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Wir laden schonmal das nächste Girl für Sie!

Gumball 3000

Dieses Autorennen ist anders als andere: Gumball 3000 - eine überdrehte Asphalt-Party am Rande der Legalität. Für schwerreiche Jungs, denen selbst 20.000-Euro-Strafzettel egal sind. Dieses Jahr führt die Route von Dublin nach Bukarest, mit einem Halt in Deutschland: dem Europark in Rust, am 03. Mai

Der letzte Tag beginnt rekordverdächtig: vier Strafzettel in 45 Minuten. Jon Olsson ist fassungslos: “Österreich hat anscheinend nur auf uns gewartet. Ich habe heute mehr mit der Polizei verhandelt, als Auto zu fahren.“

In Polen hatten sie noch lustige Fotos geschossen: Jons Freundin Janni mit der Polizeimütze, daneben ein selig grinsender Beamter. „Die wollten sich nur mein Auto genauer ansehen“, erzählt Olsson. Er schimpft auf die Esten („Meine Kumpels haben sie in den Knast gesteckt - wegen 158 statt 90 Sachen“) und lobt die Schweden: „Die haben die Straße sicher gemacht, ohne jeden gleich anzuhalten, sind einfach nebenhergefahren.“

Die besten Bilder von der Gumball 3000

Aber Österreich ist anders: Wer keine Vignette für 8,40 Euro hat, muss zahlen: 120 Euro. Ein Klacks. Die dickste Knolle gab’s in Finnland: 30.720 Euro musste ein Aston-Martin-Fahrer löhnen, der mit 207 km/h
unterwegs war. Egal. Wenn große Kinder Spaß haben wollen, darf der auch was kosten. Wer fast 39.000 Euro Startgeld pro Person zahlt, lacht sich schlapp über ein paar Dutzend Strafzettel. Ein Porsche-Fahrer sagt: „Sonst sammeln wir Geld für Charity, diesmal halt für die Polizei.“

Protzig, laut, präpotent: Eine völlig überdrehte Angeber-Parade

Gumball 3000 - das ist eine völlig überdrehte Angeber-Parade mit dröhnenden Zwölfzylindern und glücklichen Tankwarten. Der Gegenentwurf zur ADAC-Motorwelt: protzig, laut, präpotent. Aber auch eine
Riesengaudi. 3000 Meilen durch zwölf Länder. In einer Woche.

Die 15. Ausgabe führte dieses Jahr von Kopenhagen nach Monaco, wo die 100 Teams zum Formel-1-Grand-Prix einliefen. In den Jahren zuvor waren die Gumballer quer durch die USA gerast, durch China und Nordkorea. In Marokko hob der König kurzerhand die Straßenverkehrsordnung auf, und in Albanien lud der Staatschef zum Bankett. Unter den Startern: Pamela Anderson, Bode Miller, Adrien Brody, Damon Hill, Donna Karan, Burt Reynolds, Kim Schmitz und Jason Priestley.

Nur 2007 war kein gutes Jahr: Eines der Fahrzeuge war in Mazedonien in einen Unfall verwickelt, bei dem ein 67-Jähriger an Herzversagen starb und der Unfallverursacher zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.
Daher auch heuer wieder die Ansage: Don’t do stupid things! Ha, genauso gut könnte man einem Dreijährigen sagen, er solle nicht in Pfützen springen.

Am Start in Kopenhagen steht ein zigtausend PS starkes Kuriositätenkabinett. Vorneweg das Batmobil alias „The Tumbler“. Eine Million Euro soll ein Scheich aus Saudi- Arabien für diesen Wahnsinn auf
Rädern bezahlt haben. Dummerweise bleibt das röhrende Ungetüm schon nach 700 Metern liegen, wird schließlich per Schiff bis nach Monaco gekarrt.

Außerdem im Angebot: das fünf Tonnen schwere Kombat-SUV aus Sacha Baron Cohens Film „Der Diktator“, der türenlose, nur über die Motorhaube zugängliche „InCENArator“ des Wrestlers John Cena, ein 1000 PS starker Nissan GTR, ein 1200er-VW Käfer aus New York mit Stofftier auf dem Dach, ein McLaren MP4-12C mit Kennzeichen „Hell“, ein cremefarbener Morgan Aero SuperSports, ein Fiat 500 Abarth mit 500 PS, ein Mercedes SLR McLaren Stirling Moss - und jede Menge Ferraris, Corvettes, Lamborghinis und Porsches in allen Farben und Formen. Dann schließlich noch „Dumbo“, der blaue Elefant der Dudesons. Das sind vier durchgeknallte Finnen, deren TV-Stunt-Show von Johnny Knoxville auch in den USA ausgestrahlt wird. Sie haben ihren Nissan Navara in blauen Plüsch gepackt, samt Rüssel und Stoßzähnen.

Ach ja, und dann ist da noch Jon Olssons Rebellion R2k: ein futuristisches 600-PS-Carbon-Geschoss, das der Schwede mit dem ehemaligen Chefkonstrukteur des Sportwagenbauers Koenigsegg ausgetüftelt hat. „Ich bin ja nie zufrieden mit Autos“, sagt Olsson, „aber als der Rebellion aus der Garage rollte, wurde ein Traum wahr.“

Olsson ist ein Rebell

Wenn Olsson nicht gerade von seiner eigenen Autofirma träumt, fährt er Ski: Der 29-Jährige bringt als Einziger das Kunststück fertig, sowohl als Rennläufer als auch als Freeskier an der Weltspitze mitzufahren.
Neun Medaillen hat er bei Winter-X-Games schon gewonnen, darunter eine goldene in der Disziplin Big Air. Seine Coachs verzweifeln, wenn sich der Sonnyboy mitten in der Rennsaison zum Freestyle-Event nach London verabschiedet. Aber gut, Felix Neureuthers Trainer bekommen ja schon die Krise, wenn der Slalom-Star mal laut darüber nachdenkt, Mikado zu spielen.

Olsson ist ein Rebell, der sich beim Sommer-Trainingslager in Neuseeland ein altes Auto kauft und in einem ausgetrockneten Flussbett so lange über eine Schanze heizt, bis von der Karre nichts mehr übrig ist. Zuletzt war Olsson von seinem Wohnort Monaco aus mit einem Camouflage-Lamborghini samt Skiträger unterwegs, doch für seine vierte Gumball-Teilnahme musste etwas Neues her.

So begeistert Olsson von seinem neuen Spielzeug auch ist, perfekt ist für ihn mal wieder was anderes: „Ich liebe diese stylischen Carbon-Sitze“, sagt er, „aber bequem sind die wirklich nicht.“ Auf Schnickschnack wie Heizung oder Air-Condition hat er verzichtet - auch ein Fehler. In der schwedischen Sonne wären sie fast verglüht und in den verschneiten Alpen fast erfroren. Immerhin: Da hatten sie wieder ein paar wärmende Jacken. Als Olsson seinen Rebellion in Riga vor einigen tausend Fans abstellte, musste er erst mal zum Shoppen - sein Begleitfahrzeug mit den Koffern war von russischen Zöllnern aufgehalten worden. Aber zunächst musste Olsson warten, bis am nächsten Morgen die Banken öffneten.

Er sitzt im Hotel und lässt die ersten Renntage noch einmal Revue passieren: wie der Typ, der seine Gumball-Teilnahme bei einem Gewinnspiel ergattert hatte, seinen geliehenen Ferrari 548 gleich zu Beginn um einen Baum wickelte. Wie der Besitzer des Rolls-Royce Phantom seine Nobelkiste schrottete, mit dem Taxi zum nächsten Kontrollpunkt fuhr und dort in den Ersatz-Rolls stieg. Wie an der Polizeieskorte in St. Petersburg ein als Rettungsschwimmer mit Patronengürtel verkleideter Freak mit Tempo 200 vorbeischoss. Und dann der Zickzack auf Russlands Autobahnen, wo schon mal ein Baumstumpf aus der Fahrbahndecke ragt! Und wo die Jungs sich von Autofenster zu Autofenster mit High five abklatschten - bei Tempo 180. Wie „Strong Man“ Robert Burneika geschätzte 7000-mal am Tag seine Muckis in die Kamera hielt. Er erzählt vom schrägen britischen Mama-Sohn-Team, bei dem sie stolz erwähnte: „I’ve never been on public transport.“ Von David Hasselhoff, der versucht, jeden Fan am Straßenrand abzuklatschen und der erst am letzten Abend „Looking For Freedom“ singen durfte. Vom vogelwilden Moderator Dex Carrington, der sich einen gewaltigen Plastikpenis auf die Windschutzscheibe geklebt hatte. Jon Olsson fasst zusammen: „Eine internationale Shit-Show. Ich schäme mich, dass ich sie liebe.“

Auch Olsson selbst, Sohn eines Polizisten, ist gut für schräge Geschichten. Zwar gewinnt beim Gumball nicht der Schnellste, sondern der Originellste, aber seinen Wettkampfinstinkt kann der Rennläufer nicht ausschalten. In New York gab er einem Taxifahrer 500 Dollar - für die schnellste Route aus Manhattan Richtung Toronto. Nach einer wilden Nacht in Belgrad zurrte er sich am Morgen den Kopf mit einem Gürtel an der Nackenstütze fest, um nicht am Steuer einzuschlafen. Oder Las Vegas: Als dort die Benzinpumpe streikte, fuhr er kurzerhand mit einer Leih-Limo nach L. A. - weil das Gepäck nicht in den Heli passte.

Das Rennen ist gelaufen. Die Gumballer feiern es mit einer Arschbombe in den Pool des „Fairmont“, während unten die Formel1-Renner durch die Stadt dröhnen.

Und was war das schlimmste Erlebnis? „Ich will ja immer keine Zeit mit WC-Stopps verlieren“, erzählt Olsson, „also habe ich während des Fahrens in eine Wasserflasche gepinkelt.“ Irgendwann später allerdings hat er sie dann mit seiner Trinkflasche verwechselt.

Na dann: Prost!

Gumball 3000 2016: Die Tour-Stopps

DUBLIN
Saturday April 30
See the cars 12PM - 10PM
Sunday May 1
Flag Drop 10AM

BELFAST
Sun May 1
See the cars 12PM - 2.30PM

EDINGBURGH
Sunday May 1

1PM - 10PM

MANCHESTER
Monday May 2

Events - 10AM til 5PM
Cars arrive - 12PM til 3PM

LONDON
May 2

NOON - 10PM

LUXEMBOURG
Tuesday May 3
See the cars - 1PM til 3PM

EUROPAPARK
Tuesday May 3
Park open 08:30AM til 8PM
See the cars - 5PM til 8PM

TUNING WORLD BODENSEE
Wednesday May 4
See the cars 12PM til 2:30PM

PRAGUE
Wednesday May 4
See the cars 5PM til 9PM

HUNGAGORING
Thursday May 5

See the cars 2:30PM til 6PM

BUDAPEST
Thursday May 5

1PM - 10PM

SIBIU
Friday May 6
1PM - 10PM

BUCHAREST
Friday May 6

See the Cars - 5PM til 10PM
Saturday May 7
Public event from - 10PM til 6PM
Gumball parade - 4PM til 6PM

Alle weiteren Infos zur Gumball 3000 2016

Autor: Thomas Becker
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