„Ich bin als Mensch sehr umgänglich“

Porträt eines älteren Mannes mit grauen Haaren und ernstem Blick, der vor einem hellen, schlichten Hintergrund steht und ein dunkles Oberteil trägt
Edelfeder: John Irving gilt als einer der großen Autoren unserer Zeit
Credit: Basso Cannarsa
Porträt eines älteren Mannes mit grauen Haaren und ernstem Blick, der vor einem hellen, schlichten Hintergrund steht und ein dunkles Oberteil trägt
Edelfeder: John Irving gilt als einer der großen Autoren unserer Zeit
Credit: Basso Cannarsa

John Irving wollte schon als Jugendlicher so ein Schriftsteller werden wie die großen Romanciers des 19. Jahrhunderts. Heute, 16 Romane später, die sämtlich Weltbestseller wurden, hat er diesen Status längst erreicht. Mit uns spricht er über sein neuestes Buch „Königin Esther“, politische Themen in seinen Romanen und warum er auch mit 83 Jahren noch nicht ans Aufhören denkt.

Rüdiger Sturm
Von: Rüdiger Sturm
19.01.26
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Für Leser in aller Welt ist John Irving eine Legende. Glück für sie, dass er auch mit 83 Jahren weiter große Romane schreibt. Vor Kurzem erschien „Königin Esther“, und wer ihn am Zoom-Bildschirm erlebt wie wir bei diesem Interview, muss annehmen, dass noch einige Werke folgen werden: Er strahlt eine fast jugendliche Energie aus, seine Antworten sind engagiert und komplex, und nach einer Stunde Gespräch ist er immer noch nicht müde, sondern will weitersprechen über Tod und Leben, Frauen und Heilige – und über sich selbst.

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Mr. Irving, viele glaubten, Ihr vor drei Jahren erschienenes Großwerk „Der letzte Sessellift“ sei so etwas wie Ihr letzter Roman. Aber jetzt veröffentlichten Sie mit „Königin Esther“ Ihr nächstes Opus magnum …

„Königin Esther“ ist doch relativ kurz ausgefallen.

Mit 560 Seiten?

Im Vergleich zu anderen literarischen Werken ist es vielleicht normal lang. Meine Leser sind von mir umfangreichere Bücher gewohnt.

Ihre kreative Kraft ist in jedem Fall ungebrochen.

Ja, ich schreibe sieben Tage die Woche. Ich habe für mich das ideale Rezept gefunden: Die längsten, kompliziertesten Bücher habe ich alle schon in früheren Jahren verfasst, und die einfacheren habe ich mir für den Schluss aufgehoben. Wobei die Idee für „Königin Esther“ auf einen Israel-Besuch im Jahr 1981 zurückgeht.