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Kolumne: Vom Leben gelernt

Wieso Freundschaft erst wachsen muss

Playboy-Autoren über ihre schmerzhaftesten Lebens-Lektionen

Warum mangelnde Distanz beim Kennenlernen alles kaputt machen kann – auch unter Kumpeln und Kollegen. Playboy-Autoren über ihre schmerzhaftesten Lebens-Lektionen.

Es war in meinem ersten richtigen Job in einer neuen Stadt. Ich hatte einige Monate dort gearbeitet, als ein „alter“ Kollege (mir war er neu, den anderen nicht) von einem längeren Auslandseinsatz zurückkehrte. Coole Sprüche, kernige Erscheinung, sympathischer Typ. Fand ich. Das beruhte wohl auf Gegenseitigkeit: Am zweiten gemeinsamen Arbeitstag lud er mich zu sich nach Hause zum Essen ein. Bier und selbst gemachte Pasta. Ich fühlte mich wohl und freute mich als Neuer in der Stadt über einen neuen Kontakt. Der Kollege war nicht gerade zurückhaltend und sagte mir vor dem zweiten Bier, wie froh er sei, dass ich jetzt da arbeitete. Dass wir super Projekte gemeinsam machen würden und ich echt ein super Typ sei. In mir poppten beim letzten Satz sofort zwei Fragen auf.

1. Woher willst du das wissen?

2. Bist du schwul?

Unter Männern kann man reden – dachte ich

Die erste Frage war berechtigt, die zweite bald geklärt. Am selben Abend erörterte er seine Ex und ihre Macken. Und auch wenn der Kollege bald das Hohelied auf die Männerfreundschaft anstimmte, war unserer kein langes Leben beschieden. Denn: Ich war eines Abends mit seiner Ex ins Kino gegangen. Nur ins Kino, war ihre Idee. Keine Absichten, keine Anmache. Bald bemerkte ich, dass er sich mir gegenüber plötzlich distanziert verhielt. Unter Männern kann man reden, dachte ich, und sagte: „Wenn das das Problem ist: Da war nichts und wird nichts sein.“ - „Was für ein Problem?“, fragte er. Und blieb kühl. Für immer.

Irgendwann, als ich sah, dass ich nicht der Einzige war, der bei ihm schnell durch den Rost fiel, kapierte ich alles. Er hatte mich zu schnell auf einen Sockel gestellt. Dem Anspruch konnte ich nicht gerecht werden. Diese Freundschaft starb früh, weil sie sich nicht entwickeln konnte. In einer Zeit, in der man akzeptieren lernt, dass der andere Fehler macht – also ein Mensch ist.

Autor: Klaus Mergel
Fikkefuchs – Trailer
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