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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Was ich gelernt habe

Ungelöste Männer-Rätsel - Teil 20

Das Misserfolgs-Model

Jeder Mann hätte gern ein Model als Freundin. Dabei kann das Leben mit einer Traumfrau an der Seite schnell zum Alptraum werden. Ungelöste Männer-Rätsel - Teil 20

Angenommen, Sie würden einen Maserati im Lotto gewinnen, stellen dann aber bald fest, dass der Traumwagen einfach nicht für den Alltag gemacht ist. So ungefähr fühlte sich meine Zeit mit Kristin an. Ihr Lächeln war Gold wert. Für einige tausend Euro verlieh sie es an Marken, die es auf Plakate und Magazine druckten. Kristin war Model. Und gut im Geschäft. Ihr Gesicht war überall. Ihre Attraktivität färbte selbst auf Tiefkühl-Pommes und Strumpfhosen ab und machte langweilige Produkte begehrenswert. Deswegen war ich nicht nur stolz, sondern dankbar, diese nordische Schönheit meine Freundin nennen zu dürfen. Zumindest eine kurz Zeit lang.

 

Denn eine Beziehung zu einem Model ist nicht mehr als pure Selbstbefriedigung. Ein Ersatzprodukt. Muckefuck. Kristin war nie da. Weder körperlich noch geistig. In New York stand sie im Stau. In Kapstadt verlor sie ihr Gepäck. In Lissabon wurde sie schon wieder von diesem männlichen Bademoden-Schönling angegraben. Sie sagte ständig, ihre „Arbeit“ langweile sie: Klamotten anziehen, laufen, lachen, böse gucken. Sie wurde zu Partys und „Go-Sees“ geschleppt und schleppte mich mit. Seit ihrem 16. Lebensjahr hatte sie nie etwas anderes getan - und sich seitdem auch nicht wirklich weiterentwickelt. Trotzdem machte sie weiter. Weil sie süchtig war. Sie trank nicht, sondern wurde allein von Komplimenten zu ihrer Mähne, ihren Zähnen, ihren Beinen high. Egal, ob die von einem Dressman, einem schmierigen Designer oder von mir kamen. Was mich eifersüchtig machte. Mein Vokabular war irgendwann so erschöpft wie mein Selbstvertrauen. So hatte ich die Wahl: gemeinsam mit ihr meine Komplexe aufarbeiten und Kompromisse finden. Oder: Flucht. Auch wenn mich jeder Mann dafür teeren und federn würde. Ich flüchtete, so gut es eben ging. Werbung gibt es schließlich überall. Und Kristin lächelt immer noch.

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Autor: Sebastian R. Tromm
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