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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Was ich gelernt habe

Ungelöste Männer-Rätsel - Teil 22

Digitale Daumenschrauben

Dating-Apps versprechen zwanglosen Sex. Jederzeit. Und sie halten Wort. Weshalb das manche Männer in den emotionalen Ruin stürzen kann? Ungelöste Männer-Rätsel - Teil 22

Ja, ich bin abhängig. Der geborene Suchtcharakter. In allen Belangen. Besonders wenn es um Online-Dating geht. Aber Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Hoffentlich.

Wie jede Suchtkarriere begann meine Tinder- Abhängigkeit mit einem schwachen Moment. Fremde Stadt, späte Nacht, geschlossene Bar, einsames Hotelzimmer. Dafür: WLAN. Und der Drang, eine Abendbegleitung zu finden. So tinderte ich zum ersten Mal. Drei Minuten später: das erste Match. Zwei Stunden später klopfte Maggy an meiner Tür. Lange Beine. Loses Mundwerk. Euphorie. Eine neue Welt war erschlossen. Kann es so einfach sein? Ja, kann es. Zu einfach.

Sobald der erste Rausch verflogen ist, will man mehr. Steigert Frequenz und Dosis. Die Droge schwappt in den Alltag. Weil scheinbar willige Einmal-Partner lauern, so weit das 3 G reicht. Im Büro, vorm Club, in Landhotels. Swipen zum Selbstzweck.

Reales Flirten ist guter Wein, den man genießen kann. Tinder ist Crack. Schnell high. Schnell down. Schnell weiter. Mittlerweile weiß ich: Bei One-Night-Stands geht’s nicht ums Was. Es geht ums Wie. Um Selbstbestätigung. Ich hasse es, Frauen bei einer zufälligen Begegnung ansprechen zu müssen. Ich liebe es, sie angesprochen zu haben. Es befriedigt mich, über meinen Schatten zu springen und herauszufinden, ob ich Chancen habe. Auch wenn ich dabei versehentlich eine Nonne angrabe und allein nach Hause gehe – wenigstens bin ich um eine Anekdote reicher.

Nach 138 Tinder-Matches bin ich nur um ein paar anonyme Stunden ärmer. Im Vergleich zu einer erfolgreichen Spontan- Eroberung in freier Wildbahn sind Apps bloß seltsam nährstoffarme Fleischnahrung. Muckefuck. Supermarktware statt super Revier. Messietum statt Trophäenjagd. Ich kann einfach nicht aufhören, sie zu sammeln. Nur einen Vorteil hat das viele Handy-Getippe: Ich trinke weniger. Dafür ist keine Hand mehr frei.

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Autor: Sebastian R. Tromm
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