zum Startpunkt des Tauchgangs ziehen, wo ihn ein Kampfrichter in ein Seil einhakt, das unter den beiden im Dunkel des Ozeans verschwindet. Es dient als Tiefenmesser. Und als Rettungsleine für den Fall, dass Trubridge dort unten, in einer für Rettungstaucher unerreichbaren Region, bewusstlos wird. Aber Trubridge macht sich darüber keine Sorgen. Das Blue Hole ist sein Wohnzimmer, Long Island sein Zuhause. Er hat hier monatelang trainiert. Genau für diesen Moment. Allerdings: 102 Meter ohne Flossen - das hat vor ihm noch niemand gewagt.

Long Island, bewachsen mit dichter tropischer Vegetation und gesäumt von weißen Sandstränden, liegt etwa 300 Kilometer südöstlich von Florida und war bis vor 15 Jahren ein weißer Fleck auf der Gewässerkarte der internationalen Freediver-Elite. Bis Trubridge kam und dort seinen ersten von mittlerweile 15 Weltrekorden aufstellte. Heute ist Dean’s Blue Hole einer der bekanntesten Freedive-Spots des Planeten. Und der von Trubridge dort veranstaltete - sowie meist auch dominierte - „Vertical Blue“-Wettbewerb gilt als das Wimbledon des Freediving.

Es ist Jahre her, dass ich den Namen Trubridge zum ersten Mal hörte. 2013 begann ich, ihn hier von Zeit zu

Apnoe bedeutet Atemstillstand, die Luft anhalten.

Zeit zu besuchen. Mittlerweile steht er im Ruf, der beste Apnoetaucher der Gegenwart zu sein. Apnoe bedeutet Atemstillstand, die Luft anhalten. Der Neuseeländer Trubridge, kantig, schmallippig, ein jungenhafter Typ, ist quasi im Wasser aufgewachsen und früh geübt in dieser Disziplin. Er verbrachte seine Kindheit auf einer Segelyacht, mit der seine Eltern die Inselwelt Polynesiens bereisten. Sein Bruder und er vertrieben sich schon als Kinder die Zeit damit, nach Muscheln zu tauchen. Doch irgendwann rief die High School, später die Uni, dann bekam er einen Job als Gentechniker in einem renommierten Labor in Auckland. Doch der langweilte ihn schnell. Also kündigte Trubridge und ging auf Weltreise. Als er eine Zeit lang in London in einem Hotel jobbte, traf er einen alten Freund wieder, der gerade aus Thailand kam und ihm von Apnoetauchern auf Ko Tao erzählte, die sich über sämtliche körperlichen Grenzen hinwegsetzen und größere Tiefen erreichen als jeder Gerätetaucher. Trubridge war elektrisiert. So ging es los.

In der Tiefe steht die Zeit still

Vor den Augen von etwa 70 Athleten und Fans klinkt er sich jetzt ins Seil und starrt ins tiefe Blau der Höhle hinab. Trubridge weiß, dass der Kampf um die Spitzenplätze beim „Vertical Blue“ diesmal besonders hart wird. Landesrekordhalter aus 19 Nationen nehmen teil. Einer von ihnen ist der Russe Alexei Moltschanow, ein ehemaliger Spitzenschwimmer. Er hält aktuell den Weltrekord im Tieftauchen mit Flossen, seitdem er 2013 im griechischen Kalamata auf 128 Meter runterging - im Delfin-Stil mit einer Monoflosse an den Füßen. Trubridge dagegen ist Weltrekordhalter in den zwei anderen Freediving-Disziplinen: mit 121 Metern im sogenannten Free Immersion, bei dem sich der Taucher ohne Flossen an einem Seil hinunter- und wieder raufzieht. Und mit 101 Metern in der schwierigsten Form: dem Tieftauchen ohne Flossen und ohne weitere Hilfsmittel. Heute sollen es 102 Meter werden. Trubridge ist zuversichtlich, so sagt er’s mir an diesem Morgen. Doch Moltschanow ist ein gefährlicher Gegner. Im Mai 2014 hat er Trubridge beim Caribbean Cup zum ersten Mal in der Gesamtwertung geschlagen und danach bei den Weltmeisterschaften Gold für die russischen Herren geholt. Nicht wenige auf Long Island halten ihn diesmal für den Favoriten.

Die zwei Rivalen könnten unterschiedlicher nicht sein. Trubridge, ein dünner Kerl von 1,83, schwört auf Yoga und eine vorwiegend vegetarische Ernährung. Er ist ein introvertierter Typ, am liebsten verbringt er seine Freizeit zu Hause in Long Island mit seiner Frau Brittany, die als Bikini-Model und Yogalehrerin arbeitet. Moltschanow hingegen, 1,80 Meter groß, über 80 Kilo schwer und ausgestattet mit einem Waschbrettbauch, ist ein Vertreter der Krafttrainings-Fraktion und gilt als Partylöwe. Die russischen und osteuropäischen Freediver, die sich selbst scherzhaft „Ostblock“ nennen, sehen in dem Moskauer ihren Anführer.

Der Kreis der Spitzen-Apnoetaucher ist nicht groß, doch er wächst stetig. Ähnlich wie beim Triathlon sind die Athleten extrem fit, aber nicht mehr ganz jung. Viele sind älter als 30 oder sogar über 40. Die meisten finanzieren sich ihren Sport selbst. Sie arbeiten als Landschaftsgärtner, Elektriker, Software-Entwickler, Architekten, Meeresbiologen oder Ärzte. Und sie alle sind süchtig nach einem Sport, bei dem sie nicht nur ihre physischen und psychischen Grenzen ausloten, sondern auch eine Art spirituelle Erfahrung machen: Viele berichten davon, dass in der Tiefe die Zeit stillzustehen scheint. Je weiter sie hinabkommen, desto stärker werden sie vom Wasser zusammengepresst, bis sie sich scheinbar mit ihm vereinen - und sich ihr Selbst auflöst. Gleichzeitig sind sie aber auch vernarrt in Zahlen. Jede Bestmarke, die sie erreichen, gibt ihnen

Es ist eine Sucht.

neuen Schub. Und ist ein Rekord geknackt, visieren sie bereits den nächsten an. Es ist eine Sucht. Auch Trubridge ist ihr verfallen.

Nachdem ihm der Freund damals in London von den Apnoetauchern auf Ko Tao erzählt hatte, ging ihm eine Frage nicht mehr aus dem Kopf: Ob er selbst wohl das Zeug dazu hätte, einer von ihnen zu werden? Bald wusste Trubridge, dass er in die Tropen zurückmusste, nur dort konnte er es herausfinden. Er kündigte den Hoteljob und flog auf die Bay Islands in Honduras, wo er wochenlang tauchte und seine Atmung trainierte. Von dort reiste er weiter nach Sardinien, um von der italienischen Freitaucherlegende Umberto Pelizzari zu lernen. Dann nahm er an ersten Wettbewerben teil, doch ohne einen leicht zugänglichen Tauchspot mit stabilen Bedingungen machte er nur mühsam Fortschritte. Bis er 2005 Dean’s Blue Hole entdeckte: eine Unterwasserhöhle, die 202 Meter senkrecht abfällt, nur ein paar Schritte von einem spektakulären weißen Strand entfernt. Ideale Bedingungen. Auch um wie ich hier im Ufersand zu sitzen und mit den Tiefenberauschten beim Bier zu fachsimpeln.

Im Rausch der Tiefe

Zum Wettkampfsport wurde das Apnoetauchen im Jahr 1949, als der italienische Pilot Raimondo Bucher wegen einer 50.000-Lire-Wette in 30 Meter Tiefe vorstieß. Die Ärzte sagten damals seinen sicheren Tod voraus, doch Bucher schaffte es und löste damit ein bis heute andauerndes Ringen um den Titel des „tiefsten Tauchers“ aus. Legendäre Freediver wie Jacques Mayol und Enzo Maiorca, deren Rivalität das Vorbild für den Film „Im Rausch der Tiefe“ war, überboten einander mit immer neuen Rekorden. Maiorca schaffte es 1960 als Erster auf 50 Meter hinab, nur 16 Jahre später riss sein Rivale Mayol die 100-Meter-Marke. Die Sportler ließen sich von speziellen Schlitten nach unten und von Ballons wieder hochziehen.

No Limit nennt sich diese Kategorie des Freediving, bei der es keine technischen Beschränkungen gibt. Obwohl ab Ende der 70er-Jahre auch erste andere Disziplinen geboren wurden, blieb sie lange Zeit die vorherrschende Art des Apnoetauchens. Das änderte sich jedoch 2012: Nach zwei Aufsehen erregenden, beinahe tödlichen Unfällen erteilte der Freitaucherverband AIDA (Association Internationale pour le

Es gibt keine absolute Sicherheit in diesem Sport.

DØveloppement de l’ApnØe) keine Genehmigung mehr für No-Limit-Versuche. Sie werden seither als persönliches Experiment gewertet - nicht als sportliche Leistung. Alle anderen Apnoedisziplinen galten hingegen als sicher. Umso größer der Schock, als der Amerikaner Nicholas Mevoli 2013 auf den Bahamas bei einem 72-Meter-Tauchgang ohne Flossen und Hilfsmittel tödlich verunglückte. Es war der erste Todesfall bei einem internationalen Wettbewerb, und er erschütterte die Freediving-Gemeinde zutiefst. Es gibt keine absolute Sicherheit in diesem Sport. Schon gar nicht für einen, der die Grenzen des Machbaren auslotet.

Zeit für die Tiefe

Trubridge treibt nun schon seit fast sechs Minuten im türkisfarbenen Wasser über Dean’s Blue Hole und scheint in Trance versunken. Er fährt seinen Körper runter, verlangsamt die Herzfrequenz, um Sauerstoff zu sparen. Dann kommt plötzlich Bewegung in seinen Oberkörper: Er füllt die Brust bis zum Bauch hinunter mit Luft. Und beginnt dann mit dem „Packing“: Indem er Luft einschlürft und mit der Zunge nach unten presst, dehnt er sich die Lunge bis zum Maximalvolumen, pumpt sich voll. Vierzig solcher „Happen“ drückt er runter, dann dreht er sich um die eigene Achse und taucht ab. Nach nur drei eleganten Schwimmzügen hat er ein Riff passiert und auf zehn Meter Tiefe die Zone des Null-Auftriebs erreicht. Drei weitere Züge, und er ist bei 20 Metern angelangt. Dort weitet sich die Höhle und wird immer dunkler. Trubridge hat nun negativen Auftrieb, das heißt: Er sinkt wie ein Stein. Macht keine Schwimmzüge mehr, sondern richtet seinen Körper stromlinienförmig aus, schließt die Augen und überlässt den Rest der Schwerkraft. Zeit für die Tiefe.

Wenn Apnoetaucher ins Schwärmen geraten, beschreiben sie diesen freien Fall. Während sie mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde in die Tiefe gleiten, werden einige Taucher mit ihren innersten Ängsten konfrontiert, andere erleben Klarträume. Nach knapp zwei Minuten erreicht Trubridge die Zielmarke bei 102 Metern, berührt sie und dreht um. Jetzt muss er gegen den negativen Auftrieb anschwimmen - ein Gefühl, als würde er gegen die Strömung eines Flusses kämpfen. Mit jedem Schwimmzug kommt er nun näher ans Licht. Nach etwas mehr als drei Minuten unter Wasser trifft er bei 35 Meter Tiefe auf zwei Sicherungstaucher, die ihn zur Oberfläche begleiten. Gierig nach Sauerstoff, die Lippen blau, nähert er sich dem Licht. Nur Sekunden trennen ihn von einem köstlichen Atemzug, nur ein paar Meter von einem neuen Weltrekord.

Die echte Leistungsgrenze - nicht die eingebildete

Seit ich Dean’s Blue Hole im Jahr 2013 zum ersten Mal besucht habe, fasziniert mich das Apnoetauchen. Ich war von Anfang an beeindruckt von der akribischen Vorbereitung der Taucher, von der Leichtigkeit ihrer Bewegungen, vor allem aber vom Leuchten in ihren Augen nach einem gelungenen Tauchgang. Lange fragte ich mich, ob ich das auch lernen könnte. Dann entschied ich mich, es herauszufinden, und buchte einen Flug nach Kona auf Hawaii zum wohl besten Apnoetauchlehrer der Welt. „Das hier ist kein Wellnessurlaub, hier wird hart gearbeitet“, begrüßte uns Kirk Krack, der 46-jährige Chef der Tauchschule Performance Freediving International. Der gebürtige Kanadier hat mit einigen der besten Freitaucher der Welt gearbeitet. 23 Welt- und Hunderte Landesrekorde gehen auf sein Konto. Es dauerte nicht lange, bis ich verstand, was ihn so besonders macht: Krack schafft es, Menschen an ihre Leistungsgrenze zu bringen. Nicht die eingebildete. Die echte.

Der Schlüssel zum Apnoetauchen ist Entspannung. Also versammelte uns Krack am ersten Tag am Pool und leitete uns durch eine Atemübung, mit der sich die Herzfrequenz senken lässt. Bald danach lagen wir bäuchlings im Pool - erst eine Minute, dann zwei, drei. Was wir da taten, nennt sich statisches Apnoetauchen,

Der Schlüssel zum Apnoetauchen ist Entspannung.

es ist ein effektives Trainingswerkzeug. Und ein schmerzhaftes. Ein AIDA-Kampfrichter hat es mal so beschrieben: „Stell dir vor, deine Eier klemmen in einer Schublade, und jemand knallt sie zu - immer wieder.“ Bei meinem letzten Versuch schaffte ich 3:20 Minuten, doch nach dem ersten Schubladenknallen kam ich hoch.

Am zweiten Tag ging es hinaus ins Meer. Wir begannen mit einigen Free Immersions, hangelten uns an einem Seil in die Tiefe. Dann zogen wir extralange Apnoeflossen an und zählten unsere Flossenschläge: Durch das Zählen weiß ein Taucher, in welcher Tiefe er sich befindet. Mit den Apnoeflossen, die deutlich mehr Schub verleihen als normale, benötigt man etwa sechs starke Schläge für die ersten zehn Meter und sechs sanftere für die nächsten zehn. Innerhalb kürzester Zeit war ich komplett frustriert. Die anderen Kursteilnehmer hakten eine Tiefe nach der anderen ab, doch bei mir ging nichts vorwärts. Außerdem herrschte starker Seegang. Während ich von der Brandung hin- und hergeworfen wurde, produzierte mein Gehirn massenweise Ausreden: Die Wettergötter sind gegen dich, dein Neoprenanzug ist zu eng, du hast das Lungenvolumen eines Zwergschimpansen. Krack nennt diese Gedanken „inneren Monolog“. Schon am ersten Tag hatte er gesagt: „Wenn ich euer Hirn ausschalten könnte, würdet ihr sechs Minuten den Atem anhalten und auf 60 Meter runtergehen. Vom Körperlichen her wäre das kein Problem.“ Was in die Quere kommt, ist der Stress - tatsächlicher und eingebildeter. Wenn ich ihn zulasse, steigt die Herzfrequenz, verspannen sich die Muskeln, und das Gehirn quasselt.

Nachdem ich am zweiten Tag bei keinem meiner ersten vier Versuche - alles Free Immersions - auch nur bis zur 10-Meter-Marke kam, reichte es mir. Ich nahm mir vor, mich nach dem Punkt, an dem es unangenehm wird, noch fünf Handgriffe tiefer zu ziehen. Nach dem dritten Armzug blinkte unter mir die 15-Meter-Marke, und ich beschloss, weiter runterzugehen. Bald war ich auf 20 Metern. Krack schwebte neben mir, als ich auf den schimmernden weißen Sand unter mir blickte. Der Drang zu atmen war verschwunden. Ich wollte runter, nicht hoch. 20 Sekunden lang hielt ich mich einfach am Seil fest und genoss es.

ein Gefühl tiefer Ruhe

Am nächsten Tag kam ich zum ersten Mal in meiner Laufbahn als angehender Apnoetaucher entspannt und zuversichtlich ans Wasser. Mein Kursziel waren 30 Meter gewesen, und ich fühlte mich bereit dazu. Ich visualisierte den Erfolg, wie ich es von Krack gelernt hatte. Ich würde es schaffen: 30 Meter ohne Seil, mit Flossen. Nach dem zweiten Flossenzyklus hörte ich auf zu schwimmen, die Zeit dehnte sich, während ich den freien Fall genoss. Ich erreichte meine Zielmarke und schwamm im Delfinstil wieder zur Oberfläche. Ab dem 10-Meter-Punkt ließ ich mich hochtreiben. Oben überkam mich ein Gefühl tiefer Ruhe.

Viele von Kracks Schülern sagen, er habe ihr Leben verändert. Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde. Fest steht aber, dass ich durch ihn etwas Wertvolles gelernt habe: meine eigenen Grenzen zu überwinden. Vielleicht liegt darin auch der Grund, warum Athleten wie Trubridge den Drang verspüren, immer noch tiefer zu gehen. Mit jedem erfolgreichen Tauchgang erfahren sie mehr über sich. Nähren die Zuversicht, noch mehr erreichen zu können. Das kann zur Obsession werden, gerade auf Wettkampfniveau. Manchmal mit tödlichem Ausgang.

Als Trubridge beim Rekordversuch im Dezember 2014 nur noch wenige Meter von der Wasseroberfläche entfernt ist, verliert er plötzlich das Bewusstsein. Die Sicherungstaucher packen ihn. Nach wenigen Sekunden kommt er wieder zu sich. Als er den Strand an diesem Tag verlässt, sieht es nicht gut für ihn aus. Er hat noch zwei Tauchgänge vor sich und kann es noch aufs Treppchen schaffen. Doch der Gesamtsieg scheint weit entfernt.

„Ich bin mir sicher, dass er es durchzieht“, sagt Trubridge, als Moltschanow sich am nächsten Tag für seinen 95-Meter-Versuch bereit macht. Doch der Russe scheitert an der Tiefe - und plötzlich ist Trubridge wieder im Rennen: Er absolviert zwei erfolgreiche Tauchgänge in Folge, 120 Meter im Free Immersion und 117 Meter im Freitauchen ohne Flossen - und holt sich den „Vertical Blue“-Sieg.

„Es war eine ganz schöne Achterbahnfahrt“, sagt Trubridge, als wir später am Strand sitzen und ein kaltes Bier trinken. „Aber es fühlt sich ziemlich gut an, es noch rumgerissen zu haben.“ Ein breites Lächeln liegt auf seinem Gesicht, doch ich sehe ihm an, dass er mit den Gedanken woanders ist. Im Geiste überlegt er bereits, wie er es nur noch ein kleines bisschen tiefer schaffen könnte.

DIE 3 ARTEN DES APNOETAUCHENS

Tieftauchen mit konstantem Gewicht ohne Flossen: Der Taucher darf ein Seil zur Orientierung verwenden. Während er taucht, darf er es nur einmal beim Wenden berühren.

Tieftauchen mit konstantem Gewicht mit Flossen: Hier taucht der Taucher mit extralangen Apnoeflossen in die Tiefe. Dabei gelten die gleichen Regeln wie beim Tieftauchen ohne Flossen.

Free Immersion: Der Taucher zieht sich an einem Seil hinab und wieder hinauf. Andere Hilfsmittel wie etwa Flossen darf er dabei nicht verwenden.

Autor: Adam Skolnick
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