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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Aktfotograf Simon Bolz

... über Neugier, Erotik und seine High-Heels-Sammlung

"Meine Bilder sind voyeuristisch und intim"

Playboy-Leser kennen Simon Bolz  - er ist der Mann hinter der Kamera und begeistert immer wieder mit seinen Fotostrecken von den schönsten Playmates. Im Interview verrät er, warum er Aktfotograf geworden ist, Perfektion nicht für erstrebenswert hält und wie er ein paar Schuljungs den perfekten Tag bereitete.

Playboy: Herr Bolz, können Sie sich bitte in ein paar kurzen Sätzen vorstellen?
Bolz: Geboren bin ich 1976 in Heidelberg und für mein Studium an der Academy of Visual Arts nach Frankfurt gezogen. Ich reise gerne und bin ein sehr visueller Mensch.

Playboy: Wie lange arbeiten Sie schon hauptberuflich als Fotograf?
Bolz: Seit neun Jahren habe ich mich auf Aktfotografie spezialisiert. Es hat eine Weile gedauert, bis ich meinen Stil gefunden und mich reif gefühlt habe. Durch kontinuierliche freie Arbeiten habe ich im Bereich der Fotografie einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. Dadurch sind verschiedene Verlage auf mich aufmerksam geworden. Als richtigen Startschuss für die kommerzielle Fotografie würde ich die Einladung des Playboys im Jahr 2012 bezeichnen. Damals durfte ich die Produktion der Playmate-Strecke mit Anna Repnik in Wien umsetzen.

Playboy: Was hat Sie zur Fotografie gebracht?
Bolz: In meinem Studium habe ich mich auf Fotografie spezialisiert. Menschen haben mich schon immer fasziniert. Architektur, Tiere oder Produkte habe ich nie fotografiert. Angefangen habe ich mit dem Fotografieren von Menschen auf der Straße.

Playboy: Warum haben Sie sich für die Aktfotografie entschieden?
Bolz: Fremde Menschen auf der Straße zu fotografieren, war toll, aber die Bilder hatten mir noch zu viel Distanz. Diese wollte ich überwinden. Das ‚Warum‘ ist schwer in Worte zu fassen, aber ich wollte den Betrachter noch näher heranführen und mehr Intimität schaffen.

Playboy: Wodurch zeichnen sich Ihre Bilder aus?
Bolz: Meine Bilder sind voyeuristisch und intim, nie aber obszön. Ich möchte beim Betrachter das Kopfkino starten. Für mich bedeutet Erotik nicht, dass eine Frau als Objekt dargestellt wird. Frauen in meinen Fotos sind immer selbstbewusst und stark.

"Neugier, Feingefühl und guter Geschmack sind die Zutaten meiner Bilder."

Simon Bolz

Playboy: Wie würden Sie Ihren eigenen Stil beschreiben?
Bolz: Neugier, Feingefühl und guter Geschmack sind die Zutaten meiner Bilder. Im Studium habe ich gelernt, seriell zu denken. So fotografiere ich grundsätzlich ganze Geschichten als Bildstrecke.

Playboy: Klassische Aktfotografie ist meistens in Schwarz-Weiß gehalten, Sie setzen auf Farbe. Was gefällt Ihnen an Farbaufnahmen besser?
Bolz: Als Stilmittel setze ich Schwarz-Weiß auch manchmal ein, aber ich liebe Farbe viel zu sehr, um darauf verzichten zu können. Bereits kleine Nuancen in Farben beeinflussen die Stimmung eines Bildes direkt, wecken Erinnerungen an Urlaub oder das wohlige Gefühl der Jugend. Dieses Stilmittel nicht auszunutzen, wäre pure Verschwendung.

Playboy: Warum arbeiten Sie am liebsten mit natürlichem Licht?
Bolz: Als ich mit dem Fotografieren begonnen habe, habe ich den gleichen Fehler gemacht wie die meisten Anfänger: Ich habe Equipment gekauft und ständig noch mehr Zubehör. Zum Glück habe ich recht bald gemerkt, dass die Interaktion mit dem Modell viel wichtiger und das Zusammenspiel weitaus entscheidender fürs Resultat ist, als die komplett kontrollierte Lichtsetzung.

Playboy: Welche Foto-Regel würden Sie nie brechen?
Bolz: Ich möchte nie Bilder veröffentlichen, in denen sich ein Modell bloßgestellt fühlt. Auch Provokation ist nicht meine Welt. Meine Bilder dienen einfach nur der Unterhaltung.

Playboy: Wann drücken Sie auf den Auslöser?
Bolz: Das ist eine Sache, über die ich nicht nachdenke. Es geschieht automatisch und ich bin sehr vertieft und konzentriert, wenn ich fotografiere. Ich drücke aber erst ab, wenn eine gewisse Magie spürbar ist und mein Bauchgefühl sagt, dass der Zeitpunkt passt.

Playboy: Welches Equipment nutzen Sie?
Bolz: Ich bin gerade auf eine spiegellose Kamera, die Sony Alpha 7RII umgestiegen. Mir gefiel gut, ein kleineres und leichteres Modell zu nutzen, das technisch ganz weit vorne ist. Das ist besonders praktisch, wenn man viel auf Reisen ist.

Playboy: Auf welches Zubehör können Sie nicht mehr verzichten?
Bolz: Eigentlich bin ich recht genügsam und brauche nicht viel. Ein Laptop zur Datensicherung, wenn ich unterwegs bin, ist mir aber schon eine große Hilfe.

Playboy: Was fotografiert der Privatmann Simon Bolz?
Bolz: Privat fotografiere ich überhaupt nicht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass heutzutage so viel und überall fotografiert wird. Wenn ich auf einem Konzert bin oder etwas Schönes sehe, genieße ich einfach den Moment und versuche ihn aufzusaugen.

Playboy: Wann ist ein Bild für Sie perfekt?
Bolz: Perfektion halte ich gar nicht für erstrebenswert. Es sind die kleinen Fehler, die ein Bild für mich lebendig machen. Deshalb versuche ich, Dinge immer wieder ein bisschen anders zu machen, den Bildausschnitt leicht zu verschieben oder es mit der Schärfe nicht zu übertreiben.

Playboy: Welche Rolle spielt Photoshop bei Ihrer Arbeit?
Bolz: Die Nachbearbeitung von Farben spielt für mich eine große Rolle. Hierüber transportiere ich viel der Gesamtwirkung. Das Manipulieren von Körperformen oder Kompositionen aus mehreren Bildern mag ich aber nicht. Da gefällt mir Natürlichkeit besser.

"Ob ein Modell klein oder groß ist, spielt für meine Arbeit keine Rolle, solange sie Sexappeal mitbringt."

Simon Bolz

Playboy: Wie wählen Sie Ihre Models aus?
Bolz: Ständig bin ich im Internet auf der Suche nach neuen Modellen, bekomme zum Glück aber auch häufig Bewerbungen. Dabei ist mir ein hübsches Gesicht immer am wichtigsten. Es schadet nicht, wenn die Körpermaße betörend sind, aber die Ausstrahlung ist am wichtigsten. Ob ein Modell klein oder groß ist, spielt für meine Arbeit keine Rolle, solange sie Sexappeal mitbringt.

Playboy: Wie schaffen Sie eine entspannte Atmosphäre für das Model?
Bolz: Ich bin ein ruhiger Mensch und glaube, dass meine unaufdringliche Art dazu beiträgt, dass es sich für Modelle ganz natürlich anfühlt, sich nackt zu zeigen. Ansonsten ist Musik am Set immer hilfreich.

Playboy: Wie läuft ein Shooting ab?
Bolz: Am Anfang spreche ich recht viel und unterstütze beim Posing. Wenn das Eis ein bisschen geschmolzen ist, versuche ich möglichst viele spontane Momente einzufangen.

Playboy: Teilen Sie eine Anekdote aus einem Shooting mit uns?
Bolz: In Paris hatte ich ein Shooting in einem Loft mit einer vier Meter hohen Fensterfront. Direkt gegenüber war eine Schule und in der Pause haben sehr viele Jungs an den Fenstern geklebt. Ich glaube, sie hatten einen schönen Schultag.

Playboy: Ich habe gelesen, dass Sie sich selbst bei Shootings um das Styling der Models kümmern. Warum überlassen Sie die Aufgaben nicht einer Stylistin?
Bolz: Das fände ich etwas übertrieben, denn immerhin sind meine Modelle meistens nackt. Wenn ich fotografiere, fühle ich mich zudem auch nicht als Handwerker, sondern sehe die Bildserien als Gesamtkunstwerk. Da gehört für mich das Styling auch dazu.

Playboy: Besorgen Sie auch Kleidung und Accessoires für die Shootings selbst?
Bolz: Ich stöbere gerne in Wäsche-Boutiquen oder shoppe im Internet. Manchmal stellen mir auch Wäschelabels Unterwäsche für Shootings. Und ich habe inzwischen ein ansehnliches Repertoire an High Heels im Keller.

Playboy: Wer oder was inspiriert Sie?
Bolz: Am meisten Inspiration finde ich beim Nichtstun. Nicht aufs Smartphone gucken, keine Telefonate, einfach nur abschalten. Wir leben in einer Zeit, in der wir permanent reizüberflutet sind. Mein Gehirn freut sich, wenn ich ihm einmal eine Pause gönne und belohnt mich dann mit neuen Ideen.

Playboy: Gibt es schon Pläne für 2016?
Bolz: Im kommenden Jahr plane ich wieder einige Shootings in der Natur. Vielleicht auf Korsika oder an der Adria. Auf jeden Fall aber mit bezaubernden Frauen.

Autor: Stefanie Biberger
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