Verdammter Männer-Stoff
Als Augustinus von Hippo, einer der wichtigsten Theologen des Christentums, um das Jahr 370 herum seinen ersten Ständer bekam, verlor er beinahe den Verstand. Der Anblick eines nackten Körpers in einer Therme ließ ihm das Blut in die Schwellkörper schießen, begleitet von einem Kribbeln in Bauch und Kopf, doch anstatt sich zu freuen, war er überzeugt, dass Dämonen in seinen kleinen Augustinus gefahren waren.
Der erregte Gelehrte fürchtete um seinen freien Willen und warf sich in die Forschung. Wenig später lieferten seine Studien das Ergebnis: Die Dämonen kommen immer dann, wenn der nackte Körper (oder nur der Gedanke daran) einer Frau gehört. Frauen wurden fortan in weiten Teilen des Christentums dämonisiert. Mönche flüchteten in abgelegene Klöster.
Heute wissen wir mehr, und man sollte meinen, dass zeitgenössische Gender-Studies alle Mythen um diese Dämonen in Allgemeinwissen verwandelt hätten. Leider ist das Gegenteil richtig.
E-Paper-Archiv mit 250+ Ausgaben